48 Stunden in Shanghai

Links Pudong mit seinen Wolkenkratzern, rechts die Promenade Bund. Dazwischen bietet Shanghai Kulinarik für jeden Gaumen.

Wet Bar

Freitag

10:00 Uhr:

Lufthansa LH 728 aus Frankfurt ist gelandet. Der Taxitransfer zum Hotel „The PuLi“ durch den notorischen Verkehrsstau in der Drachenkopf-Metropole mit ihren rund 24 Millionen Einwohnern zieht sich. Das „PuLi“, Chinas erstes Stadtresort, liegt wie eine grüne Oase zentral im Jing’an-Viertel. Am besten bummelt man zuerst durch den Jing’an-Park, wo Karten gespielt, musiziert oder getanzt wird.

12:00 Uhr:

Es gibt nichts, was Chinesen lieber tun, als mit Freunden zu essen. Die Stadt der Extreme hat mit 60.000 Lokalen eine gastronomische Szene der Superlative. Wir starten im „Din Tai Fung“ mit den sehr guten Xiaolongbao (gedämpften Teigtaschen) und Wan Tan mit schwarzem Essig und Chili-Öl. Ihre zarten Falten – immer genau 18 – und die be- merkenswerte Konsistenz machen die Xiaolongbao wohl zu den besten in Shanghai, ein Korb kostet zehnmal so viel wie am Straßenrand.

14:00 Uhr:

Shoppingtour etwa bei „Culture Matters“ (chinesische Turnschuhe) oder auf der berühmten Nanjing Lu und der von französischen Pappeln gesäumten Huaihai Lu. Bei „Gentle Monster“ die futuristischen Brillen und die aufwendigen Kunstinstallationen bestaunen.

18:30 Uhr:

Wir lassen die europäischen Restaurants links liegen und gehen ins „Di Shui Dong“. Dieses Hunan-Restaurant hat den Charme einer Kantine, ist aber immer voll. Die Gerichte sind aromatisch und scharf, aber im Gegensatz zur Sichuan-Küche ohne deren typischen Pfeffer.

Es gibt Fisch, mit chinesischen Kastanien geschmortes grünes Gemüse, frittierte Eier mit Chili und so saftige wie zarte Rippchen. Sie sind süß in Sojasauce geschmort und schmecken zum Tsingtao-Bier. Wer sich traut, probiert Exotischeres wie Frosch, Innereien oder „stinkenden Tofu“.

Samstag

8:00 Uhr:

Wer dem Massenansturm entgehen will, steht früh auf, denn der Besuch im Jing’an-Tempel ist ein Muss. Dessen Wurzeln reichen zurück ins Jahr 247 nach Christus, womit der Tempel sogar älter ist als die Stadt.

9:30 Uhr:

Frühstück im „Taoyuan Village“. Zu den chinesischen Klassikern gehören gesalzene Sojamilch mit frittierten Teigstangen  und gebackene heiße Taschen mit pikanten Füllungen aus Schweinefleisch und Spiegelei oder gemischtem Gemüse.

11:00 Uhr:

Einer der beruhigenden Zufluchtsorte, wenn die Hektik der Stadt einem den Atem zu rauben droht, ist der Yu-Garten. In der Nähe steht inmitten eines Sees das Teehaus „Huxinting“. Vermutlich war es im alten Shanghai eine Opiumhöhle.

13:00 Uhr:

Deutsche Technik, italienisches Design und chinesische Kunst treffen im Flagship-Store von Zwilling aufeinander, wo die Hamburger Köchin Cornelia Poletto das Restaurant „The Twins“ betreibt. Es liegt am Eingang der Taikoo Hui Mall, in der mehr als 250 internationale Marken vertreten sind.

Wir bestellen das Lunchmenü und werden überrascht von einer „fliegenden Untertasse“ aus frischen Seeigeln auf geröstetem Brot, Thunfischflocken mit mariniertem Fenchel und Orangensaft sowie traditionell gebratenem Schweinekotelett zum Kartoffelsalat. Der Laden brummt, die Chinesen lieben die mediterrane Küche und besonders das Beeren-Tiramisu.

15:00 Uhr:

Was SoHo in New York, ist in Shanghai das Viertel M50. Mehr als 120 Künstler stellen hier in Galerien und Ateliers ihre Werke vor, umgeben von Bars und Cafés.

17:00 Uhr:

Zur blauen Stunde über den Huangpu nach Pudong, in den Finanzdistrikt, wo Architekten den neuen chinesischen Reichtum bis in lichte Höhen abbilden. Wie eine gläserne Spirale schraubt sich der Shanghai Tower gen Himmel, mit 632 Metern das zweithöchste Gebäude der Welt. Der Blick von oben auf den gegenüberliegenden Bund macht die Pracht der 1920er- und 1930er-Jahre sichtbar: 52 imposante Gebäude säumen die Promenade.

20:00 Uhr:

Abends übernehmen die Streetfood-Köche mit ihren Karren die Straßen. Wir probieren erst die gefüllten Teigtaschen, dann eine Schüssel mit herzhaften Stick-to-your-Ribs-Nudeln mit Gemüse, Sprossen oder Schweinefleisch zur Stärkung für das Nachtleben.

22:00 Uhr:

Die Stadt ist voller Bars und Clubs. Einer der neuesten Hotspots ist das „W“-Hotel mit seiner „Woo“-Cocktailbar und der „Wet Bar“ mit einem riesigen Pool auf dem Dach.

Sonntag

9:00 Uhr:

Das Frühstück im „RAC Coffee“ ist französisch mit Austern, Galettes und Crêpes, denn das Café liegt in der ehemaligen French Concession.

11:00 Uhr:

Die chinesische Metropole hat viele Gesichter, die man beispielsweise bei einer Motorradtour entdecken kann – im Beiwagen einer nachgebauten Vorkriegs-BMW R71. Mit Sondergenehmigung werden Touristen durch die Gassen der Altstadt gefahren.

14:30 Uhr:

Lunch an einer der Garküchen mit Shanghai-Ravioli und Baozi, den Hefeklößen mit Fleisch und Gemüse.

18:00 Uhr:

Dinner im eleganten Hotel „Peninsula“ mit dem Restaurant „Sir Elly’s“ im 13. Stock. In dem Orient-trifft-Art-déco-Speisesaal werden exzellente französisch-asiatische Gerichte serviert. Absacker mit etwas Wehmut auf der Terrasse.

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