Restaurants für den Valentinstag in Hamburg

Konzept: Hanseatische Noblesse trifft zeitgemäße Haute Cuisine: Christoph Rüffers 12-gängiges Menü (mit zusätzlichen Gerichten zum Austauschen oder Ergänzen) ist fein komponiert, angenehm leicht und von stiller Grandezza getragen.
Küche: Sensorisch vielschichtig, handwerklich akribisch und kontrolliert kreativ: Die Küche präsentiert makellose Zutaten (viele davon regionaler Herkunft) in harmonischen Spannungsfeldern – süß und salzig, cremig und knusprig, vertraut und neu. Mit Luxus und Textur spielt der Imperial-Kaviar mit gebeiztem Wolfsbarsch, Stabmuschel-Vinaigrette und Gurke: Zarter Fisch, salzig-cremiger Kaviar und knackige Gurke in feiner Balance. Das Ananas-Safran-Sorbet mit Mezcal, Basilikumdestillat und grüner Jalapeño zelebriert Exotik und frische Schärfe: Frucht-Säure, Alkohol und pikante Kräuter in spannendem Wechsel.
Wein: Sommelier Christian Scholz begleitet das Menü mit sicherem Gespür und serviert sowohl große Klassiker als auch lohnende Entdeckungen. Die legendäre Weinkarte mit 1500 Positionen liegt ebenfalls bereit.
Atmosphäre: Der klassizistische Saal mit Binnenalster-Blick bietet eine elegante Bühne. Der Service unter der Leitung von Marius Jürke agiert mit Kompetenz und Charme.
Fazit: Ein großes Restaurant von vollkommener Balance, das Tradition atmet und Moderne lebt.
Konzept: Französisch-hanseatische Küche im Hamburger Hotel Louis C. Jacob. Es gibt ein Menü mit vier oder sechs Gängen sowie Gerichte à la carte.
Küche: Seit über 25 Jahren zelebriert Küchenchef Thomas Martin hier französische Genusskultur. Er arbeitet mit den besten Produkten, saisonal und zeitgemäß, und serviert im Menü unter anderem schottischen Lachs als Filet und Tatar mit einer Sojasaucen-Vinaigrette, Buchenpilzen und Selleriekohl sowie Tortelone mit Ziegenkäse und Parmesan, dazu Herbstrüffel und Haselnuss. Auch die Brust und Keule der französischen Freilandente mit Kürbis und Schalotte sind tadellos.
Wein: Sommelier Mika Müller gestaltet die umfangreiche Weinkarte mit Kompetenz und wählt treffsicher die passenden Begleiter aus der Karte mit 300 Positionen aus.
Atmosphäre: Der Blick auf die Elbe ist einzigartig und der Service ist aufmerksam und stets freundlich.
Fazit: Stilvolle Gastlichkeit mit Anspruch im hanseatisch-eleganten Ambiente. Eine Institution!
Konzept: Der Hamburger Klassiker schlechthin (seit 1976 Gourmetrestaurant) und kein bisschen müde, das gilt vor allem für Chefkoch Heinz Wehmann (seit 1980 dabei!), der nicht zu altern scheint und weiterhin sprüht vor Ideen: seien es traditionelle Klassiker, neue vegane Kreationen oder spektakuläre Specials wie ein vielgängiges Innereienmenü. Mehrere Menüs, große À-la-carte-Auswahl.
Küche: Ob Steinbuttrücken im Stück mit zweierlei Meerrettich und Gemüsejulienne oder Övelgönner Fischsuppe mit Nordseefisch, Fasan auf Winzerin-Art (mit Sauerkraut und Beurre blanc) oder vegane Kreationen wie gebackener Blumenkohl mit Blauer Schwede (Kartoffel) und Bröseln. Auf die handwerklich perfekte Ausführung ist Verlass. Das Saucenkännchen bleibt zum Nachnehmen auf dem Tisch. Highlight: Crêpe Suzette am Tisch flambiert.
Wein: Die umfangreiche Karte, der Weinkeller bietet 650 Positionen, passt nur auf ein Tablet.
Atmosphäre: Klassische Einrichtung im Landhausstil. Die weit gestellten Tische bieten genug Raum. Sehr umsichtiger, gut geschulter Service. Nur auf die schwülstig-erotischen Platzteller könnte man mal verzichten.
Fazit: Ein Klassiker, der mit der Zeit geht – ein Liebling der Hamburger und Touristen.
Konzept: Legeres Fine Dining Restaurant in Hafennähe mit Fokus auf lateinamerikanischer Küche, Menü mit 4 bis 6 Gängen (69 - 99 €)
Küche: Die Gerichte zeigen den klaren Fokus auf Mexiko und Peru, doch sind immer wieder von anderen Kulturen geprägt. Zum Start kommt ein Ceviche mit geschmacklich ausbalancierter Harmonie aus Säure und Schärfe. Als Zwischengang eine knusprige Tostada mit Tatar vom Holsteiner Rind und Daikon, diese darf und soll hier mit den Händen gegessen werden. Das Onsen Ei wird von cremiger Sauce Hollandaise begleitet und mit Kimchi kontrastiert, was den Gang so in Spannung gesetzt. Im Hauptgang wird ein gebratener Hamachi-Flügel mit Fenchel serviert.
Wein: Die Weinkarte ist auf Naturwein fokussiert, jedoch an keiner Stelle anstrengend. Sie enthält viele Geheimtipps und Newcomer der Szene.
Atmosphäre: Team und Publikum sind leger, jung und divers. Im Sommer gibt es einige Tische draußen mit Blick auf den Hafen.
Fazit: Qualität trifft Lässigkeit: Casual Fine Dining im Wortsinn.
Konzept: Ein klassisch französisches Restaurant, das ein Menü mit vier bis sechs Gängen anbietet.
Küche: Feine französische Küche und eine sorgfältige Produktauswahl kleiner Betriebe zeichnen den Stil von Küchenchef Eike Iken aus. Im Zentrum seiner Gerichte steht die Hauptzutat und ihr Geschmack. Das zeigt sich beispielsweise beim Heilbutt mit Kapern, Zitrone und Beurre Blanc oder beim Schwarzfederhuhn mit Spitzkohl und Pfefferrahmsauce. Das Dessert mit Pfirsich mit Safran, Rote Bete und Nougat leuchtet. Jeder Gang ist filigran angerichtet und handwerklich makellos.
Wein: Für das kleine Restaurant eine beachtliche Auswahl von 350 Positionen, 15 Weine werden offen ausgeschenkt.
Atmosphäre: Die behagliche blaue Wandfarbe und die intime Atmosphäre sorgen dafür, dass man sich in dem kleinen Restaurant sofort wohlfühlt.
Fazit: Französische Genusskultur mit einem ambitionierten Team.
Konzept: Nordeutsch inspiriertes Fine Dining in historischer Umgebung. Serviert wird das Menü „Hamburger Renaissance“ mit fünf oder sechs Gängen.
Küche: In dem Raum, in dem früher eine Kneipe war, interpretiert André Stolle in einem legeren Restaurant norddeutsche Gerichte auf seine Weise. Beispielsweise serviert er Aal in Gelee mit Pumpernickel und grünem Pfeffer oder confierten Kabeljau mit knuspriger Auster und Seezungen-Brandade. Sein Signature Dish – passend zu Hamburg – ist ein Fischbrötchen. Dieses ist jedoch anders als das von den Buden vor der Tür: Es kommt mit in Teriyaki glasiertem Aal und Kaviar.
Wein: Sommelier Vincent Skroch bietet eine Auswahl von 90 Weinen an, der Schwerpunkt liegt auf Deutschland und Frankreich.
Atmosphäre: Es ist luftig und hell, mit viel Holz und weit gestellten Tischen.
Fazit: Norddeutsche Küche präsentiert sich von einer anderen Seite – kreativ und immer wieder überraschend.
Konzept: In der Neustadt führt Patron Ergün M. Uysal sein Restaurant mit Erfolg: französisches Flair im Brasserie-Stil und liebenswürdige Gastfreundschaft.
Küche: Brasserie-Standards wie Fines-de-claire-Austern mit Schalottenvinaigrette (Stück € 4), Jakobsmuscheln mit Belugalinsen (Stück € 7) und Lyoner Wurst vom Grill mit Sauerkraut (€ 19). Feine französische Cuisine bei den Hauptgerichten genießen: Steinpilz-Ravioli mit Comté (€ 36), Elsässer Sauerkraut mit Boudin noir (€ 33) oder gar Dry-aged Filet de Boeuf „Café de Paris“ mit Sauce béarnaise (€ 62).
Getränke: Deutsche und französische Anbaugebiete sind auf der Karte mit renommierten Weinen vertreten.
Atmosphäre: Originalgetreuer kann das Ambiente auch in einer Pariser Brasserie nicht sein: Riesige Propeller und Kronleuchter unter der Decke fächeln die Luft, dazu Spiegel an den weinroten Wänden. Hier fühlen sich Neulinge ebenso wohl wie die Stammgäste. Aufmerksamer Service.
Konzept: Das Restaurant im Herzen von St. Pauli bietet Fine Dining mit regionaler Ausrichtung. Es werden zwei Menüs angeboten: Flora und Fauna – vegetarisch und omnivore.
Küche: Die Küche von Küchenchef Kevin Bürmann konzentriert sich auf wenige, ausgesuchte Zutaten und betont natürliche Aromen, ohne die Teller zu überladen. Die Auswahl der Zutaten wird durch die Jahreszeit vorgegeben, die Basis des omnivoren Menüs bildet die vegetarische Version. So wird beispielsweise im Flora-Menü Kohlrabi mit roter Zwiebel und Remoulade serviert, Blumenkohl mit Radicchio und Eigelb kombiniert und Kürbis mit Vadouvan gewürzt, dazu gibt es Deichkäse. Alle Komponenten sind bestens aufeinander abgestimmt und handwerklich sehr gut zubereitet.
Wein: Die sorgfältig kuratierte Weinkarte legt den Schwerpunkt auf biodynamische Weine.
Atmosphäre: In dem kleinen Restaurant kommt eine lässige Bistroatmosphäre auf, in der skandinavische Klarheit auf französische Leichtigkeit trifft.
Fazit: Gehobene Küche mit regionalem Fokus in lebhafter Lage.
Konzept: Lebendiges Bar-Restaurant im Herzen von St. Pauli mit Schwerpunkt auf Fisch und Meeresfrüchten, begleitet von regionalem Gemüse. Alle Gerichte à la carte, zusätzlich gibt es ein Chef‘s Choice Menü.
Küche: Inhaber Fabio Haebel bezieht für sein Restaurant die besten Produkte aus dem Meer und orientiert sich dabei an der saisonalen Verfügbarkeit. Nori-Cracker mit Fisch-Tatar und Sauerampfer (€ 12) gibt es immer, ebenso den „Pasta Krabbe“ mit Krabbenbisque und Forellenkaviar (€ 26). Je nach Verfügbarkeit wechselt der Catch of the day oder Crudo vom Tagesfang, im Frühsommer mit Rhabarber, Spargel und Pistazien (€ 19). Apfelkuchen mit Haselnusseis und Fichtensprossen (€ 12) ist ein Klassiker, Erdbeersalat mit Buttermilcheis (€ 10) ein Sommerdessert.
Getränke: Europäisch geprägte Weinkarte und Signature Drinks.
Atmosphäre: Entspannte und offene Atmosphäre mit Plätzen an der offenen Küche oder im hellen, skandinavisch eingerichteten Gastraum. Im Sommer gibt es einen kleinen Außenbereich.
Konzept: Modernes Landhaus im trendigen Skandinavien-Look. À-la-carte, Menüs und Sharing-Angebote. Bar.
Küche: Saisonal, regional – immer kreativ interpretiert. Von der eigenen Farm kommen die Zutaten für den Salat mit eingewecktem Gemüse, Kernöl und Sonnenblumenkernen (€ 18). Zur Brunnenkresseschaumsuppe passen Onsenei und Quinoa (€ 9). Den lauwarmen Oldenburger Saibling mit Kaviar-Beurre-blanc, Blattspinat und Sauerteig gibt es in zwei Größen (€26/39).
Getränke: Große Barkarte mit Cocktails, Whisky, Rum. Kleine Weinauswahl aus Europa im Offenausschank. Sommelier Lennart Wenk hat eine fulminante Karte mit besonderen Flaschen zusammengestellt.
Atmosphäre: Ledersessel, Felle, dicke unbehandelte Balken – so sieht der Hygge-Stil aus. In der Mitte ein Kamin. Im großen, hohen Raum kann es laut werden, wenn die großen runden Tische mit Friends & Family belegt sind. Schöner Garten.
Konzept: Japanisch-peruanische Fusionsküche im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten an der Hamburger Binnenalster. Omakase-Menü (115 Euro) mit Wagyu-Upgrade (plus 55 Euro). Chef’s Table vor offener Küche. Zwei Seatings mit fester Uhrzeit. Exzellent bestückte Bar unter Leitung von Chef Enrico Wilhelm.
Küche: Sushi, Ramen, Grill-Spezialitäten. Wer Orientierung braucht, lässt sich Sharing-Dishes zusammenstellen oder wählt das 5-Gänge-Überraschungs-Menü: Feines Ceviche kommt auf Wunsch in milderer Ponzu-Marinade ohne Chili. Gefolgt von würzigen japanischen Goyza-Teigtaschen. Purismus auf dem Sushiteller, großes Kino bei der Teriyaki-Entenbrust vom Robata Grill im Hauptgang. Das Wechselspiel aus japanischer Feinheit und temperamentvollen Nuancen ist gekonnt.
Wein: Cocktails wie Pisco-Yuzu-Sprizz und ein großes Sake-Angebot. Internationale Weine. Hoch gegriffen: Eine Flasche Wasser 14 Euro.
Atmosphäre: Goldenes Licht, dunkles Holz und Spiegel versetzen in die Gatsby-Ära. Bis zu 90 Plätze. Musik Do.-Sa. vom DJ. Lockere Stimmung verbreiten auch die Service-Mitarbeiter, die etwas inflationär an den Tisch treten und nach Wünschen fragen.
Fazit: Fine Dining mit Erlebnisfaktor in leger-glamouröser Atmosphäre.
Konzept: Fine Dining mit dem Fokus auf Fisch und Meeresfrüchten, serviert wird ein Menü mit fünf bis sieben Gängen.
Küche: Küchenchef Stefan Fäth serviert ein Fisch- und Seafood-Menü, das um zwei Fleischgänge ergänzt werden kann. Der schottische Lachs harmoniert perfekt mit der Gin-Tonic-Granité und der Buttermilchvinaigrette, die für eine erfrischende Note sorgt. Bei der Gelbschwanzmakrele mit Auster, Kokosnuss und Ingwer ist das Meer nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch präsent: Eine kleine Korallenlandschaft wölbt sich am Rand entlang, darin befinden sich Oyster-Leaves, gepuffter Reis und ein Stein aus Kokoscreme. Bei manchen Kompositionen wünscht man sich weniger Komponenten, um den Fisch in dieser Qualität mehr glänzen zu lassen. Blaubeerkuchen klingt zu simpel für diese aufwendige Kreation mit mehreren Schichten, intensiver Sauce und Joghurteis – ein gelungener Abschluss.
Wein: Die Weinkarte ist groß, sie umfasst 420 Positionen und hat ihren Schwerpunkt auf Deutschland und Europa. Sechs Weine werden offen ausgeschenkt.
Atmosphäre: Ein helles Restaurant mit legerer Atmosphäre, weiße Tischdecken und maritime Elemente ergeben ein stimmiges Bild. Das junge Team ist einladend und zugewandt.
Fazit: Eine Seafood-Perle unter den Top-Restaurants.
Konzept: Das Gourmetrestaurant befindet sich im traditionsreichen Grandhotel an der Alster. Es gibt ein Menü mit vier bis sieben Gängen (auch in einer vegetarischen Version) sowie Gerichte à la carte.
Küche: Hier treffen internationale Einflüsse auf klassische französische Küche. Chefkoch Fokke Mick kombiniert bei der Ceviche vom schwarzen Seehecht Melone, Feta und Kimchi-Sesam. Teil des Menüs sind auch Cannelloni mit Steinpilzen, Spinat, Parmesan und Trüffeln sowie Lotte im Speckmantel mit Champagner-Beurre-Blanc. Ein Muss ist das Traditionsgericht, das untrennbar mit dem Haus verbunden ist: die Atlantic Hummersuppe.
Wein: Große Auswahl von 300 Weinen, acht Weine gibt es glasweise.
Atmosphäre: Die Sessel und Bänke sind mit cremefarbenem Leder bezogen, das Ambiente ist gediegen hanseatisch und von einigen Plätzen aus hat man einen Blick auf die Alster.
Konzept: Kreative, weltoffene kulinarische Genussreise in stilvollem Ambiente.
Konzept: Faszinierende Aussicht und hochrangige Kulinarik verschmelzen in der siebten Etage des Fontenay zu einem eindrucksvollen Rundumerlebnis. Das 7-Gänge-Menü (alle Gerichte auch à la carte), vereint Präzision und emotionale Tiefe.
Küche: Julian Stowassers Küche folgt der Idee der Reduktion – nicht als Verzicht, sondern als Konzentration auf das Wesentliche. Carabinero oder Wachtel erscheinen überraschend pur, der Ike-Jime-Lachs mit Fenchel, Pastis und Chicken-Dashi zeigt souveräne Finesse. Auch kräftigere Töne beherrscht Stowasser: Short Ribs nach ungarischer Art mit Paprika und Perlzwiebeln erhalten durch Amalfi-Zitrone eine frische Dimension. Den Altländer Apfel schließlich machen Getreide, gesalzene Butter und Karamell zu einer köstlichen Wonne.
Wein: Auf der 400 Positionen starken Karte begegnen Große Gewächse aus Deutschland und Burgund charaktervollen Naturweinen.
Atmosphäre: Mit klaren Linien schafft der lichtdurchflutete Raum eine luxuriöse Stimmung. Der Blick über die Außenalster ist spektakulär, das charmante Team um Gastgeber Michel Buder sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Fazit: Menü, Weine, Service, Lage – in vielerlei Hinsicht ein Höhepunkt der Hamburger Gastronomie.
Konzept: Hier wird auf Nachhaltigkeit geachtet, ohne dogmatisch zu sein, ein legeres Restaurant für einen geselligen Abend.
Küche: Alle Gerichte können geteilt werden, weshalb auch keine Vorspeisen auf der Karte stehen. Ob Spitzkohl mit Champignons, Senfsaat und Nussbutter (€ 16), Grilled Cheese Sandwich mit Sauerkraut (€ 17) oder Fried Chicken „Klinkerstyle“ (€ 22) – alles kommt aus der Region und ist auf den Punkt zubereitet. Es lohnt sich, mit mehreren die Karte durchzuprobieren und so die Bandbreite der Küche zu entdecken.
Getränke: Biodynamische Weine bilden den Kern der Weinkarte, auch Newcomer der Weinszene finden sich hier.
Atmosphäre: Entspannt und freundlich ist das Ambiente. Die Gäste sitzen an blanken Holztischen und der Service ist charmant und mit Humor.
Konzept: Im kleinen Gourmetrestaurant geht Marcel Göhrke einen Schritt weiter Richtung Grünes Fine Dining: Fleisch oder Fisch gibt es nur noch als Zusatz zum Hauptgericht.
Küche: Regionale Produzenten sorgen für kurze Wege von der Farm auf den Teller. Hier werden sie höchst geschmackvoll inszeniert, etwa beim Amuse-Reigen die Kürbiswaffel und Kirschessigkaviar. „Aromen des Herbstes“ als Vorspeise brachte Buchenpilze, Pilzküchlein, Pilzcreme, Kürbis mit Yuzu-Gel und Petersilien-Sponge bestens zur Geltung. Wumms hatte auch Mangold in Walnuss-Dashi. Zauberhaftes: Dessert, ein saftiger Savarin mit Rauchmandel und Topfeneis.
Wein: Sandra Ureidat empfiehlt aus der umfangreichen Karte, mit einigen Naturweinen.
Atmosphäre: Bequeme Holzstühle, indirektes Licht sorgen für entspannte Atmosphäre.
Fazit: Noch konsequenter in puncto Nachhaltigkeit, noch präziser in der Umsetzung.
Konzept: Seit über 25 Jahren verbindet die Trattoria der aus den Medien bekannten Chefin italienische Lebensfreude mit hanseatischer Weltoffenheit. Gäste wählen das Degustationsmenü oder à la carte. Zu Recht beliebt: die Antipasti alla famiglia.
Küche: Polettos Cucina ist eine Schule des klaren Geschmacks: Effekte sind überflüssig, die Zutat steht im Mittelpunkt. Ob hausgemachte Pasta wie Kartoffelraviolini mit Pfifferlingen, Salbeibutter und Pancetta oder glasiger Fisch wie Tramezzino vom Lachs mit Erbsenpüree, geschmolzenen Tomaten und Kaviar-Beurre-Blanc: Kompromisslose Produktqualität, saisonale Frische und mediterrane Leichtigkeit haben alle Gerichte gemein.
Konzept: 150 Positionen mit Fokus Italien. Stimmige Pairings glasweise.
Atmosphäre: Moderne Eleganz und der Service unter Remigio Poletto schaffen Wohlgefühl. Die Empore fasziniert durch Grafiken von Günter Grass. An einigen Tischen sitzt man dort etwas beengt.
Fazit: Italienische Grandezza und norddeutsche Klarheit in perfekter Symbiose.
Konzept: Junges, legeres Fine Dining mit Fokus auf kreative, regional-saisonale Gemüsekompositionen. Zwei Menüs, eines davon vegetarisch.
Küche: Maurizio Oster hat seinen individuellen Stil weiter geschliffen, seine Gerichte, die jeweils eine Hauptzutat mit Raffinesse durchdeklinieren, haben an Klasse gewonnen, etwa „Karotte“ als Quader aus Stampf, Ragout, Mousse mit Kräuteröl, Karotten-Buttermilch-Sauce und einer Knusperrolle mit geräuchertem Karottenpüree. Aromatischer Rehrücken mit Walnuss-Sellerie-Praline, klassisch intensiver Jus und weiteren Sellerie-Varianten. Herrlich süffig zum Löffeln: „Huhn 2020“ mit Keulenragout, Fettschaum, Lebereis, Schnittlauchöl. Perfekte Harmonie beim Finale mit Mandarine, Estragon und Quark mit der 2018 Riesling Spätlese Bockstein von Nik Weis. Neu: ein Käse- und ein Spirituosenwagen
Wein: Auch Sommelier Tobias Greve hat seine Weinkarte neu justiert, u.a. mit vielen deutschen Topgütern mit Jahrgangstiefe sowie Exquisites aus dem Coravin-System. Überraschendes in der alkoholfreien Begleitung wie Birnensaft mit Rauchsahne.
Atmosphäre: Das überwiegend neue Serviceteam unter Nena-Sophia Richards agiert schwungvoll. Das veränderte Design (Raumteiler, farbige Gemälde, statt Private Room mehr Tische) ist ein Gewinn.
Fazit: Maurizio Oster legt in jeder Hinsicht einen Gang zu und hält die Preise gastfreundlich, das zieht auch ein junges Publikum an.

