48 Stunden in Kitzbühel

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FREITAG


12 UHR Was für ein Panorama! Gleich nach dem Check-in genießen wir einen Traumblick vom Lebenberg Schlosshotel auf diesen kleinen, großen Ort Kitzbühel, der praktisch im Alleingang den Wintertourismus erfunden hat – und dafür wie zur Belohnung mit der Hahnenkamm-Abfahrt auch das spektakulärste Weltcup-Rennen ausrichten darf. Ein Sieg auf der Streif zählt mehr als Olympia-Gold und WM-Titel.

 

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13 UHR Sogleich geht es mit der Gondel hoch zur „Sonnbühel“ direkt an der legendären Abfahrtspiste. Die Küche ist etwas ganz Besonderes: Chefkoch Attias Tarlao kommt von der Adriainsel Grado und serviert auf 1648 Metern neben Tiroler Gerichten auch adriatische Fischküche mit täglich fangfrischer Ware. Tischweise kann etwa ab acht Personen die Bouillabaisse oder für zehn Personen das Spanferkel im Ganzen bestellt werden. Der Malossol-Kaviar geht ebenso selten aus wie der Champagner. Geschäftsführer ist Ivan Marzola, ehemaliger Skirennläufer, der einst auf der Streif Achter geworden ist. Übrigens: Die „Sonnbühel“, gegründet 1924, ist die vermutlich erste Skihütte der Welt.

16 UHR In Sachen Spa macht den Österreichern niemand etwas vor, und so genießen wir bei unserer Rückkehr ins Hotel den 46 Meter langen (!) Hotelpool im obersten Stockwerk mit Streifblick. Im Sommer finden auf der großen Liegewiese Yogakurse statt, auch der Fitnessraum ist sehr gut ausgestattet.

 

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19 UHR Im „Chizzo“ geht es wie immer hoch her. Hier kommen die Menschen zum Essen und zum Feiern, hochpreisige Flaschen[1]weine gehen hier weg wie anderswo das Bier. Zünftig, aber auf hohem Niveau: Livemusik der geschmackvollen Art versüßt uns den Abend, und auf dem Nachbartisch steht eine Ornellaia-Magnum, wir lassen uns den Schweinebraten mit Spitzkraut schmecken.
 
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SAMSTAG


9 UHR Gestärkt von dem üppigen Hotelfrühstück, wagen wir uns auf Piste Nummer 20 namens „Asten“, die nicht weit von der mörderischen Streif-Rennstecke verläuft, aber ganz sanft vom Berg zum Tal führt. Die Pisten sind zum Anfang der Saison wunderbar leer, aber bei 57 Liften und 233 Pistenkilometern ist es auch in der Hochsaison nie drückend voll. Selbst die „Streif-Familienabfahrt“ führt in bezwingbaren Serpentinen hinab in den Ort.

 

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12 UHR Raus aus dem Skizeug, rein in die Ausgeh-Garderobe und auf zu einem Bummel durch den Ortskern. Das malerische Oval, das von den Straßen Vorderstadt und Hinterstadt gebildet wird, bietet historische Häuser mit bunten Fassaden, schicke Geschäfte und jede Menge Cafés und Restaurants. Bei der Metzgerei Huber in der Bichlstraße kaufen wir für die Daheimgebliebenen Tiroler Speck und Schinken ein. Das Jausnbrettl in der angegliederten Imbissstube gibt es leider nur unter der Woche.

13 UHR Im Café Evi gönnen wir uns hausgemachte Brodakrapfen, eine Tiroler Spezialität: Die Teigtaschen, gefüllt mit Kartoffeln, Tiroler Graukäse und Schnittlauch, werden frittiert und heiß gegessen. Wir haben Glück, denn die Besitzertochter bereitet sie nur wenige Tage im Jahr zu – es ist eine aufreibende Arbeit. Köstlich! 15 UHR Noch einmal gehen wir in Richtung Hahnenkamm-Lift, der nur ein paar Schritte von der Altstadt entfernt liegt. Das Legendencafé an der Talstation bietet Kaffee und Champagner an. Wir begnügen uns um diese Zeit mit einem Espresso und schauen in die glücklichen geröteten Gesichter der Skiheimkehrer nach der ersten Abfahrt der Saison.

 

 

16.30 UHR Ab in die Hotelsauna! Denn wir haben zufällig Martin Kerscher getroffen, Präsident des Golf Clubs Kitzbühel. Er ist 75 Jahre alt, sieht aus wie ein 50-Jähriger, spielt Golf (im Sommer täglich) und fährt Ski (im Winter täglich) wie ein 40-Jähriger. Das Geheimnis seiner Fitness? „Täglich drei Saunagänge bei 90 Grad à 15 Minuten, danach je eine Minute eiskalte Dusche.“ Bei uns reicht es nur für zwei Mal acht Minuten, eine lauwarme Dusche und ein erschöpftes Absinken auf der Liege.

19 UHR Erst 2019 übernahm Johannes Denk die Leitung der Gourmetküche des „Tennerwirts“ im bildhübschen Hotel Tennerhof – und ist schon wieder weg. Bei unserem Besuch ist unklar, wie es mit dem kulinarischen Konzept weitergeht.. Das ist nicht weiter tragisch, das Zweitrestaurant „Römerhof-Stüberl“ des Hotels ist eine beste bodenständige Adresse. Und was wäre Urlaub in den Alpen ohne köstliches, mit gewellter Panade serviertes Wiener Schnitzel vom Kalb?

 

Landsitz Römerhof - Winter

 

SONNTAG


10 UHR Österreich ist das Land der Kaffeehäuser, also gönnen wir uns nach einem Spaziergang über die Lebenbergstraße in den Ort und an der Katharinenkirche vorbei eine zweite Koffeingabe in der neuen Bar & Bakery Bastian’s. In den hohen Räumen ist die typische Kaffeehaus-Atmosphäre ganz neu interpretiert – hell, luftig, fast mediterran.

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12 UHR Vielleicht doch noch eine Hahnenkamm-Abfahrt? Um daheim im Flachland etwas zu erzählen zu haben und bei der TV-Übertragung der Streif (21.-23. Januar) aus dem Sessel kennerhafte Kommentare abzugeben? Nein, lieber nicht. Der Winter ist noch zu jung, um ihn mit einem Gipsbein zu verbringen. Noch einen Kaffee und delikate Macarons im Café Pano und von dort ein letzter Blick auf die hübsche Altstadt, und zurück geht es auf der Pass-Thurn Straße gen Norden