Serienfinale The Bear: Rosina Ostler über Sterneküche

The Bear: Rosina Ostler über Perfektion in der Küche

Spitzenköchin Rosina Ostler spricht über die Faszination von „The Bear: King of the Kitchen“, den Druck in der Sternegastronomie und mit welchem Charakter aus der Serie sie sich besonders identifiziert.
Text Verena Kassubek
Datum25.06.2026

Mit der fünften und finalen Staffel von „The Bear: King of the Kitchen“, die am 26. Juni auf Disney+ erscheint, endet eine der intensivsten Serien über das Leben in der Profiküche. Wie nah die preisgekrönte Serie der Realität kommt, kann die Spitzenköchin Rosina Ostler aus eigener Erfahrung beurteilen.

Im Gespräch mit dem Feinschmecker erzählt sie, in welchen Figuren sie sich wiedererkennt, wie sie mit dem Druck der Sternegastronomie umgeht und weshalb sie auch in einem Sandwichladen glücklich wäre.

Ayo Edebiri als Sydney Adamu und Jeremy Allen White als Carmen „Carmy“ Berzatto in Staffel 5 von The Bear: King of the Kitchen.

Der Feinschmecker: Gibt es eine Figur aus „The Bear“, mit der du dich besonders identifizieren kannst? Was verbindet euch?

Rosina Ostler: Am ehesten mit Carmy – weil ich seinen hohen Anspruch an Qualität und den Wunsch, sich ständig weiterzuentwickeln, gut nachvollziehen kann. Manchmal ist der eigene Perfektionismus auch der größte Feind. Die Serie zeigt auch sehr ehrlich, welche Opfer man für diesen Beruf bringt und wie schmal der Grat zwischen Leidenschaft und Selbstaufgabe manchmal sein kann.

Gleichzeitig finde ich mich auch ein Stück weit in Sydney wieder. Als Frau in der Spitzengastronomie ist es nicht immer leicht, wirklich gesehen zu werden. Die Beziehung zwischen Carmy und Sydney ist sehr kompliziert und besonders, auch das erinnert mich an Zwischenmenschliches und Situationen, die ich so schon erlebt habe.

Ayo Edebiri als Sydney Adamu in der finalen Staffel von The Bear: King of the Kitchen.

Der Feinschmecker: „The Bear“ zeigt die Belastungen der Spitzengastronomie schonungslos. Was gibt dir Kraft, wenn der Druck größer und der Stress höher wird?

Rosina Ostler: In stressigen Phasen hilft mir vor allem extremer Fokus und Struktur. Ich kann gut eine Priorität nach der anderen abarbeiten und dabei auch ein Fels in der Brandung für das Team sein. Und das Team gibt mir andersrum genauso auch immer wieder Halt. Wir verfolgen alle das gleiche Ziel und geben immer 100 % unser Bestes.

Rosina Ostler ist Küchenchefin im „Alois – Dallmayr Fine Dining“ in München.

Der Feinschmecker: War für dich die Sternegastronomie immer das Ziel – oder hätte es auch ein Sandwichladen sein können?

Rosina Ostler: Hier ist es so, dass ich wirklich von Anfang an, als ich mich für den Kochweg entschieden habe den Ehrgeiz hatte irgendwann mal zu den Besten gehören zu wollen und mich die Sterneküche fasziniert und gereizt hat. Ich mochte das Streben nach Exzellenz und den Druck. Ich finde das hat etwas sehr Animierendes. Auch die Ästhetik, dass jedes Detail zählt, die Präzision, die Kompromisslosigkeit. Es hat für mich einfach einen besonderen Reiz und ich mag die Herausforderung. Wobei mir auch ein Sandwichladen extrem viel Spaß machen würde! Alle Konzepte, die man mit Leidenschaft, Hingabe und Anspruch macht, sind supercool – Hauptsache Kochen!

"Ich habe gelernt, nicht gefällig, sondern authentisch zu kochen."
Rosina Ostler
Rosina Ostler ist die jüngste Sterneköchin Deutschlands.

Der Feinschmecker: Welches Gericht beschreibt dich zu Beginn deiner Karriere – und welches heute?

Rosina Ostler: Am Anfang wäre ich wahrscheinlich ein klassisches, technisch anspruchsvolles Gericht gewesen – voller Details und mit dem Wunsch, alles zu zeigen, was ich kann, aber ohne klare Persönlichkeit oder wiedererkennbare Identität. Heute würde ich eher ein scheinbar einfaches Gericht wählen, bei dem wenige Zutaten perfekt aufeinander abgestimmt sind, Emotionen wecken, überraschen und klar meine Handschrift zeigen. Ich habe gelernt, nicht gefällig, sondern authentisch zu kochen.

Rosina Ostlers 5-Gänge-Menü zu „The Bear"

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Rezept: The Original Beef als Karottentartelette von Rosina Ostler
Das Chicago Italian Beef Sandwich bildet den kulinarischen Ursprung von „The Bear“ und steht sinnbildlich für die erste Staffel. Dieser Gang greift die prägenden Aromen des Klassikers auf und interpretiert sie neu.
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Rezept: Sydneys Omelett à la Rosina Ostler
Einer der stillsten und zugleich berührendsten Momente der zweiten Staffel von „The Bear" ist Sydneys Omelett – ein einfaches Gericht, das Fürsorge und Wertschätzung ausdrückt. Rosina Ostlers Interpretation ist eine Hommage an die Präzision.
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Rezept: Saibling à la Carmy's Beef & Peas von Rosina Ostler
Kaum ein Gericht steht so sehr für Carmys kompromisslosen Anspruch wie sein „Beef & Peas“. Dieser Gang nimmt die Idee des Originals auf und interpretiert sie mit confiertem Saibling.
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Rezept: Stubenküken à la Carmy's Chicken Piccata von Rosina Ostler
Das Staff Food nimmt in The Bear, sowie auch bei uns im Alois, eine besondere Rolle ein: Es bringt das Team für einen Moment zusammen und erinnert daran, dass auch in einer Spitzenküche Gemeinschaft und Fürsorge am Ende ein wichtiger Teil jedes Tages ist.
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Rezept: Marcus' Mom's Honey Bun von Rosina Ostler
Der finale Gang ist eine Hommage an Marcus – den Patissier, dessen Neugier, Disziplin und Leidenschaft ihn durch die Serie begleiten. Rosina macht aus seinem „Mom's Honey Bun" ein cremiges Büffelmilcheis, warm gebackene Honigbuchteln und ein tiefes Dunkelbierkaramell.
Alois - Dallmayr Fine Dining
I N R Q

Konzept: Gourmetrestaurant des Delikatessenhauses Dallmayr. Ein Menü in 16 (kleinen) Gängen, mittags reduzierte Version.
Küche: Rosina Ostlers Menü sprengt bewusst Konventionen und startet mit einer Kaskade raffinierter Häppchen, allen voran Mini-Tacos aus Spitzpaprika, gefüllt mit Gamskeulen-Ragout. Lammbauch kommt als Terrine, mit Honig karamellisiert, dazu grüne unreife Johannisbeeren und kräftige Lammjus mit Kürbiskernen. Gemüse spielt eine wichtige Rolle, etwa als Duett von Gelber Bete und Quitte in diversen Zubereitungen, garniert mit gerösteten Haselnüssen, am Tisch wird hausgemachte Mandelmilch angegossen. Im Hauptgang: Taube, sanft an der Karkasse gegart und über offenem Feuer gegrillt. Darunter Grünkohl in Texturen (u.a. als Kimchi, eingelegt und mariniert), Säurenoten von grüner und weißer Tomate, dazu klassische Taubenjus. An der Seite Pfannenbrot, gefüllt mit Taubenkeule, dazu ein Parfait von den Innereien.
Wein: Hochkarätige Weinkarte und Top-Sommelier: Julien Morlat steht für spannende Pairings.
Atmosphäre: Zwei stimmungsvolle Salons, edle Tapeten, hochfloriger Teppich – im stilvollen Ambiente servieren die Köche mit.
Fazit: Spannungsreiches Rundumerlebnis der Extraklasse.

Dienerstr. 14-15, 80331 München
+49 (0) 89 2135100
www.dallmayr.com
Mi 19-0 Uhr, Do-Sa 12.30-15 und 19-0 Uhr
Menüs € 195 - 300

Infos zur finalen Staffel von The Bear: King of the Kitchen

Die finale Staffel von „The Bear“ beginnt mit einem Umbruch: Carmy verlässt die Gastronomie und übergibt das Restaurant an Sydney, Richie und Natalie. Zwischen finanziellen Sorgen, drohenden Veränderungen und dem täglichen Küchenchaos kämpft das Team um seine Zukunft – und um den lang ersehnten Michelin-Stern. Doch je näher sie ihrem Ziel kommen, desto deutlicher wird, worum es bei „The Bear“ immer ging: Nicht Perfektion macht ein Restaurant aus, sondern die Menschen, die jeden Tag alles dafür geben. Ein emotionales Finale über Verantwortung, Zusammenhalt und die Frage, was am Ende wirklich zählt.

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