Restaurants für den Valentinstag in München

Konzept: Das Zweitrestaurant des „Tantris“ – große Klassiker der französischen Haute Cuisine in zeitgemäßem Look. Menü und à la carte.
Küche: Im „Tantris DNA“ zeigt Benjamin Chmura mit seinem Team bestes Handwerk und entlockt den großen Klassikern mit Verve und Kreativität neue Seiten. Eine Blüte aus Rote-Bete-Mousse (inspiriert von Eckart Witzigmann) füllt er mit Ossetra-Kaviar, die Basis bildet gelierte Rinderconsommé, dazu Würfelchen von roter und gelber Bete, Crème fraîche und Räucheraal. Ganz große Klasse ist das Jakobsmuschelsoufflé à la Heinz Winkler, herrlich fluffig, mit zarter Meeresfrüchtearomatik. Der Clou: Beim Anschneiden fließt aus dem Inneren flüssiges Eigelb auf den Teller. Besonders gut gelingen Chmura die Saucen – und Gerichte, die am Tisch tranchiert werden wie das meisterhafte Filet Wellington. Dazu passen Dessert-Interpretationen von Maxime Rebmann wie Feigentarte mit Moscovado-Eis.
Wein: Auch hier wird die opulente „Tantris“-Karte gereicht.
Atmosphäre: Hier gibt sich das „Tantris“ zeitgemäß, mit blanken Marmortischen und hummerroten Polstern. Maître Jürgen Haberle verbindet exzellenten Service mit Lockerheit und Humor. Große Terrasse.
Fazit: Klassisches Genusserlebnis in stilvollem Rahmen.
Konzept: Die Klaas-Zwillinge bieten lockeres Fine Dining mit Fun-Faktor im Herzen von Schwabing. Ein Menü und à la carte.
Küche: Was Daniel Bodamer aus seiner kleinen Küche schickt, hat großes Format und nimmt vom ersten Bissen an gefangen. Exzellentes Handwerk, beste französische Basis und so viel Kreativität, dass es pro Gang auch mal zwei, drei Teller sind, zeichnen ihn aus. Jakobsmuschel gart er zu perfekter Glasigkeit und serviert sie auf aus den eigenen Bärten gezogener Schaumsauce, dazu à part die in Tempura gegarte Muschel mit XO-Aromen. Geangelter bretonischer Loup de Mer kommt in perfekt abgeschmeckter Begleitung von Räucheraal, sautiertem Spinat, Colatura di Alici, Hechtkaviar und Sauce Matelote. Zum süßen Abschluss die köstliche Liaison aus Mauritius-Vanille, Sambirano-Schokolade und Quitte.
Wein: Tobias Klaas empfiehlt aus einer eindrucksvollen Weinkarte mit rund 1000 Positionen, vom großen Burgunder bis zum Natural Wine aus dem Jura.
Atmosphäre: Stylish und doch unprätentiös, mit schilfgrünen Polsterbänken, gedimmtem Licht, offener Küche (mit Plätzen am Tresen) und cooler Playlist. Markus Klaas hat als geborener Gastgeber alles im Blick.
Fazit: Ein Ort zum entspannten Wohlfühlen und anspruchsvollen Genießen.
Konzept: Im urbanen Ambiente des eigenen Restaurants gelingt Jan Hartwig deutsche Autorenküche im besten Sinne. Großes Degustationsmenü, mittags auch in reduzierter Version.
Küche: Er eilt von Erfolg zu Erfolg – und doch bleibt Jan Hartwig ein sehr nahbarer Star, mittags und abends steht er in seiner einsehbaren Küche. Ein süffiger Grundton ist typisch für seine Menüs. Immer konsequenter setzt er auf Erzeuger aus der Region. Pointiert und facettenreich sind schon die Amuse-Bouches, von Entenleber als Crème Chantilly bis zur umamistarken, im Glas gereichten Rindssuppe. Neu aufgelegt wurde ein Klassiker aus Hartwigs früher Münchner Zeit – als Schweinebauch à la chinoise 2.0: Das Fleisch vom Schwäbisch-Hällischen Schwein wurde mit Paprika gebeizt, butterzart mit brauner Butter confiert, dazu gibt es hausgemachte XO-Sauce, Tomatenconcassée, Kapuzinerblüte und -kresse, sowie eine mit 20 Jahre altem Reiswein verfeinerte Consommé. Desserts sind genussvoll-klassisch, etwa Williams Christ Birne mit weißer Schokolade, Erdnuss-Toffee, Hagebutte und rehydrierten Rosinen.
Wein: Julia Kolbeck ist Herrin über die Weinkarte mit Fokus auf Deutschland, Frankreich und erfreulich vielen gereifte Positionen; neue Entdeckungen bietet sie in engagierten Pairings an.
Atmosphäre: Lichtes, helles Ambiente im Gastraum, dessen Purismus mit viel hellem Holz und runden Tischen nicht von der Küche ablenkt. Dazu passt der entspannt-unprätentiöse Auftritt des Serviceteams unter Kilian Skalet.
Fazit: Zeitgemäßes Fine-Dining-Erlebnis mit Fokus auf großer Küche und gelebter Gastfreundschaft.
Konzept: Stilvolles Gasthaus-Ambiente im Herzen von Schwabing; Sigi Schelling führt ihren klassisch-zeitlosen Stil alpenländischer Prägung fort. Verschiedene Mittags- und Abendmenüs.
Küche: Ein Hauch Hans Haas wird Sigi Schellings Küche immer prägen: Bestes klassisches Handwerk, die Wertschätzung guter Produkte und eine geradlinige Stilistik, diese Eckpfeiler teilt sie mit ihrem langjährigen Mentor. Leicht und zugänglich gelingen ihr Gerichte wie bei niedriger Temperatur im Ofen nur ganz knapp gar gezogener Saibling aus dem Lechtal mit Erbsenpüree, Räucheraal und Fregola Sarda oder der beliebte Klassiker aus dem „alten“ Tantris: knallgrünes Lauchpüree, üppiger Nussbutterschaum und nussig-jodiger Kaviar. Desserts sind immer üppig-vielschichtig; Schellings Soufflés ein Must!
Wein: Xavier Didier weiß ganz genau, was zur Küche der Chefin am besten passt; Schwerpunkte der Karte (ca. 250 Positionen) sind Deutschland und Frankreich.
Atmosphäre: Im Altschwabinger Ambiente mit Original-Jugendstil-Fenstern und weißgedeckten Tischen agiert das sympathische Serviceteam professionell und angenehm zurückhaltend.
Fazit: Stilvoll-herzliche Gastlichkeit mit der Küche im Mittelpunkt.
Konzept: Elegantes französisch-österreichisches Restaurant im Herz der Amalienpassage. Ein Menü, Freitag- und Samstagmittag auch in verkürzter Fassung als Lunch, alternativ Klassiker à la carte. Zwei Bistro-Ableger („Tschecherl“ und „Obers“), weiteres Restaurant in Planung.
Küche: Die wilden Zeiten scheinen vorbei, statt Innereien serviert Jürgen Wolfsgruber lieber klassisch-französisch inspirierte Gerichte mit klar konturierter Stilistik: Bittersalate mit einer schaumig leichten Hollandaise und gerösteter Hefe, bretonischer Hummer mit Topinamburpüree in einer leichten Kräuter-Molke-Vinaigrette oder Rücken vom Blonde-de-Aquitaine-Rind, dazu etwas Petersiliencreme und Sauce riche. Produktqualität und Saucenpflege stehen im Mittelpunkt, angerichtet wird in eleganter Schlichtheit.
Wein: Rund 300 Weine, Schwerpunkte liegen auf Österreich, Deutschland und Frankreich. Beachtliche Auswahl bei Schaumwein und alkoholfreien Begleitern.
Atmosphäre: Locker und unaufgeregt, mit souveränem Service. Der Chef sorgt durch regelmäßige Umbauten dafür, dass auch dem Auge nicht langweilig wird.
Fazit: Große Klassik-Kochkunst in entspanntem Rahmen.
Jürgen Wolfsgruber ist in der Münchner Gastroszene kein Unbekannter. Der Österreicher betreibt in der Schwabinger Amalienpassage das ambitionierte „Sparkling Bistro“, letzten Sommer kam „Das Tschecherl“ mit zeitgemäßer österreichische in legerem Rahmen Küche. Ein Format (er nennt es „Östro“), das offenbar so erfolgreich ist, dass er es jetzt im „Obers“ fortführt. Der Standort: ein historisches Eckhaus im wohlbetuchten Stadtteil Gern, Schloss Nymphenburg liegt um die Ecke. Wolfsgruber peppte das kleine Lokal mit Neonschriftzug über der Tür, eng gestellten Tischen und lebhafter Stimmung so auf, dass es in der Wohnstraße erfrischend exotisch wirkt. Die Speisekarte zeigt auch Einflüsse aus Südtirol, der Heimat von Küchenchef Lukas Gietl, der aus dem Team von Bobby Bräuer kommt. Man wählt à la carte, mittags gibt es zwei Gänge, abends das Überraschungsmenü „Ö-Makase“ mit fünf Gängen. Für guten Einkauf steht die Seeforelle der Fischzucht Birnbaum, im Matjesstil serviert, begleitet von „Hausfrauensauce“ und Salzkartoffeln. Handwerkliche Fertigkeit zeigt der hauchdünn geschnittene Kalbskopf in Aspik mit seinen leicht säuerlichen Noten, Käferbohnen und Kürbiskernöl setzen steirische Akzente. Probieren muss man Klassiker wie Gietls mit Nussbutter getunte Schlutzkrapfen mit Schnittlauch oder den Innviertler Grammelknödel mit Sauerkraut, Erdäpfel und Bratensafterl. Vor dem Essen gibt es gute Cocktails (Restaurantleiter Henning Neufeld kommt von Barlegende Charles Schumann), dazu eine ambitionierte Weinkarte mit Schwerpunkt Deutschland und Österreich sowie einem Faible für Riesling und Grünen Veltliner. Kleiner Gastgarten.
Konzept: Stimmungsvolles Fine-Dining-Restaurant im Grandhotel Bayerischer Hof. Zwei Menüs (eines vegetarisch).
Küche: Anton Gschwendtners Stil fußt souverän auf dem Boden der Klassik, er experimentiert aber gern mit globalen, vielfach asiatischen Aromen und Techniken, sodass ihm immer wieder neue, genussvolle Geschmackserlebnisse gelingen. Beste Produktqualität bildet die Basis seiner Gerichte, allen voran die exzellente Ikejime-Lachsforelle, deren klaren Geschmack er mit Bouchot-Muscheln, Kimchi-Mayonnaise und Umami-Muschel-Vinaigrette sehr stimmig unterfüttert. Auf den Punkt gebraten und im Kern noch schön glasig ist handgetauchte schottische Jakobsmuschel, eingerahmt von Nudelfleckerl, schwarzen (eingelegten) Walnüssen, Rahmwirsing und Parmesanschaum. Als klassisches Wildgericht legt er bayerischen Rehrücken an, mit Rosenkohl (gebraten und als Salat mit Leindotteröl), kaltgerührten Preiselbeeren, alles abgerundet mit feinster Cognacsauce.
Wein: Shahzad Talukder prägt das „Atelier“-Erlebnis mit engagierten Empfehlungen und auch mal überraschenden Pairings (Sake, Bier); Schwerpunkte der Karte sind Deutschland und Europas Kernregionen.
Atmosphäre: Tatsächlich wie in einem intimen Kreativatelier mit weiß gedeckten Tischen und viel Naturmaterialien, gekonnt platzierte Lichteffekte sorgen für Stimmung. Angenehm zugewandter Service.
Fazit: Stimmiges Rundumerlebnis im stilvollen Designer-Ambiente.
Konzept: Patron Fabrice Kieffer steht für Fine Dining mit Stil im Herzen der Münchner Innenstadt. Menü und à la carte.
Küche: Nathalie Leblond feilt konsequent an ihrem Stil und schickt urban-zeitgemäße Teller mit hohem Genussfaktor. Klar, dass in diesem Haus französisches Know-how gepflegt wird, aber auch asiatische Akzente sind gekonnt gesetzt. Raffiniert gelingt der Start mit bretonischer Sardine, als Millefeuille geschichtet mit Ananas, Olive und Manchego-Creme, umspielt von leichtem Tomate-Jalapeño-Sud. Auch Hummer ist mit Melone, Erbse, Piment d’Espelette und schaumiger Tom Kha Gai inspiriert begleitet. Längst ein beliebter Klassiker des Hauses ist das gebackene Kalbsbries, diesmal charmant gepaart mit Feige, Rapssaat-Popcorn und Meerrettichschaum.
Wein: Die bestens sortierte Karte mit deutsch-französischem Fokus (rund 700 Positionen) trägt die Handschrift von Fabrice Kieffer und Vincent Leblond, beide versierte Ratgeber in Sachen Wein.
Atmosphäre: Das rundum verglaste Lokal im Schäfflerhof ist von zeitgemäß-elegantem Metropolen-Flair mit eleganten Anthrazit-Tönen und geschickt gesetzten Lichteffekten. Sympathischer, perfekt geschulter Service – wen wundert’s bei dem Hausherrn!
Fazit: Rundum-Sorglos-Gourmet-Paket, mit viel Charme präsentiert.
Konzept: Christoph Kunz’ urbanes Fine-Dining-Lokal im Herzen der Altstadt. Ein Menü (abends 8, mittags 4 Gänge).
Küche: „Ecken. Kanten. Rund.“ So beschreibt der Chef seine ausgefeilte Küche auf französischer Basis mit globalen Einflüssen und Mut zu starken Aromen: Zur Makrele gibt’s Grünkohlsalat mit Kokos, australische Fingerlimes sorgen für frische Säure, Seeigel für Jodigkeit. Der Clou: strahlend gelbe Mandarinen-Vinaigrette, die an indisches Lassi erinnert. Verblüffend gut auch die Kombi aus Brokkoli, frischem Lorbeer und einer Art indonesischer Saté-Sauce auf Haselnussbasis, koreanische Gochujang-Paste bringt unterschwellige, aber deutliche Schärfe. Zander confiert Kunz im Butterbad, setzt Akzente mit Chinakohl im Kimchi-Stil und ausgezeichneter Beurre Blanc, mit Lardo gekocht für extra viel Schmelz, abgeschmeckt mit Zitronenverbene für die leicht zitrische Note.
Wein: Die Weinkarte setzt auf Europas klassische Regionen mit deutschem und österreichischem Schwerpunkt.
Atmosphäre: Intim und urban, mit hohen Räumen, viel hellem Holz und zielsicher gesetzten Farbakzenten. Kleiner Chef’s Table mit Blick in die Küche. Stylishe Bar; freundlicher Service.
Fazit: Hier dreht sich in stilvollem Rahmen alles um die Küchenkunst.
Konzept: Im Gourmetrestaurant des traditionsreichen Delikatessenhauses setzt man auf ein Menü mit 16 (!) kleinen Gängen; mittags gibt‘s eine reduzierte Version.
Küche: Rosina Ostler kam Ende 2023 aus dem Osloer „Maaemo“, sie nutzte das vergangene Jahr, um intensiv an ihrem Stil zu feilen. Die optisch attraktiv gearbeiteten Amuse-Bouches, allen voran ein Intro aus süßsauer eingelegter Karotte und markanten Kaffeearomen, setzen den Ton für ein Menü, das weder starke Aromen noch ungewöhnliche Zutaten wie Saiblingsleber oder Kalbszunge scheut. Letztere kombiniert sie mit Pfifferlingen, Salzclementine, Mimolette-Schaum und kräftiger Kalbsjus mit Tiefgang. Originell paart sie Kaviar-Nocken, mit Räucheraal und Crème fraîche gefüllt, mit mexikanischen Brandteig-Churros. Im Fischbereich schätzt sie Heimisches, etwa die seltene Brachse, die sie geräuchert als Tatar anrichtet, begleitet von Mais und den Aromen von XO-Sauce (als Mayo) – ein überraschendes Löffelgericht. Viele Teller sind von Einflüssen der Nordic Cuisine geprägt. Ihre klassische Ausbildung zeigt sich vor allem bei den Saucen: Ausgezeichnet der Fenchel-Rauchtee-Fond mit feinen Anisnoten zur in Nussbutter confierten Seeforelle
Wein: Julien Morlat zählt zu den besten Sommeliers der Republik und hält immer spannende Entdeckungen bereit, dazu gut gereifte Schätze aus dem Top-Keller des Hauses.
Atmosphäre: Zwei stilvoll dekorierte Salons mit markant-handgewebten Tapeten im ersten Stock lassen den Innenstadttrubel vergessen; das freundliche junge Serviceteam wird von den Köchen unterstützt, die viele Gänge selbst servieren.
Fazit: Spannungsreiches Rundumerlebnis mit Wohlfühlfaktor auf hohem Niveau.
Tohru Nakamura hat einen Lauf, das gilt nicht nur für sein Fine-Dining-Restaurant im ersten Stock, sondern auch für das Zweitlokal „Bar Tatar“ im Erdgeschoss der Schreiberei. Draußen lockt ein herrlicher historischer Innenhof, drinnen sitzt man unter Kreuzgewölbe rund um die Bar. Im Zentrum des Angebots stehen Tatar-Kreationen mit kreativem Twist. Etwa Balfegó-Thunfisch mit Avocado und knusprigem Reis oder Rinderfilet mit Roter Bete, Gurke und Meerrettich. Auch an Vegetarier ist gedacht, besonders gut ist die Rote-Bete-Variante, der Anis alle Erdigkeit nimmt. Dazu gibt es knusprige Begleiter wie Pommes frites „Sour Cream & Onion“ und eine engagierte Weinkarte, kuratiert vom Südtiroler Topsommelier Christian Rainer aus dem „Tohru“.
Konzept: Mittags gehobene Lunch-Adresse mit À-la-carte (Pastrami, Pasta, Tagesfisch) und 3-Gang-Menü, abends ausschließlich Menü (5 oder 6 Gänge). Kleine Wein- und Cocktailbar „Weinstube“ ein Haus weiter.
Küche: Schaumig-buttrig-säuerlich, dieser Dreiklang zieht sich konstant durch Jochen Kreppels Küche. Zitronige Noten kommen regelmäßig zum Zug, nicht nur Ofen-Blumenkohl mit Salzzitrone und schaumiger Hollandaise oder dem (immer wieder variierten) Klassiker „Krasse Forelle“: der Fisch gebraten, dazu knackiger Rettich und Erbsen-Zitrus-Sud. Großbürgerliche Münchner Tradition zitiert das Böfflamott mit Kürbisspätzle und Rosenkohl, beim Dessert wird es mit Kokoseis, Mango und Maracuja nochmal etwas exotischer.
Wein: Klassisch ausgebaute Rieslinge sind Leidenschaft der Chefs, Deutschland und Österreich Schwerpunkte der Karte. Cocktails davor und danach kommen über die Straße von nebenan.
Atmosphäre: Trotz hauchzarter Weingläser bleibt alles ungezwungen und charmant, hier darf sich jeder als Stammgast fühlen. Kein Wunder, dass das Lokal fast immer ausgebucht ist.
Fazit: Stimmiges Genusserlebnis, das einfach Spaß macht.
Konzept: Kleines Hochparterre-Restaurant mit zeitgemäßem Fine-Dining im Stadtteil Untergiesing. Ein Menü (6-7 Gänge).
Küche: Florian Bergers Menüs basieren auf seiner klassischen Ausbildung, aktuellen Einflüssen und vorwiegend heimischen Produkten. Zuletzt setzt er sich, dem Trend entsprechend, mehr mit Gemüsezubereitungen auseinander, so auch bei seiner engagierten Version der derzeit so beliebten „Faux Gras“ auf Basis von Pilzen, Nüssen und Gewürzen. Auch heimische Fische und Einflüsse seiner österreichischen Wurzeln sind ein Fixum, saftigen Wels begleiten Lauch, „Sterz“ (Buchweizen-Pfannkuchen) und eine Sauce auf Gemüsebrühenbasis mit Sauerrahm. Zum Onglet (Nierenzapfen) vom Rind kombiniert er Spitzpaprika, Misocreme, Chinakohl und Paprika-Berberitzen-Jus.
Wein: Stimmige Weinauswahl aus klassischem sowie „progressivem“ Anbau; gute alkoholfreie Begleitung.
Atmosphäre: Intimer Wohnzimmercharakter, zurückhaltend im Dekor. Sabrina Berger steht für freundlich-zugewandten Service.
Fazit: Zwangloses Ambiente; hoher kulinarischer Anspruch.
Konzept: Stilvolles Fine-Dining im traditionsreichen Hotel Vier Jahreszeiten an der Maximilianstraße. Zwei Menüs (eines vegetarisch); samstags Gourmet-Brunch.
Küche: Franz-Josef Unterlechners facettenreiche Küche passt ins renommierte Haus, er beherrscht alle Finessen der großen Klassik und weiß sie zeitgemäß zu interpretieren. Gebeizte Meeräsche kontrastiert raffiniert (auch farblich) mit in Sepia-Tinte marinierter Schwarzwurzel; Joghurtperlen, Seegras-Kaviar und Eiskraut bilden den Rahmen, angegossen wird Algen-Sellerie-Sud, insgesamt ein frischer, sehr aktueller Teller. Bestes Handwerk und Nose-to-tail-Engagement beim Kalbskopf: Terrine von Zunge und Backe, gebratenes Bries, dazu eine Mousse vom Hirn als frittiertes Bällchen. Rosinen-Kapern-Jus bringt Süße und Leichtigkeit ins Gericht. Perfekt gebraten die französische Blutente mit Blaukraut und Waldorfsalat. A part dazu ein mit Leber und Herz des Geflügels gefüllter Raviolo; weißer Pfefferschaum und tiefe Entenjus – Meisterschaft auch beim Thema Sauce.
Wein: Die gut sortierte Karte fächert die ganze Weinwelt auf.
Atmosphäre: Großzügiges Raumgefühl im zeitgemäßen Grandhotel-Ambiente; stilvolle Porzellankunst der Nymphenburger Manufaktur schmückt Wände und Tische. Zugewandt freundlicher Service.
Fazit: Hochkarätiges Genusserlebnis in stilvollem Rahmen.
Konzept: Casual Fine Dining mit ostmediterranen Einflüssen beim geborenen Gastgeber Ali Güngörmüs. Zwei Menüs, „Levante“ ist rein vegetarisch.
Küche: Ali Güngörmüs, in besten Häusern ausgebildet und dank seiner anatolischen Kindheit mit besonderem Gewürz-Know-how ausgestattet, balanciert treffsicher zwischen französisch geprägtem Küchenstil und der Aromenvielfalt der Levante. Besonders gut gelingen ihm Gemüsezubereitungen, vom Avocado-Quinoa-Salat mit bunter Bete und den feinsäuerlich-fruchtigen Noten von Orangen-Sumac-Vinaigrette bis zur delikaten Blumenkohlsuppe mit Curry, Ingwer, Granatapfel und Cashew. Zander bettet er auf orientalisch gewürzte Wirsingcreme; geschmeidige Safranespuma und Kartoffelknusper bringen geschmacklich und texturell Vielfalt auf den Teller. Fisch wird hier noch klassisch auf der Haut gegrillt, so dass er Spannung und Saftigkeit behält.
Wein: Gut sortierte Karte (ca. 300 Positionen) mit allen klassischen europäischen Anbauregionen.
Atmosphäre: In einem der schönsten Restauranträume der Stadt mit hoher Decke, riesiger Fensterfront und weiß gedeckten Tischen ist die Stimmung bestens – vor allem, wenn der Chef mitserviert.
Fazit: Mit seinen kreativen Levante-Einflüssen und apartem Design ein Unikat.

