Daniel Gottschlich im Portrait | DER FEINSCHMECKER

Daniel Gottschlich im Portrait: Tausendsassa in der Küche und am Schlagzeug

Zweifacher Sternekoch, passionierter Musiker, Designliebhaber und erfolgreicher Unternehmer: Wenn jemandem der Titel “Tausendsassa” gebührt, dann Daniel Gottschlich. Der Gastronom betreibt zwei Spitzenrestaurants in Köln und macht sich nebenher als Schlagzeuger einen Namen.

Steckbrief Daniel Gottschlich

Name: Daniel Gottschlich

Alter: geboren am 16. November 1982 in Troisdorf bei Köln

Stationen: Auf die Ausbildung zum Elektroanlagen-Elektroniker folgte 2003 eine Kochlehre im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter, Souschef im Brauhaus Früh in Köln, 2010 Eröffnung des ersten eigenen Restaurants Ox & Klee in Köln, 2022 Eröffnung des Restaurants PULS in Köln

Restaurants: Im Ox & Klee im Kölner Rheinauhafen gibt es außergewöhnliche Aromaküche unter dem Motto “Experience Taste”. Das PULS steht für legere, kreative Tagesgerichte am Puls der Zeit – auch vegetarisch und vegan.

DER FEINSCHMECKER zeichnet das Ox & Klee mit 3F aus. Die detaillierte Restaurant-Bewertung finden Sie am Ende dieses Artikels.

Ox & Klee
Im Zollhafen 18 
50678 Köln
Tel.: + 49 163 8528455
www.oxundklee.de

PULS – Restaurant & Bar
Bürgerstraße 2
50667 Köln
Tel.: +49 221 22288700
www.pulsrestobar.com

Wie kam Daniel Gottschlich zum Kochen?

Wie so oft im Leben führen Umwege ans Ziel: Obwohl Daniel Gottschlich schon von klein auf Koch werden wollte, machte er zunächst eine Lehre als Energieanlagenelektroniker. In der Arbeit mit Kabeln und Drähten fand er jedoch nicht seine Erfüllung, also sattelte Daniel Gottschlich 2003 um und ließ sich im Steigenberger Grandhotel Petersberg zum Koch ausbilden.

Seine erste Anstellung als Souschef im Brauhaus Früh in Köln prägt bis heute den Kochstil des zweifachen Sternekochs: experimentell und außergewöhnlich, dabei aber auf dem Boden geblieben. Daniel Gottschlich schafft es wie kaum ein anderer, gutbürgerliche Gerichte auf allerhöchstem Niveau zu kreieren. Zwei Michelin-Sterne und zuletzt 2022 drei Hauben im Gault-Millau für das Ox & Klee sprechen für sich.

Noch ein Erfolg: In der Kochsendung “Kitchen Impossible” holte Daniel Gottschlich 2021 im Duell gegen Tim Mälzer den Sieg. Außerdem ist er ebenso wie The Duc Ngo, Alexander Huber, Sophia Rudolph und Matteo Ferrantino als Juror:in in der aktuellen Staffel der SAT.1-Show "The Taste" zu sehen.

Auch interessant: "The Taste" (SAT.1): Alle Gewinner:innen und ihre Final-Rezepte

 

Die Restaurants von Daniel Gottschlich in Köln

Spätestens seit 2010, mit der Eröffnung des Ox & Klee, kennt Daniel Gottschlich in Köln jede:r. Wer einen besonderen, kulinarischen Abend erleben will, macht einen Abstecher in den Rheinauhafen. Oder neuerdings in die Kölner Altstadt ins Restaurant PULS, in dem Daniel Gottschlich seit Mai 2022 Gäste empfängt.

Ox & Klee: Sternerestaurant im Kölner Rheinauhafen

Die Erfolgsgeschichte des Ox & Klee fängt im szenigen Belgischen Viertel an. 2010 hatten hier, im Souterrain, gerade einmal 26 Gäste Platz – und die sind von Anfang an begeistert. Im Jahr 2016 gibt es für Daniel Gottschlich den ersten Stern und das Ox & Klee zieht ins mittlere Kranhaus im Rheinauhafen – eine der Top-Adressen in Köln. Wenige Jahre später, 2019, folgt der zweite Stern.

Das Konzept von Daniel Gottschlich und seinem Küchenchef Erik Schmitz: “Experience Taste”. Jede Menüfolge ist einzigartig und deckt alle sechs Geschmacksrichtungen ab – süß, sauer, salzig, bitter, fettig und umami. Die Gäste im Ox & Klee erleben eine Achterbahnfahrt der Aromen. Auf den Teller kommen kaum Kohlenhydrate, sondern vor allem viel frisches, regionales Gemüse, Fleisch aus artgerechter Haltung sowie Fisch und Meeresfrüchte aus kontrolliertem Fang. Und nicht nur der Gaumen, auch das Auge darf im Ox & Klee staunen. Denn als Designliebhaber hat Daniel Gottschlich dem Restaurant auch optisch seine ganz persönliche Handschrift verliehen.

Wer im Ox & Klee essen geht, wird auch akustisch verzaubert. Denn Daniel Gottschlich ist ein leidenschaftlicher Musiker und schafft es wie kein anderer, Kulinarik und Genuss erstklassig zu verbinden. „Für mich ist Essengehen ein Erlebnis, das alle Sinne stimuliert, im besten Fall so, dass man währenddessen alles andere vergisst", verrät Sternekoch Daniel Gottschlich bereits an anderer Stelle im FEINSCHMECKER-Interview. So entwickelte er mit Komponist Hans Günther Schmitz ein ausgeklügeltes Soundkonzept. Das Ergebnis ist ein fünfeinhalb Stunden langes Musikstück, das den Abend hervorragend abrundet. 

Entdecken Sie hier weitere Spitzenadressen: Die besten Restaurants in Deutschland 2022 

PULS – Restaurant & Bar: Legere À-la-Carte-Küche in der Kölner Altstadt

Der neueste Streich von Spitzengastronom Daniel Gottschlich und Küchenchef Johannes Langenstück ist das PULS in der Kölner Altstadt. Hier erwartet Gäste ein legeres Ambiente gepaart mit exquisiten Tagesgerichten, die man allein oder als Sharing-Dish in der Gruppe genießen kann. Das Essen im PULS ist, wie soll es anders sein, am Puls der Zeit: kreativ, modern und wahlweise mit Fleisch, vegetarisch oder vegan. Jeder soll sich hier wohl fühlen und geschmacklich auf seine Kosten kommen.

 

Kochkurse von und mit Daniel Gottschlich

Seine Leidenschaft fürs Kochen spiegelt sich nicht nur in jedem einzelnen Gericht wider. Daniel Gottschlich will seine Passion und sein Know-how mit anderen teilen. In Kochkursen gibt der Sternekoch Einblicke hinter die Kulissen und vermittelt praxisnah Wissen. Gemeinsam mit den Gästen kochen er und sein Team ein ganzes Menü, das später im Ox & Klee verkostet wird. Termine für Kochkurse von und mit Daniel Gottschlich gibt es online.

Was macht Daniel Gottschlich privat?

Gastronom ist ein Vollzeitjob. Doch Daniel Gottschlich hat nicht umsonst den Ruf des Tausendsassas. Nebenher ist er leidenschaftlicher Musiker. Seit zwanzig Jahren spielt er Schlagzeug, schreibt Songs und performt selbst am Mikro. Bis 2020 war Daniel Gottschlich an der Seite von Dimi Katsavaris beim Bandprojekt The Filles. Aktuell sind beide Teil des Musikprojekts Wonderful Bones. Ein Highlight für Daniel Gottschlich war sein Auftritt als Solist mit dem WDR Sinfonieorchester. Für das Konzertstück Hors d‘oeuvre funktionierte er kurzerhand Küchenutensilien zu Drumsticks um.

Zu Gast bei Daniel Gottschlich

Ox & Klee
H K R Q F V

Konzept: Weiterhin gibt’s einen Chef’s Table. Neu: Gebucht und bezahlt wird das zweistellig vielgängige Überraschungs-Erlebnis vorab online, als „Ox“ von August bis März mit Fisch Meeresfrüchten und Fleisch (€ 230), als „Klee“ von März bis August vegetarisch (€ 230). Küchenstil: Modern-kreativ mit ungewöhnlich klingenden Aromenpaarungen, die die Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter, umami und fettig hervorheben – das Ganze wird auf Kärtchen erklärt. Die selbst postulierte Qualitätssteigerung zeigte sich ohne den bisherigen Co-Küchenchef Erik Schmitz nicht in allen Kreationen. Überzeugend schmackhaft war der Steinbutt mit Farce vom schwarzer Knoblauch im Mangoldblatt in Seeigel-Champagner-Beurre-blanc und Taube mit Sherry-Zabaione, Trüffelragout, Amalfi-Zitrone. Manch forcierter Kombination fehlte der Schliff, Auster ging unter zwischen Manchego, schwarzer Walnuss, Johannisbeere; überholt sind Effekte wie Stickstoff beim Wald­boden-Dessert. Wein: Übersichtliche, wie das Menü forsch kalkulierte Auswahl. Weinbegleitung (€ 120) mit zahlreichen israelischen, georgischen und griechischen Weinen. Atmosphäre: Das spektakuläre Setting im Rhein­auenhafen-Kranhaus erfuhr ein Facelifting, die Beletage ist mit neuem Teppich und Beleuchtung wärmer und gemütlicher. Das Annoncieren zahlloser Gänge und Weine sorgt für Unruhe und stört intime Unterhaltungen. Fazit: Stilvoll-lockere Gastlichkeit mit bisweilen aufgesetzter Performance, bei der die Küche und ein durchchoreographiertes Erlebnis im Mittelpunkt stehen

Kranhaus 1/Im Zollhafen 18, 50678 Köln
+49 (0) 221 16956603
oxundklee.de
Di-Sa abends geöffnet
Menüs ab € 230
Puls - Restaurant und Bar
H K M R Q F V

Konzept: Zentral gelegene Metropolküche mit pointierten Gerichten und guten Cocktails, Gerichte gibt es à la carte (€ 17-35). Küchenstil: Daniel Gottschlich („Ox & Klee“) hat im Boutiquehotel Legend eine Mischung aus Restaurant und Bar eröffnet. Im Nachbau eines aufgesägten Knochens werden zwei intensive Tatar-Nocken aus trocken gereiftem Rind in knackigem Römersalat-Blatt mit Sherry-Mayo und Melonenkügelchen serviert. Eine weitere der raffiniert-unkomplizierten Vorspeisen mit Suchtfaktor: scharf angeröstete Biogarnele mit Brunnenkresse in Garum (altrömische Fischsauce) und klarem Safran-Krustentier-Sud. Auch die Carbonara-Interpretation überzeugte mit knusprigen San-Daniele-Schinken­stückchen, hausgemachten Hartweizengrieß-Bandnudeln im Eigelb-Parmesan-Sud. Getränke: Zu Loungemusik schwingt Barkeeper Kaan Gilmour den Cocktailshaker, taucht den Glasrand in Salz und schenkt rauchig frische Margarita aus Tequila, Mezcal, Bergamottelikör, Paprika und Limette ein. Auf der Weinkarte finden sich 100 Positionen. Atmosphäre: Seriös-lockeres Ambiente für entspannte Stunden, der Service ist freundlich und aufgeschlossen.

Bürgerstr. 2, 50667 Köln
+49 (0) 163 8528455
www.pulsrestobar.com
Di-Sa 17.30-1 Uhr

Die FEINSCHMECKER-Bewertungskriterien

Die Bewertung der von erfahrenen FEINSCHMECKER-Redakteur:innen und Autor:innen getesteten Adressen setzt sich wie folgt zusammen: 

5-FEINSCHMECKER-F: In jeder Hinsicht perfekt 

4-FEINSCHMECKER-F: Küche und Service herausragend. Ambiente und Komfort außergewöhnlich

3-FEINSCHMECKER-F: Exzellente Küche, sehr guter Service, Komfort und Ambiente bemerkenswert

2-FEINSCHMECKER-F: Sehr gute Küche, guter Service, angenehmes Ambiente, komfortabel

1-FEINSCHMECKER-F: Gute Küche, ansprechendes Ambiente

0,5-FEINSCHMECKER-F: Solide Küche, sympathisches Lokal 

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