Meisterstück René Frank|Cranberry, Rote Bete & Tofu-Mousse

Signature Dish von René Frank

In dieser Serie stellen wir herausragende Gerichte deutscher Spitzenköche vor, geben Einblick in Idee, Komposition und Aufwand. Diesmal: Rote Bete mit Tofu und Cranberrys von René Frank aus dem Dessert-Restaurant „Coda“ in Berlin.

Zutaten

Cranberrys

500 g
frische Cranberrys
550 g
Merlot-Traubensaft
90 g
Ahornsirup
Equipment
hitzebeständiges Einmachglas, Dampfgarer

Rote-Bete-Reduktion

1 l
Rote-Bete-Saft

Rote-Bete-Eis (1 Portion für den Pacojet)

150 g
frischer Rote-Bete-Saft
40 g
Bio-Johannisbrotkernmehl
0,44 g
Guarkernmehl
50 g
Bio-Rübensirup
200 g
Himbeeren
200 g
gekochte Rote Bete (entspricht etwa 270 g roh)
75 g
Rote-Bete-Reduktion (siehe oben)
70 g
Limettensaft
½
Biolimette, fein abgerieben
Equipment
Pacojet oder Eismaschine, Kellen (Größe 5 und 6), flüssiger Stickstoff

Verjus-Gelee

500 g
Verjus
160 g
Apfeldicksaft
3,8 g
Agar-Agar
2,2 g
Johannisbrotkernmehl

Rote-Bete-Chips

190 g
gekochte Rote Bete
124 g
Himbeeren
110 g
Rote-Bete-Reduktion (s.o.)
0,5 g
Salz
60 g
überreife dunkle Banane
Equipment
Silikonmatte, Dörrautomat

Rote-Bete-Perlen

400 g
Rote Bete, mit Kugelausstecher geformt
300 g
Rote-Bete-Saft
2 g
Salz
30 g
Rote-BeteReduktion (s.o.)
Equipment
Vakuumbeutel

Tofu-Mousse (für 1 Sahnespender)

276 g
Kokosmilch (20 % Fett)
195 g
frische Sojamilch (ersatzweise ungesüßte Sojamilch)
6,56 g
Agar-Agar
300 g
Seidentofu
42 g
Honig
1
Limettenzeste
1 g
Salz
Equipment
Sahnespender und 2 Gaskapseln

Kokosnektar-Kuchen

249 g
Butter
249 g
Milch
750 g
Kokosnektar (Ambar)
150 g
Muscovado-Zucker
150 g
Vollei
600 g
weißes Reismehl
30 g
Backpulver
1,5 g
Salz

Himbeer-Kirsch-Infusion

50 g
Himbeeren
50 g
Kirschbrand (Freimeister-kollektiv Basler Langstieler Kirschbrand von Josef Humbel)

Pairing Drink

280 g
Himbeer-KirschInfusion
630 g
Wermut (extra trocken Lisa Baur by Freimeisterkollektiv)
108 g
Waldhimbeerbrand (Brennerei Fridolin Baumgartner)
810 g
Chardonnay-Traubensaft
45 g
Verjus (Weingut Fred Loimer)
235 g
Wasser

Zubereitung

Schwierigkeitsgrad: schwierig

Cranberrys

1 Jede Cranberry vorsichtig einmal mit einem Zahnstocher einstechen. Zusammen mit dem Merlot-Traubensaft und Ahornsirup in das hitzebeständige Einmachglas füllen und im Dampfgarer oder Ofen mit Dampf bei 80 °C für 1,5 Stunden garen. Anschließend kühl stellen.
2 Bevor die Cranberrys verwendet werden, die Flüssigkeit abgießen und in einen Topf geben.
3 Auf dem Herd bei mittlerer Hitze einreduzieren, bis eine dickflüssige Konsistenz entsteht. Darauf achten, dass die Flüssigkeit nicht zu stark zu reduziert wird, da sie sonst sehr stark geliert.
4 Die Cranberrys in der reduzierten Flüssigkeit glasieren.

Rote-Bete-Reduktion

1 Den Rote-Bete-Saft in einem Topf bei mittlerer Temperatur auf etwa 150 g einkochen lassen.
2 Kühl stellen.

Rote-Bete-Eis (1 Portion für den Pacojet)

1 Rote-Bete-Saft mit Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl in einen Topf geben, mit einem Schneebesen gut verrühren und unter Rühren kurz aufkochen.
2 Die restlichen Zutaten hinzufügen und pürieren.
3 Die gesamte Masse durch ein feines Sieb streichen und in einen Eisbehälter für den Pacojet füllen oder in der Eismaschine gefrieren. Bei Gebrauch im Pacojet ohne Luft einmal pacossieren.
4 Eine kleine Eiskugel (etwa 14 g) portionieren, zwischen zwei in flüssigem Stickstoff gefrorene Kellen (Größe 5 und 6) geben und zusammenpressen, damit eine schöne Halbkugel entsteht, sofort wieder einfrieren.
5 Alternativ kann das Eis auch in Form einer Nocke serviert werden.

Verjus-Gelee

1 Alle Zutaten zusammen in einem Topf aufkochen und für 1 Minute köcheln lassen. Die Flüssigkeit abfüllen und erkalten lassen. Anschließend portionieren.

Rote-Bete-Chips

1 Alle Zutaten fein pürieren und dünn auf eine Silikonmatte streichen.
2 Im Dörrautomaten oder im Backofen bei niedriger Temperatur (60–70 °C) so lange trocknen, bis die Chips komplett durchgetrocknet sind.
3 Chips in kleine Stücke schneiden oder brechen.

Rote-Bete-Perlen

1 Alle Zutaten in einen Vakuumbeutel geben und luftdicht verschließen.
2 Den Beutel in ein Wasserbad bei 90 °C legen und für 2 Stunden garen lassen.
3 Die Flüssigkeit danach abgießen und stark einkochen.
4 Die Perlen in der reduzierten Flüssigkeit glasieren.

Tofu-Mousse (für 1 Sahnespender)

1 Kokosmilch und Sojamilch mit dem Agar-Agar vermischen und in einem Topf aufkochen. Danach kalt stellen, bis die Masse ganz fest ist.
2 Die feste Masse mit allen anderen Zutaten sehr glatt mixen.
3 Durch ein feines Sieb streichen und in einen Sahnespender füllen.
4 2 Gaskapseln einsetzen und kalt stellen.

Kokosnektar-Kuchen

1 Butter schmelzen, dann Milch, Kokosnektar und Zucker einrühren. Ei dazugeben und gut durchmixen. Mehl, Backpulver und Salz untermischen.
2 In eine Backform füllen und bei 140 °C etwa 25 Minuten backen.

Himbeer-Kirsch-Infusion

1 Himbeeren 2 Tage im Kirschbrand einlegen, anschließend passieren. Die Mengen lassen sich je nach Bedarf anpassen.

Pairing Drink

1 Alle Zutaten miteinander vermischen. Der Drink wird ohne Eis serviert. Das im Rezept angegebene Wasser simuliert das Schmelzwasser, das beim klassischen Rühren auf Eiswürfeln entstehen würde.
2 Möchte man den Drink auf Eis kalt rühren, das Wasser im Rezept weglassen.

Anrichten

1 Die gefrorene Eishalbkugel mit der Tofu-Mousse füllen.
2 Darauf ein paar glasierte Cranberrys, ein paar Rote-Bete-Kugeln und ein kleines Stück Kokosnektar-Kuchen platzieren.
3 Auf 1 Rote-Bete-Chip kommen 1 Cranberry, 1 Stück Gelee und 1 Rote-Bete-Kugel.
4 Der Chip wird dann vorsichtig auf die Eiskugel gelegt. Der Kuchen darunter sorgt dafür, dass der Chip nicht einsinkt.
5 Sofort servieren.

René Frank über sein Gericht:

„Dieses Dessert lebt von der natürlichen Süße der Zutaten – allen voran der Roten Bete. Als Wurzelgemüse bildet sie Zucker, um sich im Winter vor Frost zu schützen – ein pflanzlicher Frostschutz, den wir geschmacklich bewusst in Szene setzen. Auf dem Teller zeigt sich die Roten Beten in drei Varianten: als cremiges Eis, knuspriger Chip und gegarte Perlen. Die erdige Süße wird durch die fruchtige Säure von Cranberrys und Himbeeren ausbalanciert. Eine luftige Tofu-Mousse ergänzt das Ensemble und sorgt für eine federleichte Textur. Unsere Speisen werden stets von einem Pairing Drink begleitet: ein gezielt entwickelter Speisenbegleiter, der die Aromen des Desserts unterstreicht. Unsere Pairing Drinks haben einen Alkoholgehalt zwischen 8 und 14 Vol.-%. Die Menge ist der Größe der Speise angepasst – in diesem Fall servieren wir 20 ml. Hier ist es „The Rose“, inspiriert vom Klassiker. Die Zutaten ergeben eine elegante Aromatik, die an Rose erinnert.“

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