48 Stunden in Singapur

Singapur ist flächenmäßig der kleinste Staat in Südostasien und hat für Reisende eine tolle Auswahl an Attraktionen im Gepäck. In unserer Serie 48 Stunden in empfehlen wir Ihnen Restaurants, Highlights und Übernachtungsmöglichkeiten in Singapur. Mit uns bleibt Ihr Wochenende unvergesslich. 

Freitag

7 Uhr

Nach der Landung am Changi Airport geht es auf direktem Weg ins Hotel – nach 12 Stunden Flug gibt es nichts Schöneres als eine Dusche. Das Duxton Reserve Hotel steht mitten in Chinatown: Hinter historischer Fassade schuf Designerin Anouska Hempel ein stylishes Boutiquehotel von beeindruckender Designopulenz, gekonnt mischte sie traditionell Chinesisches mit modernen Elementen.

11 Uhr

Nur einen kurzen Fußweg entfernt lockt eine legendäre Streetfood-Adresse: Nirgendwo schmeckt das lokale Lieblingsgericht Hainanese Chicken Rice besser als im Tian-Tian (Maxwell Road Food Centre, Stand 10). Hainanese Chicken Rice besteht aus gekochtem Huhn mit Reis, der mit intensiver Hühnerbrühe und verschiedenen Kräutern gekocht wurde. Klingt unspektakulär, ist aber eine Delikatesse – die Locals stehen geduldig Schlange dafür, deshalb kommt man am besten vor 12 Uhr.

14 Uhr

Quasi nebenan liegt das Tea Chapter, eines der letzten traditionellen Teehäuser in einer Metropole, wo Coffeeshops internationaler Prägung nur so aus dem Boden schießen. Hier dagegen lernt man in die Kultur der chinesischen Teezeremonie kennen und spürt so der Geschichte des Viertels nach. Wir entscheiden uns für den Imperial Golden Cassia, einen eher leichten Oolong Tea, den wir im Laden auch gleich für zu Hause mitnehmen.

16 Uhr

Nächster Stopp: Besuch im Baba House, einer im originalen 1920er-Stil eingerichteten Villa, wo man in die Kultur und das Lebensgefühl der Peranakan eintaucht. Als Peranakan bezeichnete man die Nachkommen jener chinesischen Händler, die sich im 19. Jahrhundert hier ansiedelten und malaysische Frauen heirateten. Ihre Kultur, Sprache und Küche ist eine faszinierende Mischung, bisweilen auch mit indischen Einflüssen, und eine Tradition, die junge Singapurer heute als identitätsstiftend wiederentdecken.

19 Uhr

Auch beim Abendessen heißt das Motto Peranakan: In seinem hübsch designten Restaurant Candlenut im trendigen Stadtteil Dempsey Hill interpretiert der junge Küchenchef Malcolm Lee die Gerichte seiner chinesischen und malaysischen Vorfahren kreativ. Köstlich: Blue Swimmer Crab mit Kurkuma-Kokosnuss-Sauce und einer Myriade an Kräutern und Gewürzen.

Samstag

10 Uhr

Nach dem Frühstück Bummel durch Little India, ein Fest der Farben und Aromen. Auf dem Tekka Market duftet es nach frischen Mangos, indischen Gewürzmischungen und frisch gebackenem Roti. Im Mustafa Centre können Jetlag-Geplagte rund um die Uhr shoppen – alles vom Kochtopf bis zum iPad.

12 Uhr

Nur eine Taxifahrt entfernt liegt das Newton Food Centre, für den Berliner Spitzenkoch und Singapur-Fan Tim Raue die beste Streetfood-Adresse der Stadt mit unzähligen Ständen unter einem Dach. Wir folgen seinen Tipps und probieren fluffig-frittierten Carrot Cake (Stand 01-28), über Holzkohle gegrillte Chicken-Satay-Spieße mit Erdnusssauce (01-33) und beste Chili Crab mit spicy Tomatensauce (01-27), Singapurs Nationalgericht.

14 Uhr

Zum Ausspannen steuern wir die Gardens by the Bay an, den ultramodernen botanischen Garten der Superlative. Spektakulärste Attraktion: die Supertrees, bis zu 50 Meter hohe vertikale Gärten, über und über mit tropischen Pflanzen bewachsen.

17 Uhr

Den Apéro nehmen wir in luftiger Höhe: Marina Bay Sands ist mit seinen drei 55-stöckigen Türmen eine Art hypermodernes Wahrzeichen der Stadt, von der Skybar ganz oben hat man einen unschlagbaren Blick auf den Sonnenuntergang über der City.

19 Uhr

Zum Abendessen ins Labyrinth: Küchenchef LG Han legt Wert auf Nachhaltigkeit und arbeitet nur mit kleinen Erzeugern aus der Region. Seine Interpretation der Chili Crab kommt mit knackigem Eiskraut, Curryblättern und der Sauce als süß-scharfes Eis.

Sonntag

10 Uhr

Das Viertel Katong im Osten der Stadt steht für die wiedererstarkende Peranakan-Kultur. Herzstück ist die Joo Chiat Road mit ihren in bunten Pastellfarben gestrichenen ehemaligen „Shophouses“, deren Bewohner im Erdgeschoss einen Laden betrieben und im ersten Stock lebten. In einer winzigen Garküche grillt ein alter Mann über Holzkohle das beliebte Streetfood Otah-Otah: Fein gehackter Fisch wird mit Gewürzen und Kokosnusscreme in ein Bananenblatt gewickelt und gegrillt, ein köstlicher Snack für umgerechnet 80 Cent.

12 Uhr

Brunchen ist am Wochenende die Lieblingsbeschäftigung aller Singaporeans. Die derzeit trendigste Adresse ist das Claudine von Julien Royer, dem Kult-Franzosen der Stadt (im Odette mit drei Sternen ausgezeichnet). Im spektakulären Ambiente einer ehemaligen Kapelle aus den 1930er-Jahren in Dempsey Hill serviert er seine Version französischer Klassiker, von intensiv duftender Bouillabaisse bis zur karamellisierten Ananas mit Thai-Basilikum-Sorbet.

15 Uhr

Vor dem Weiterflug gönnen wir uns den schönsten Abschiedsgruß von der „Löwenstadt“: Einen Singapore Sling in der historischen Long Bar des jüngst komplett restaurierten Raffles Hotel, einer asiatischen Hotellegende, die man gesehen haben muss.

SCHLAFEN

essen-und-gewuerze
Essen in der Auslage

Duxton Reserve Hotel

83 Duxton Road
Singapur 089540
Tel. 0065-69 14 14 28
48 Zi., DZ ab € 225

ESSEN

Candlenut

17a Dempsey Rd
Singapur 249676
Tel. 0065-64 86 10 51
tgl. mittags und abends geöffnet
Hauptgerichte € 15- 22

Claudine

39C Harding Road
Singapur 249541
Di-Fr mittags, Di-Sa abends geöffnet, So Brunch
Tel. 0065-62 65 29 66
Hauptgerichte € 32-52

Labyrinth Esplanade Mall

8 Raffles Avenue #02-23
Singapur 039802
Mi-So abends und Do-So mittags geöffnet
Tel. 0065-62 23 40 98
Menü € 150

Maxwell Road Food Centre

Kadayanallur St
Singapur 069184
tgl. von morgens bis nachts geöffnet

Newton Food Centre

OT Newton
500 Clemenceau Avenue North
Singapur 229495
tgl. mittags bis nachts geöffnet

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