Top 30 unter 30: Junge Talente aus der Gastronomie

Top 10 Köchinnen und Köche

Junge Talente aus der Küche, die unserer Redaktion besonders aufgefallen sind.
Oliver Laubinger (24), Bodendorf‘s, Sylt
Oliver Laubinger hat keine klassische Spitzenküchen-Biografie: gelernt bei einem Caterer in Bayern, danach zweieinhalb Jahre in einem Steakhaus in Nürnberg und ein kurzer Abstecher in einem Leipziger Hotel. Dann entwickelte er Ehrgeiz, und ein Kollege brachte ihn zu Holger Bodendorf nach Sylt. Mittlerweile ist er seit knapp drei Jahren auf der Insel, Junior-Souschef im „Bodendorf’s“ und kocht auch für das Zweitrestaurant „Siebzehn84“. „Er ist ein echtes Talent und ein guter Typ“, sagt Holger Bodendorf über ihn. Laubinger arbeitet auch im Service und bringt neue Ideen für Gerichte ein. Bodendorf kommt ins Schwärmen: „Auf ihn bin ich stolz!“
Constantin Krauss (26), The Table, Hamburg
Küchenmeister mit 26 – das ist ungewöhnlich. Constantin Kraus hat früh gemacht, was andere auf später verschieben: Schule in Heidelberg, Küchenmeister, danach das „Bareiss“ in Baiersbronn, jetzt seit dreieinhalb Jahren im „The Table“ in Hamburg. Chefkoch und Patron Kevin Fehling lässt Souschefs nicht oft an der Gerichtentwicklung mitwirken – das Konzept kommt von ihm, die Stilistik auch. Doch bei Krauss macht er eine Ausnahme. „Er hat relativ früh verstanden, wie wir denken“, sagt Fehling und ergänzt: „Er kann gut führen und wird mal ein richtig guter Küchenchef, da bin ich mir ganz sicher.“
Madlaina Bröhm (28), Remi, Berlin
Schon während des Studiums jobbte Madlaina Bröhm lieber in der Gastronomie, als in die Uni zu gehen. Wenig erstaunlich, dass sie danach in der Küche und nicht an
einem Schreibtisch arbeiten wollte. Die Ausbildung machte sie bei Tim Raue, danach zog es sie in die junge Berliner Szene, zunächst ins „Trio“, dann ins „Remi“. Hier arbeitet sie heute als Souschefin eng mit „Remi“-Chef Lode van Zuylen zusammen, prägt den modernen Brasserie-Stil des Lokals mit. Was sie zurzeit am liebsten kocht? „Die glasierten Wildschwein-Rippchen ‚à la flamande‘ mit grünen Bohnen, Meerrettich und Brunnenkresse.“
Maya Schmeer (27), Otto, Berlin
„Es macht einfach unfassbar viel Spaß!“ So beschreibt Maya Schmeer ihren Job als Küchenchefin im „Otto“. Nach dem Abitur hat sie sich bewusst gegen ein Studium und für einen handwerklichen Beruf entschieden. In der Küche sah sie ihre Zukunft: „Hauptsache, keine Langeweile. Ich mag es, wenn viel los ist.“ Gleich nach der Ausbildung kam sie ins „Otto“, begeistert sich bis heute für den naturnahen Küchenstil mit eigenem Garten in Brandenburg, den Vadim Otto Ursus Henselder dort etabliert hat. Ihr Traum für die Zukunft: „Irgendwann einmal ein eigener Laden!“
Luis Hendricks (27), Pietsch, Wernigerode
Mitten im Harz, fernab von Foodie-Hotspots also, ist eine außergewöhnliche Symbiose aus Erfahrung und Aufbruch entstanden. Mit produktfokussierten Kreationen wurde Luis Hendricks 2025 zum jüngsten Zwei-Sterne-Küchenchef Deutschlands. Das Erfolgsgeheimnis? Patron Robin Pietsch erkannte das Potenzial seines Schützlings – und ersetzte Kontrolle zunehmend durch Vertrauen. Hendricks’ erster Mentor Tony Hohlfeld („Jante“, Hannover) stimmt zu: „Es war immer klar, dass Luis weit kommen würde.“
Martin Weghofer (28), Main Tower Restaurant & Lounge, Frankfurt
Ein Senkrechtstarter! Mit 16 begann Martin Weghofer die Lehre in seiner nordhessischen Heimat, mit 22 wurde er Küchenchef im Main Tower Restaurant & Lounge, mit knapp 24 wurde er dort mit einem Stern ausgezeichnet. Sein Stil: Ein Mix aus heimischen und internationalen Einflüssen, passend zu Bankenmetropole und Panoramablick aus dem 53. Stock. Seine große Leidenschaft sind Saucen, die er mit viel Wohlgeschmack auf den Punkt kocht – etwa die Räucherfischsauce mit Dill, Champagner und Zitrone zum Steinbutt.
Nico Pupp (22), Schwitzer‘s Gourmet- Restaurant, Waldbronn
Wer mit 14 Jahren schon den zukünftigen Arbeitgeber findet, kann sich glücklich schätzen. So war es bei Nico Pupp, der im „Schwitzer‘s Gourmet-Restaurant“ ein Schulpraktikum absolvierte und wusste: Hier will ich lernen. Nach der Ausbildung blieb er – direkt als Souschef. Neue Gerichte entwickelt Pupp gemeinsam mit Küchenchef Cédric Schwitzer: Er hält Kontakt zu den Bauernhöfen im Dorf, fragt, was kommt, und bringt dann Vorschläge mit. „Er hat sofort verstanden, wie wir denken“, sagt Schwitzer, „dazu hat er große Eigeninitiative und viel Lust am Kochen.“
Katharina Neumann (22), Schlossberg, Baiersbronn
Katharina Neumann ist noch keine zwölf Monate in Baiersbronn – und hat sich bereits etabliert. Gelernt hat sie in Albstadt, in einem traditionellen Gasthof. „Das war super, echt schwäbisch und bodenständig“, sagt sie, „ich wollte aber mehr.“ Das Mehr findet sie bei Jörg Sackmann: Fermentation, vegetarische Küche, neue Techniken. Sackmann über seine Köchin: „Sie arbeitet super präzise und ist bei uns im Fine
Dining eine echte Bereicherung.“
Philipp Naase (26), Elsa, München
Philipp Naase ist gebürtiger Münchner, und deshalb ist es nur stimmig, dass er seine Wurzeln heute in Gerichten wie Schweinebauch mit Sauerkraut und Dunkelbier oder Kaspressknödel mit luftgetrocknetem Schinken auslebt. Seit der Eröffnung im vergangenen Herbst prägt er als Küchenchef die Linie des „Elsa“, wo das junge Team deutsche Heimatküche neu denkt. Seine Ausbildung machte er im Hotel Bayerischer Hof, verdiente sich dann seine Sporen im Leipziger „Falco“ bei Peter-Maria Schnurr und im dortigen „Gasthaus Helmut“, bevor es ihn zurück an die Isar zog.
Louis Gaida (23), Ophelia, Konstanz
„Er brennt für das Kochen, auf eine Art, die man selten erlebt“, sagt Dirk Hoberg. Der Küchenchef des „Ophelia“ schätzt seinen Gardemanger nicht nur menschlich und fachlich, sondern auch wegen genau dieser Einstellung. Selbst nach einem fehlerfreien Service sage Louis Gaida: „Chef, morgen mache ich es besser!“ Der 23-Jährige kommt wie Hoberg aus Osnabrück, nach dem Abitur lernte er beim dortigen Koch-Urgestein Hans Peter Engels das klassische Handwerk. Gaida spart jeden Cent, um essen zu gehen, im letzten Urlaub war er bei Massimo Bottura („Osteria Francescana“, Modena) und im „Sonnora“ in Dreis.
Top 10 Sommelièren & Sommeliers

Das Weinwissen dieser jungen Menschen hat richtig Fundament.
Niklas Ertl (27), Genuss-Shop Johannes King, Sylt
Nach der Lehre ging Niklas Ertl direkt in den Söl’ring Hof – gerade 21 Jahre alt und ohne jede Scheu. Es folgten Stationen im „Palais Coburg“ in Wien und beim österreichischen Spitzenweingut Velich, bevor Johannes King ihn 2021 nach Sylt zurückholte. Seither verantwortet Ertl die Weinkarte des Genuss-Shops, die sich laut King durchaus messen kann: „Immer wieder kommen Leute, die wirklich Ahnung haben, und sagen: Ihr habt tolle Sachen.“ Nebenbei machte Ertl seinen IHK-Sommelier und entwickelte ein eigenes Allround-Weinglas, das inzwischen auch von Gastronomen und Händlern nachgefragt wird. „Er ist clever, gut vernetzt und hat richtig Spaß am Wein“, sagt King.
Clara Hippert (25), arc, Hamburg
Von einem Milchziegenhof in der Uckermark ins Hamburger „arc“: Clara Hippert ist Quereinsteigerin, wie sie selbst sagt. Sie brach ihre landwirtschaftliche Ausbildung ab, arbeitete im Service und entwickelte über Produzenten-Roadshows und Verkostungen eine Leidenschaft für Wein. Während ihrer Zeit im Kasseler „Mondi“ absolvierte sie die Ausbildung zur WSET-Sommelière, und zwar direkt auf dem höchsten Level 3. Über ihren Bruder kam der Kontakt zum „arc“, wo sie seit Oktober 2024 für die Getränke verantwortlich ist. Auf ihrer Karte findet sich, was zur Küche mit viel Gemüse passt. Es können ökologisch oder biodynamisch angebaute Weine sein, wichtig ist ihr, dass sie aus kleinen, handwerklichen Betrieben stammen. Was fasziniert sie am Wein? „Es kondensiert sich da sehr vieles darin – Geschichte, Landschaft, Landwirtschaft. Und es hört nie wirklich auf.“
Katrin Berboth (25), CŒur d’Artichaut, Münster
Ihre Leidenschaft für Schaumwein brachte der Kölnerin Katrin Berboth den Beinamen „Perlenqueen“ ein. Tatsächlich nähert sich die Sommelière und Restaurantleiterin des „Cœur d’Artichaut“ in Münster ihren Gästen oft mit prickelndem Schwung. Ihre Laufbahn verlief zielstrebig: Nach der Ausbildung im Restaurant „Zur Post“ in Odenthal bildete sie sich zur gastronomischen Betriebswirtin und Sommelière weiter. Prägend: ihre Zeit im Pulheimer „Gut Lärchenhof“ mit seinem eindrucksvollen Weinkeller.
Henry Aidan Steilberg (26), Bar Freundschaft, Berlin
Bordeaux und Burgund hat Henry Aidan Steilberg durch seinen Vater entdeckt – kein schlechter Start. Den Rest hat er sich selbst beigebracht: in Berlin als Gast in der „Bar Freundschaft“, im Rahmen seines Nordamerikastudiums, das ihn zufällig an die UC Davis führten – eine der führenden Universitäten für Weinbau weltweit. „Ich bin durch Kalifornien gereist, zu Produzenten gefahren und habe Tastings gemacht – das hat mich noch mal mehr motiviert.“ In Berlin half er in der „Bar Freundschaft“ erst ein-, zweimal die Woche aus, dann in Vollzeit als Commis de Vins. Die „Bar Freundschaft“ fördert jetzt seine Sommelier-Ausbildung über den Court of Master Sommeliers – ein Programm, das zu den anspruchsvollsten der Branche zählt. Genau das Richtige für Henry.
Julian Grampp (25), NeoBiota, Köln
„Julian geht es nie um Prestige – er will am Tisch und im Glas einfach nur begeistern“, lobt Erik Scheffler, Chef des Kölner „neobiota“, seinen Sommelier. Julian Grampp absolvierte zwar eine klassische Ausbildung (Traube Tonbach, Grand Hotel Heiligendamm), erkannte jedoch früh für sich, dass naturnahe Weine nachhaltige, pflanzenbasierte Gerichte am besten begleiten. Mit Lockerheit und großem Sachverstand führt er seine Gäste seither auch an Ungewohntes heran – etwa unter Florhefe ausgebaute Weine.
Paul Biermann (27), Steinheuers Restaurant, Bad Neuenahr-Heppingen
Eigentlich wollte Paul Biermann Koch werden: Er lernte im „Landhaus Scherrer“ in Hamburg und arbeitete bei Kevin Fehling im „The Table“, bevor er in den Service wechselte. Vor zweieinhalb Jahren kam er zu „Steinheuer“ und absolvierte währenddessen die Sommelierschule in Ahrweiler. Wenn ein neues Gericht auf die Karte kommt, hat er oft schon den passenden Wein parat – manchmal naheliegend, manchmal überraschend. Gar nicht so einfach, denn die Weinkarte bei Steinheuer umfasst mehr als 1000 Positionen; die großen Gewächse sind gesetzt, doch Biermann sorgt dafür, dass es nicht dabei bleibt. Küchenchef Christian Binder schätzt genau diesen Entdeckergeist: Neues ausprobieren, denn davon profitiert die Karte.
Peter Reutlinger (27), Schwarzer Adler, Oberbergen
Wer in einem Schwarzwälder Gasthaus aufwächst, braucht erst mal Abstand: Nach dem Abitur wollte Peter Reutlinger eigentlich Architektur studieren und begann zunächst eine Lehre zum Zimmermann. Doch das Gastro-Gen war stärker, vor allem das Thema Wein begeisterte ihn früh. Er kam zur Ausbildung in den „Schwarzen Adler“ – der legendäre Weinkeller und die Karte mit über 3000 Positionen ließen ihn nicht mehr los: „Man hat hier alle Möglichkeiten, kann vieles verkosten, von dem man lange geträumt hat.“ Heute, fünf Jahre später, ist er Sommelier und stellvertretender Restaurantleiter – und ein großer Fan gereifter Bordeaux.
Anna Ueter (29), Gasthaus Zur Linde, Stuttgart
Als Anna Ueter ihren Eltern eröffnete, sie wolle nach der Schule zur Lufthansa, um Flugbegleiterin zu werden, hatten die eine Bedingung: erst eine Ausbildung. Sie ging nach Sylt, machte ihre Lehre als Hotelfachfrau im „Söl’ring Hof“ und entwickelte dort die Liebe zum Wein. Es folgten das Restaurant „Obauer“ im österreichischen Werfen und die Traube Tonbach in Baiersbronn, wo Stéphane Gass ihr den Sommelier-Posten anbot – noch bevor sie den Schein hatte. Seit fast einem Jahr ist sie Sommelière im „Gasthaus Zur Linde“ in Stuttgart, baut die Karte konsequent nach Wünschen ihrer Gäste und hat auch noch den zweiten Platz beim Wettbewerb der Nachwuchs-Sommeliers belegt.
Noris Conrad (26), Tantris, München
Trotz seiner jungen Jahre hat der gebürtige Münsterländer Noris Conrad schon einen Deep Dive in die Welt der Spitzengastronomie hinter sich: Gleich nach dem Abitur heuerte er auf der „MS Europa 2“ an, fuhr zwei Jahre um die Welt und entdeckte das Thema Wein für sich. Er arbeitete im Antwerpener „The Jane“, im Restaurant „Obauer“ im Salzburger Land und durfte als Stipendiat von Andreas Caminadas Uccelin-Programm u.a. ins New Yorker „Per Se“ und ins Bangkoker „Sühring“ hineinschnuppern. Als neuer Head-Sommelier des „Tantris“ kann er aus dem legendären Keller schöpfen. Seine aktuelle Leidenschaft: „Madeira, weil er als Weinstil extrem viel Herkunft transportiert.“
Luigi Pecchia (26), The Cloud, München
Seine Familie stammt aus Neapel, deshalb hat er ein Herz für italienische Weine. Aber nicht nur: Auch Winzerchampagner, Pfälzer Riesling und Amphorenweinen aus Armenien gehört derzeit seine besondere Leidenschaft. Luigi Pecchia ist ein geborener Gastgeber, seine Leidenschaft für Wein wirkt ansteckend, und für die inspirierten Kreationen aus der Küche von Jens Madsen findet er spannende, oft auch überraschende Pairings. Auch seine Vita ist eindrucksvoll, nach der Ausbildung im Münchner Königshof war er bei Peter Knogl in Basel, bei Heinz Beck in Rom und zuletzt bei Edip Sigl im Chiemgau.
Top 10 Gastgeberinnen & Gastgeber

Gutes Gastgeben will gelernt sein, und diese zehn Talente unter 30 sind darin herausragend gut.
Nils Müller (24), Söl’ring Hof, Sylt
Nils Müller kennt den Söl’ring Hof seit Kindheitstagen – seine Eltern haben hier geheiratet. Seine Ausbildung zum Restaurantfachmann hat er aber woanders gemacht. Als Commis kam er zurück, schüchtern und leise, wie Restaurantleiterin Bärbel Ring erzählt. Vier Jahre später ist er stellvertretender Restaurantleiter und ein wichtiger Teil des Serviceteams. Sogar seinen Ausbilderschein hat er gemacht. Für Bärbel Ring ist klar: „Er ist meine rechte und meine linke Hand.“
Lea Zentgraf (29), CODA, Berlin
Während ihres Studiums in International Management hat die Unterfränkin Lea Zentgraf in einer Weinstube gejobbt. „Das war innig, stimmig“, sagt sie, „man kannte die Stammgäste.“ In der Businesswelt sei ihr klar geworden, dass sie aufblühe, wenn sie Menschen glücklich machen könne. Das gelingt. „Eine Top-Teamleiterin“, sagt „CODA“-Küchenchefin Julia Leitner: „super professionell, immer gut drauf, ein Motivator“, auf jeden Gast und auf jeden im Team gehe sie individuell ein.
Rosa Dilasco (25), Rutz, Berlin
Nach ihrer Ausbildung hat die Berlinerin Rosa Dilasco bei einem angesagten Italiener in Mitte gearbeitet. „Das war schön und gut“, sagt sie, „ich wusste aber, ich kann mehr.“ Selbstbewusst hat sie sich daraufhin bei Marco Müller beworben. „Learning by doing und dabei nie scheu sein, hab ich mir gedacht, und ich bin auch so eine Frohnatur.“ Außergewöhnlich sei, meint „Rutz“-Gastgeber Falco Mühlichen, ihre „absolute Leistungsbereitschaft sowie ihre Freude am Beruf, die sie auch mit zu den Gästen an den Tisch bringt“.
Cécile Jäger (22), Restaurant Tim Raue, Berlin
„Cécile ist die personifizierte Gastfreundschaft“, sagt Chefin Marie-Anne Wild. Sie fing mit 17 Jahren an, im Restaurant zu jobben. Anfangs trug sie nur die Tabletts an die Tische, fand aber so sehr Gefallen an der Welt des Fine Dining, dass sie bald eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau begann. Heute ist sie Demi-Chef de Rang und beeindruckt Wild immer wieder: „Sie verbindet Professionalität mit großer Herzlichkeit und baut rasch eine Beziehung zu den Gästen auf.“ Jägers Lieblingsgericht: Tim Raues Wasabi-Kaisergranat.
Lea Rupp (29), the dune, Frankfurt
Während des Jurastudiums wurde Lea Rupp klar, dass ihr die Materie zu trocken ist: „Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten.“ Die Saarländerin begann eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Victor’s Residenz Schloss Berg in Perl-Nennig – und war sehr viel im Restaurant von Christian Bau: „Mich faszinierte die Welt des Fine Dining.“ Im Restaurant „Überfahrt“ am Tegernsee lernte sie Küchenchef Niclas Nußbaumer kennen, seither gehen sie ihren Weg gemeinsam: Mit knapp 24 Jahren wurde sie Restaurantleiterin in der „Mühle Schluchsee“, heute führen die beiden das „the dune“.
Thomas Blessing (28), Victor’s Fine Dining by Christian Bau, Perl-Nennig
Es gibt viele Wege, sich auf den Job als Restaurantmanager eines Drei-Sterne-Restaurants vorzubereiten. Bei Thomas Blessing war es seine Zeit als Barkeeper, eine Weltreise mit Jobs rund um den Globus und ein duales Studium für Tourismuswirtschaft und -management. Seit viereinhalb Jahren ist er der Organisator hinter den Kulissen und sieht sich als Botschafter zwischen Küche und Gast. Christian Bau schätzt besonders Blessings „charmante Art am Gast“ und den „unvergleichlichen Servicegedanken“. Ihr beider Credo: „Wir finden für jedes Problem eine Lösung!“
Malte Stüber (23), Erbprinz, Ettlingen
Nach dem Abitur reiste Malte Stüber durch die Welt und bekam Lust, international zu arbeiten. In der Gastronomie geht das, und er erinnerte sich an ein Schulpraktikum im „Erbprinz“ in Ettlingen. Er bewarb sich, machte die Ausbildung zum Restaurantfachmann, erwarb das Sommelier-WSET Level 3 und studiert jetzt dual Hotelmanagement in Ravensburg. Im „Erbprinz“ verantwortet er eigene Projekte: den Genießerabend, über den Sommer die Lounge der Schlossfestspiele. „Es fühlt sich nicht nach Arbeit an“, sagt er.
Anna Raddatz (24), Aura by Alexander Herrmann & Tobias Bätz, Wirsberg
Anna Raddatz mag es kontrastreich: Nach einem Jahr in der Servicebrigade des „Tantris“ ging sie letztes Jahr für drei Monate zurück in das Kinderheim zwischen Gaza-Streifen und West Bank, wo sie schon nach der Tourismusschule ein freiwilliges soziales Jahr absolviert hatte: „Ich musste noch mal etwas ganz anderes machen.“ Doch der Gastro-Virus war stärker: Seit Ende 2025 ist sie stellvertretende Serviceleiterin im „Aura by Alexander Herrmann & Tobias Bätz“, die Gäste schätzen ihre besondere Zugewandtheit. „Sie ist unfassbar schnell“, sagt Tobias Bätz. „Und mit Liebe und Leidenschaft bei der Sache.“
Alyssa Klee (22), Ursprung, Königsbronn
Seit September 2025 ist Alyssa Klee im „Ursprung“. Gelernt hat die Restaurantfachfrau in einem Eventbetrieb, mit der Sternegastronomie hatte sie bis dahin wenig Berührung. Aber privat war sie schon vorher dreimal zu Gast im „Ursprung“. Patronin Anna Widmann schätzt ihre Ausstrahlung: „Sie hat immer ein Lächeln, diese Herzlichkeit – das ist ihre Grundeinstellung.“ Dazu kommt ihre Besonnenheit: „Sie verliert nie die Fassung und gibt dem Gast immer das Gefühl, willkommen zu sein.“ Mittlerweile ist sie zu einem wichtigen Bestandteil des Restaurants geworden.
Alexander Will (26), Tohru, München
„Eigentlich war es nie mein Plan, ein Fine-Dining-Restaurant zu führen“, erklärt Alexander Will. Viel eher sah sich der Sohn einer Hoteliersfamilie an der Spitze eines großen Hotels. Während des Abiturs jobbte er im Öschberghof, bald bot man ihm dort ein duales Studium an. Nach zwei Jahren im F&B kam das Angebot von Tohru Nakamura. Seine Philosophie? „Der Gast muss im Fokus stehen. Wir wollen ihm den einen ganz besonderen Abend bieten.“ Und, für Will das Allerwichtigste: „Unsere Gäste sollen Spaß haben.“

