Heimliche Helden aus dem Asienladen: 5 Ideen für Sojasauce, Ingwer & Co.

Was tun mit Sojasauce, Miso & Co, die man für ein Rezept gekauft hat? Fünf Spitzenköche geben Tipps, wie Sie Ihrer Alltagsküche mit Zutaten aus dem Asienladen ein spannendes Upgrade geben.

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Wir kennen das Phänomen: Für ein, zwei exotische Rezepte haben wir Zutaten gekauft – und dann schlummern Soja- und Fischsauce, Sushi-Ingwer oder Reisessig im Regal vor sich hin. Schluss damit: Unsere Profis verraten, wo Zutaten aus dem Asienladen toll zum Einsatz kommen.

Kokosmilch: Ein super Sahneersatz

Stevan Paul empfiehlt, Kokosmilch statt Sahne einzusetzen: Milchreis mit Kokosmilch-Anteil, Bayrische Creme mit Kokomilch – das alles kann sehr reizvoll sein. Und wenn es nur kleine Mengen sind, die verbraucht werden sollen, dann passt Kokosmilch auch in ein asiatisches Salatdressing mit Miso, Ingwer, Reisessig und Limette. Etwas Koriander dazu – fertig! „Auch im Pfannkuchenteig ist Kokosmilch sehr spannend“, sagt der Hamburger Foodstylist.

Currypaste: Allrounder für Fleisch, Suppen und Fisch

Das Glas ist noch fast voll? Wunderbar! Verrühren Sie einen Löffel von der Paste mit Butter – fertig ist eine grandiose Curry-Grillbutter, sagt Stevan Paul. Damit kann man Fisch bestreichen oder die Butter einfach auf frischem Baguette genießen.

Weitere gute Idee: Hackbällchen oder Buletten mit Currypaste abschmecken. „Man kann sie in diesem Fall ganz ähnlich wie Miso einsetzen“, sagt der Münchner Spitzenkoch Tohru Nakamura. Auch Cremesuppen aller Art lassen sich mit der Würzpaste abschmecken. „Eintöpfe, Mayonnaise oder Hollandaise – geht eigentlich alles!“

Spitzenköchin Sarah Henke aus Andernach greift im Kontext der Currypaste auch gern zu Säften, sie verflüssigen die Paste und geben ihr eine schöne Fruchtigkeit und Süße. „Man kann dann super Fleisch darin einlegen. Auch Wan Tans bieten sich an: Einfach die Füllung mit Currypaste abschmecken. Das funktioniert mit Garnelen, Jakobsmuscheln, Mangopüree, Peperoni, Hähnchen und auch rein veganen Füllungen.“

Schnelle Feierabendküche: Currypaste mit gekochtem Reis und Kokosmilch mischen und erhitzen. Warum nicht mit etwas Reisessig abschmecken? Hinten im Schrank steht bestimmt noch ein Fläschchen.

Sojasauce: Salzersatz und umami-Round-up

Die kräftig-salzige Sauce lässt sich vielfältig einsetzen: „Man kann Sojasauce wie einen Salzersatz verwenden“, erklärt Tohru Nakamura. Ein Schuss in der Rinder- oder Hühnerbrühe sorgt für einen wunderbar runden Geschmack – auch bekannt als umami.

Der Trick funktioniert ebenfalls bei einer italienischen Bolognese, die man nach der Kochzeit mit Sojasauce abschmeckt. „Sojasauce ist prima, um dunkle Saucen runder und noch dunkler zu bekommen“, pflichtet ihm Stevan Paul bei. Wichtig nur: Erst zum Ende der Kochzeit würzen und abschmecken, sonst kann die Salznote zu dominant werden.

Stevan Pauls Geheimtipp: Schwäbische Linsensuppe kurz vor dem Servieren mit Sojasauce abschmecken. „Das ist mega!“ 

Fischsauce: Würze für Dressings oder Marinaden

Fischsauce ist ein Trendprodukt. „Für die meisten Menschen ist sie pur eine olfaktorische Zumutung“, meint der Berliner Spitzenkoch Tim Raue. Doch es ist lohnend, sich mit der Sauce zu beschäftigen: „Wir verwenden sie in der Küche anstelle von Salz, allerdings bearbeiten wir die Fischsauce." Tim Raue mischt sie mit

  • etwas Wasser,
  • braunem Zucker,
  • roten Chilis
  • sowie Reisessig
und kocht sie auf. Dadurch entsteht ein salzig-süß-scharfer Sud, der jede Sauce, jedes Salatdressing und jede Marinade verfeinert – als zusätzlicher Booster oder pur. Auch Viktoria Fuchs setzt in ihrer „Spielweg“-Küche in Münstertal stark auf Fischsauce: „Ich würze meine Brühen am Ende gern behutsam damit, das gibt Körper und Salzigkeit zugleich. Aber: Nicht irgendeine Fischsauce nehmen.“ Viktoria Fuchs setzt auf Red Boat.

Sushi-Ingwer: Super für Salate oder sogar Sorbet

Ingwer liebt nicht nur Sushi als kongenialen Partner. „Ab in die Wok-Pfanne. Man kann ganz toll ein schnelles Gericht mit gebratenem Schweinebauch machen, dazu etwas Gemüse, Sushi-Ingwer klein schneiden und dazugeben. Alles mit Honig, geröstetem Sesamöl und Sojasauce abschmecken. Der Ingwer bringt eine tolle Frische rein!“, schwärmt Sarah Henke.

„Ich gebe ihn in fast alle Salatsaucen“, ergänzt Stevan Paul, denn Sushi-Ingwer mache alles frischer. „Ich verarbeite den irre viel – sogar im Tomatensalat, im Blattsalat, das ist immer toll!“ Und: „Es heißt nicht, dass ich auf Basilikum verzichten muss, der Salat schmeckt nicht automatisch asiatisch.“

Tim Raue macht eine Vinaigrette mit frischem Koriander, reifen Tomatenstückchen und Limettenschale: „So bekommen Sie eine hinreißende Sauce für grüne Salate oder Karottensalat, die Sie mit gebratenen Krustentieren kombinieren können.“ Auch spannend: Sushi-Ingwer mit frischer Mango mixen und ein pikantes Sorbet daraus frieren.