48 Stunden in Graz

Die steirische Hauptstadt hat viele Facetten, vom Altstadtcharme bis zur zeitgenössischen Architektur.

Kunsthaus Graz

Freitag

14:00 Uhr:

Das Taxi hält vor dem „Hotel zum Dom“ im Palais Inzaghi, direkt im Herzen der Altstadt. Die großzügigen Zimmer verbinden das Erbe von Gotik und Barock mit dem Design von heute.

14:30 Uhr:

Erst mal richtig ankommen. Bestens gelingt das wenige Schritte vom Hotel entfernt im Café „Promenade“ bei Melange und Esterházy-Schnitte, einem geschichteten Traum aus lockerem Biskuit, buttriger Vanillecreme und Zitronen-Schokoladen-Glasur.

15:30 Uhr:

Das „GrazMuseum“ lädt mit der Dauerausstellung „360 Graz“ zu einer aufregend-sinnlichen Begegnung mit der Geschichte der Stadt – ein gutes Ziel, wenn es draußen winterlich kalt ist. Die Sammlungsstücke werden ästhetisch präsentiert, aktuelle Bezüge ergänzen den Rückblick von 1128 bis ins Jahr 2003.

19:00 Uhr:

Mit dem Taxi geht es ins Grüne, zum „Kehlberghof“. Zu flaumigen Buchweizenknödeln oder Kürbiskernpolenta werden dort etwa Gerichte mit Seesaibling oder zartem Styria-Beef serviert. Vinzenz Gruber achtet auf Bioqualität und lokale Produzenten, schaut dabei inspiriert über den heimischen Tellerrand. Einziger Wermutstropfen: Auf den Garten mit seiner schönen Aussicht auf Graz muss man zu dieser Jahreszeit verzichten.

Samstag

9:30 Uhr:

Bummel über den Markt am Kaiser-Josef-Platz, wo Bauern und Feinkosthändler ihre Schätze anpreisen: Salat aus Käferbohnen (Feuerbohnen), Alpenlachs, Kas- und Kletzennudeln (mit getrockneten Birnen gefüllt) oder steirischen Käse.

10:30 Uhr:

Kurzer Stopp bei „Frankowitsch“, wo sich ganz Graz zu Brötchen mit allerlei Leckereien als Belag trifft. Zum Traditionsgeschäft gehören auch eine Patisserie sowie eine Delikatessenabteilung mit steirischen Pasteten und edlen Schnäpsen.

11:00 Uhr:

Beim Streifzug durch die Altstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, landen ein paar kulinarische Souvenirs im Gepäck: In den beiden Geschäften von „Linzbichler“, die sich an die Mauern der Franziskanerkirche schmiegen, locken Schilchertrüffeln (mit Wein aus der Rebsorte Blauer Wildbacher), Lebkuchen und alle Zotter-Schokoladen. Die für ihre „Sissi-Busserln“ und den Zwieback gerühmte „Hofbäckerei Edegger-Tax“ ist mit ihrem geschnitzten Holzportal von 1896 selbst eine Sehenswürdigkeit.

12:30 Uhr:

Leichtes Mittagessen im romantischen Generalihof. Beim „Klapotetz“ gibt es zur breiten Auswahl an steirischen Weinen regionale Schmankerln wie Rohschinken, Kürbiskernaufstrich oder Leberpastete vom Wildschwein.

14:00 Uhr:

Fast schon ein Stück Land-Art im Stadtgefüge ist die „Murinsel“ des New Yorkers Vito Acconci, eine kühn geschwungene Brücke mit großer Plattform mitten im Fluss. Auf der befindet sich eine gedeckte Café-Bar – ideal für eine kurze Pause.

14:30 Uhr:

Besuch im blau glänzenden „Kunsthaus“, das immer wieder viel beachtete Ausstellungen beherbergt. „Friendly Alien“ haben die Architekten Peter Cook und Colin Fournier ihr extravagantes Gebäude genannt, das auch gut 15 Jahre nach der „Landung“ am Ufer der Mur noch polarisiert.

16:30 Uhr:

Ein kleiner Abstecher ins Lendviertel führt vorbei an vielen trendigen kleinen Läden und Bars, die sich dort angesiedelt haben.

19:30 Uhr:

Abendessen im elegant-modernen „Schmidhofer im Palais“. Herbert Schmidhofer setzt in seinem Restaurant im Palais Herberstein auf eine verfeinerte österreichische Küche mit mediterranen und auch mal asiatischen Einflüssen. Den Tafelspitz packt er in Ravioli, die er mit Kren-Schaum und Spinat serviert, die Tarte Tatin aus steirischen Äpfeln wird von Mohn-Eis und Nougatcreme abgerundet.

22:00 Uhr:

Cocktail in der Bar „Katze Katze“, die man über den prächtigen Arkadenhof des Landhauses erreicht. Am Wochenende legen hier DJs auf.

Sonntag

9:30 Uhr:

Per Lift hinauf zum Schlossberg, wo sich ein großartiger Ausblick bis hin zu den Ausläufern der Alpen eröffnet. Zu diesem traumhaften Panorama bietet das „Aiola upstairs“ eine reizvolle Frühstückskarte – Eierspeise mit Kernöl probieren!

11:00 Uhr:

Zu Fuß geht es wieder hinab in die Stadt, durch das Paulustor in den Burggarten und weiter in den Hof der Grazer Burg, wo man die frei zugängliche gotische Doppelwendeltreppe bestaunen kann. Neben dem Dom hat sich der Habsburger-Kaiser Ferdinand II. (1578 bis 1637) mit seinem Mausoleum an der Katharinenkirche ein Denkmal gesetzt: ein spätmanieristisches Juwel mit verspieltem Stuck und hellfarbigen Malereien.

12:00 Uhr:

Im „Der Steirer“ wartet der jede Woche wechselnde Sonntagsbraten, diesmal eine herzerwärmend saftige Lammkeule mit Knödelsoufflé. Das urbane Wirtshaus bietet auch das beste Backhendl von Graz und eine überzeugende Weinauswahl. Jetzt noch ein Fläschchen Kürbiskernöl aus dem angeschlossenen Laden einpacken lassen, und schon fährt das Taxi vor. Servus, Graz!

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