Restaurants für den Valentinstag in Berlin

Konzept: Chapeau: Die 25-jährige Entwicklung einer ambitionierten Weinbar zu einem Gourmetrestaurant der Weltspitze ist beeindruckend. Menüs in 12 oder 13 „Inspirationen“ (omnivor oder vegetarisch). Limitiertes „Berlin Size Menü“ in 6 Gängen.
Küche: Die Kreationen von Executive Chef Marco Müller und seinem Team sind reduziert, naturverbunden und präzise komponiert. Heimische Produkte – ob Wurzelgemüse, Wild oder Kräuter – werden auf das Wesentliche konzentriert und neu interpretiert. Aromen wie Fichte, Holunder oder Essigbaum treffen auf Fermentiertes, Gereiftes und Puristisches, getragen von feiner Säure und subtiler Umami-Tiefe. Texturen werden bewusst kontrastiert, Süße und Säure fein austariert. Ein moderner Stil, der Klarheit sucht statt Opulenz, handwerklich reflektiert und voller Spannung.
Wein: Man merkt der Karte (700 Positionen) an, dass die Inhaber Weinhändler sind. Sommelier Sebastian Höpfners Pairings gehen harmonische Verbindungen ein.
Konzept: Das stilvolle Interieur spielt auf zwei Etagen mit Nussbaum-Holz, Leder und Naturstein. Gastgeber Falco Mühlichen und Team finden die Balance zwischen Lässigkeit und Präzision.
Konzept: Stimmiges Gesamterlebnis, in dem kreative Naturküche, charaktervolle Weine und souveräner Service zu vollendeter Harmonie finden.
Konzept: Inspirierendes Fine Dining im als Gesamtkunstwerk erdachten Restaurant der Bildhauerin und Chocolatière Kristiane Kegelmann. Ein Menü in 8 Gängen.
Küche: Noch feinfühliger sind Florian Sperlhofers Kreationen, gerade dann, wenn er sich stringent auf Regionales konzentriert. Eine Offenbarung ist etwa sein in Sanddorn-Buttermilch serviertes und mit Sanddorn-Beeren belegtes Millefeuille aus gegrilltem Gurken-Herz, gehackter Wattenmeer-Auster und Austerncreme. Brust von zwei Wochen gereifter, geräucherter und mit Schlehenmousse bestrichener Wildente kombiniert er mit Feige sowie würzigen Blüten vom Berliner Szechuan Pfeffer aus Martin Rötzels The Monk Garden.
Wein: Fantastisch sind die treffsicher von Sommelière Julia Giese ausgesuchten Weine, etwa von Les Frère Soulier an der Rhône oder Loire-Newcomer Terra Vita Vinum.
Atmosphäre: Hell, minimalistisch, einladend, vom Communal Table aus schaut man in die Küche, serviert wird auf Marmorbruchstücken, im Fenster locken die berühmten, spacigen Pralinen.
Fazit: Eine genussvolle Bubble, in der man entschleunigt.
Konzept: Vegetarisches Bistro mit Anspruch: Kreative und aromatische Gemüseküche im charmanten Altbau-Restaurant.
Küche: Der Österreicher Nikodemus Berger ist seit seiner Kindheit Vegetarier. Er vermag es, Gerichten auch ohne Fisch und Fleisch aromatische Tiefe zu geben und dabei das Hauptprodukt überzeugen zu lassen: Etwa bei dem Laubporling aus Brandenburger Wäldern, den er mit einem Schaum aus Brunnenkresse serviert. Grandios gelingt der Kohlrabi aus dem Spreewald, der mit Sauerampfer und grünen Pflaumen Säure und Schärfe auf den Teller zaubert.
Wein: Tolle und gastfreundlich kalkulierte Weinkarte mit Klassikern und Naturweinen. Besonders begeistert die kreative Cocktailbegleitung, in der auch Sake, Kellerbier und Sherry nicht fehlen.
Atmosphäre: Ecklokal in einem Westberliner Altbau, das Interieur ist natürlich und liebevoll, mit getrockneten Wiesenblumen auf den Tischen und farbenfroher Kunst an der Wand. Der Bartresen beherrscht den Raum und bietet ein entspanntes Flair.
Fazit: Gemüseküche voller Experimentierfreude.
Konzept: Spitzenleistung seit über 20 Jahren im Dachgarten-Restaurant des Hotel The Mandala am Potsdamer Platz. Zwei Menüs (eines vegetarisch), mittags à la carte.
Küche: Michael Kempf und Johannes Gerner sind seit über 20 Jahren in der Küche unzertrennlich. Für die Gäste ein Glücksfall mit ganz eigenständigem Mix aus Klassik und Kreativität, regionalen und internationalen Produkten: Zu Perfektion gegarter Heilbutt aus Island trifft auf Gillardeau-Auster, Zucchiniblüte und erfrischende Sauce aus Buttermilch und Kapuzinerkresse-Öl. Ein Fest der Meeresfrüchte: Langostino von den Färöer-Inseln mit Karotten-Variation, Vogelbeere und Currykraut oder Rote Japanische Meerbrasse „Bordelaiser Art“, kongenial begleitet von Mangold mit dem Schmelz von Lardo di Colonnata. Im Hauptgang Huhn aus Gerners österreichischer Heimat mit Artischocken-Barigoule. Thomas Yoshida sorgt für kreative Desserts wie Eichennuss mit Nougat, Haselnuss-Eis, Quitte, Rosmarin und Zitrone.
Wein: Felix Voges hat immer überraschende Pairings parat; seine Karte zählt rund 450 Etiketten.
Atmosphäre: Maître Manuel Finster sorgt für beste Wohlfühlatmosphäre im luftig-eleganten Wintergarten mit Blick in den grünen Bambusgarten.
Fazit: Großes Rundum-Genusserlebnis.
Konzept: Im fantasievollen Showroom des Stuckateurmeisters Richard Bieber von 1894, der schon die Expressionisten Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner inspirierte, können drei Menüs (Fisch, Fleisch, Gemüse) mit je 3 bis 6 Gängen kombiniert werden.
Küche: Stephan Garkisch arbeitet konsequent saisonal und verwendet dabei Gemüse und Kräuter vom eigenen Acker. So reicht er grüne Bohnen, Granny Smith, Matjes, Melone und Erbsenkresse als knackig frischen Salat und kombiniert etwa im goldenen Herbst Rücken vom Hirschkalb aus dem Fläming mit Kürbis, Morcheln und Liebstöckel. In Berlin unerreicht sind Garkischs Käsegänge wie etwa Ziegenkäsemousse- und schaum mit Grünkohl und Aprikose.
Wein: Ehefrau und Gastgeberin Anne Garkisch begleitet kenntnisreich mit passenden Klassikern aus Deutschland und dem Burgund, auch halbe Flaschen und Raritäten.
Atmosphäre: In Weiß eingedeckte Tische, vergoldeter Stuck an der schokoladenfarbenen Decke, von den Wänden schauen Nymphen und Satyrn beim Essen zu. Viele Stammgäste.
Fazit: In Weiß eingedeckte Tische, vergoldeter Stuck an der schokoladenfarbenen Decke, von den Wänden schauen Nymphen und Satyre beim Essen zu. Viele Stammgäste.
Konzept: Chefkoch Nicholas Hahn hat nach Redaktionsschluss das Restaurant verlassen und übernimmt die Küche im „Golvet“. Bis zu einem erneuten Test setzen wir die Bewertung aus.
Konzept: Roland Marys Klassiker am Gendarmenmarkt ist weiterhin eine feste Bank für gut gemachte Küche. Täglich wechselnde Karte mit Gerichten à la carte.
Küche: Französische Bistroklassiker sowie Gemüse- und Grillgerichte wie veganer Quinoa-Salat mit Avocado und Koriandercreme (€ 17), Bouillabaisse Marseillaise (€ 28) oder auch Steak Frites vom Black Angus-Entrecôte mit Sauce béarnaise (28). Beliebt sind das Wiener Schnitzel (€ 32) und die hausgemachten Tartes (€ 6).
Getränke: Gut sortierte Weinkarte mit den Schwerpunkten gereifte Bordeaux, Chardonnays aus Burgund und deutsche Rieslinge, viele Raritäten.
Atmosphäre: Im hohen, luftigen Raum mit Säulen und Mosaiken aus der Kaiserzeit herrscht hauptstädtische Geschäftigkeit. Am Mittag werden Deals besprochen, am Abend wird gefeiert. Casual schick ist angesagt. Sommerterrasse im Hof.
Konzept: Gemüse, Früchte und Kräuter stehen gleichberechtigt neben Fleisch und Fisch: Sebastian Franks Credo der „emanzipierten Gemüseküche“ prägt jedes Menü (4 oder 7 Gänge).
Küche: In präziser Technik entstehen Gerichte, die den Eigengeschmack der Gemüse puristisch, aber tiefgründig ins Zentrum rücken – bereits legendär der Signature-Sellerie „reif & jung“. „Kukuruz“ (Mais) entfaltet mit pannonischen Aromen und Gerste einen subtilen, aber komplexen Charakter. Der Steinpilz mit Birne, Brombeere und Mohn bringt erdige, fruchtige und nussige Akzente in eine subtile Balance. Bittertöne, Fermentation und Reduktion schaffen Spannung und Tiefe. Fleisch oder Fisch erscheinen als Akzente, nie als Mittelpunkt.
Wein: Die Karte mit 300 Positionen setzt den Fokus auf Österreich, Deutschland und Osteuropa. In der kongenialen Weinbegleitung haben auch Naturweine, gereifte Jahrgänge und charakterstarke Entdeckungen ihren Platz. Die exzellente alkoholfreie Begleitung ist hausgemacht.
Atmosphäre: Ein Raum zwischen Geschichte und Gegenwart: Holzvertäfelung, sanftes Licht, ein Wandgemälde des Pop-Art-Künstlers Jim Avignon. Der kenntnisreiche Service ist aufmerksam, nie aufdringlich.
Fazit: Nachhaltigkeit, Präzision und Emotion in bester Harmonie.
Konzept: Spannendes Fine Dining im Arne Ankers zwanglosem Restaurant am Savigny-Platz. Zehn wechselnde Gerichte, als individuelles Menü ab 5 Gängen oder à la carte.
Küche: Ankers feinsinnigen Kreationen sind noch näher am Produkt, auch Erinnerungen aus der Kindheit baut er ein. Urkarotte etwa führt er als kunstvoll aus Kirschgel, Karottenpüree, Estragoncreme und Karottengrün nachgebildeter Karotte vor, der Tannenzapfencreme und Fichtensprossen zusätzliche nussig-erdige Noten geben. Sonntagsessen bei Oma waren Inspiration für Ankers mit Sellerie, Shiso, Speck und Senf gefüllte Roulade aus hauchfein geschnittenem Wagyu Beef und mit aromatischem Kalbsfond mit Kakao und Kaffee.
Wein: Sommelier Julius Lemp findet die passenden Weine von Klassikern wie Meyer-Näkel oder Dreissigacker über Odinstal in der Pfalz bis hin zu Roberto Picéch aus dem Friaul.
Atmosphäre: Edel, lässig, familiär; in Weiß eingedeckte Tische, rote Backsteinwände. Am schönsten sitzt man an den beiden Tischen am Fenster. Schöne Straßenterrasse.
Fazit: Genussvolle Bildungsreise mit Bodenhaftung.
Konzept: Restaurant und Weinbar im klassischen Berliner Westen; à la carte oder Menü (3-6 Gänge), das man selbst zusammenstellt.
Küche: Christopher Wecker kocht modernisiert-klassisch, ein bisschen Asien stiehlt sich oft in den frankophilen Grundton hinein. Das Rindertatar mit Gelbem Rettich und Gurkensalat, dazu ein Becher Consommé, ist ein gelungenes Temperaturspiel mit toll balancierter Würze, ebenso die Jakobsmuschel mit Pfirsich schaumiger Ziegenkäsesauce. Süße, Säure und Schärfe zeichnen das zarte Iberico-Schweinekinn. Die meisten Portionen haben eher Tapas-Größe.
Wein: Schon als Sommelier bei Tim Raue bot André Macionga seinen Eigenkreationen einen festen Platz. Jahrgangstiefe und passgenaue Gangbegleitung machen angesichts 750 Positionen große Freude, auch die alkoholfreie Begleitung ist sehr stimmig.
Atmosphäre: Entspannte Eleganz, ein feinfühliger Gastgeber und schmeichelhaftes Licht, gewürzt mit einer sympathischen Prise Chaos.
Fazit: Großer Weingenuss und eine elegante Küche ohne Geltungsdrang.
Konzept: Peter Maria Schnurr hat nach einem Jahr das Restaurant zum Jahresende verlassen. Die Leitung der Küche übernimmt Souschef Christian Hoffmann, der neue Akzente setzen will. Bis zu einem erneuten Test setzen wir die Bewertung aus.
Konzept: Der Mix aus asiatischen Aromen und Berliner Schnauze macht das Stammhaus des bekannten Kochs so einzigartig. 3 Menüs in je 7 Gängen (auch vegan), Signature-Gerichte als Upgrades. Zugunsten von Leichtigkeit und purem Geschmack wird auf Brot und weißen Zucker verzichtet.
Küche: Eine Küche von aromenintensiver Eleganz: Schärfe, Säure und Süße sind fein austariert, jedes Menü präzise komponiert. Die Hommage an die Hauptstadt „Kolibri x Berlin“ interpretiert Kindheitsgerichte wie Garnelencocktail, Eisbein oder Hühnerfrikassee neu. „Koi“ enthält asiatische Kreationen wie Seehecht mit Dashi und Schmorgurke oder Yuzu-Cheesecake. Wer mag, ergänzt die Signature-Gänge „Wasabi Kaisergranat“ oder „Ente Marie-Anne“.
Wein: Mit über 1000 Positionen bietet die Karte eine beeindruckende Vielfalt. Pairings (auch ohne Alkohol) greifen die Aromen der Küche sensibel auf und eröffnen zusätzliche Dimensionen.
Atmosphäre: Klare Linien, feine Materialien und viel Preußisch Blau schaffen eine Bühne für den Genuss. Der Service unter Gastgeber und Sommelier Raphael Reichardt arbeitet aufmerksam und mit einer charmanten Mischung aus Professionalität und Lockerheit.
Fazit: Asiatische Raffinesse trifft auf Berliner Charakter – mit präzise komponierten Aromen, exzellenter Weinauswahl und souveränem Service.
Konzept: Entspannter Genuss im mit Augenzwinkern gestalteten „Hotel Luc, Autograph Collection“ am historischen Gendarmenmarkt. Gerichte à la carte oder als „Taste of Heritage“-Menü in 4 Gängen.
Küche: Executive Chef Florian Glauert lässt aromatische Brasserieklassiker wie halbem Hummer mit Hummer-Bisque oder Entenbrust mit Orangensauce servieren. Ein Lieblingsgericht für Veganer ist sein „Vatar Heritage“ aus Tatar von der Jackfruit mit Bete, geräucherter Mayonnaise und Brotchip. Die Crêpe Suzette mit Orange, Karamell und hausgemachtem Vanilleeis gibt es für zwei.
Wein: Klassiker aus Österreich und Deutschland, gereifte Burgunder und Rioja, Eiswein Cuvée Liliac & Kracher aus Transsilvanien, 12 Weine per Glas.
Atmosphäre: Urban, elegant. Bequeme Polster in Preußischblau und Creme. Bei schönem Wetter schmecken Quarkkeulchen und Windbeutel auf der Terrasse zum Platz hin. Der französische Dom steht vor der Nase. Ideal auch für Kinder und Familie. Beliebtes À-la-carte-Frühstück.
Fazit: Stilvoll-professionelle Gastlichkeit an einem Wohlfühlort.
Konzept: Veganes Fine Dining im geheimnisvoll versteckten Restaurant, in dem der neue belgische Küchenchef Gemüseküche innovativ anders definiert. Degustationsmenü mit 8 Gängen.
Küche: Timur Yilmaz’ Steckenpferd ist die Fermentation. Im eigens eingerichteten Fermentation Lab im Untergeschoss machen er und sein Team Bioprodukte aus der Region mit Hilfe althergebrachter japanischer Techniken haltbar. Ideenreich nutzt Yilmaz die so entstehende Aromenvielfalt in seinen Gerichten. Etwa wenn er knuspriger, süßsäuerlich-nussiger Hafermürbeteig-Tarte aus fermentierter Mandel-Creme und konfierten grünen Mandeln durch eingelegte Holunderblüten zusätzliche blumige und erdige Noten verleiht. Zum mit Thymian gegrilltem Klapperschwamm (ein Pilz) reicht er mit Kojigerste und getrocknetem Kimchi gefülltes Shisoblatt und intensive Pilzreduktion mit geröstetem Sesam, Sake und fermentiertem Kaffee.
Wein: 80 Bio- und Naturweine, außergewöhnliche Sake sowie gereifte Oolong-Tees. Präzise kuratierte Teebegleitung zum Menü.
Atmosphäre: Tempelhaft, sakral. Eine unscheinbare Tür im Hof öffnet sich zu halbdunklen Vorzimmern, die zum minimalistisch mit schwarzem Granit und Zedernholz gestalteten Hauptraum führen. Hingucker ist ein Drei-Meter-Ficus-Bonsai, der nachts künstlich beleuchtet wird.
Fazit: Bildungsreise für Genießer jeder Couleur im intimen Rahmen.
Konzept: Vadim Otto Ursus Henselders kleines, lebendiges Restaurant zwischen Kulturbrauerei und Mauerpark ist Treffpunkt von Foodies und Gourmets aller couleur. Menü und à la carte, viele Gerichte sind zum Teilen.
Küche: Zelebriert wird, was die Natur im Umland je nach Saison zu bieten hat. Im Mittelpunkt steht Gemüse. Vieles ist selber angebaut, gesammelt oder fermentiert. So wird etwa in Schlehensaft eingelegte Bete gegart, dann gegrillt und mit Chicorée, Schlehe, Labneh und brauner Butter gereicht. Heiß geräucherter und flambierter Aal wird mit Kartoffelterrine und Sauce aus Molke, Fischbrühe und püriertem Spinat kombiniert. Als Dessert gibt’s geröstete Sonnenblumenkerne mit Rohmilcheis und Holunderbeerencreme.
Wein: Begleitet wird mit Naturweinen.
Atmosphäre: Nordisch minimalistisch schick; hellgraue Wände, Sichtbeton, maximal 20 Gäste passen an die eng gestellten Holztische, vier Plätze am Küchentresen. Sommerterrasse. Kein Ort für kuschelige Dates.
Fazit: Professionelle Gastlichkeit rund um eine Küche, die erdet.

