Restauranttests von Antwerpen über Berlin bis nach Köln

Restauranttests von Antwerpen über Berlin bis nach Köln

Neue Restaurants, starke Handschriften und frische Ideen: Von der spektakulären Neueröffnung „The Jane“ in Antwerpen über lässige Fischküche in Hamburg bis hin zu botanischem Fine Dining in Brüssel zeigt diese Auswahl, wo Genuss gerade besonders spannend ist.
Datum02.01.2026

Antwerpen – The Jane

Nick Bril stellt seine Küche in den Mittelpunkt – das spiegelt sich auch im Design seines Restaurants mit offener Küche wider.

Nach der Schließung des legendären Standorts in einer Antwerpener Kapelle meldet sich Nick Bril mit „The Jane“ im Hafenviertel Eilandje zurück. In einem Neubau neben historischen Lagerhallen inszeniert Designer Nicolas Schuybroek eine warme, minimalistische Bühne für Brils Küche.

Kulinarisch bleibt der Chef seiner Linie treu: europäische und japanische Einflüsse, jetzt noch präziser und komplexer. Dry-aged Loch-Duart-Lachs mit fermentierten Brombeeren, Akita-Komachi-Reis mit Foie gras oder das Signature-Dish aus Irish-Mór-Auster und Osietra-Kaviar zeigen Brils Handschrift – ruhig, tief und hochkonzentriert. Begleitet wird das Menü von einer eindrucksvollen Weinkarte mit über 800 Positionen.

Fazit: Ein starker Neustart – The Jane ist wieder eine der spannendsten Adressen der Stadt.

Baden-Baden – Steigenberger Icon Europäischer Hof

Nach elf Jahren Schließzeit ist der Europäische Hof als luxuriöses Grandhotel zurück. Historische Eleganz trifft auf moderne Akzente, ergänzt durch mehrere gastronomische Konzepte.

In der Brasserie „Café de l’Europe“ serviert Küchenchef Marcel S. Traber Klassiker mit zeitgemäßem Twist, die Rooftop Bar und Lounge setzen auf Atmosphäre und Aussicht.

Fazit: Ein traditionsreiches Haus mit neuem Leben – stilvoll und zeitgemäß.

Berlin – Bundesbüdchen

Eine Kopie des legendären Bonner Bundesbüdchens bildet das Herzstück des neuen Restaurants von Johann Maier im Berliner Regierungsviertel. Wo früher Politiker Würstchen kauften, ist heute Bar und Servicestation – umgeben von heller Holzoptik und offener Küche.

Maiers Küche interpretiert süddeutsche Klassiker modern und aromatisch: Maultasche mit Langostino und Zander, geschmortes Rehragout oder Käsespätzle mit weißem Kimchi. Eine sorgfältig kuratierte Weinkarte und faire Preise runden das Konzept ab.

Fazit: Ehrliche Küche mit Charakter – ein neuer Lieblingsort.

Bottrop – Rosa

Oliver Jacoby am Herd und Vivien Pfeil im Service sorgen für legeren Genuss, etwa mit Ceviche vom Hamachi mit Avocadocreme.

Mit dem „Rosa“ haben Tobias Weyers und René Sampaio eine spielerische, entspannte Alternative zu ihrem Essener Spitzenrestaurant geschaffen. Der lichtdurchflutete Raum, moderne Kunst und offene Küche sorgen für lässige Atmosphäre.

Chefkoch Oliver Jacoby serviert kreative Gerichte mit Leichtigkeit: Auster mit Kimchi-Sud, Saibling mit Grünkohl oder langsam gegartes Kalb. Mittags gibt es einen Business Lunch, abends ein Menü mit Anspruch – ohne steif zu wirken.

Fazit: Locker, modern, ambitioniert.

Brüssel – humus x hortense

Buchweizencracker mit Hummus und essbaren Blüten, Kuppel mit Fenchelmousse und eingelegten Fenchelblüten.

Im „humus x hortense“ beweist Küchenchef Nicolas Decloedt, wie komplex und sinnlich veganes Fine Dining sein kann. Das Menü folgt den Mikro-Jahreszeiten eines Biohofs und arbeitet mit Fermentation, Reduktion und Räucherung.

Jede Pflanze wird vollständig verwertet, das Ambiente erinnert an einen ehemaligen Teesalon. Eine Küche, die neue Perspektiven eröffnet.

Fazit: Pflanzenküche auf höchstem Niveau – konsequent und inspirierend.

Gengenbach – Moya by Daniel Wallenstein

Daniel Wallenstein begeistert in seinem Restaurant „Moya“ in Gegenbach mit Kreationen wie seiner „Essenz der Natur“.

Mit Daniel Wallenstein zieht frischer Wind ins Boutiquehotel Die Reichsstadt. Seine Küche erzählt in Gängen wie „Wald“, „Fluss“ oder „Jagd“ von Natur, Jahreszeiten und Erinnerung.

Feinste Produkte, starke Bilder und ein klarer dramaturgischer Aufbau prägen das Menü. Das Ambiente bleibt ruhig und intim, der Fokus liegt ganz auf dem kulinarischen Erlebnis.

Fazit: Ein beeindruckender Start mit klarer Handschrift.

Hamburg – Bistro Crudo

Neben dem „Salt & Silver“ hat das Team um Thomas Kosikowski und Johannes Riffelmacher mit dem Bistro Crudo einen Ort geschaffen, an dem rohe Produkte im Mittelpunkt stehen. Bereits am Eingang fällt der Blick auf den Reifeschrank mit großen Fischen, die hier trocken reifen.

Serviert werden Bistroteller zum Teilen oder das Überraschungsmenü „Crudo Combo“. Die Küche arbeitet konsequent „from nose to tail“ – leicht gebeizte Makrele, trocken gereiftes Bio-Rind oder gegrillter Lauch mit Salsa verde zeigen, wie präzise hier mit Aromen umgegangen wird. Dazu Naturweine, Cocktails und ein bewusst raues Ambiente.

Fazit: Unkompliziert, mutig, produktfokussiert – Fisch neu gedacht.

Köln – Toki

Kaiseki in Köln: Drei Vorspeisen als Auftakt zur kulinarischen Japanreise

„Toki“ steht für Zeit und Moment – genau das vermittelt das Restaurant von Hideyuki Takahashi. Der Küchenchef verbindet Kaiseki-Ideen mit moderner japanischer Küche und legt großen Wert auf Präzision und Produktqualität.

Das Menü reicht von feinen Appetizern über puristisches Sashimi bis zu Wagyu A5 aus Kagoshima. Aromen, Temperaturen und Texturen sind perfekt austariert, das Ambiente ruhig und konzentriert.

Fazit: Japanische Küche auf hohem Niveau – klar, reduziert, souverän.

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