Sekt-Cup: Die besten deutschen Winzersekte

Deutscher Sekt hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Qualitätssprung gemacht. Pioniere wie Volker Raumland haben den Weg bereitet, heute sorgen zahlreiche Sekthäuser und Weingüter mit traditioneller Flaschengärung und viel handwerklichem Anspruch für Schaumweine auf höchstem Niveau.
Für den großen Feinschmecker Sekt-Cup wurden 320 Sekte eingereicht und in mehreren Runden verkostet. Bewertet wurde in den drei Kategorien Riesling, Rosé und Burgunder. 88 Sekte schafften es ins finale Blindtasting.
Wir präsentieren die Top 3 jeder Kategorie – und damit neun der besten Sekte Deutschlands. Alle 35 ausgezeichneten Sekte finden Sie in der aktuellen Print-Ausgabe des Feinschmeckers.
Die Top 3 in der Kategorie Riesling

1. Weingut Egert, Rheingau
2020er „Sophie“ Riesling Brut
Eine Überraschung beim Sekt Cup: Das Weingut Egert aus Hattenheim im Rheingau gewinnt mit „Sophie“ den ersten Platz in der Kategorie Riesling. Benannt ist der Sekt nach Sophie Egert, die gemeinsam mit ihrem Bruder Max nach und nach das Weingut der Eltern übernimmt. „Sophie“ ist der erste Sekt, der von der Traube bis zur Flaschenausstattung vollständig im eigenen Weingut entstanden ist.
51 Monate Hefelager sorgen für einen charakterstarken Rieslingsekt mit reifem Stein- und Kernobst, zitrischen Noten und Anklängen von Patisserie. Frisch und typisch, mit harmonischem Süß-Säure-Spiel, Tiefe und Länge.
€ 28,50 | www.weingut-egert.shop
2. Weingut Braunewell, Rheinhessen
2022er Riesling Brut
Sekt ist längst eine Passion der Winzer Christian und Stefan Braunewell – mittlerweile entstehen im rheinhessischen Weingut sieben unterschiedliche Sekte. Der Riesling stammt von den Kalksteinböden des Selztals und lag 24 Monate auf der Hefe.
Im Duft zeigt er sich hell und frisch mit weißen Beeren und grünem Apfel, dazu kommen Noten von Gestein und zerstoßener Austernschale. Am Gaumen wirkt der Sekt druckvoll, intensiv und ausgewogen.
€ 15 | www.weinzentrale.de
3. Weingut Ökonomierat Rebholz, Pfalz
2018er Riesling Extra Brut
„Extra Brut“ steht auf der Flasche, tatsächlich kommt der 2018er Jahrgang ganz ohne Restsüße aus. Der Rieslingsekt ist knalltrocken und wirkt dabei dennoch stimmig und sinnlich. Familie Rebholz mit den Zwillingsbrüdern Valentin und Hans ist beim Finale des Sekt Cups gleich zweifach vertreten.
Nach sechs Jahren Hefelager zeigt sich das Mousseux kraftvoll und die Säure druckvoll. Dazu kommen frisches und mürbes Obst, Würze, ein Hauch Exotik und eine feine Spur Holzrauch.
Die Top 3 in der Kategorie Rosé

1. Griesel & Compagnie, Hessische Bergstraße
2021er Rosé Prestige Extra Brut
Bei deutschen Sektverkostungen ist Griesel & Compagnie regelmäßig auf den vorderen Plätzen vertreten. Beim Sekt Cup überzeugt der Rosé Prestige Extra Brut 2021 aus einem herausragenden Jahr an der Hessischen Bergstraße. Pinot Noir vom Granit und eine Dosage von zwei Gramm bilden die Grundlage.
Dezente rote Beeren, Kirsche, Patisserie, Mandel und ein Hauch mürbes Kernobst prägen die Aromatik. Am Gaumen zeigt sich der Rosé druckvoll, angenehm reif und saftig, mit zartem Schmelz und feinem Mousseux. Ein Sekt, der noch am Anfang seiner Entwicklung steht, aber schon jetzt viel Freude bereitet.
€ 29 | www.gute-weine.de
2. Weingut Schnaitmann, Württemberg
2023 Evoé! Rosé Brut Nature
Gleich zweifach ist Rainer Schnaitmann bei den Rosés vertreten – mit dem Evoé! erreicht er Platz zwei. Im Glas zeigt sich ein elegantes Lachsrosé mit feiner, zurückhaltender Nase und erfrischender Frucht.
Aromen von Waldfrüchten, eine einladende Art am Gaumen, präziser Säuregrip und ein langer Nachhall zeichnen den Rosé aus. Rainer Schnaitmann, der bereits seit Langem biologisch arbeitet, beweist damit einmal mehr sein Können als Schaumweinmacher.
€ 22,50 | shop.weingut-schnaitmann.de
3. Weingut Bergdolt, Pfalz
2022 Spätburgunder Rosé Extra Brut
Carolin Bergdolt gehört zu den ambitioniertesten Sekterzeugerinnen Deutschlands. Bereits in den 1980er-Jahren begann das traditionsreiche Weingut mit der Sektherstellung, die Bergdolt seitdem konsequent weiterentwickelt hat.
Der Spätburgunder Rosé Extra Brut reifte 34 Monate auf der Hefe und erhielt eine Dosage von 5,1 Gramm. In der Nase zeigen sich Hagebutte und getrocknete Himbeeren, begleitet von feiner Würze und Patisserie-Noten. Am Gaumen wirkt der Rosé angenehm schlank und reintönig.
€ 25 | www.weingut-bergdolt.de
Die Top 3 in der Kategorie Burgunder

1. Weingut Philipp Kuhn, Rheinhessen
2018er Blanc de Noirs Brut Nature
Philipp Kuhn ist als exzellenter Winzer bekannt – mit diesem Wettbewerb beweist er nun auch sein Können als Sektmacher. Der Grundwein reifte zweieinhalb Jahre auf der Hefe, zu 60 Prozent in kleinen Holzfässern und zu 40 Prozent im Stahl. Nach der zweiten Gärung auf der Flasche wurde der Sekt ohne Dosage degorgiert.
Zunächst wirkt er sehr zitrisch und lebendig, gewinnt dann zunehmend an Tiefe und Komplexität mit Noten von Brioche und Brotkruste. Am Gaumen zeigt er eine fein eingebundene Perlage, Länge und eine angenehme Säurestruktur. Als einziger Sekt im Wettbewerb erhielt er von der Jury dreimal 96 Punkte.
€ 29 | www.wirwinzer.de
2. Sekthaus BurkhardtSchür, Franken
2021er Blanc de Blancs Extra Brut
Nur 0,1 Punkte hinter dem Sieger landet der Blanc de Blancs von Laura Burkhardt und Sebastian Schür auf Platz zwei. Der Chardonnay stammt von Löss und Vulkanverwitterungsgestein aus einer nördlichen Lage am Kaiserstuhl. Der Grundwein reifte elf Monate im gebrauchten Barrique, anschließend lag der Sekt 38 Monate auf der Hefe.
In der Nase zeigt er sich fein und elegant, am Gaumen mit viel Energie, Salinität und Ausdruck. Eine feine Perlage, frische Säure und mineralische Spannung sorgen für Balance und Eleganz.
€ 38 | www.burkhardtschuer.de
3. Weingut Ökonomierat Rebholz, Pfalz
PiNo XII Extra Brut
Die Leidenschaft für Schaumwein liegt bei Familie Rebholz in der Familie: Schon Birgit und Hansjörg Rebholz waren große Sektliebhaber, ebenso ihre Söhne Hans und Valentin. Der PiNo XII ist eine Assemblage aus Pinot Noir und Chardonnay. Der Grundwein vergärt und reift in gebrauchten kleinen Holzfässern, anschließend folgt ein Hefelager von mindestens fünf Jahren. Degorgiert wird ohne Dosage.
In der Nase zeigt sich der Sekt elegant und fein mit nussigen Noten, Karambole, Lemoncurd und Kräutern, dazu Kern- und Steinobst sowie feine Patisserie. Am Gaumen überzeugen Druck, Balance, Würze und Tiefe.
Die Verkostung

Volle Konzentration: An Einzeltischen verkostete die Sekt-Cup-Jury im Hamburger Restaurant „Stüffel“ die 88 Finalisten blind. Mit dabei waren Ina Finn (Wine Academy), Katharina Iglesias (Winebank), Ondrej Kovar („Stüffel“), Michael Kutej (Hanse Lounge), Sophie Lehmann („100/200 Kitchen“), Michael Quentel (Weinautor), Christoph Raffelt (Weinautor und Podcaster), Maximilian Wilm („Kinfelts“) sowie aus der Feinschmecker-Redaktion Gabriele Heins und Kersten Wetenkamp.
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Drei Kategorien, drei Sieger: Die Erstplatzierten des Feinschmecker Sekt Cups in den Kategorien Riesling, Rosé und Burgunder gibt es jetzt gemeinsam in einem exklusiven Siegerpaket. Das limitierte Trio ist zum Vorteilspreis von 85 Euro im Feinschmecker-Shop erhältlich.
1. Platz Burgunder: Blanc de Noirs Pinot Noir, Weingut Philipp Kuhn
1. Platz Rosé: Rosé Prestige extra Brut, Griesel & Compagnie
1. Platz Riesling: Sophie Riesling Brut, Weingut Egert
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