Die Feinschmecker Gastro Awards 2023

Das erwartet Sie hier:
- Gastro Awards 2023 | Koch des Jahres: Niclas Nussbaumer
- Gastro Awards 2023 | Restaurant des Jahres: AURA by Alexander Herrmann & Tobias Bätz
- Gastro Awards 2023 | Aufsteiger des Jahres: Tim Tanneberger
- Gastro Awards 2023 | Gasthaus des Jahres: Ole Liese Wirtschaft
- Gastro Awards 2023 | Serviceteam des Jahres: schanz. restaurant.
- Gastro Awards 2023 | Gastgeber des Jahres: Boris Häbel
- Gastro Awards 2023 | Sommelière des Jahres: Nancy Großmann
- Gastro Awards 2023 | Pâtissier des Jahres: Niels Dücker
- Gastro Awards 2023 | Nachhaltigkeit: Denis Feix
- Gastro Awards 2023 | Lebenswerk: Vincent Moissonnier
- Alle Lokationen in der Übersicht
Die Gastronomie bleibt unter Druck – und leistet dennoch Beeindruckendes. Frische Talente und erfahrene Könner sorgen mit Leidenschaft und zeitgemäßen Konzepten dafür, dass die gehobene Küche hierzulande noch spannender, genussvoller und nicht zuletzt nachhaltiger wird. Der Feinschmecker kürt die Spitzenvertreter ihres Fachs sowie ein Serviceteam und ein Gasthaus. Sie alle haben besondere Akzente gesetzt, die Branche inspiriert und das kulinarische Deutschland bereichert.
Lesen Sie hier:
Gastro Awards 2023 | Koch des Jahres: Niclas Nussbaumer

Ein Schwarzwaldhof auf knapp tausend Metern Höhe bildet den Rahmen für eines der größten Talente der jungen Generation: Als er im Frühjahr 2021 hier seine erste Küchenchef-Stelle antrat, eroberte Niclas Nussbaumer aus der Mühle Schluchsee (ausgezeichnet vom Feinschmecker mit 3,5F) Gäste und Kritiker im Sturm. Wobei er nie laut, sondern angenehm zurückhaltend auftritt, seine Küche aber umso mehr mitreißt. Mit allen Wassern der französischen Klassik ist er dank Stationen im Erbprinz in Ettlingen und bei Christian Jürgens gewaschen, nachhaltiges Arbeiten und Produkte aus der Region verstehen sich für ihn von selbst, dazu kommt eine Vorliebe für japanische Inspiration und Umami. Ein spannender Mix, den man bereits Handschrift nennen kann, obwohl Nussbaumer mit seinen 30 Jahren noch viel Zeit hat.
Gastro Awards 2023 | Restaurant des Jahres: AURA by Alexander Herrmann & Tobias Bätz

Sie haben dem Restaurant, AURA by Alexander Herrmann & Tobias Bätz, das sie nun gemeinsam führen, nicht nur einen neuen Namen gegeben – Alexander Herrmann und Tobias Bätz haben es ganz neu erfunden. Und das ist in jeder Hinsicht geglückt: kulinarisch mit einem eigenen Foodscout, dem die vielen originär fränkischen Produkte (Lerchenöl, Nürnberger Urkohl) zu verdanken sind, und dem State-of-the-Art-Foodlab, in dem junge Köche fermentieren, pökeln und experimentieren. Außerdem wird hinter den Kulissen viel für die Mitarbeiter:innen getan – von Fortbildungen bis zu familienfreundlichen Arbeitszeiten. Das führt dazu, dass der Service äußerst entspannt agiert. Die Gäste spüren das – und fühlen sich wohl.
Gastro Awards 2023 | Aufsteiger des Jahres: Tim Tanneberger

Die Leser:innen haben entschieden: Trotz seiner jungen Jahre hat Tim Tanneberger aus dem theNOname Berlin (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 2,5F) schon seinen ganz eigenen Stil entwickelt – unser Aufsteiger 2023. Der 30-jährige Berliner kocht experimentell und am liebsten pflanzenbasiert, beherrscht aber alle klassischen Grundtechniken. Deshalb bleibt seine Küche auch bei so überraschenden Kreationen wie geflämmtem Knollensellerie im eigenen Sud mit einer Art Hollandaise-Espuma immer stimmig, rund und wohlschmeckend.
Gastro Awards 2023 | Gasthaus des Jahres: Ole Liese Wirtschaft

Auch der Norden kann Gasthaus: In historisch-gemütlichem Landhaus-Ambiente gibt es feine saisonale Gerichte, beliebte Klassiker, frisch gezapftes Pils und eine gute Auswahl an Weinen. Küchenchef Volker Fuhrwerk aus dem Restaurant Ole Liese Wirtschaft (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 1,5F) verwöhnt die Gäste mit zart-intensivem Wagyu-Pastrami mit Holunderkapern oder saftig-krossem Steinköhler mit Schinken-Velouté. Fleisch, Nordseefische und Lachsforellen bezieht er lokal und bedient sich aus einem großen Garten, der auch das benachbarte Gourmetrestaurant 1797 (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 2,5F) mit Kräutern und Gemüse versorgt.
Nominiert:
- Rait'ner Wirt (Chiemgau)
- Gasthaus Waltz (München)
- Meyers Keller (Nördlingen)
Gastro Awards 2023 | Serviceteam des Jahres: schanz. restaurant.

Im kürzlich neu ausgestatteten Gourmetrestaurant schanz. restaurant. (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 5F) mit seinem lichten, wohnlichen Ambiente kann Gourmettempel-Steifheit gar nicht erst aufkommen. Hier gibt es keine Floskeln, dafür immer ein freundliches Wort und gern auch mal ein Lachen. Hinter der scheinbar so mühelos erzeugten Gastlichkeit steht ein engagiertes Team, in dem drei große Könner ihres Fachs herauszuheben sind: Restaurantleiter Noah Kamnitz mit seinem natürlichen Charme, Sommelier Aleksandar Petrovic mit leichtfüßig präsentierter Weinkompetenz und die herzliche Hausherrin Gabi Schanz.
Nominiert:
- Luce d'Oro (Krün/Bayern)
- Brothers (München)
- Spielweg (Münstertal/Schwarzwald)
Gastro Awards 2023 | Gastgeber des Jahres: Boris Häbel

Im großzügig-stilvollen Ambiente von Frankfurts bestem Restaurant, Lafleur (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 4F), fühlt man sich als Gast sofort willkommen. Das liegt nicht zuletzt am immer gut gelaunten Gastgeber, der die Philosophie des Hauses mit viel Überzeugung lebt und Andreas Kroliks komplexe Küche mit Empathie und Humor an den Gast bringt. Er beherrscht die Kunst des lockeren Plaudertons ebenso wie die des anspruchsvollen Storytellings – und dirigiert nicht zuletzt den Service mit großer Souveränität.
Nominiert:
- Mona Schrader, Jante (Hannover)
- Ilona Scholl, Tulus Lotrek (Berlin)
- Michel Buder, Lakeside (Hamburg)
Gastro Awards 2023 | Sommelière des Jahres: Nancy Großmann

Ihr Gespür für spannungsreiche Foodpairings macht sie zur kongenialen Partnerin für Marco Müllers komplexe Küche im Drei-Sterne-Restaurant Rutz (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 5F). Ihre Karte ist ein Fest des deutschen Weins, von Einsteigerqualitäten bis in die höchsten Kategorien. Ihr Auftritt ist gut gelaunt, undogmatisch und nie dozierend, ihre Auswahl oft angenehm überraschend, ganz gleich ob weißer Bordeaux zum Einsatz kommt, Trollinger Rosé oder die hausgemachte alkoholfreie Begleitung.
Nominiert:
- Christophe Meyer, Hotel Dollenberg (Bad Peterstal-Griesbach)
- Hans-Martin Konrad, Lorenz Adlon Esszimmer (Berlin)
- Sybille Bultmann, Atable (Freinsheim)
Gastro Awards 2023 | Pâtissier des Jahres: Niels Dücker

Selten nimmt Patisserie so perfekt den Spannungsbogen des Menüs auf und führt ihn stilistisch so gekonnt im süßen Bereich weiter. Das liegt daran, dass Niels Dücker aus dem Restaurant Sonnora (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 5F) in Dreis, seit vielen Jahren Clemens Rambichlers Souschef und Alter Ego am Herd, sich selbst mit großer Leidenschaft um die Desserts kümmert. Sie sind klassisch basiert, bildschön präsentiert und bleiben lange in Erinnerung – wie zum Beispiel die ultraluftige Basilikum-Zabaione zu marinierten Mara-des-Bois-Erdbeeren mit Ziegenfrischkäse und altem Marsala.
Nominiert:
Gastro Awards 2023 | Nachhaltigkeit: Denis Feix

Green Fine Dining, so beschreibt Denis Feix aus dem Marburger Esszimmer (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 3F) seinen Küchenstil im neu konzipierten Restaurant. Fisch und Fleisch spielen hier eher die Nebenrolle, im Mittelpunkt stehen alte, fast vergessene Gemüse und Kräuter aus den Gärten des hauseigenen Hofguts Dagobertshausen. Tagesfrisch geerntet, können sie ihre natürliche Aromatik voll ausspielen, die Feix’ versierte Kochkunst noch unterstreicht. Haferwurzel oder Rettichschoten, Ysop oder japanische Tee-Hortensie – das sind die Stars dieser engagierten Küche.
Nominiert:
- Etz (Nürnberg)
- La Vallée Verte (Herleshausen)
- 100/200 Kitchen (Hamburg)
Gastro Awards 2023 | Lebenswerk: Vincent Moissonnier

Als charmanter Patron setzte Vincent Moissonnier über Jahrzehnte Maßstäbe für eine Spitzengastronomie voller Lebensfreude und Lockerheit. Diese unnachahmlichen Eckpfeiler machten den Erfolg des 1987 in Köln mit Ehefrau Liliane eröffneten und vom kongenialen Küchenchef Eric Menchon mitgeprägten Le Moissonnier (ausgezeichnet von Der Feinschmecker mit 4F) aus. Nun geht es mit neuem Konzept an bisheriger Stelle und seinem Weinhandel weiter, doch vielleicht gewinnt der umtriebige Franzose künftig mehr der erhofften und verdienten Freizeit.
Eigenkreationen ohne Promille

Als Alternative zu Wein, Bier und Spirituosen stehen edle Säfte und handwerklich produzierte Softdrinks längst auf vielen Getränkekarten. Inzwischen gehen immer mehr Restaurants darüber hinaus, kreieren ihre eigenen alkoholfreien Begleiter zu komplexen Gerichten: von Säften aus Früchten und Gemüsen über raffinierte Essenzen mit Würzölen bis zu Kefir, Kombucha und Aufgüssen mit Tees und Kräutern. Eine echte Bereicherung!
Die 10 besten Adressen für alkoholfreie Drinks
Sartory (Augsburg)
Exzellent kombinierte Kreationen wie Cashewmilch mit Earl Grey oder fermentierte Blaubeeren mit Kiwisaft und Tonicwater.
Horváth (Berlin)
Alkoholfreie Begleiter sind ein "Herzensprojekt": Teeauszüge, hausgemachte Gemüsesäfte, hochwertige Öle und Reduktionen, abgestimmt auf das Menü.
Rutz (Berlin)
So kreativ wie Marco Müllers Gerichte sind auch die alkoholfreien Begleitungen: Auszug von Kürbis mit Wacholder und Tagetes, Gurke mit Waldmeister und Kiefernöl.
Hannappel (Essen)
Anspruchsvolle Begleitung wie Paprika, fermentierter Mais und Basilikum oder Stachelbeere, Tee und Molke.
100/200 Kitchen (Hamburg)
In außergewöhnlichen Getränken finden sich Komponenten aus den Gerichten wieder, etwa bei Milchkefir mit geräucherter Zwiebel oder beim Feigenblatt-Scrub.
Marburger Esszimmer by Denis Feix (Marburg)
Höhenflüge auch bei perfekt abgestimmten kreativen Drinks zum Menü.
Essigbrätlein (Nürnberg)
Gemüsegerichte auf Spitzenniveau und perfekt passende Kreationen im Glas.
Etz (Nürnberg)
Selbst gekelterte Säfte, gekochten Brühen, Auszüge und Fermentiertes – fabelhaft!
Ostseelounge (Ostseebad Dierhagen)
Kreative Ideen wie Wasserkefir/Himbeere/Minze. Bei Redaktionsschluss fand ein Wechsel im Team statt, wir sind gespannt.
Intense (Wachenheim)
Drinks mit Wasserkefir, Kombucha oder Saft greifen Zutaten der Gerichte auf.
Alle Lokationen in der Übersicht
Konzept: Menüs in bis zu acht Gängen, topmodern mit klaren Kanten und überraschenden Momenten.
Küche: Der neue Küchenchef Fabian Obergfell stammt aus dem Schwarzwald und ist französisch geerdet. Zur gebeizten Gelbschwanzmakrele gab es Artischocke, Paprika und Olive. Die sanft gegarte Forelle in einem Café-de-Paris-Schaum hatte mit Perlgraupen und Rapssamen auch Crunch. Dem Kalbsbries wurde mutig die Säure einer Tomaten-Vinaigrette entgegengesetzt. Superklassisch die Taubenbrust „Rossini“ mit gebratener Leber und Trüffeljus, Pfifferlingen, Spitzkohl und Brombeere sowie einer „schwebenden“ Pomme soufflé.
Wein: Das junge Team um Sina Pfefferle serviert die Begleitung auch in halben Portionen. Ca. 300 Positionen, Schwerpunkt Deutschland und Frankreich.
Atmosphäre: Das idyllische Schwarzwaldhaus anno 1603 ist innen modern und puristisch. Aus den Schubladen der blanken Holztische können sich die Gäste das Besteck selbst herausfischen.
Fazit: Hochgenuss auf 1000 Meter Höhe in lässig-sympathischem Setting.
Konzept: Moselländische Bodenständigkeit begegnet moderner französischer Finesse: Thomas Schanz hat das elterliche Hotel garni vor 15 Jahren um ein Restaurant der Weltspitze erweitert und kocht hier seither mit leiser Souveränität. Menü in 4 bis 6 Gängen.
Küche: Das ikonische Trüffel-Ei steht beispielhaft für Schanz’ Hang zu subtiler Perfektion: Jeder Gang zeugt von filigraner Struktur, aromatischer Tiefe und vollendeter Balance. Der Gänseleber-Gratte-Ciel (Wolkenkratzer) beeindruckt durch architektonische Präzision, während Pampelmuse, Pastis und Gouda der Leber unerwartete Tiefe geben. Der gratinierte Kohlenfisch brilliert mit Leichtigkeit und Klarheit, der Carabinero mit Ferkelfüßchen entfaltet sinnlich-rauchige Kontraste. Die Wachtel im Champignonmantel verkörpert klassische Eleganz, das Vacherin glacé mit Himbeere und Sauerklee beschließt das Menü mit Frische und botanischer Würze.
Wein: Die Karte (500 Positionen) ist eine Hommage an die Mosel, ergänzt durch französische Gewächse. Fein abgestimmte Weinbegleitung von Sommelière Janine Löwenberg.
Atmosphäre: Warme Materialien und klare Linien schaffen ein Ambiente, das entspannt und konzentriert zugleich wirkt. Service mit natürlicher Herzlichkeit.
Fazit: Ein unaufgeregtes Spitzenrestaurant, das keinen Pomp braucht, um zu beeindrucken.
Konzept: Andreas Krolik vereint französische Haute Cuisine mit zeitgenössischer Leichtigkeit und nachhaltiger Haltung. Zwei Menüs in 3 bis 7 Gängen – eines omnivor, eines vegan – spiegeln seine Philosophie: Respekt vor der Natur und Sinn für das Wesentliche.
Küche: Kroliks Küche beeindruckt durch Präzision, Tiefe und eine fast meditative Ruhe. Ob gebratenes Filet vom Black Cod mit Macadamia-Reiscrunch und Apfel-Currysauce oder Rehrücken aus hessischer Jagd mit Gewürzlack und Brioche-Rapssamenkruste – jedes Gericht offenbart Struktur, Eleganz und aromatische Klarheit. Die veganen Kompositionen stehen dem in nichts nach: Sie sind kein Ersatz, sondern eigenständige, feinsinnige Kreationen mit intensiver Würze, saisonaler Spannung und handwerklicher Raffinesse.
Wein: Sommelière Valerie Poulter führt mit sicherem Gespür durch über 1000 Positionen. Ihre Pairings unterstreichen die Tiefe der Küche und geben den Menüs zusätzliche Strahlkraft.
Atmosphäre: Helles Interieur, klare Linien und der Blick ins Grüne schaffen eine Atmosphäre kultivierter Ruhe. Der Service um Restaurantleiter Boris Häbel agiert herzlich und unaufdringlich.
Fazit: Ein kulinarisches Gesamtkunstwerk, das Klassik, Moderne und Haltung zu vollendeter Balance führt.
Konzept: Chapeau: Die 25-jährige Entwicklung einer ambitionierten Weinbar zu einem Gourmetrestaurant der Weltspitze ist beeindruckend. Menüs in 12 oder 13 „Inspirationen“ (omnivor oder vegetarisch). Limitiertes „Berlin Size Menü“ in 6 Gängen.
Küche: Die Kreationen von Executive Chef Marco Müller und Küchenchef Dennis Quetsch sind reduziert, naturverbunden und präzise komponiert. Heimische Produkte – ob Wurzelgemüse, Wild oder Kräuter – werden auf das Wesentliche konzentriert und neu interpretiert. Aromen wie Fichte, Holunder oder Essigbaum treffen auf Fermentiertes, Gereiftes und Puristisches, getragen von feiner Säure und subtiler Umami-Tiefe. Texturen werden bewusst kontrastiert, Süße und Säure fein austariert. Ein moderner Stil, der Klarheit sucht statt Opulenz, handwerklich reflektiert und voller Spannung.
Wein: Man merkt der Karte (700 Positionen) an, dass die Inhaber Weinhändler sind. Sommelier Sebastian Höpfners Pairings gehen harmonische Verbindungen ein.
Konzept: Das stilvolle Interieur spielt auf zwei Etagen mit Nussbaum-Holz, Leder und Naturstein. Gastgeber Falco Mühlichen und Team finden die Balance zwischen Lässigkeit und Präzision.
Konzept: Stimmiges Gesamterlebnis, in dem kreative Naturküche, charaktervolle Weine und souveräner Service zu vollendeter Harmonie finden.
Konzept: Eine der großen europäischen Gourmet-Adressen, gerühmt für zeitgenössisch interpretierte Klassik. Ein Menü mit 7 oder Gängen, auch einzeln bestellbar, plus zusätzliche Ausbaustufen. Parallel dazu „Specials & Classics“ mit weiteren À-la-carte-Optionen.
Küche: Französische Küchenklassik in gegenwärtiger Interpretation, produktseitig, technisch wie geschmacklich maximal perfektioniert – ein kulinarisches Monument. Der allerorts kopierte Hausklassiker, ein Tortenstück vom Rinderfilet-Tatar mit Imperial-Kaviar auf Kartoffelrösti bleibt natürlich ebenso erhalten wie der Kanon aus bretonischen Krustentieren, Atlantikfisch und Eifler Rehrücken. Allerdings variiert Clemens Rambichler behutsam, um nicht zum starren Denkmal zu werden: Den prachtvollen Kaisergranat legt er gern leicht italienisch an, etwa mit einem knackig-frischem Kopfsalat-Herzblatt, darauf Zucchini, Kapernblüten und Pinienkerne. Einer Steinbuttschnitte geben geschmolzener Lardo und N25-Kaviar eine zarte Salzigkeit aus Land und Meer bei, aufgefangen von krautgrünem Spinat und frischem Zitrusabrieb. Kolonialexotisch wird es beim Dessert: Kokossorbet mit Piña-Colada-Schaum, serviert in der Nussschale, und „Baba au Rhum“, luxuriös erweitert mit marinierter Flugananas und 20 Jahre fassgereiftem Rum.
Wein: Die Sonnora-Weinauswahl schöpft aus 350 Positionen, Deutschland und besonders die Mosel sind stark vertreten. Man kann einen Kleinwagen in die Begleitung investieren, aber man muss nicht: Marco Franzelins fachliche und gastgebende Professionalität findet auch im niedrigstelligeren Bereich wunderbare Begleiter zur Luxusküche.
Atmosphäre: Lichtdurchflossen am Mittag, bei Dunkelheit wie eine matt schimmernde Perle: Das elegant-moderne Restaurant mit seinen Nischen und Winkeln bietet die perfekte Mischung aus Intimität und Theaterbühne, wird vom Service herzlich und ohne Allüren bespielt.
Fazit: Ein Ort der Genussflucht, durchdrungen von kulinarischer Lust und Substanz, mit Leidenschaft geführt durch Magdalena und Clemens Rambichler.
Konzept: Nach Drucklegung: Zum 01. März 2026 schließt das vegetarisch ausgerichtete Top-Restaurant. Trotz vielfachen Auszeichnungen hat sich gezeigt, dass in Marburg und Umgebung die Kundschaft für solch ein anspruchsvolles Konzept fehlt.
Konzept: Das Ehepaar Moissonnier und Küchenchef Eric Menchon verbinden Bistrokultur mit Haute Cuisine: klassisch im Fundament, getragen von Präzision und Savoir-vivre. 4-Gang-Menü oder à la carte. Große Meeresfrüchte-Auswahl, Plat du Jour.
Küche: Klassiker werden raffiniert und tiefgründig neu gedacht. Die kräftige Fischsuppe „wie in Aix-en-Provence“ duftet nach Mittelmeer. Der dicke isländische Kabeljau ist wunderbar zart, seine Kräutercreme fein balanciert. Süßes Highlight: das verspielte „Snickers“ aus Erdnuss-Karamell und Eis von Valrhona-Schokolade.
Wein: Erlesene, wenig bekannte französische Weine (viele auch glasweise), meist aus biodynamischem Anbau und eigenem Import.
Atmosphäre: Authentischer Bistro-Charme mit dicht gestellten Tischen und Art-déco-Details. Warmherziger Service mit rheinischem Augenzwinkern.
Fazit: Eine souveräne kulinarische Institution, die sich neu erfunden hat und doch einzigartig bleibt.
Konzept: Modernes Fine-Dining-Restaurant mit 24 Sitzplätzen. Ein saisonal wechselndes „Menu du Chef“ mit sechs bis acht Gängen plus vegetarische Variante. Mittwoch und Donnerstag kleineres Tasting-Menü, Weinbegleitung inklusive.
Küche: Simon Lang arbeitet technisch und gestalterisch am Puls der Zeit. Auf kleinen Podesten kommen aufwendige Miniaturen als Gruß, danach reist man geschmacklich um die Welt: Pfirsich-Kohlrabi-„Ceviche“, Glattbutt mit Austern-Koji-Beurre blanc oder Nierenzapfen mit einem rauchig-würzigem Kartoffel-Espuma überschreiten die kulinarischen Grenzen der Region, bleiben aber vertrauten Aromenbildern treu.
Wein: Inhaltlich breit aufgestellte, tendenziell klassische Auswahl mit rund 200 Positionen, jede mit stichpunkthafter Einordnung („Trockenblumen - grüne Mandel - Kräuter - Birne - kompakt“).
Atmosphäre: Man sitzt in einem hell, kühl und offen gestalteten Raum, etwas abseits vom eigentlichen Hotelgeschehen. Sehr engagiertes Serviceteam.
Fazit: durchgestylter Genuss, kulinarisch und gestalterisch am Puls der Zeit.
Konzept: Seit Januar 2025 führen Chefkoch Tobias Weyers und Maître-Sommelier René Silva Sampaio das Fine Dining-Restaurant in alleiniger Verantwortung. Die Jungunternehmer haben sich als würdige Nachfolger ihres Mentors Knut Hannappel erwiesen, und konnten das hohe Niveau noch weiter steigern. Klassisches und vegetarisches Menü, jeweils in vier oder sechs Gängen.
Küche: Die französisch-asiatisch inspirierte Stilistik vereint Tradition und Moderne, elegante Leichtigkeit mit intensiver Geschmacksfülle. Bei aller Komplexität bleiben die Strukturen der Gerichte klar erkennbar. Ein Tatar vom Miyazaki-Wagyu erhielt durch N25 Kaviar eine perfekt abgestimmte Salznote und Esprit durch ein Frischkäse-Gel. Am Tisch wurde dazu ein mit Shiso aromatisierter Gulaschsud angegossen. Den auf einer Seite gegrillten Bonito krönte ein geschichteter Salat aus pürierter Hühnerhaut, Kapernblatt und Kopfsalat. Abgerundet wurde der Gang durch eine vierfache Variation von Dill und ein großartiges Saucen-Duo aus Krustentier-Hühner-Essenz und Buttermilchschaum.
Wein: Neben der kongenialen Weinbegleitung, die auch in einer Premium-Version angeboten wird, begeistert auf Augenhöhe die alkoholfreie Alternative.
Atmosphäre: Schickes Ambiente. Angenehm lockerer Service.
Fazit: Ein kulinarisches Wohlfühlerlebnis der Extraklasse.
Konzept: Das Carte-blanche-Menü (Ticketsystem, keine Rückerstattung) zelebriert die Vielfalt der jeweiligen Jahreszeit und wechselt alle drei Monate. Die offene Küche erlaubt Einblicke in Thomas Imbuschs kompromisslosen Produktfokus und sein präzises Handwerk. Auf der Empore moderne Klassiker-Interpretationen im À-la-carte-Restaurant „Glorie“ – auch als Walk-in.
Küche: Radikal puristisch und erzählerisch-konzeptionell: Im Kern steht eine Philosophie der Reduktion, Produkte werden nur von wenigen Begleitern flankiert. Die säurebetonten, erdigen oder umami-geprägten Kompositionen sind gewagt und doch harmonisch – ein raffiniertes Spiel zwischen Bodenständigkeit und kreativer Finesse. Legendär der Signature-Käsetoast aus knusprig gebratenem Brot, Gouda-Creme und gehobelten Champignons.
Wein: Die alkoholhaltigen oder -freien „Geleitzüge“ von Gastgeberin Sophie Lehmann bestehen aus sorgfältig ausgesuchten Tropfen, oft von naturnah arbeitenden Erzeugern.
Atmosphäre: Service und Küchencrew agieren charmant und aufmerksam, was eine entspannte, zugleich exklusive Stimmung schafft. Das Industrie-Loft mit Elbbrücken-Blick bietet eine stimmungsvolle Kulisse.
Fazit: Fine-Dining-Erlebnis mit einer intellektuellen norddeutschen Produktküche, die sich zwischen Ritual und Performance bewegt.
Konzept: Kein Spektakel, kein Überfluss – stattdessen Konzentration auf Geschmack, Herkunft und Struktur. Andree Köthe und Yves Ollech verbinden kompromissloses Handwerk mit regionaler Haltung. Gemüse stehen im Mittelpunkt des Menüs ( 4 bis 7 Gänge, auch vegetarisch) – nicht als Beilage, sondern als Charakterdarsteller.
Küche: Das Credo lautet: Leaf to root – alles wird genutzt, nichts vergeudet. So entsteht eine Speisenfolge, die von Erde, Kräutern und Fermentation, von Bitterkeit und Frische erzählt. Sellerie, Lauch oder Topinambur entfalten Tiefe und Eleganz durch behutsame Garmethoden und konzentrierte Würze. Fleisch und Fisch erscheinen nur, wenn sie Sinn stiften. Die Handschrift ist eigenständig, jenseits modischer Effekte, geprägt von Stille, Ernsthaftigkeit und Naturverbundenheit.
Wein: Die umfangreiche Karte spiegelt die Philosophie der Küche: anspruchsvoll, feinsinnig, ohne Showeffekt. Naturweine, gereifte Rieslinge und charaktervolle oxidative Tropfen begleiten die Gerichte harmonisch.
Atmosphäre: Holz, Stein, gedämpftes Licht schaffen konzentrierte Gelassenheit im Fachwerkhaus am Weinmarkt. Der Service unter Ivan Jakir agiert aufmerksam, ruhig und kenntnisreich.
Fazit: Kein gewöhnliches Restaurant, sondern eine Haltung – präzise, nachhaltig, wahrhaftig.
Konzept: Regional, saisonal fokussiertes Casual Fine Dining in aparter Front-Cooking Location. Ein Menü omnivor/veggie.
Küche: „Etz“ steht für „mitreißendes Erlebnis“. Nicht nur kulinarisch. Schon die Choreografie der Küchenbrigade auf der „Bühne“ des Hauses ist Vergnügen pur. Sie hält die Hommage an Frankens kulinarisches Terroir durchweg auf Hochspannung. Das Credo, für die (sieben jahreszeitlichen) Menüs nur regionale Produkte zu verwenden, impliziert Reifen, Fermentieren, Marinieren und Trocknen, um sie geschmacklich zu veredeln und anzureichern. Für aromatisch kompakt justierte, vollwürzige kulinarische Kompositionen. Fränkische Klassiker wie ausgebackene Karpfen-Innereien werden durch Beizen mit Öl von verbranntem Lauch, serviert in Spirulina-Tamari (Sojasauce), zum geschmacklichen Überraschungscoup. Wie inspiriert die Aura der Jahreszeiten auf den Teller transformiert wird, zeigt krosses Huhn mit Heubutter und Leberjus, parfümiert mit fermentiertem Holunder und einer mit Kürbiskernmarzipan gefüllten Kirsche. Wunderbar!
Wein: 1000 Positionen mit profunder Jahrgangstiefe. Franken dominiert. Brillante Weinberatung.
Atmosphäre: Interaktive Wohlfühllocation mit einem Tick Scandi-Style. Sympathischer Service.
Fazit: Unwiderstehliche Entdeckungsreise in eine singuläre Küche.
Konzept: Fine-Dining-Restaurant des Strandhotel Dünenmeer, serviert wird ein Menü mit sieben Gängen.
Küche: Christopher Huhnstock-Kerber ist der neue Küchenchef der „Ostseelounge“. Er kochte bereits in renommierten Häusern und präsentiert auch hier sein Verständnis von gehobener Küche. Auf der Karte stehen unter anderem Süßwasser-Kaviar aus der Müritz, Helgoländer Hummer mit Quitte und Kürbis sowie Reh aus Mecklenburg mit Steinpilzen und Birnenchutney. Die Qualität und Präzision zieht sich bis zum Dessert durch und spiegelt sich auch in den fein angerichteten Tellern wider.
Wein: Auf der Karte stehen 50 Positionen, 10 davon werden offen ausgeschenkt.
Atmosphäre: Der Raum mit 20 Plätzen ist hell und großzügig. Durch die großen, bodentiefen Fenster fällt viel Licht in den Gastraum. Die Stühle laden zum Verweilen ein, der Service ist freundlich und professionell.
Fazit: Gelungener Start an der Küste.
Konzept: Ein gastronomisches Gesamtkunstwerk, das sich über mehrere Räume entfaltet: In der „Guud Stubb“ werden zunächst Pfälzer Appetizer en miniature serviert (legendär: „Dampfnudel un Woisoß“). In der Speisekammer werden dann die Zutaten des Abends präsentiert. Im Restaurant schließlich verbinden Patron Benjamin Peifer und Team Pfälzer Wurzeln mit japanischen Techniken.
Küche: Peifers Omakase-Menü ist kraftvoll und sinnlich zugleich. Rauch, Säure und Fermentation bilden die Achse seiner Ästhetik: Die Sellerieravioli mit Wintertrüffel, Haselnuss, brauner Butter und Parmesan kombinieren buttrige Fülle, salzige Würze und Trüffelaroma. Das Kagoshima Wagyu A5 fasziniert durch seidiges Fleisch, duftend nach Röstung und Knoblauch, mit prägnanter Pfefferwürze. Der Bienenstich spielt mit Vanille, Hefe, Mandel und Honig – ein warmes, rundes, nostalgisches Dessert.
Wein: 400 Positionen auf der Karte – von großen Pfälzer Gewächsen bis zu markanten Naturweinen. Die Pairings verstärken die Spannung der Gerichte, ohne sie zu überlagern.
Atmosphäre: Holz, Stein, offenes Feuer – das Interieur strahlt Ruhe und Konzentration aus. Der Service unter Bettina Peifer agiert unaufdringlich und mit feiner Herzlichkeit.
Fazit: Technisch brillant und emotional tief – ein Höhepunkt moderner asiatisch inspirierter Küche.

