Redakteurin, stellvertretende Ressortleiterin Küche, Wein und Lebensart Uta Abendroth

Die Menschen, die ich treffe, und die schönen Dinge, die ich mir angucken kann: ein Mix aus Hobby und Job.

Uta Abendroth

Ich bin mit vielen Designklassikern aufgewachsen, ohne es zu wissen – für mich war das einfach mein Zuhause. Dass es bei Freunden anders aussah, habe ich registriert, ein Thema war es nicht. Aus der Grundschule bin ich stets mit den neuesten Infos zum Outfit meiner Mathelehrerin nach Hause gekommen, doch was sie sagte, so meine Mutter, blieb nicht unbedingt hängen. Ich war immer ein großer Theaterfan, und mein erster Berufswunsch war Bühnenbildnerin – aber dazu fehlten mir Mut und zeichnerisches Talent. Heute denke ich, dass sich alle meine Interessen in dem Job als Journalistin bündeln: Ich suche ansprechend gestaltete Produkte auf Messen und Reisen, gehe den Dingen auf den Grund (am liebsten gleich bei der Herstellung in der Glasbläserei, Schmiede oder Porzellanwerkstatt), setze die Objekte bei Fotoshootings in Szene und kreiere so Bilder im Kleinen.

Interessant ist, wie man über die Jahre Trends kommen und gehen sieht. Manches wiederholt sich, manches ist nicht totzukriegen, und manches verschwindet zum Glück ganz schnell wieder. Diese Strömungen zu beobachten, sie zu bewerten, in Texten einzuordnen und mit Fotos zu vermitteln, das ist nach wie vor eine spannende Herausforderung. Ich mag vor allem die Arbeit im Team mit Fotografen und Stylisten.

Interviews sind, ebenso wie die Recherchen vor Ort, persönliche Highlights. Grandseigneurs wie Gae Aulenti, Richard Sapper, Maddalena de Padova, Michele de Lucchi und Philippe Starck habe ich ebenso tre en dürfen wie tonangebende Designer von heute wie Stefan Diez, Jaime Hayon und Oki Sato. Wie viel es über gute und schlechte Gestaltung oder Materialien zu sagen gibt, ist immer wieder beeindruckend!

Ein echter Gewinn ist es, mit den Kollegen vom FEINSCHMECKER zusammenzuarbeiten. Jeder hat seine Kompetenzen, die wir in Gesprächen bündeln; so entstehen abwechslungsreiche Themen. Schön ist es, wenn man aus der eigenen Redaktion ein Kompliment für einen Artikel bekommt, weil man weiß, die anderen können es beurteilen. Liebevollen Spott kann ich mir in Bezug auf die aufwendigen Fotoproduktionen – da kommen Berge von Paketen – anhören: „Frau Abendroth packt aus, Frau Abendroth packt ein“. Aber am Ende fallen dann Sätze wie: „Du hast die schönsten Seiten im Heft“ oder „Du hast wieder so tolle Sachen aufgetan“.

BIOGRAFIE

Geboren in Osnabrück, zunächst Modedesignstudium in Florenz, dann Englische Literatur, Kunstgeschichte und Klassische Archäologie in Hamburg und London. Berufliche Stationen als Redakteurin: Architektur & Wohnen und Schöner Wohnen. Autorin u.a. für Atrium, Brigitte, dpa, Spiegel online, Welt am Sonntag und seit 2013 auch für den FEINSCHMECKER; seit 2017 als Redakteurin im Ressort Küche, Wein & Lebensart.

Fotolocation
The Table Kevin Fehling
H I K M N R Q F
H Kein Parkplatz vorhanden
I Mittags geschlossen
K Keine Terrasse und/oder Garten vorhanden
M Übernachtung nicht möglich
N Kein Weinangebot
R EC-Zahlung möglich
Q Kreditkartenzahlung möglich
F Keine Bar vorhanden

Der Strom der Stammgäste und Genießer, die die mondän-urbane Atmosphäre erleben möchten, reißt nicht ab, Kevin Fehling ist langfristig ausgebucht. Alle 22 Gäste sitzen am namensgebenden, geschwungenen Hochtisch aus Kirschbaumholz, haben die lautlos werkelnden Köche im Blick und fühlen sich dennoch ganz privat. Kunstvoll sind die sieben Gänge des Menüs, das – augenzwinkernd – mit Miniaturen startet, die mit Traditionen spielen: „Calzone", Bun „Szegediner Art“ oder „Ei Carbonara“ – natürlich bis ins Mikroelement neu und finessenreich interpretiert. Fehling setzt da auch Gags ein, wie eine nachgebaute Olive oder Miesmuschel aus mit Sepia eingefärbtem Teig. Das ist Teil einer kreativen Dramaturgie, die aus internationalen Einflüssen beeindruckend aparte Geschmacksbilder baut. Beim "Ika Mata vom Carabinero" setzen gefrorener Limonenstaub und Kokosnuss exotische Akzente, die zugleich von intensiv jodiger Seeigelcreme ausbalanciert werden. Klassiker aus Japan und Frankreich treffen bei "Thunfisch, Toro und ungestopfter Gänseleber" aufeinander, Opulenz, die mit Nori-Algen, Yuzu und Reisessig asiatische Leichtigkeit bekommt. Und das Limousin-Lamm schmeckt mit nordischem Sanddorn und Tandoori-Hollandaise absolut stimmig. Sommelier und Co-Gastgeber David Eitel fokussiert sich auf eine wohltuend überschaubare Weinkarte und begleitet jeden Gang kongenial elegant.

Shanghaiallee 15, 20457 Hamburg
+49 (0) 40 22867422
www.the-table-hamburg.de
nur Abendessen, So, Mo geschl.
Menüs € 210 - 210