Feinschmecker Riesling Cup 2023: Die 13 besten Weine

Riesling Cup 2023: Die 13 besten Weine

Seit 15 Jahren kürt der Feinschmecker mit dem Riesling Cup die besten Weine der beliebten Rebsorte. Welche 13 Rieslinge überzeugen konnten und wer das zweite Mal in Folge auf dem Siegertreppchen steht.
Text Gabriele Heins
Datum17.01.2024

Hunderte renommierte Weingüter aus sämtlichen deutschen Anbaugebieten folgten dem Aufruf des Feinschmeckers und reichten jeweils einen Riesling aus dem Jahrgang 2022 ein – vom Guts- und Ortswein bis zum Großen Gewächs, stets als trockener Wein. Eine hochkarätige Jury aus erfahrenen Weinkritikern verkostete die Einreichungen in mehreren Durchgängen. Im großen Finale konkurrierten schließlich 89 herausragende Kandidaten um die begehrtesten Bewertungen.

Die Bewertungen spiegeln eine große Spannbreite und Strahlkraft beim deutschen Riesling wider: Basisweine sind ebenso dabei wie Große Gewächse, arrivierte und weniger bekannte Betriebe. Blickt man außerdem etwa auf die Plätze 5 und 11, stellt man fest, dass man kein Vermögen ausgeben muss, um einen tol­len Riesling zu genießen (und immer griffbereit im Haus zu haben). Die Rebsorte spielt in jeder Liga, jeder Re­gion ihre ganz eigenen Stärken und Facetten aus. Die Rangliste der Top 13 zeigt, was den Wein so besonders macht.

Platz 1: 2022 Abtsberg Riesling Große Lage von Maximin Grünhaus

Der Abtsberg Riesling Große Lage, Jahrgang 2022, von Maximin Grünhaus belegt im Riesling Cup 2023 den ersten Platz.

Wer einen strahlenden Mosel-Riesling par excellence sucht, sollte sich diesen Siegertyp sichern: Schon der Duft ist betörend klassisch mit Noten von gelbem Steinobst und Passionsfrucht. 

Der Gaumen hält, was die Nase verspricht: präzise, feingliedrig, dabei sehr griffig und eindringlich sowie getragen von erfrischender Säure mit eleganter Länge. Maximin von Schubert hat aus dem Filetstück Abtsberg, der ältesten Lage des Hauses mit Cool-Climate-Charakter und Blauschiefer-Böden, dieses Unikat in kleinster Erntemenge herausgeholt und spontan vergoren. Zum Vererben (mit Potenzial für Jahrzehnte) oder jetzt genießen. Bravo! Preislich liegt der Wein von der Mosel bei 40 Euro.

Maximin Grünhaus
R Q

Ein Weingut, das seit Jahrzehnten für außergewöhnliche Rieslinge steht, und eine Familientradition, die das Image mit jedem Jahrgang immer wieder neu aufpoliert. Die Vinothek zeigt, wie gut ein modernes, helles Ambiente in historischem Umfeld funktioniert.

Maximin Grünhaus 1, 54318 Mertesdorf
(0) 651 5111
www.maximingruenhaus.de

Platz 2: 2022 Steinbuckel Riesling GG vom Weingut Philipp Kuhn

Der Steinbuckel Riesling GG, Jahrgang 2022, von Philipp Kuhn belegt im Riesling Cup 2023 den zweiten Platz. Im vergangenen Jahr gewann der den Cup.

Philipp Kuhn hat einen Lauf: Im vergangenen Jahr gewann er den Riesling Cup mit dem Kirschgarten GG, jetzt holt der Steinbuckel von kühler Kalksteinlage „Silber“.

Er beeindruckte die Jury mit seinem klaren, kompromisslosen Terroir-Charakter: fest gewirkt, steinig und leicht phenolisch, rauchig mit Druck am Gaumen und starker Länge, dazu präzise Zitrusnoten und feiner Charme. Der Preis für den Riesling aus der Pfalz liegt bei 36 Euro.

Weingut Philipp Kuhn
R

Im vergangenen Jahr haben wir ihm mit Überzeugung das fünfte F verliehen und Philipp Kuhn im Anschluss auch gleich zum Gewinner des FEINSCHMECKER Riesling Cups gekürt. In diesem Jahr sehen wir das schlicht und einfach bestätigt. Ob Riesling oder die weißen und roten Burgunder, nach mehr als 30 Jahren beherrscht er die Klaviatur der klassischen Rebsorten ganz souverän. Was wir auch in diesem Jahr probieren durften, ist einfach bestechend gut. Herausragend der Chardonnay aus dem Laumersheimer Kapellenberg mit Fülle, Kraft und Struktur. Die beiden Rieslinge aus dem Saumagen und dem Kirschgarten könnten unterschiedlicher kaum sein. Ersterer mit Grafit, Feuerstein und Schwarzpulver, karg und mineralisch und sehr straight. Der Kirschgarten dagegen voll, rotfruchtig mit Extrakt und glasklarer Präzision auf Messers Schneide. Den Blanc de Noirs Brut im Champagnerstyle möchten wir aber auch noch empfehlen … da bestätigen wir die 5 F sehr gerne.

Großkarlbacherstr. 20, 67229 Laumersheim
+49 (0) 6238 656
www.weingut-philipp-kuhn.de

Platz 3: 2022 Haardter Herzog Riesling Erste Lage vom Weingut Von Winning

Der Haardter Herzog Riesling Erste Lage, Jahrgang 2022, landet beim Riesling Cup 2023 auf Platz 3.

Ein Wein, in den man sich schockverlieben kann: Schon die Nase betört mit Noten von exotischen Früchten und Kokos, am Gaumen ein starkes Spiel von Würze und Saftigkeit. 

Gewachsen auf Sand und Kiesel ist der Riesling komplex und wird von feiner Säure wie auch präzisen Holznoten gerahmt. „Wer macht das so?“, staunte eine Jurorin. Eine Flasche von dem Riesling aus der Pfalz kostet 22 Euro.

Weingut von Winning
R Q

„Trüb und ohne künstliche Kühlung vergären unsere Spitzenweine warm im Holz. So bewahren wir die wertvollen, aromenprägenden Phenole, die unseren Weinen ihre komplexe Stilistik verleihen“, heißt es auf der Homepage des VDP-Weinguts. Im Weinberg wird darüber hinaus Hornmist ausgebracht und nach den Mondphasen gearbeitet. Ziel ist es, Weine zu produzieren, die einerseits jung trinkbar sind, andererseits aber lange reifen können. Was da auf dem Tisch stand, schießt vor allem beim Holz teilweise ein wenig übers Ziel hinaus und lässt bei aller Kraft und Protzigkeit ein wenig Strahlkraft vermissen. Wunderbar gelungen ist das allerdings beim Riesling aus dem Haardter Bürgergarten mit zartem Duft von Orangenblüte sowie Jasmin und weicher Textur. Ungewöhnlich auch der Riesling aus dem Kalkofen mit Noten von Waldmeister und Buttercroissant. Das ist komplex und elegant zugleich und wird von einem langen mineralischen Abgang getragen.

Weinstr. 10, 67146 Deidesheim
+49 (0) 6326 966870
www.von-winning.de

Platz 4: 2022 Goldtröpfchen Riesling GG vom Weingut Grans-Fassian

Auf dem vierten Platz des Riesling Cup 2023 landet der Goldtröpfchen Riesling GG, Jahrgang 2022, vom Weingut Grans-Fassian an der Mosel.

In der 13. Generation leitet Catherina Grans das Weingut und setzt sich mit diesem sauber und dicht strukturierten Charakter samt spannenden salzigen Noten an die Spitze. „Griffig, saftig, viel Textur“, notierte ein Juror. 

Ein Riesling, der weniger Obstkorb ist, sondern mit eigenwilligen Noten von Kamille und Eisenkraut punktet. Der Wein von der Mosel liegt preislich bei 35 Euro.

Weingut Grans-Fassian
R Q

Puristisch und elegant, so umschreibt das traditionsreiche Weingut seine charaktervollen Rieslinge und liegt damit auch bei den Gewächsen des aktuellen Jahrgangs goldrichtig. Hinzu kommen die mineralischen Akzente, die alle Rieslinge des renommierten Betriebs nicht nur auszeichnen, sondern kennzeichnen. Catherina Grans trägt dafür die Verantwortung, und ihre Handschrift bringt klare Typizität und terroirgeprägte Erstklassigkeit ins Glas. Die trocken ausgebauten Großen Gewächse sind derzeit noch in der Entwicklungsphase und präsentieren sich etwas verschlossen, doch potenziell hoffnungsvoll. Immer mit gutem Grip und Vibrations probieren sich die restsüßen, kristallklar fruchtigen Rieslinge. Die 2022er überzeugen mit Finesse und einem Erfrischungsmoment für lang anhaltenden Genuss.

Römerstr. 28, 54340 Leiwen
+49 (0) 6507 3170
www.grans-fassian.de

Platz 5: 2022 Siefersheimer Riesling Trocken von Weingut Fogt

Der Siefersheimer Riesling Trocken von Weingut Fogt schafft es beim Riesling Cup 2023 auf Platz 5.

Hinter dem Jungendstil-Etikett verbirgt sich ein Gewächs von kühlen Höhen und Vulkangestein mit prägnanter Würze und Mineralität. 

Feuerstein und Salzigkeit am Gaumen, dazu schlank und straff mit kräuterigem Nachhall. Dieser Riesling aus Rheinhessen ist mundfüllend mit einer gut eingebundenen Säure – und dazu ein attraktiver Preis von € 8,90!

Weingut Fogt
R

Wer sich mit der aufstrebenden, dynamischen Winzerszene Rheinhessens beschäftigt, kommt am Weingut Fogt nicht vorbei. Das Weingut aus dem nordwestlichen Teil des Anbaugebiets kann auf ein reichhaltiges Terroir aus Muschelkalk und Vulkangestein zurückgreifen. Georg Fogt interpretiert diese Bodenvielfalt mit handwerklichem Know-How.

55576 Badenheim
+496701-7434
weingut-fogt.de

Platz 6: 2022 Riesling Ebern-Burger Schlossberg vom Weingut Hahnmühle

Der Riesling Ebern-Burger Schlossberg, 2022, vom Weingut Hahnmühle belegt Platz 6 beim Riesling Cup 2023.

Vom historischen Steilhang Schlossberg stammt dieser zupackend-kraftvolle, mineralische Biowein mit aparten Noten von Feuerstein und Säure mit Zug.

„Sehr klassisch, mächtig und druckvoll“, lobte ein Juror beim Blindtasting. Auch die elegante Balance gefiel den Verkostern! Dieser Riesling von der Nahe kostet 26 Euro pro Flasche.

Weingut Hahnmühle
R Q

Das Weingut liegt im Alsenztal, einem Nebental der Nahe: Die dortigen Weinberge sind steil, das Klima ist kühl, die Böden sind trocken – beste Voraussetzungen für Qualität. Mit ihrem 2022er Sortiment hat die Familie Linxweiler die hohen Erwartungen erfüllt. Besonders ihre Rieslinge sind exquisit. Der Alisencia ist straff, hefebetont, schnörkellos. Der Aspenberg und der Elkersberg sind für Weinkenner bereits eine Art Marke geworden – beide hochmineralisch und saftig zugleich. Der Schlossberg legt noch einen Gang zu. Gegen diese Weine kommt der Rote Traminer nicht an. Aber er ist eine würzige Alternative zur Riesling-Monokultur.

Alsenzstr. 25, 67822 Mannweiler-Cölln
+49 (0) 6362 993099
www.weingut-hahnmuehle.de

Platz 7: 2022 Trittenheimer Apotheke Riesling Trocken vom Weingut Ansgar Clüsserath

Der Trittenheimer Apotheke Riesling Trocken vom Weingut Ansgar Clüsserath belegt Platz 7 im Riesling Cup 2023.

Bis zu 100 Jahre alte Reben von Schieferböden liefern die Trauben für diesen Terroir-Moselaner von Eva Clüsserath-Wittmann mit nur 8 Vol.-% Alkohol. 

Tänzerisch vibrierend, fein würzig, seidig, mit Länge und animierendem Hauch von Pfirsich und Ingwer. Der Riesling von der Mosel kostet 33 Euro.

Weingut Ansgar Clüsserath
R Q

Eva Clüsserath-Wittmann bestätigt mit ihrer 2022er-Kollektion aufs Schönste unsere Einschätzung aus dem Vorjahr: Dieses Weingut schickt sich an, den Fünf-F-Olymp zu ersteigen! Für die aktuellen Rieslinge gilt wieder die Maxime „Nach Möglichkeit alles probieren“. Schon die Qualität der Basis ist einwandfrei, der Riesling vom Schiefer sollte zu Hause nie fehlen. Herrlich sinnlich, dabei enorm animierend und schon jetzt herrlich ausdrucksstark das Piesporter Goldtröpfchen. Ganz groß die ebenfalls trockene Trittenheimer Apotheke, ein Wunder an intensiver Mineralität, Salz und ungezügelter Energie. Für den Kabinett aus der Lage gilt nach wie vor: ein Traum-Kabi mit traumhaften Trinkfluss. Hervorragend auch die Auslese: in ihrer Klarheit und funkelnden Brillanz atemberaubend, ätherische Frucht- und Honignoten, der Nachhall eine Offenbarung. Bravo!

Spielesstr. 4, 54349 Trittenheim
+49 (0) 6507 2290
www.ansgar-cluesserath.de

Platz 8: 2022 Hoheleite Riesling GG vom Weingut Weltner

Der Hoheleite Riesling GG, Jahrgang 2022, vom Weingut Weltner landet auf Platz 8 beim Riesling Cup 2023.

Aus dem Filetstück der Toplage Küchenmeister mit facettenreichem „Geologiemix“ stammt der Franke, der mit einem entsprechend starken Auftritt punktet: weißer Pfirsich und grüner Tee in der Nase. 

„Springt richtig aus dem Glas“, so eine Jurorin. Am Gaumen ist der Wein engmaschig und sehr straight mit feiner Salz- und Bitternote. Der Riesling aus Franken liegt preislich bei 38 Euro.

Weingut Paul Weltner
R

Waren wir im vergangenen Jahr noch voller Euphorie für Weltners komplexe Gewächse in allen Stufen, so zeigt die aktuelle Kollektion nicht ganz das gewohnt homogene Bild, möglicherweise ist dies auch dem herausfordernden Jahrgang 2022 geschuldet. Leuchttürme sind der Riesling Rödelseer Küchenmeister: saftig mit Zug, eher pointiert auf der Würze als auf der Frucht, fränkisch trocken at it’s best – sowie die eigenwillige, kraftvoll-stählerne Scheurebe mit Muskatnote, für die der Winzer eine ganz eigene Interpretation findet. Ausgerechnet die Paradetraube Silvaner empfanden wir als schwierig: Der 2022er Rödelseer Sylvaner wirkte recht streng und fest, beim 2022er Rödelseer Küchenmeister vermissten wir druckvolle Tiefe und Kräuterwürze. Wir sind gespannt auf den nächsten Jahrgang!

Wiesenbronner Str. 17, 97348 Rödelsee
+49 (0) 9323 3646
www.weltnerwein.de

Platz 9: 2022 Edelacker Riesling GG vom Weingut Pawis

Der Edelacker Riesling GG vom Weingut Pawis, Jahrgang 2022, räumt Platz 9 beim Riesling Cup 2023 ab.

Schön, dass endlich ein Riesling aus den östlichen Weinregionen in unserer Top 13 steht! Und er war in der Probe auch nicht zu übersehen.

Der Riesling überzeugt mit tiefer Aromatik von gelben Früchten (Quitte und Mirabelle), duftig, floral, saftig, fast füllig mit Zug am Gaumen, dabei gut ausbalanciert. Die Flasche wird für 28 Euro angeboten.

Weingut Bernard Pawis
R

Das Weingut Pawis zeigt, wie Spitzenwein aus dem kleinen Anbaugebiet Saale-Unstrut aussieht. Seit dem Frühjahr 2007 residiert das Weingut in einem denkmalgeschützten Kloster in Freyburg-Zscheiplitz.

Freyburg
03446428315
www.weingut-pawis.de

Platz 10: 2022 Riesling auf der Ley vom Weingut Udo Weber

Platz 10 belegt der Riesling auf der Ley, Jahrgang 2022, vom Weingut Udo Weber.

Laura Weber (ehemalige Naheweinkönigin) sollte man sich merken. In elfter Generation setzt sie Zeichen – etwa mit dem Spitzengewächs: im ältesten Holzfass spontan vergoren, straff am Gaumen und in sich ruhend.

Erfrischende Säure, phenolisch, kühle Anmutung, klassisch. „Braucht Luft“, so der Tipp einer Jurorin. Der Riesling von der Nahe liegt preislich bei 21,80 Euro.

Weingut Udo Weber
R Q

Laura Weber, ehemals Naheweinkönigin, geht der Ruf einer Rebellin voraus. Ihr Projekt ist das „Bienengärtchen“ am Rande von Monzingen, ein Areal, in dem Immenblumen und Obstbäume wachsen und in dem sie den Roten Riesling gepflanzt hat. Der Wein ist feingliedrig und leicht und eine originelle Alternative zum Weißen Riesling, den Vater Udo pflegt, zum Chardonnay, zur Scheurebe, zum Sauvignon Blanc. All diese Weine sind tadellos, wobei der Riesling (der Weiße) dann doch herausragt: Auf der Lay spannungsreich, Vom Grünschiefer hochmineralisch mit straffer Säure und – Nomen est Omen – der „Große Genuss“ vom Halenberg. Wir runden auf 2 F auf.

Soonwaldstr. 41, 55569 Monzingen
+49 (0) 6751 3278
www.weingut-udo-weber.de

Platz 11: 2022 Enkircher Riesling Trocken vom Weingut Caspari

Der Enkircher Riesling Trocken, Jahrgang 2022, vom Weingut Caspari landet auf Platz 11.

Dieser Charakter von der Mittelmosel zeigt, was ein Ortswein kann: Die Trauben von Hand gelesen, zeigt er eigenes Profil mit Noten von Vanilleblüten und Verveine, hat Schwung mit belebender Säure, zarter Frische und fruchtsüßem Schmelz.

 „Noch unschuldig, noch unberührt vom Alter“, notierte eine Jurorin. Eine Flasche vom Mosel-Riesling kostet nur 12 Euro.

Weingut Caspari-Kappel
R

Naturverbundener und schonender Weinbau, der bis in den Keller reicht, ist in dem traditionsreichen Weingut keine leere Worthülse, sondern alltägliche Realität. Dazu schaut man über den Tellerrand und kultiviert, neben den klassischen Mosel-Rieslinge, auch Sauvignon blanc, der in diesem Jahr auffällig aromatisch gelungen ist, aber durchaus Ecken und Kanten hat. Auch Weißburgunder ist im Portfolio des Betriebs, Kellermeister Uwe Jostock hat ihn mit einem kleinen restsüßen Kick charmant saftig, fast ein wenig feminin ausgebaut. Ein sichere Bank sind auch diesmal die straffen und trinkfreudigen Rieslinge, die fruchtsüßen Kabinette strahlen mit subtiler Aromatik und pikanter Säure.

Am Steffensberg 29, 56850 Enkirch
+49 (0) 6541 6348
www.caspariwein.de

Platz 12: 2022 Erbacher Steinmorgen Riesling Erste Lage vom Weingut Jakob Jung

Der Erbacher Steinmorgen Riesling Erste Lage, Jahrgang 2022, vom Weingut Jakob Jung belegt Platz 12.

Der einzige Rheingauer in der Top 13 ist auf Lösslehm in einer Spitzenlage gewachsen und sofort präsent am Gaumen: sehr dicht, sehr konzentriert mit rassiger, perfekt eingewobener Säure, die an Lemon Curd erinnert.

„Würziger Abgang, fast pfeffrig“, schrieb ein Tester anerkennend. Der Riesling aus dem Rheingau ist schon für 14,40 Euro zu haben.

Weingut Jakob Jung
R

Alexander Jung steht für typische Rheingauer Rieslinge: filigran, facettenreich, unkompliziert, nie gefällig. Schon gar nicht sind sie auf Effekthascherei aus. Die sichere Hand beweist Jung sowohl bei den trockenen als auch bei den halbtrockenen und fruchtigen Weinen. Die 2002er Kollektion ragen vor allem die saftigen, blitzsauberen Guts- und Ortsweine vom Riesling heraus: der gehobene Gutswein Alte Reben mit seiner schon ins Tropische gehenden Frucht. Aber auch der knackige Basis-Gutsriesling hat Charakter. Derzeit brilliert der 2021er Charta-Riesling mit seiner Wahnsinnssäure und der leicht erhöhten Restsüße. Die 2021er Erste Lage Steinmorgen ist taffer und bietet mehr Spiel. Die beiden Großen Gewächse sind weniger beeindruckend: das 2020er Höhenrain ist ein bisschen zu brav für einen Riesling der Spitzenkategorie, der 2020er Siegelsberg ist etwas disparat und machte uns ratlos.

Eberbacher Str. 22, 65346 Eltville am Rhein
+49 (0) 6123 900020
www.weingut-jakob-jung.de

Platz 13: 2022 Riesling vom Schiefer Birkweiler Kastanienbusch vom Weingut Wolf

Auf Platz 13 landet der Riesling vom Schiefer Birkweiler Kastanienbusch, Jahrgang 2022, vom Weingut Wolf.

Der junge Winzer Mathias Wolf landet mit dem Lagenwein einen Coup. Sehr angetan war die Jury von dem intensiven Duft nach Rose, Ananas und einem Hauch Muskat.

Am Gaumen zeigt sich der Riesling vital und sehr präsent, saftig und trinkfreudig mit toller Länge. Der Riesling aus der Pfalz liegt preislich bei 16,50 Euro.

Weingut Klaus & Mathias Wolf
R Q

Wie im Vorjahr geht es auch in diesem Jahr ein halbes F nach oben, denn Mathias Wolf überzeugt auch mit der neuen Kollektion. Das ist alles sehr klar und präzise gearbeitet. Wieder ist es der Weißburgunder vom Mandelberg, der uns begeistert; floral, nussig und mit viel Zug am Gaumen. Aber auch die Rieslinge haben es uns diesmal angetan. Der Rote Sandstein steht dem Riesling ausgesprochen gut, er überzeugt mit seiner kargen, reduzierten und animierenden Mineralität und Bitternote. Der Buntsandstein aus dem Birkweiler Kastanienbusch ist mit seiner kalkig-mineralischen Art und seiner Aromatik von Salzzitrone der perfekte Wein zu Meeresfrüchten und vor allem ausgesprochen viel Wein fürs Geld!

Hauptstr. 36, 76831 Birkweiler
+49 (0) 6345 919203
www.weingut-wolf-birkweiler.de

15 Jahre Feinschmecker Riesling Cup

Maximin und Amelie von Schubert leiten das Weingut Maximin Grünhaus gemeinsam in sechster Generation.

Der Feinschmecker stellt den besten Riesling seit 15 Jahren fest. Der Wettbewerb um die wichtigs­te weiße deutsche Rebsorte wurde bis zur Pande­mie von einer Gala im Bayerischen Hof in Mün­chen gekrönt. Traditionell werden die Sieger verdeckt ermittelt – und so bleiben Überraschungen nicht aus: Unvergessen ist der viermalige Sieg von Helmut Dönnhoff oder der zweifache von Korrell und jetzt von Maximin Grünhaus. „Die verdeckte Verkostung ist der größte Ritterschlag für mich“, sagt Gewinner Maximin von Schubert, der zu seiner Top­-Lage Abtsberg eine besondere Nähe hat: „Morgens beim Frühstück blicke ich auf die Lage sowie beim Abendessen, daher habe ich auch eine große emotionale Bindung an diesen Berg.“

Die hochkarätige Jury des Riesling Cups

Die Riesling Cup-Jury (v.l.): Nancy Großmann (Sommelière, „Rutz“, Berlin), Christoph Raffelt (Weinautor/Podcaster, Hamburg), Frederik Janus (Kellermeister Bremer Ratskeller), Maximilian Wilm (Betriebsleiter und Sommelier „Kinfelts“, Hamburg), Gabriele Heins (Der Feinschmecker, Hamburg), Caro Maurer (Master of Wine und Weinautorin, Bonn), David Eitel (Sommelier, „The Table“, Hamburg).

Das Finale des Riesling Cups 2023 fand im Hamburger Weinrestaurant „Kinfelts“ statt. Die Jury verkostete die 89 Rieslinge in Zwölfer-Flights blind. Dabei notierten sie ihre Eindrücke und bewerteten jeden Wein mit Punkten. Zwischendurch sorgte die berühmte Trüffel-Parmesan-Pasta des Restaurants für neue Energie. Die Jury bestand wieder einmal aus Weinexpert:innen, die die feinen Nuancen und Unterschiede präzise herausschmecken: Nancy Großmann (Sommelière, „Rutz“, Berlin), Christoph Raffelt (Weinautor/Podcaster, Hamburg), Frederik Janus (Kellermeister Bremer Ratskeller), Maximilian Wilm (Betriebsleiter und Sommelier „Kinfelts“, Hamburg), Gabriele Heins (Der Feinschmecker, Hamburg), Caro Maurer (Master of Wine und Weinautorin, Bonn), David Eitel (Sommelier, „The Table“, Hamburg).

Partner