48 Stunden in Nancy

Die Flussstadt Nancy im Nordosten Frankreichs ist nicht nur für ihre beeindruckende Architektur bekannt, sondern auch für ihre kulinarischen Highlights. Wir verraten in unserer Serie die besten Adressen für einen Wochenendtripp in die Stadt an der Meurthe: 48 Stunden in Nancy.

Freitag

15.30 UHR

Gerade einmal 120 Kilometer sind es aus dem Saarland oder aus Baden-Baden, und schon parkt der Wagen unterirdisch, und wir checken ein im Hôtel d’Haussonville im Herzen Nancys. Historischer kann man nicht übernachten: 1528 wurde der Grundstein gelegt für diesen Renaissance-Palast – die britischen Wirtinnen haben ihn sorgfältig und sehr liebevoll ins Heute versetzt. Drei Zimmer und vier Suiten warten auf Stadtliebhaber und bieten ultraweiche Betten und elegante Möbel, die den Gast auf eine luxuriöse Zeitreise schicken.

16.30 UHR

Ein erster Spaziergang durch Nancy, Kleinod der Renaissance und des Jugendstils: In der Altstadt wechseln die Epochen – deutlich sichtbar, mit den bemalten Blumenfassaden im Thermalviertel oder den steinernen Monumenten. Und immer landen Besucher auf der Place Stanislas, dem alten Königsplatz, einem der größten und herrschaftlichsten Plätze des ganzen Landes, auf dem man sich wie in Versailles fühlt.

19.30 Uhr

Ein paar Wochen alt ist das Bistro L’Arsenal, das die Bewohner Nancys direkt erobert haben– Gäste sollten auf jeden Fall reservieren. Die beiden Patrons, gerade mal 23 Jahre alt, kochen lokal und saisonal: Grandios sind gebackener Chicorée („endive braisée“) mit Bleu-d’Auvergne-Käse oder Rotbarbe mit Fenchel-Carpaccio, sehr talentiert ist auch die Patissière, die mit ihrer Pekannuss-Tarte oder der gebackenen Ananas in Erinnerung bleibt.

22.30 Uhr

Zum Digestif ins Le Ch’timi. Hier wird nicht nur den tollen Brasserien im Elsass wie Meteor und Co gehuldigt, in der kleinen Bar gibt es 150 Biere aus aller Welt. Ein stimmungsvoller Ort für einen Absacker.

Samstag

8.30 Uhr

Brunch und der beste Kaffee der Stadt finden sich im Café Quokka mit australischen Baristas. Hier gibt es Lachs-Bagels und Sandwiches mit Pastrami sowie klassische Eiergerichte wie Eggs Florentine, modern arrangiert. An der Wand hängen Surfboards.

10 Uhr

Gut gestärkt feiern wir mit Nancy das UNESCO-Jubiläumsjahr der Glaskunst: Die Museen der Stadt, allen voran das Musée des Beaux-Arts, widmen sich den renommierten Glasmachern, etwa der Dynastie von Jean Daum, mit so feinen Exponaten aus Glas, dass der Besucher ins Staunen gerät.

12.30 Uhr

Zum Dejeuner wagen wir uns ins L’Excelsior: Seit 1911 servieren die eleganten Kellner im Art-déco-Ambiente, inklusive altem Zinktresen, wunderbarem Stuck und großen Wandspiegeln. Herausragend sind die Meeresfrüchteplatten mit Austern, Crevetten, Bulots (Meeresschnecken) und Meeresspinnen. Die Stammgäste kommen aber vor allem wegen der Quiche Lorraine, der Lachsforelle mit Mandeln und Nussbutter sowie dem Eisbein mit Pommes frites und einer formidablen Sauce béarnaise.

14 Uhr

Die Küche der Lorraine ist deftig – ein Glück, dass der Jardin Botanique nicht weit ist. 12 000 Pflanzen aus allen Kontinenten sind hier während eines Rundgangs zu bestaunen, Orchideen, Kakteen, Bananen. Die Gewächshäuser sind herrlich und bieten einen Exkurs in Frankreichs Kolonialgeschichte.

16 Uhr

Wie schön ist diese alte Patisserie im Herzen der Stadt: Im holzgetäfelten Maison des Sœurs Macarons backt Nicolas Génot Tag für Tag die zwei süßen Spezialitäten Nancys: Die Macarons aus Ostfrankreich, die eher wie übergroße Amarettini aussehen, aber so fluffig nach Mandel und Sommer schmecken. Und die Bergamotte, hauchzarte Bonbons aus Zitronen- und Orangenzesten und jeder Menge Zucker – „incroyable bon“.

20 Uhr

Der Name ist hier Programm: Im Transparence kocht Patrick Fréchin hinter einer gläsernen Trennwand für alle Gäste gut sichtbar. Seit diesem Jahr bietet der hochgelobte Ostfranzose keine Speisenkarte mehr, sondern wechselt das Menü beinahe täglich – ganz im Spiegel der Jahreszeiten und mit dem, was Gärtner und Züchter tagtäglich vorbeibringen. So ist der Kapaun mit Kastanien vorzüglich, genau wie der Adlerfisch mit kleinen Krustentieren. Tolle Weinempfehlungen aus der angrenzenden Region Moselle.

22.30 Uhr

Nach dem Diner noch ein Spaziergang? Auf der Place Simone Veil, benannt nach der ehemaligen Präsidentin des Europäischen Parlaments, erstrahlen 756 Glasplatten in bunten Farben, ein wunderschönes Bild in der Nacht.

Sonntag

9 Uhr

Französisches Frühstück geht auch „à emporter“: In der kleinen Boulangerie Chastel gibt es belegte Baguettes und herrliche Törtchen zum Mitnehmen: Paris–Brest und Millefeuille schmecken am besten auf einer Bank in der Altstadt, umgeben von Flaneuren im feinen Sonntagsstaat.

10 Uhr

Sehen und gesehen werden – Sonntags geht’s in den Park de la Pépinière. Einst war hier die königliche Baumschule und heute ist es das grüne Herz für Jogger, Flaneure und Familien, einen Steinwurf entfernt von den Kirchtürmen der Stadt.

11 Uhr

Kulinarische Mitbringsel finden sich in der alten Halle des Marché Central. Seit vier Jahrhunderten ist hier die Speisekammer von Nancy – über 60 Händler bieten regionale Spezialitäten der Lorraine.

Essen & Schlafen

Vorwahl

0033
 

SCHLAFEN

Hôtel d’Haussonville

9, Rue Monseigneur Trouillet
FR-54000 Nancy
Tel. 03 83 35 85 84
7 Zi. und Suiten, DZ ab € 118
 

ESSEN

Café Quokka

1 Rue St Nicolas
FR-54000 Nancy
Di-Fr 9-15, Sa 9-21 Uhr geöffnet
 

L’Arsenal

24, Place de l’Arsenal
FR-54000 Nancy
Tel. 03 83 32 11 01
Di-Sa mittags und abends geöffnet
Hauptgerichte € 26-28
 

L’Excelsior

50 Rue Henri-Poincaré
FR-54000 Nancy
Tel. 03 83 35 24 57
Mo-So ganztags geöffnet
Hauptgerichte € 15-49
 
Le Ch’timi
17 Pl. Saint-Epvre
FR-54000 Nancy
Mo, Di 16-1 Uhr, Mi-Fr 11.30 bis 2 Uhr, Sa 10.30-2 Uhr, So 9.30-21 Uhr geöffnet
 

Transparence

28 Rue Stanislas
FR-54000 Nancy
Tel.03 83 32 20 22
Di-Sa mittags und abends geöffnet, Menüs € 40-90
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