Citytrip Ferrara: Die besten Hotels, Restaurants und Erlebnisse

Ferrara erleben
Die Perle der Emilia-Romagna war Handelszentrum und prachtvolle Vorzeigestadt der Renaissance. Heute ist die komplette Altstadt UNESCO-Welterbe, und auch die Küche pflegt ihre Einzigartigkeit.
Hotels in Ferrara

Hotel Annunziata
Das familiengeführte Hotel gleich gegenüber des Castello Estense, das den Herzögen einst als Residenz diente, überrascht durch sympathische Details. In den modernen Zimmern sind die urigen, 500 Jahre alten Holzdecken freigelegt, viele Räume sind gleichzeitig Kunstgalerie. Zum Frühstück locken regionale Spezialitäten. Auf Zero Waste wird geachtet; Plastik ist tabu. Die Cocktails an der Bar stellen Italiens beste, handgemachte Bitter vor. Ein Tipp: Paradeblick auf die Burg bieten die Zimmer 102 und 101, Letzteres hat sogar einen Balkon.
Hotel Ferrara Casa D’Este
Das erste Haus der Stadt, ebenfalls am Castello Estense, entstand erst kürzlich im Stil des Art déco aus einem Palazzo von 1925 sowie einem luxuriösen Neubau. Es gibt einen Spa, Wellness, Beauty und auch Räume für Konferenzen und Meetings. Begehrt sind die Zimmer im Palazzo mit Blick auf Burg und Wassergraben. Besonders schön: Die Leihfahrräder kosten nichts extra. Ferrara ist Italiens Fahrradstadt Nummer eins.
Maxxim Hotel & Loft
Sympathisches Hotel mit modernem Flair im umgebauten Palazzo der Familien Beccari und Freguglia aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Auf den Tapeten in den Zimmern flattern Nachtfalter, die doppelstöckigen Lofts mit Mini-Dachterrasse bieten Platz für vier Personen. Highlight ist das umfangreiche Frühstück, das im historischen Innenhof unter einem riesigen Sonnensegel präsentiert wird. Einen Steinwurf entfernt befinden sich Ferraras mächtige, heute verwunschen bewachsenen Wallanlagen zum Po di Volano hin, dem einstigen Hauptstrom des Pos. Hier wird geradelt und gejoggt.
Restaurants in Ferrara

Cucina Bacilieri
In Weiß eingedeckte Tische, sanftes Licht. Im kleinen, feinen Gourmetrestaurant interpretiert Michele Bacilieri, Ferraras bekanntester Koch, Klassiker aus Italien und Ferrara neu. „Spaghetti“ aus kunstvoll in Streifen geschnittenem Tintenfisch reicht er mit Tomaten-BrotSauce, püriertem Queller und Basilikum-Öl. Terrine von mariniertem Aal, geräuchertem Aal und kandierten Zwiebeln wird mit Foie gras und Zitronen-Gel verfeinert. Außergewöhnlich sind die Desserts, etwa gekühlte Dashi mit in süßer Milch eingelegtem, gekochtem Sellerie mit Himbeeren, Rosenblüten und Dill. Sommelier Davide Palmiero überrascht mit Raritäten wie Stella Maris von Mariotti, einem in Austernkörben gereiften Schaumwein.
Le Due Comari
Frauenpower: Küchenchefin Daniela Panico steht am Herd, Tochter Martina leitet den Service, Papa Gianfranco hält sich dezent im Hintergrund. Serviert werden Italiens Klassiker, aber auch gute vegetarische Gerichte. Mit Fuchsienblüten dekoriert war Baccala’ Mantecato, Stockfischpüree, mit schwarzem Knoblauch, Molise-Trüffel und Parmesansauce. Im ganzen gegrillter Soaso (Glattbutt) wird am Tisch filetiert. Ihre Cappellacci di zucca, Ferraras berühmte mit MoschusKürbis, Muskat und Zimt gefüllte Teigtaschen, die es schon 1585 am Hof der Este gab, kombiniert Panico mit Röstmandeln und geräuchertem Ricotta aus ihrer apulischen Heimat.
Trattoria Da Noemi
Eine Institution! Seit 1958 werden im Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert sämtliche Spezialitäten der Ferrareser Küche authentisch zubereitet, darunter Pasticcio ferrarese, ein mit Mürbeteig umhüllter Auflauf aus Makkaroni, Geflügel-Ragù, Trüffel und Béchamelsauce. Ebenfalls ein Muss: Salama da sugo, eine Riesenwurst aus Schweinefleisch, Leber, Zunge, Rotwein und Gewürzen, die lange köchelt und mit schön buttrigem Püree gereicht wird. Als einziges Mädchen im Haus habe Noemi helfen müssen, für ihre acht Brüder zu kochen, sagt ihre Tochter Maria Cristina Borgazzi, die heute die Trattoria führt. Später habe sie sich auf und davon gemacht und ihr „Noemi“ eröffnet.
Trattoria Le Nuvole
Die Provinz Ferrara zieht sich am Po entlang bis zur Lagunenstadt Comacchio, der Heimat von Küchenchef Pier Paolo Plazzi. Die besten Produkte von dort stellt er im Restaurant mit Strandhaus-Flair vor. Saftige Canocchie, Heuschreckenkrebse, reicht er mit kandierter Orangenzeste und Safransauce; Passatelli-Pasta mit Venusmuscheln, Austerncreme und Limette. Mit Reisessig marinierten Aal bereitet Plazzi mit gegrilltem Lauch, Pfeffer und Sultaninen zu. Ehefrau Elisabetta hält die passenden Weine parat, etwa Ferrareser Fortana und Bianco aus der Region Bosco Eliceo DOC entlang Küste und Lagune.
Erlebnisse in Ferrara

Jazz Club Ferrara
Der Club im mächtigen Wehrturm von 1495 ist weit über Italiens Grenzen hinaus bekannt, Musiker aus aller Welt treten hier auf. Nach der Vorstellung im urigen Dachgeschoss lädt der Club im Stockwerk darunter zu hausgemachtem Soulfood ein. Eine Bar gibt’s auch.
Palazzo Schifanoia
„Schifanoia“ heißt so viel wie Müßiggang – hier wurde einst getafelt und gefeiert. Heute ist das ehemalige Lustschloss der Herzöge von Este ein Museum. Die kunstvollen Fresken im Festsaal zeigen das höfische Leben um 1470. Wie von Picasso gestaltet, wirken kunterbunte Keramikteller und -schalen, die bei Ausgrabungen in Abfallgruben gefunden wurden.
Panificio Cappelli
In der Bäckerei hält man die Tradition hoch – etwa mit Coppo ferrarese, einem Mini-Brot in Form zweier gekreuzter Hörner. Es gibt auch süße Spezialitäten wie Ciambella, Tagliolina, Mandorlini del Ponte oder Pampapato, ein Gewürzbrot. Am Bartresen parlieren Nachbarn bei Espresso oder Lambrusco. Gute Tagesgerichte.

