Gallery Weekend Berlin: Ausgehtipps

Sieben Berliner Galeristen verraten, wo sie und andere Kreative sich am Wochenende stärken.

 

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von Uta Abendroth

Simon Restaurant: Wo sich Berliner wie im Süden fühlen

Gerd Harry Lybke gehört mit seiner Galerie „Eigen + Art“ zu den führenden Händlern für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Sein Berlin-Tipp: „Das Restaurant ,Simon‘ ist mein Lieblingsitaliener direkt um die Ecke. Der Inhaber, Simon Lukic, steht für die italienisch-mediterrane Küche, die immer köstlich ist. Und feiern bis in die Morgenstunden kann man bei – und mit – ihm auch sehr gut. Im Sommer sitzt man fantastisch draußen im Dreieck zwischen Gips- und Auguststraße, dann öffnet sich einem Italien in der Mitte von Berlin gänzlich.“

Restaurant Horváth: Sebastian Frank bringt Österreichisches auf den Teller

Markus Peichl von der „Galerie Crone“ schätzt „die aufregendste Küche in einem angenehm unaufgeregten Ambiente. Absolute internationale Spitzengastronomie, wie man sie sonst nur in London oder New York findet, aber mit heimisch-österreichischer Erdung, und das auch noch in einem klassischen Wirtshausraum, der nicht neureich oder designbemüht daherkommt, sondern einfach nur gemütlich und geschmackvoll ist. Hier stimmt einfach alles – natürlich auch der liebevoll ausgesuchte Wein! Nirgendwo in Berlin findet man raffinierter und ausgewogener kombinierte Gewürze und Zutaten als im ,Horváth‘, nirgendwo fühlt man sich als Gerne-und-gut-Esser wohler.“

Ora: Von der Apotheke zur Cocktailbar

Ob für Lobmeyr, e15, Thonet oder Nomos Glashütte, Mark Braun ist ein gefragter Designer in den unterschiedlichsten Branchen. In Berlin empfiehlt er die Bar ,Ora‘: „Die ehemalige Apotheke, in der ich früher noch mein Aspirin gekauft habe, ist inzwischen eine meiner favorisierten Cocktailbars. Der Ort besticht durch seine gekonnte Neuinszenierung mit wohlüberlegten Zitaten und feinen Brüchen in der Umnutzung der ursprünglichen Innenarchitektur. Eine perfekte Atmosphäre mit einer angenehmen Mischung an Leuten und nicht zuletzt guten Drinks. Ich würde ‚Dark & Stormy‘ empfehlen und das Steinofenbrot mit Butter und Salz, falls noch Hunger aufkommt.“

Wilhelm & Medné: Im Biobistro mal kurz eine Pause einlegen

Daniel Marzona setzt mitten in der Friedrichstraße auf aktuelle Kunst, vertritt in seiner Galerie Künstler wie Axel Hütte, Sofia Hultén und Magnus Plessen. „Für einen Kaffee oder eine Kleinigkeit zu essen gehe ich mit meinen Künstlern oder auch mit Sammlern gerne ins nahe gelegene ‚Wilhelm & Medné‘. Dort haben alle Produkte Bioqualität, und bei Sonnenschein kann man sehr nett draußen sitzen.“

Würgeengel & Salumeria Lamuri: Barkultur & Feinkost

Uli Budde versteht es, vertrauten Objekten einen besonderen Dreh zu geben. Ob Leuchte oder Tisch, der Berliner Designer kreiert Objekte von grafischer Schönheit. In seiner Stadt hat er zwei Favoriten: „Der ‚Würgeengel‘ ist ein perfekter Ort, um einen entspannten, inspirierenden Abend zu verbringen und wirkliche Barkultur zu spüren. Tolle Atmosphäre und Einrichtung – man schaue auch mal unter die Decke!

Und in der ‚Salumeria Lamuri‘, einem Mix aus italienischem Feinkostladen und einem wunderbaren Lokal, um Mittag zu essen oder Kaffee zu trinken, wähnt man sich in Italien – und das in einem heiteren Ambiente. Insgesamt ein spannender Kontrast zur Köpenicker Straße, an der sich diese besondere Adresse befindet.“

Bar Reingold: Bar mit Stil der 20er-Jahre mit besonderen Drinks

Ob Yak-Schädel, Proton-Rakete, Niedersachsen-Ross, Henry-Maske-Boxmantel oder Dollarschein, vor dem Pop-Art- Künstler Andora ist keine noch so ungewöhnliche „Leinwand“ sicher. Der gebürtige Ost- und mittlerweile Wieder-Berliner schätzt die Atmosphäre in der ‚Bar Reingold‘: „Ich empfehle zum Gallery Weekend einen Besuch in dieser Bar, einem lang gezogenen Raum nicht weit vom Scheunenviertel in Mitte. Dort lässt sich das Szenepublikum den Feierabend schmecken – im Sommer auch unter der Markise auf der Terrasse.“

Lode & Stijn: Geschmacksintensive Gerichte aus wenigen Zutaten

Ester Bruzkus hat sich in den letzten Jahren als Hoteldesignerin einen Namen gemacht, vereint dabei Minimalismus mit Opulenz. Für sie ist ‚Lode & Stijn‘ immer wieder ein Highlight: „Ich mag die familiäre Atmosphäre und die regionalen
und saisonalen Produkte. Außerdem schätze ich es, dass man Unverträglichkeiten eher als kreative Herausforderung nimmt, statt genervt mit den Augen zu rollen. Neben der exzellenten regulären Karte zaubert die Küche tolle Alternativen. Hier über Projekte zu plaudern und Pläne zu schmieden, das ist fantastisch!“