Gastro Awards 2026

Das erwartet Sie hier:
Restaurant des Jahres

Überfahrt, Rottach Egern
Ein so namhaftes Restaurant nach einer Pause komplett neu zu erfinden und mit zeitgemäßem Geist zu erfüllen, das ist eine Leistung. Zu verdanken ist sie zum einen Hoteldirektor Vincent Ludwig und der Althoff Collection, die auch weiterhin auf kulinarische Höchstleistung zielen. Vor allem aber den hoch motivierten Akteuren im Restaurant: Küchenchefin Cornelia Fischer, Sommelière Marie Christin Baunach und Restaurantleiter Johannes Gahberger. Drei leidenschaftliche Gastgeber, die angetreten sind, die „Überfahrt“ wieder ganz groß rauszubringen.
Köchin des Jahres

Douce Steiner, Hirschen, Sulzburg
Ihr Erfolgsrezept gleicht dem bester Saucen: reduzieren, bis die Qualität stimmt. Das Restaurant unserer Köchin des Jahres 2025 in Baden bietet seit fast 20 Jahren immer neue Glücksmomente, wechselnde Menüs, die bei aller französischen Klassik federleicht und kreativ komponiert sind. Ein zitrischer Schaum begleitet etwa die Langoustine Royal, einen Favoriten der 54-jährigen Grande Dame des Aromenspiels. Immer an der Seite steht ihr Mann Udo Weiler, und längst ist der Funke auf die Tochter Justine übergesprungen, die als Teil des Teams, das hier vorbildlich und fröhlich zusammenarbeitet, Steiners Erfolg in die Zukunft trägt.
Aufsteiger des Jahres
Cédric Staudenmayer, Restaurant Cédric, Weinstadt
Für Cédric Staudenmayer, den unsere Leserinnen und Leser zum Aufsteiger des Jahres 2025 gewählt haben (siehe Heft 1/26), war früh klar, dass er sich selbstständig machen möchte. Dass er seine Gäste heute ganz allein am Herd begeistert, ergab sich eher zufällig. Ohne Brigade kocht er im „Restaurant Cédric“ ein Menü mit internationaler Finesse und besten Produkten. Er ist Saucier, Poissonnier, Patissier und Küchenchef in einer Person und serviert auch selbst. Mit nur 27 Jahren zählt er zu den besten Köchen des Landes und hat dem ursprünglich vom Großvater geführten Betrieb neues Leben eingehaucht.
Junge Konzepte
arc, Hamburg
Lage und Location im Stadtteil Eimsbüttel sind unauffällig, dennoch ist das „arc“ stets auf Wochen ausgebucht. Das Team überzeugt allein durch kulinarische Qualität. Joshua Feldkircher und Julian Rickert am Herd bringen Erfahrung aus der Topgastronomie mit und feiern Gemüse sowie Fisch aus der Region ganz zeitgemäß. Hier wird fermentiert, gegrillt und geräuchert, sodass alle Aromen mit Wumms zur Geltung kommen – immer überraschend, immer gut. Die Weinbegleitung von Sommelière Clara Hippert setzt vorwiegend auf Neuentdeckungen und kleine Güter. Ein anregendes, kommunikatives Essvergnügen.
Patissière des Jahres

Julia Ohrschiedt, Pietsch, Wernigerode
„Ruhig, fokussiert, klar“, so beschreibt sie ihr Chef Robin Pietsch. Die gelernte Köchin ist in seinem hoch ausgezeichneten Restaurant im Harz nicht nur Souschefin, sondern kümmert sich auch mit Leidenschaft um die Patisserie. Ihre Kreationen fügen sich kongenial in den weltoffenen Stil des Hauses, der gern von asiatischen Aromen geprägt ist. Eine luftige Schokoladencreme untermalt Orschiedt mit fermentiertem schwarzem Knoblauch und kombiniert sie mit dem Vanillearoma der Pandan-Pflanze sowie Bananeneiscreme. Das ist handwerklich präzise, aromatisch vielschichtig – und schmeckt einfach köstlich.
Sommelière des Jahres

Maria Vizsnayi, Steins Traube, Mainz
Das stilvolle Lokal blickt auf anderthalb Jahrhunderte Gastlichkeit zurück, doch noch nie hat man hier so gut getrunken. Maria Vizsnyai verantwortet eine höchst engagierte Weinkarte mit über 900 Positionen und eindrucksvoller Jahrgangstiefe. Ihre besondere Liebe gilt dem Schaumwein, dessen Tiefe, Aromendichte und Spannung sie mit großer Leidenschaft als Speisenbegleiter erlebbar macht. Bei Starwinzer Anselme Selosse in der Champagne hilft sie regelmäßig bei der Ernte und beim Degorgieren. Auch für deutschen Riesling schlägt ihr Herz: Er macht die Hälfte der Karte aus, seine Vielschichtigkeit vermittelt sie in souveränen Pairings.
Gastgeberin des Jahres

Eva Klink, Wielandshöhe, Stuttgart
Das großzügig lichte Restaurant hoch über der Stadt ist mit seiner Bauhaus-Klarheit, den weißen Tischdecken und der üppigen Blumenpracht seit jeher ein gastronomisches Ausnahmeerlebnis. In Eva Klink hat die genussvolle Küche ihres Vaters Vincent nicht nur eine wortgewaltige Botschafterin im Saal; Gäste dürfen sich zudem auf außergewöhnliche Tischkultur freuen, vom bestens gepflegten Tafelsilber bis zu liebevollen Details wie geeisten Champagnergläsern. Schlagfertigkeit, fundiertes kulinarisches Wissen und schwäbischer Humor runden den Auftritt der Hausherrin ab.
Gasthaus des Jahres

Barbara und Erika Bär, Zum grünen Baum, Michelstadt
Im historischen Gasthaus im Odenwald brilliert ein Mutter-Tochter-Gespann: Barbara Bär führt den Betrieb mit viel Erfahrung und Herzlichkeit, Tochter Erika setzt nach einem VWL-Studium in England und als passionierte Jägerin längst eigene Akzente – im Einklang mit Küchenchef Michael Sammet, der dem Haus seit 40 Jahren verbunden ist. Neben Spezialitäten aus eigener Jagd und Landwirtschaft wie Rehrücken in Brombeerjus werden auch kreative vegetarische Maultaschen serviert. Alles ist liebevoll zubereitet. Im Sommer genießt man die Vielfalt im malerischen Biergarten inmitten blühender Pflanzen.
Innovation des Jahres

Frühstück 3000, Berlin
Von Crème brûlée French Toast bis Roastbeef-Focaccia mit Trüffelcreme: Berlin ist die Hauptstadt zeitgemäßer Brunchkultur, hier serviert man Frühstück bis kurz vor dem Dinner. Wegbereiter des Trends, dem Genuss am Morgen ein Upgrade zu geben, war und ist das „Frühstück 3000“ an mittlerweile zwei Locations in Schöneberg und Kreuzberg. In puncto Ambiente und Anspruch spielen beide auf Augenhöhe mit manchem Fine-Dining-Restaurant und haben zahlreiche Brunchlokale in ganz Deutschland inspiriert.
Nachaltigkeit

Alte Überfahrt, Werder
Elf Minuten. So lange fährt Thomas Hübner vom Restaurant zu den Gärten von Schloss Petzow westlich von Potsdam. Sie sind für ihn Speisekammer, Inspiration und grünes Paradies zugleich. Zwei- bis dreimal pro Woche erntet er hier selbst, was eigens für ihn in Bioqualität angebaut wird: alte Tomatensorten von Ochsenherz bis Green Zebra, seltene Kohl- und Kartoffelgewächse sowie zahllose Kräuter. Dazu passen Fisch und Fleisch aus der nächsten Umgebung, konsequent nach dem Nose-to-Tail-Prinzip. Seine Küche, die sich jeden Tag aufs Neue vom eigenen Garten inspirieren lässt, ist ein klares Bekenntnis zu Regionalität und Mikrosaison.
Team-Spirit

Facil, Berlin
In der schnelllebigen Gastro-Szene ist das „Facil“ am Potsdamer Platz, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, ein echter Solitär. Seit gefühlten Ewigkeiten wird man hier von denselben Akteuren auf mustergültige Weise verwöhnt: Maître Manuel Finster, Sommelier Felix Voges und Chefpatissier Thomas Yoshida sind seit der Eröffnung 2001 dabei, Küchendirektor Michael Kempf kam 2003 hinzu, Küchenchef Joachim Gerner 2006. Der über viele Jahre gewachsene und sorgfältig gepflegte Teamgeist sowie die hohe Motivation sind für den Gast in zahllosen Details erlebbar und inspirieren spürbar auch junge Mitarbeiter. Ein echter Wohlfühlort.
Lebenswerk

Hermann Bareiss, Hotel Bareiss, Baiersbronn
Grandseigneur der deutschen Hotellerie, Pionier, Visionär und Gastgeber aus Leidenschaft: Hermann Bareiss hat aus dem „Kurhotel Mitteltal“ seiner Mutter Hermine eines der führenden Privathotels Europas gemacht. Nicht nur bei Komfort und Service setzt der begeisterte Briefschreiber Maßstäbe. Die Aus- und Fortbildung in der hauseigenen Akademie hat zahlreiche kompetente „Bareissianer“ hervorgebracht. „Sie sind uns so wertvoll wie unsere Gäste“, sagt er. Als selbst gelernter Koch ist ihm Exzellenz auch in der Küche ein zentrales Anliegen: Das Gourmetrestaurant hält seit 2007 drei Sterne. Glückwunsch zu 75 Jahren Hotel Bareiss!
Wein-Gastro-Bar des Jahres

High Fidelity, Stuttgart
Die Weinbar von Bernd Kreis ist ein Unikat mit drei Trümpfen: einer hochklassigen Weinkarte, gespickt mit europäischen Gewächsen, die Handwerk und Herkunft spiegeln; dem gemütlichen Flair einer Listening-Bar mit Jazz von Plattenspielern, die er selbst gebaut hat; und als Clou drei Köchen aus Peru. Der neue Küchenchef Abel Escriba Gamboa, zuvor im „Astrid y Gastón“ in Lima tätig, präsentiert jeweils drei Monate lang kulinarische Spezialitäten einer Region seiner Heimat, aus der auch Kreis’ Frau Roxana stammt. Bernd Kreis, der zudem einen Weinhandel betreibt, war früher Topsommelier im „Bareiss“ und in der „Wielandshöhe“.

