Die besten Restaurants in Düsseldorf

Konzept: Deutschland-Comeback von Spitzenkoch Thomas Bühner als Patron mit hochkarätigem Team im Hauptsitz des Großhändlers Metro – Fine Dining auf Topniveau, zwei Menüs, „Omnivor“, und „Vegan“.
Küche: Küchenchef Timo Fritsche (nach Caminada-Stationen zuletzt „Mural Farmhouse“, München) präsentiert eine puristischen Küche aus hochwertigen Zutaten mit viel Gemüse und spannenden Aromenpaarungen. Jodig-süße Noten von minimal gegrillter Gillardeau-Auster trafen auf intensive BBQ-Miso-Sauce und die chlorophyllig-herbe Mineralik von Seespinat und Portulak. Intelligente Gemüseküche demonstrierten in Koji-Wasser gegarte, dann dehydrierte Zucchini mit zu bestens passendem Comté-Schaum. Höhepunkt war eine üppige Portion knackiger Helgoländer Hummer, dessen Eigengeschmack leicht buttriger Holunderblütenschaum und eine Nuance Chiliöl zart beflügelten.
Wein: Weinbegleitung von Sommelier Thilo Kownatzki mit Spannendem und Hochwertigem aus dem Jura und Piemont sowie der Jahrgangstiefe des deutschen Teils der internationalen Karte.
Atmosphäre: Zeitlos-modernes, elegantes Design (Olaf Kitzig) mit Stoff-Drehstühlen an Vitra-Tischen und zwei Marmor-Hochtischen.
Fazit: Aufregende Autorenküche in modern-stilvollem Rahmen mit weiterem Potenzial. Schöne Idee: die Candy-Bar
Konzept: Thailändisches Fine-Dining zwischen Purismus und Emotion (in 5 oder 8 Gängen): Wirun und Nicha Lawang präsentieren die Aromen ihrer Heimat in eleganter, zeitgenössischer Form.
Küche: Die Küche ist konzentriert, tief aromatisch und klar strukturiert. Handgemachte Pasten, frische Kräuter, Chilis, Limetten und Palmzucker verschmelzen zu kunstvoll balancierten Gerichten. Klassiker wie Tom Kha mit Kaisergranat oder auf der Haut gebratener Ike-Jime-Wolfsbarsch mit Mango und Tamarinde zeigen die Virtuosität des Teams – jedes Detail ist durchdacht, jede Textur bewusst gesetzt.
Wein: Deutsche Rieslinge, französische Klassiker und elegante Naturweine ergänzen die Menüs harmonisch, ohne die fernöstliche Aromatik zu überlagern.
Atmosphäre: Das holzgetäfelte Interieur strahlt schlichte Eleganz aus - stilvolle Details, warmes Licht und herzliche Gastfreundschaft runden das Erlebnis ab.
Fazit: Authentische thailändische Haute Cuisine – eine Bereicherung für Düsseldorfs Gourmetlandschaft.
Konzept: Mit hoher kreativer Energie bietet Lukas Jakobi seinen Gästen ein intensives Geschmackserlebnis, das ihn zu einem der spannendsten Köche seiner Generation macht. Zur Auswahl stehen zwei Menüs: „vegan“ und „nicht-vegan“.
Küche: Immer wieder erfrischend, wie Jakobi sehr sicher mit Aromen spielt: Etwa die Langoustinen, die er mit XO-Sauce und erdigen Morcheln kombiniert. Oder das Maishähnchen, das mit Petersilien-Mole kommt. Spannend: Was anderswo als Küchenabfall im Müll landet, wertet Jakobi mit seinem Team als „Taste the Waste“ zu einer Auswahl an Amuse-Gueules auf.
Wein: Kenntnisreich zusammengestellte Karte, die nach Rebsorten kategorisiert ist. Auch die Weinbegleitung spiegelt profundes Wissen, wirkt aber zuweilen etwas überladen.
Atmosphäre: Die Kombination aus langem Holztresen, Estrichboden und eleganten Stühlen prägt die Atmosphäre: reduziert, aber einladend.
Fazit: Ideenreiche, anregende Spitzenküche, die in ihrer Unbekümmertheit auch Gourmetneulinge abholt.
Konzept: Menü mit asiatischer Raffinesse in 6 Gängen (auch vegetarisch). Chef Jörg Wissmann lässt sich entlang des Tresens über die Schulter blicken – Fine Dining als Dialog, nicht als Distanz.
Küche: Zugänglich, konzentriert im Geschmack, frei von Effekthascherei: Europäische Klassiker wie Gazpacho oder Risotto werden mit koreanischen Aromen - und gekonnt dosierter Schärfe - neu interpretiert. Zarte Beef Short Ribs kommen mit süßen Bulgogi-Noten, balanciert durch frischen Apfel und pikantes Chicorée-Kimchi. Rote Bete, Johannisbeere und Tonkabohne überraschen als Dessert: erdig, fruchtig, exotisch – harmonisch und einfallsreich kombiniert.
Wein: Die präzisen Pairings von Sommelière Emiko Fukuzawa erweitern die geschmackliche Erzählung jedes Gangs. Internationale Karte mit 200 Positionen.
Atmosphäre: Die ehemalige Eckkneipe gefällt jetzt durch helles, puristisches Interieur. Neben Plätzen am Tresen gibt es auch zwei Tische.
Fazit: Moderne Fusionsküche mit Seele – fokussiert und hochästhetisch.
Konzept: Inhaberin Agata Reul bietet zwei Menüs an, darunter ein vegetarisches. Mittwochs und donnerstags kann man die Gerichte daraus auch à la carte essen.
Küche: Küchenchef Marcel Förster gehört mittlerweile zu den konstanten Größen in Düsseldorf. Für seinen über die Jahre verfeinerten Stil bedient er sich aus den Küchen der Welt. Das kann in die französisch-klassische Richtung gehen wie bei der Seezunge mit Spargel und einer Beurre Blanc, die er mit Speck potenziert. Gut gelingen auch kreativere Kombinationen wie das saftige Secreto mit süß-herber Pflaume und einer Hommage an den Bohneneintopf.
Wein: Nach Redaktionsschluss hat die ausgezeichnete Sommelière Sharin Polte (zuvor „Skykitchen“, Berlin) die Weinabteilung übernommen und wird sicher spannende Akzente setzen.
Atmosphäre: Trotz des hohen kulinarischen Niveaus herrscht hier eine entspannte, fast wohnliche Atmosphäre – befördert durch den nahen Austausch an den Tischen und den herzlich-aufmerksamen Service der Namensgeberin.
Fazit: Pfiffige Spitzenküche mit internationalem Einschlag.
Konzept: Spitzenküche im Supermarkt – das geht deutschlandweit nur in Düsseldorf. Im Untergeschoss des bemerkenswerten Edeka-Markts Zurheide stehen verschiedene Menüs zur Wahl, freitags und samstags auch zur Mittagszeit.
Küche: Mit konstant guter Leistung macht der junge Küchenchef Egor Hopp auf sich aufmerksam. Er beherrscht klassische Zutaten der Gourmetküche – etwa aromatischer Carabineiro, Cuts vom australischen Wagyu-Rind – und interpretiert die Gerichte seines Geburtslandes Kasachstan wie die Okroschka mit Lachs mit hoher kreativer Energie und handwerklich gelungen.
Wein: Fair bepreiste Karte, die sich bei Bedarf (und gegen Korkengeld) aufs gesamte Weinsortiment des Edelsupermarkts ausweiten lässt.
Atmosphäre: Die elegante, von hellem Holz dominierte Einrichtung schafft einen überzeugenden Kontrast zum ringsherum perlenden, separaten Einkaufserlebnis.
Fazit: Wer zwischen Feinkostabteilung und Frischetheke Lust auf Fine Dining bekommt, ist hier richtig.
Konzept: Die kleine Schwester des Stammhauses Nagaya rückt die japanische Küche puristisch und fokussiert in den Mittelpunkt. Yoshizumi Nagaya zelebriert hier eine Form der Reduktion, die Handwerk und Ästhetik in schönster Balance zeigt. Omakase-Menü in voller oder verkürzter Länge.
Küche: Die Gerichte sind fein austariert, jedes Detail ist durchdacht. Sushi und Sashimi von makelloser Qualität treffen auf warme Gänge, die mit Dashi, Yuzu oder Ponzu Tiefe und Spannung erzeugen. Längst ein Klassiker: das leicht gegrillte Wagyu-Filet. Der Stil ist zurückhaltend, doch in seiner Präzision entfaltet er große Wirkung – ein faszinierendes Spiel aus Textur, Temperatur und Umami.
Wein: Der Fokus liegt auf deutschen und französischen Gewächsen sowie sorgfältig ausgewähltem Sake, der dem Menü aromatische Tiefe gibt.
Atmosphäre: Das Interieur ist schlicht und ruhig, der Service auf leise Perfektion bedacht.
Fazit: Authentische japanische Esskultur – elegant und berührend in ihrer stillen Schönheit.
Konzept: Seit Jahren Inbegriff der Verbindung von japanischer Präzision und europäischer Haute Cuisine. Yoshizumi Nagaya interpretiert das klassische Kaiseki neu und schafft aus fernöstlicher Ästhetik und westlicher Produktkultur eine unverwechselbare kulinarische Sprache – leise, konzentriert und voller Ausdruck. Omakase-Menü in voller oder verkürzter Länge.
Küche: Japanischer Purismus verschmilzt mit französischer Aromendichte – stets in präziser Balance zwischen Umami, Säure und Textur. Zu den Highlights gehören Gerichte wie das delikate Wagyu-Tatar mit Yuzu und Ponzu-Sauce, gefolgt von auf den Punkt gegarten Seezungenfilets mit süffigem Dashi. Unvergleichlich die kunstvoll arrangierten Sushi-Variationen, die mit erlesenem Fisch und perfekt gekochtem Reis punkten. Jede Komposition erzählt von Handwerkskunst und Intuition, von Reduktion als Ausdruck höchster Raffinesse.
Wein: Deutsch-französische Karte mit über 450 Positionen oder glasweise Begleitung mit feinen Burgundern, eleganten Rieslingen und exquisiten Sakes.
Atmosphäre: Reduzierte Eleganz in sanftem Licht prägt das Ambiente. Der ruhige, kultivierte Service ist perfekt getaktet.
Fazit: Ein Ort stiller Größe, an dem japanische Philosophie und europäischer Esprit in kulinarischer Harmonie zusammenfinden.
Konzept: Kleines, wohnzimmerartiges Restaurant mit einladender Terrasse für die warmen Monate. Zu essen gibt es ein Menü mit einem knappen Dutzend Gängen für maximal 14 Personen. Allerdings betrachtet Gastgeber und Küchenchef Daniel Dal-Ben die Abfolge nur als grobe Richtlinie und ergänzt sie immer wieder mit spontanen Ideen.
Küche: Gute Produktqualität wie bei der Scholle aus dem Wildfang oder beim Rehrücken von Oliver Tilly zeichnet Dal-Bens Küche aus. Zwar lässt er seine italienischen Wurzeln in die Gerichte einfließen, ihn allein darauf zu reduzieren, würde ihm aber nicht gerecht; asiatische Komponenten, wie etwa der Szechuan-Pfeffer bei der zarten Anjou-Taube, fügen sich gut ein. Reduzierte Arrangements und gut abgestimmte Saucen sind ein Markenzeichen.
Wein: Eine gute Auswahl europäischer Weine sowie einige Sparklings rahmen das Essen angemessen ein.
Atmosphäre: Petrolblaue Wände und niedrige Decken prägen die intime Atmosphäre des Restaurants.
Fazit: Familiäres Fine Dining mit mediterranen Einflüssen.
Konzept: Das Menükonzept lässt Gästen die Wahl zwischen vier und sieben Gängen. Das neu eingeführte und preislich sehr attraktive Vier-Gang-Menü eignet sich für Genuss-Einsteiger.
Küche: Benjamin Kriegel bleibt seinem Stil treu und verbindet in seinen Menüs erlesene Zutaten der Gourmetküche mit Hausmannskost-Elementen. So verschränkt Kriegel für seine Version vom Rollmops Kimchi vom Kohlrabi mit einer gerollten Seezunge, Schwertmuschel und Seezungenfond, zartem Kaisergranat stellt er elegant einen mit Verjus marinierten Spitzkohl-Turm beiseite.
Wein: Ramona Kriegel stellt die Weine zusammen und setzt dabei in souveräner Manier auf bekannte und gute Namen aus Europa.
Atmosphäre: Puristische und hochwertige Einrichtung. Der transparente Glaskubus, den man per Land nur über eine Brücke erreicht, erzeugt das Gefühl, direkt am (Hafen-)Wasser zu sitzen.
Fazit: Elegante Atmosphäre und finessenreicher Küchenstil gehen hier eine stimmige Symbiose ein.
Konzept: Jean-Claude Bourgueil muss aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten und will sein Restaurant neu aufstellen. Bis zu einem neuen Test setzen wir die Bewertung aus.

