Baskenland: 6 Tipps für einen unvergesslichen Aufenthalt

Weitere kulinarische Entdeckungstouren zu Austernbänken, ins Hinterland, in einen Weinkeller – und ein Sprung nach Spanien.

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Austern in Hossegor

Der See schimmert im Sonnenlicht und dann wundert sich der Flaneur: Sind das etwa Austerntische, die nahe am Ufer stehen? Klar, denn was die Bretonen können, geht in Hossegor schon lange: der Salzwassersee hat eine Verbindung zum Ozean, Ebbe und Flut sind hier besonders stark. Beste Bedingungen für kraftvolle und salzige Austern. Der beste Produzent ist Jérôme Labeguerie am Nordufer des Sees.

Im baskischen Weinkeller

Seit gut zwei Jahren macht die Domaine Apatia ihren eigenen Wein, statt die Kooperative zu beliefern, und schon jetzt stehen die Flaschen in jedem Spitzenrestaurant. Das spricht für die Cabernet-Franc- und Tannat-Trauben, die in Saint-Jean-Pied-de-Port auf 400 Meter Höhe gelesen werden. Die leichten Roten sind ideal zu den Geflügelgerichten und zum Lamm der Region, doch der Kracher ist der dunkle, tieffruchtige Rosé. Die Anlage ist äußerst sehenswert. Besuch täglich nach Voranmeldung.

Pintxos in Spanien

Vom französischen Hendaye ist man mit der Fähre schnell in der hübschen Altstadt von Hondarribia in Spanien. Über den Gassen liegt ein Klangteppich aus Tausenden Stimmen: Entlang der San Pedro Kalea sitzen die Basken unter jungen Platanen und genießen den Tinto, den Rotwein, oder eine eiskalte Caña, ein Bier, dazu gibt es Pintxos, baskische Tapas, die stets kleine Kunstwerke sind: Häppchen mit Pata Negra, Ziegenkäse mit Honig, Chipirons in eigener Tinte.

„Moulin d’Alotz“

Frühmorgens steht er mit dem Sonnenaufgang auf dem Surfbrett, mittags sortiert er seinen Küchengarten, abends kocht er. Und wann schläft dieser Mann? Fabrice Idiart lächelt all den Stress weg, weil er sich den Ansturm auf seine Naturküche immer gewünscht hat. Erst kürzlich übernahm er die „Moulin d’Alotz“, eine alte Mühle im bergigen Hochland, und macht seitdem besonders mit dem vegetarischen Menü von sich reden.

Château d’Orion

Ein Schloss mit Pyrenäenblick, das Meer in der Nähe – das war der Lebenstraum der deutschen Familie Premauer. Einer Grande Dame kauften sie vor wenigen Jahren ihr Familien-Château ab, seitdem genießt die alte Dame lebenslanges Wohnrecht in der Beletage. Die anderen Zimmer werden für Denkwochen genutzt, Philosophen und Wissenschaftler halten Referate, prominente Gastköche servieren am großen Eichen- tisch. Das Schloss ist ein beliebtes Gästehaus in der Abgeschiedenheit des Béarn.

Sur le marché

Was für ein Dachhimmel – die historische Markthalle von Saint-Jean-de-Luz ist ein architektonisches Kleinod, inmitten der Altstadt mit ihren hübschen Boutiquen und dem Fischerhafen. Es gibt Obst und Gemüse an zahllosen Ständen, baskische Produkte wie Piment d’Espelette und vorgekochte Gerichte wie Piperade basquaise (Paprikaragout mit Ei). Die Fischer überbieten sich mit den Fängen des Tages, mit Glück gibt es ganze Thunfische und Bonitos zu sehen. Und man kann die Einheimischen bei der gestrengen Auswahl des Diners beobachten.