48 Stunden in Bologna

Bologna wird auch "Die Fette" genannt. Warum? In der Stadt isst man gern und gut.

Bologna

Donnerstag

12:40 Uhr:

Ankunft mit Ryanair FR136 aus Berlin (Tickets mit Priority Check-in ab 113 Euro). Wie eine Scheibe aus ziegelrotem Ton wirkt die Altstadt aus der Luft. 20 Minuten dauert die Taxifahrt zum „Metropolitan“, Bolognas neu eröffnetem Designhotel in zentraler Lage mit hellen Zimmern und begrünter Dachterrasse.

14:40 Uhr:

Ein erster Stadtbummel führt zur Piazza Maggiore. Der Neptunbrunnen ist frisch restauriert, die riesige Basilika San Petronio birgt mit dem Fresko „Jüngstes Gericht“ von Giovanni da Modena ein faszinierendes Meisterwerk. Die moderne Tourismuszentrale informiert auch über die vielen kulinarischen Spezialitäten wie Tortellini, Tagliatelle, Mortadella und Ragù – Bologna wird auch „La Grassa“, die Fette, genannt.

15:30 Uhr:

Diesen Spitznamen im Ohr, bestellen wir in der jungen, legeren Pasta-Bar „Sfoglia Rina“ als spätes Mittagessen gleich eine Lasagne „alla bolognese“ mit knackig-frischem Fenchel-Spinat-Salat und Orangencreme.

17:00 Uhr:

Aufstieg auf den Torre degli Asinelli, den höheren der beiden schiefen Geschlechtertürme, Bolognas 900 Jahre altes Wahrzeichen (Tickets mit Zeitfenster). Steile Holztreppen führen über 498 Stufen zur Plattform in 97 Meter Höhe.

18:10 Uhr:

In den berühmten Arkadengängen kosten wir die süße Spezialität des Café „Aroma“: Caffè alla Zabaione. Fabio Caroli gilt als bester Barista der Stadt.

19:30 Uhr:

Aperitif und Vorspeise im „I Conoscenti“ im gleichnamigen Palazzo. Das junge Team kreiert Cocktails und Gerichte aus Produkten der Emilia-Romagna. Zum „Montegelli“ aus Traubensaft, Grappa, Aceto Balsamico und Himbeeren schmeckt ein Kürbisflan mit geschmolzenem Parmesan, roten Zwiebeln und roh mariniertem Rotkohl.

21:00 Uhr:

Primo, Pastagang, und secondo, Hauptgang, im „ViVo“, Vincenzo Votteros neuem „Food Lab“. Hier wird moderne italienische Gourmetküche aufgetischt, etwa ein aromatisches, über Akazienholz geräuchertes Reh-Tatar mit Senfsaat-Eis und sardischem Fladenbrot oder mit Trüffeln angebratene Tortellini in Perlhuhn-Heu-Sud mit Lambrusco-Perlen.

Freitag

10:00 Uhr:

Wir streifen über den Mercato delle Erbe, Bolognas ursprünglichsten Markt. Mittags und abends bieten Kooperativen in den Pavillons links und rechts der Halle Snacks und Streetfood an.

11:20 Uhr:

Abtauchen ins Labyrinth von Santo Stefano, auch „Sette Chiese“ genannt: Sieben Kirchen verbergen sich in der heutigen Basilika. Im Monastero del Corpus Domini besuchen wir danach die einbalsamierte heilige Katharina von Bologna.

13:00 Uhr:

Pranzo, Mittagessen, im „All‘Osteria Bottega“. Patron Daniele Minarelli serviert traditionelle Gerichte nach Slow- Food-Richtlinien. Nur Schweinelende, Rohschinken, Mortadella, Parmesan, Ei und Muskat dürfen in die Tortellini. Die wurden, so sagt man, nach dem Bauchnabel der Venus geformt. Die Tagliatelle wiederum seien den Locken der Lucrezia Borgia nachempfunden.

15:00 Uhr:

Ausflug an den Stadtrand zur kürzlich eröffneten „FICO Eataly World“ in den einstigen Messehallen. Die gigantische Erlebniswelt im amerikanischen Stil dreht sich um die italienische Esskultur und bietet unzählige Läden, Restaurants, Events und Workshops. Romantik darf man nicht erwarten, dafür viele Informationen zu italienischen Produkten.

19:20 Uhr:

Eis ist Pflicht in Bologna und in der „Cremeria Funivia“ besonders gut. Unser Tipp ist das köstliche Duett von Feige und Mandarine.

20:30 Uhr:

Abendessen in der „Drogheria della Rosa“, einem angesagten Treff der Kreativen. Hier waren schon Stars wie Danny DeVito oder Francis Ford Coppola zu Gast. Zart und saftig ist das Filet vom Romagnola-Rind mit Frühlingsgemüse. Hausklassiker ist die Creme aus Mascarpone und weißer Schokolade mit Pfirsich und Bitterschokoladesplittern.

23:00 Uhr:

Absacker in der „NU Lounge Bar“ von Daniele Dalla Pola. Zu perfekt gemachten Tiki-Drinks werden als Snack Mortadellawürfel und Parmesanbrocken gereicht.

Samstag

9:30 Uhr:

Als Mitbringsel kaufen wir handgemachte Tortellini und Tagliatelle im sympathischen Laden „Le Sfogline“ der Schwestern Monica und Daniela Ventura. Praktisch: Alles wird auf Wunsch auch eingeschweißt.

10:20 Uhr:

Weiter geht die kulinarische Shoppingtour in der „Salumeria Simoni“ im Quadrilatero, Bolognas ältestem Marktviertel. Wie Orgelpfeifen hängen hier handwerklich gemachte Mortadellas in allen Größen. Spezialität in der Bäckerei und Konditorei „Paolo Atti & Figli“ ein paar Eingänge weiter ist das in bunte runde Pappschachteln verpackte Certosino di Bologna, ein Früchtebrot mit Anis, Pinienkernen und kandiertem Obst.

11:00 Uhr:

Wir stärken uns für die Heimreise: In Bolognas ältester Weinschenke „Osteria del Sole“ von 1465 bringen die Gäste zu Hausweinen wie Sangiovese und Lambrusco ihre Snacks selbst vom Markt mit – in unserem Fall etwa Ciccioli frolli (frittierter Speck) von „Simoni“ und frisches Brot von „Atti“.

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