Segelkreuzfahrten: Wind für die Seele

Wenn die Maschine gestoppt wird und plötzlich vollkommene Ruhe auf dem Schiff ist, geht ein tiefer Seufzer über das Deck. Die vollen Segel drücken das Schiff leicht zur Seite, schieben den Bug mit Kraft Richtung Horizont. Kreuzfahrer, die auf Segeltörns schwören, lieben solche Momente.
Zu erleben sind sie zum Beispiel auf Schiffen der Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Die „Seacloud II“ und die „Seacloud Spirit“ gehen in der Saison 2027 auf spannende Reisen in Europa, Nordafrika und der Karibik. Dazu gehören im Sommer die 14-tägige Segeltour von Dublin nach Bilbao als Verbindung von irischer Auswanderergeschichte und baskischem Kulturgenuss oder die achttägige Route von Edinburgh nach Dublin, eine Musikreise in Kooperation mit dem Konzertflügel-Hersteller Steinway & Sons. An Bord wird der britische Pianist Dominic Ferris auftreten.
133 Meter lang ist die „Royal Clipper“. Die Segelfläche: nicht weniger als 5000 Quadratmeter!
In das Flair der marokkanischen Königsstadt Marrakesch tauchen die Gäste bei einer siebentägigen Reise von Casablanca nach Málaga ein, besuchen die Küste von Tanger. Und für den Jahreswechsel 2027/28 ist erstmals eine Fahrt der „Sea Cloud Spirit“ von den karibischen ABC-Inseln nach Costa Rica geplant. Mit nur 94 (Sea Cloud II) und 136 Passagieren (Sea Cloud Spirit) eignen sich die beiden Dreimaster besonders für Reisende, die sich bei aller Entdeckerlust auch mal zurückziehen möchten.
Eine völlig andere Segelwelt tut sich an Bord der „Le Ponant“ auf. Wie der Name vermuten lässt, ist der Dreimaster mit der französischen Ponant-Reederei verbunden und hat vor 35 Jahren als Neubau den Grundstein für die heutige Kreuzfahrtschiff-Flotte gelegt. Seit 2023 ist das 88 Meter lange Segelschiff schwimmendes Mitglied bei der Relais-&-Châteaux-Vereinigung von Luxushotels und Gourmetrestaurants.

Das sonnenglitzernde Mittelmeer auf achttägigen Routen von den griechischen Kykladen über Apulien bis an die französische Côte d’Azur im Sommer, einwöchige Segeltouren im Winter entlang der weißen Traumstrände der Karibik mit Stopps auf Guadeloupe und den Kleinen Antillen – die exklusiven Routen der „Le Ponant“ führen zu versteckten Häfen, die viele andere Kreuzfahrtschiffe nicht erreichen. Mit nur 32 Passagieren an Bord ist die Segelreise auf dem Dreimaster ein fast schon privat anmutendes Vergnügen.
Wesentlich größer, aber nicht weniger auf Abenteuer-Kurs sind die drei Segelschiffe der monegassischen Reederei Star Clippers. Sage und schreibe 133 Meter ist die „Royal Clipper“ lang. Der Fünfmaster, ein Nachbau des legendären Frachtseglers „Preußen“ (1902–1910), ist seit dem Jahr 2000 in Fahrt. Mit mehr als 5000 Quadratmeter (also knapp ein Fußballfeld) Segelfläche bringt es das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 18 Knoten (33 Stundenkilometer) und fährt in der Saison 2027 mit 224 Passagieren zu verschiedenen Zielen im Mittelmeer. Einer der schönsten Orte an Bord: das engmaschige Netz ganz vorn unter dem sogenannten Bugspriet. Wer darin liegt, unter sich das Meer, über sich Azurblau – der ist im Kreuzfahrthimmel angekommen.
Pures Segelglück versprechen auch die kleineren Schiffe „Star Clipper“ und „Star Flyer“. Die beiden baugleichen Viermaster bringen es immerhin auf eine Länge von 115 Metern und starten 2027 von Rom (Civitavecchia) und Nizza sowie von Athen, Istanbul oder Venedig zu Zielen im Mittelmeer. Zu den Höhepunkten gehören Menton an der Côte d’Azur, Cefalù auf Sizilien oder Kastelorizo als Griechenlands östlichste Insel.
