Die besten Brasserien Deutschlands

Bœuf bourguignon, Boudin noir, Baba au Rhum: Gut gemacht, sind die beliebten französischen Klassiker nördlich der Alpen gar nicht so leicht zu finden. Hier sind unsere Favoriten von Hamburg bis München: Die besten Brasserien Deutschlands

Die besten Brasserien in Berlin

Irma La Douce

Elegante weiße Tischdecken, ein hoher luftiger Raum mit ausladendem Tresen, dazu eine große Uhr, die über allem zu schweben scheint, man wähnt sich in einer großen Bahnhofsbrasserie in Paris. Dabei rauscht draußen auf der Potsdamer Straße der Verkehr vorbei. Mit dem Restaurant „Irma La Douce“ begann die Verwandlung dieses einst rauen Kiezes. In der noblen Brasserie servieren sie ein exzellentes Tartare, das wahlweise auch mit Ossietra-Kaviar an den Tisch kommt. Neben Klassikern wie Boeuf bourguignon und Bouillabaisse gibt es auch eine Gourmetkarte, die mit Steinbutt auf Waldpilzponzu oder dem Reh in zwei Gängen sehr ausgefeilte Kochkunst bietet und mit starken Grundprodukten aufwartet. Weinkarte mit großer Jahrgangstiefe in Bordeaux und Burgund und tolle Champagnerauswahl mit fünfzig Positionen.

Chez Maurice

So lauschig sitzt man auf der grün berankten Terrasse unter roten Markisen, dass sich der Gast wegen des breiten Trottoirs eher in Bordeaux als in Paris fühlt. „Chez Maurice“ ist seit 25 Jahren die legendäre Brasserie im Berliner Osten. Auch die Ex-Kanzlerin sagt, dies sei ihr liebstes Restaurant. Drinnen leuchten Kerzen, und die hölzernen Tische stehen neben den hohen Weinregalen, sehr schön sind auch die weißen Fliesen mit blauen Fischabbildungen. Der beliebteste Klassiker hier ist die Boudin noir (Blutwurst), die mit Thymian-Apfel-Kompott und Püree serviert wird. Mittags gibt es ein günstiges Menü mit französischen Spezialitäten, die Weinbergschnecken sind hervorragend, sogar Froschschenkel hat der Elsässer Wirt auf der Karte. Alle Weine des Weinladens werden für den doppelten Ladenpreis auch im Restaurant serviert.

Lamazère Brasserie

Schönster Ort in der Hauptstadt, um authentisch französisches Savoir-vivre zu erleben, ist die lebendige Brasserie des jungen, sympathischen Rene Lamazère. Safrangelbe Wände, Messinglüster, blanke Holztische, Bodenkacheln und burgunderrote Polsterbänke vermitteln Brasserie-Atmosphäre. Am kleinen Bartresen parlieren Stammgäste, Nachbarn grüßen beim Vorbeigehen. Die Terrine de Campagne macht der Patron täglich selber. Die Œufs cocotte mit Flusskrebsen und Dill oder Bayonner Schinken bringt er noch brutzelnd im Pfännchen meist persönlich an den Tisch. Aus 15 wechselnden Gerichten auf einer Schiefertafel kann ein individuelles Menü in drei oder vier Gängen (€ 48 und € 56) gewählt werden, darunter Klassiker wie Boudin noir, Cassoulet oder Milchreis mit Salzkaramell und kandierten Mandeln. In Paris und mit der Landküche der Großeltern im Languedoc ist Lamazère aufgewachsen. Viele seiner 200 französischen Weine junger, innovativer französischer Winzer importiert er selbst. Zumindest eins der Lieblingsdestillate als Absacker muss sein.

Französicher Genuss

Moules Frites, diese unschlagbare Kombination gibt es etwa im „Mon Ami.

Boeuf Tartar, mit gewölbten Pommes und Mayonnaise in „Paul’s Brasserie“, Essen

Wachsweiches Ei, Jaune d’œuf, im „C’est la vie“, Leipzig

Die besten Brasserien in Hamburg

Petit Bonheur

Das „Kleine Glück“ gehört zu den Adressen, bei denen man schnell zum Stammgast wird, wenn man einmal da gewesen ist. Patron Ergün Uysal führt das Restaurant sehr persönlich und bietet mit seinem Küchenchef David Rohlfing auf der häufig wechselnde Standardkarte Klassiker der französischen Küche: Austern (Fines de Claire), Foie gras mit Portwein, Lyoner vom Grill mit Belugalinsen sowie Boudin noir mit Champagnerkraut und Dijon-Senf. Kleine Ausflüge in andere Küchen erlaubt er sich auch, etwa beim Kabeljaufilet mit Matcha-Tee-Sauce, Pak-Choi und Süßkartoffelpüree. Die Weinauswahl orientiert sich an bekannten Namen aus Deutschland und Frankreich. Lederbänke vor weinroten Wänden, große Spiegel, Kronleuchter und Messing und Scheibengardinen sorgen für französisches Flair. Der Tresen in der Mitte des Raumes ist perfekt für den Drink vor oder nach dem Essen.

Café Paris

Die Brasserie mit der wunderschön bemalten Jugendstilkuppel ist magischer Anziehungspunkt für Schauspieler, Tänzer, Gastronomen, Innenstadt-Shopper, Geschäftsleute – und viele andere, die die lässige Atmosphäre und die traditionellen Gerichte lieben, die in zuverlässiger Qualität auf die Tische kommen: Austern, Salade niçoise, Fischsuppe mit Rouille, Steak tartare mit Pommes frites. Tagesaktuell werden kreativere Gerichte wie Thunfischtatar im Sesamkörbchen angeboten, dazu ein klassischer Plat du jour, der schnell ausverkauft ist. Die kleinen Tische sind mehrmals am Tag besetzt, der Tresen immer umlagert, der Geräuschpegel hoch.

Le Plat du Jour

Patron Jacques Lemercier hält seit 27 Jahren die französische Lebensart und Esskultur in seiner kleinen Brasserie lebendig. Dazu trägt auch der versierte Service bei und sorgt charmant mit französischem Akzent für einen reibungslosen Ablauf. Hier stehen die Klassiker auf der Karte, für die seine Stammgäste das Restaurant lieben – und die inzwischen fast selten geworden sind: Gillardeau-Austern, hausgemachte Terrine mit Gürkchen, Lyoner Wurst mit Linsen sowie Kalbsnieren in Senfsauce und Hechtklößchen. Tagesgerichte finden sich auf der Schiefertafel. Das historische Ambiente mit Bistrostühlen, Lederbänken, Wandspiegeln, Messingleisten und schwarz-weißem Fußboden könnte typischer nicht sein.

Die besten Brasserien in Frankfurt

Mon Amie Maxi

Der optische Gegenentwurf zur klassischen Brasserie: Das Restaurant ist mit Samtsesselchen, sanften Farben, Lüstern und üppigen (Seiden-)Blumenarrangements im hohen Raum einer ehemaligen Bank ausgestattet. Die Meeresfrüchtetheke ist ganzjährig üppig bestückt, der Nizza-Salat ein lang erprobtes Meisterwerk, und auch Innereien wie Kalbsbries- und -nieren und (Gänse-)Leber werden in beängstigender Präzision serviert. Nicht zu vergessen Schnecken, Moules frites, Steinbutt mit Sauce hollandaise, Boudin noir mit Bratkartoffeln, das im Knochen gratinierte Mark mit Röstbrot und süße Sünden wie Île flottante aus Eischnee, Karamell und Vanillesauce. Große internationale Weinauswahl. Terrasse.

Jasper’s

Nur ein paar Schritte vom Ebbelwei-Trubel Sachsenhausens fühlt man sich nach Paris, Lyon oder Reims versetzt. Das Lokal ist nach dem Philosophen Karl Jasper benannt und besteht seit über 30 Jahren. Es ist ein stilsicher inszenierter Ort französischer Lebensart: verspiegelte Wände, Jugendstilmotive, ein stattliches Lampen-Sammelsurium, viel Holz, viel Patina. Der Patron mit elsässischen Wurzeln bietet die Küche der Grande Nation in bester Qualität an: Klassiker wie hausgemachte Foie gras mit Brioche und Gelee, Elsässer Bäckeoffe, Schnecken, Flammkuchen mit Münsterkäse oder Steinbuttklößchen mit Sauce normande. In der Rubrik „vergessene Gerichte“ stehen Kalbskutteln in Weißwein, Kalbsnieren mit Dijonsenfrahm und Kalbskopf mit Vinaigrette. Unbedingt bestellen: die bretonische Galette mit gesalzener Karamellsauce. Top Weinkarte.

Brasserie du Sud

Mitten im Gründerzeitviertel hat sich die Brasserie du Sud in sonniger Ecklage etabliert. Bei gutem Wetter macht sie ihrem Namen alle Ehre und kann je nach Sonnenstand mit gleich zwei Terrassen aufwarten. Der Innenraum erinnert in traditionellem Schwarz, Weiß mit roten Akzenten mehr an ein Bistro, doch die Küche wird einer Brasserie mit traditionellen Gerichten à la française und ansprechender Weinauswahl mehr als gerecht. Liebhaber von Escargots à la bourguignonne, Austern, Artischocken mit Vinaigrette, Foie gras en bloc, Salade niçoise, Moules frites, Bouillabaisse oder Bœuf bourguignon, gefolgt von Crêpes Suzettes, werden hier fündig.

Deutschlands beste Brasserien

Das Ambiente stimmt–Thonet-Stühle, Holztresen und weiße Tische in der „Brasserie Schlachthof“, Saarbrücken

Irma la Douce, BERLIN: authentisches Ambiente und auf der Karte Austern, Kaviar und Bœuf bourguignon.

Sonne an der Pegnitz bietet die Terrasse der „Brasserie Nitz“, Nürnberg.

Die besten Brasserien von Münster bis München

Regensburg

Orphée
Für wahre Frankophile und Kenner des Französischen liegt hier sogar die legendäre satirische Wochenzeitung „Le Canard Enchaîné“ aus. Für die kulinarischen Freuden im einmalig charmanten, seit 1896 kaum veränderten Ambiente mit Bistrotischen draußen und unzähligen Fotos auf der Holzvertäfelung rund um die weiß gedeckten Tische drinnen, braucht es keine Sprachkenntnisse. Man weiß ja, was Croissants und Crêpes, was Quiche, Boeuf bourguignon und Bouillabaisse sind, die hier, wie alles andere, bestens zubereitet werden. Das „Orphée“ macht nicht nur vom Frühstück bis zum Diner glücklich. In Nicht-Pandemiezeiten wird es ab 22 Uhr zur Bar.

Nürnberg

Brasserie Nitz
Vom Hauptmarkt sind es zwei Minuten nach Nizza. Oder nach Paris, Rennes oder Bordeaux. Denn auch dort würde das „Nitz“ als veritable Brasserie durchgehen. Das liegt am frankophilen Flair und einer authentischen Küche, die mittags Lust auf schnelle Moules frites an der ellenlangen Bar macht und am Nachmittag einlädt zu Pastis oder Café au Lait und Tartes auf der schicken Terrasse. Herrlich sind Abende, wenn man sich etwa bei Austern, Coq au Vin und Baba au rhum wie Gott in Frankreich fühlt. Dazu Feines aus dem Keller oder das mit französischem Hopfen gebraute Hausbier – es ist ja eine Brasserie. An warmen Tagen sind die Stühle auf der Terrasse an der Pegnitz schnell besetzt.

München

Brasserie Les Deux
Im Parterre seines Gourmetrestaurants richtete Fabrice Kieffer eine stilvoll-moderne Brasserie ein, die französische Klassiker wie Entenleberterrine oder Beeftatar, aber auch zeitgemäße Weiterentwicklungen à la gebratener Zander mit Aal, Weißkohl, Mimolette und Nussbutterschaum bietet. Die Maßstäbe der oben gepflegten Spitzenküche liefern den Mehrwert für unten, mit hochwertigen Produkten, ausgefeilten Rezepturen und präzisem Abschmecken. Auch das für Brasserieküche so typische Wohlfühlelement kommt zum Tragen, etwa bei stundenlang geschmortem Boeuf bourguignon mit Vulcano-Speck und Perlzwiebeln. Geschützte Terrasse.

Saarbrücken

Brasserie Schlachthof
Den Namen verdankt Klaus Erforts Zweitrestaurant seiner Lage, sonst ist alles französisch inspiriert: der schwarz-weiße Kachelboden, das Jugendstildekor und die klassischen Gerichte wie frische Austern, Crevettes rosés mit Mayonnaise, Schnecken in Petersilienbutter, Salade niçoise oder Tatar. Spezialität des Hauses, passend zum Genius Loci: Cuts vom heißen Lavastein, etwa Filet de Boeuf vom Charolais-Rind, sechs Wochen trocken gereift und zu perfektem Biss gegrillt, mit Sauce béarnaise, wildem Brokkoli sowie Pommes allumettes. Inspirierte Weinkarte mit deutsch-französischem Schwerpunkt.
 

Münster

Giverny
Giverny ist der Name eines Dorfes in der Normandie, das weltweit unter Kunstfreunden als Schaffensort von Claude Monet bekannt ist. Und so heißt auch das im Landhausstil liebevoll dekorierte Lokal, das seit Jahrzehnten französisches Lebensgefühl in die Domstadt bringt. Immer mittwochs gibt es die traditionelle Bouillabaisse marseillaise, in zwei Gängen serviert. Unverzichtbar bei jedem Besuch sind die Austern von der Île d’Oléron und/oder die wunderbare Gänseleberterrine mit Aromen von Sauerkirsche und Haselnuss. Hervorragend das Kalbsfilet mit Trüffel und Maronen. Rein französische, sehr informativ gestaltete Weinkarte.

Künstler in der Küche

Französische Lebensart, verkörpert Ergün Uysal vom „Petit Bonheur“, Hamburg

Üppg bestückt und frei interpretiert ist die Bouillabaisse im „Irma la Douce“, Berlin.

„Les deux" sind: die Küchenchefs Nathalie Leblond und Gregor Goncharov in der Brasserie München. 

Essen

Paul’s Brasserie
In modern-elegantem Ambiente präsentiert der ausgesprochen liebenswürdige Service Klassiker der Brasserieküche: Steak tartare und Bouillabaisse fehlen ebenso wenig wie Austern oder Hummer „Thermidor“. Seezunge à la meunière und Wolfsbarsch, in der Salzkruste gegart, stammen aus Wildfang. Klasse als Dessert der Apfelkuchen Tarte aux pommes! Mittagsgäste schätzen den preisgünstigen Plat du jour, Konzertbesucher die unmittelbare Nähe zu Aalto Oper und Essener Philharmonie. Name und Logo des Lokals sollen an den verstorbenen Hund des Patrons erinnern.

Düsseldorf

Brasserie Stadthaus
In der frankophilen Landeshauptstadt sitzt man nirgends so lebhaft und elegant wie in der Brasserie Stadthaus. Unter wunderschöner Kassettendecke, auf langer roter Bank an weiß eingedeckten Tischen schmecken gratinierter Markknochen, Coq au Vin oder Baba au rhum gleich noch besser. Neben seinen Dauerbrennern, intensiver Hummerschaumsuppe und unwiderstehlichem Steak tartare mit knusprigen Frites, bereitet der passionierte Jäger Florian Conzen Selbsterlegtes mit rheinischem Twist zu und serviert wie zu saisonalem Grünkohl eigenen Wildschinken. Die rein französische Weinkarte bietet viel Champagner, herrlich zur Austernauswahl.

Köln

Brasserie Marie
Seit acht Jahren stehen in dieser sympathisch gemütlichen Location drei Austernsorten auf der übersichtlichen Karte zur Wahl, kommen hausgemachte Foiegras-Terrine oder das halbe Dutzend Weinbergschnecken auf Holztische. Wer Lust auf mehr als Fischsuppe oder Rinderfilet-Tatar mit getrüffeltem Kartoffelschaum hat – et voilà, es locken Steak frites mit Sauce béarnaise, Cordon bleu und klassischer Coq au Vin. Zum Kabeljau gibt’s Risotto, unter 100 Flaschenweinen und beim erfreulich breiten Offenangebot findet sich neben Französischem auch Deutsches, dazu frisch gezapftes Kölsch – weltoffene Domstadt eben!

Dresden

Palais Bistro
Unter den zahlreichen Restaurants im Taschenbergpalais überzeugt die Brasserie mit ihrem frankophilen Flair: unkomplizierte Einrichtung mit Thonetstühlen, weiß gedeckten Tischen, funkelnden Lüstern und bunten Akzenten durch Gläser und Wandlampen – und dazu ein freundliches „Bonjour!“ zur Begrüßung. Auf dem Serviertisch liegt frisches Baguette bereit. Als Entree empfehlen sich Fines-de-claire-Austern, pur oder mit Spinat gratiniert. Schnecken Burgunder Art zieht man mit der Schneckengabel aus ihrem mit Kräuter-Knoblauch-Butter gefüllten Haus. Die Crêpes Suzette als Dessert werden à la minute am Tisch zubereitet. Die Weinkarte präsentiert vor allem französische Winzer.

Leipzig

C’est la vie

Eine exzellente französische Küche ist ebenso Markenzeichen dieses Restaurants wie die opulente Einrichtung mit ihren goldfarbenen Stühlen, fein gedeckten Tischen und rubinroten Accessoires. Von Frankreich inspiriert haben Mesdames Deborah Connolly und Inga Connolly-Dahse hier ihre eigene Welt inszeniert und dazu Winzer in Bordeaux, Haut Loire, Burgund und in der Champagne persönlich besucht. Die offene Küche bereitet klassische französische Menüs zu, deren Gänge, darunter Safranessenz mit Muscheln und Passepierre oder eine Trilogie vom Kalb an Röstzwiebelsauce, sich beliebig tauschen lassen.

Halle

Brasserie Lözius
Diese Brasserie erinnert an die alte Tradition der Pariser Café-Théâtre, denn die Bühne des Steintor-Varietés liegt gleich nebenan. Und so treffen sich hier tagsüber und abends Künstler und das Szenepublikum, um die lebhafte Atmosphäre zu genießen. Das Ambiente über zwei Etagen bestimmt eher einfaches Mobiliar, beliebt sind die Tische auf der Empore. Die in Regalen gelagerten Weine sorgen ebenso für Genuss wie Zwiebelsuppe, Boeuf bourguignon und wechselnde Quiches, zum Beispiel mit Spitzpaprika, Edamame und Frischkäse.
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