TOP 30 RESTAURANTS - Die Konzepte der Zukunft

SPITZENKÖCHE MÜSSEN WIEDER VORBILD SEIN
TEXT DEBORAH GOTTLIEB
Der Gedanke, dass Gäste vier Stunden an einem Tisch bei einem Menü verbringen, erschiene ihm heute schwer vorstellbar und „veraltet“, sagte René Redzepi, Miteigentümer des Kopenhagener „Noma“ und Pionier der New Nordic Cuisine, in einem Interview vier Wochen nach Beginn der Corona-Krise. Man müsse die Zeit der Schließung nutzen, um Dinge zu verbessern, erklärte er und zog sich in sein leeres Restaurant zurück, um die entscheidende Frage zu beantworten: Wie sieht die Top-Gastronomie der Zukunft aus? Die Spitzenküche war schon vor der Pandemie im Umbruch, und eine Krise hat immer auch die Wirkung eines Katalysators. Fine Dining wird sich verändern – müssen. Doch wie sollten die Konzepte künftig gestaltet sein, damit sie Gäste jenseits kurzfristiger Trends und effektvoller Inszenierungen nachhaltig begeistern? Welche deutschen Restaurants werden Maßstäbe setzen, weil die richtigen Lehren aus der Krise ihr Wegweiser waren?
Das Konsumverhalten wird sich ändern, glauben führende Köpfe der Branche. Reisen würden weniger, auch solche zu besonders angesagten Restaurants. Und das nicht nur wegen geschlossener Grenzen, sondern weil sich die Prioritäten und Bedürfnisse der Gäste weiter wandeln werden. Das Gute wird man zunächst wieder öfter in der Nähe suchen. Bei Entscheidungen, wo wir essen und was wir einkaufen, geht es in Zukunft weit stärker als bisher auch um Werte wie Nachhaltigkeit, Ökologie und Verantwortung. Ein Trend, den Corona nicht begründet, aber verstärkt hat. Auf Genuss werden wir deshalb natürlich nicht verzichten, im Gegenteil. Aber die Frage, was der Gast darunter versteht, müssen die Protagonisten neu beantworten – und ihre Konzepte danach noch besser ausrichten.



- Spitzenküche zum Anfassen: Chefkoch Jan-Philipp Berner in der offenen Küche des „Söl’ring Hofs“ in Rantum auf Sylt
- Die Frau fürs Finale im „einsunternull“: Chef-Patissière Marie Mang ist in Berlin gemeinsam mit Jonathan Pichler für die Desserts verantwortlich
- Beerenstark: Hier sind Brombeere mit Malz und Pumpernickel ein furioser Abschluss des Menüs im „einsunternull“
Das Soziale sei das Wesen der Gastronomie, ein Restaurantbesuch bedeute immer auch zwei, drei Stunden Urlaub vom Alltag, sagt Ex-Spitzenkoch und Gastroberater und experte Christian Rach. Und im besten Fall ein unvergessliches Erlebnis. Das soll schwelgerisch sein, gern überraschend und kreativ, aber ohne Erklärungen verständlich; eben unbeschwert, doch nicht unbekümmert. Gäste wollen die Gewissheit haben, dass ihr Gastgeber am Herd verantwortungsbewusst zu Werke geht. Wer das in der Krise vorgelebt hat, indem er kleine Erzeuger mit Lieferkonzepten oder seine Mitarbeiter in Kurzarbeit mit Gehaltsaufstockungen unterstützt hat, der gewinnt auch das Vertrauen der Gäste.
Damit die kleinen Produzenten wegen der Gastropause nicht auf ihren Erzeugnissen sitzen blieben, übernahmen Köche Verantwortung und eine Vermittlerfunktion. Thomas Imbusch verschickte aus seinem „100/200 Kitchen“ in Hamburg Wochenkisten mit vorgekochten Gerichten und Grundprodukten seiner Lieferanten: bestes Hühnerfleisch vom Hof Odefey & Töchter aus Uelzen (neben Brust und Keule auch Flügel und mehr) oder Manufaktur-Käse vom Hof Backensholz in Schleswig-Holstein. Das sicherte den Produzenten die Existenz und gewährleistete dem Koch den Fortbestand der eigenen Versorgung. Gäste mussten selbst bei eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten nicht auf gute Lebensmittel verzichten. Und das verbindet alle drei.



Gastgeber zu sein bedeutet, Menschen zu umsorgen, die Gastronomie ist eine Branche des „Caring“. Wie stark Gemeinschaftssinn und soziale Verantwortung an vielen Stellen verankert sind, wurde schon nach wenigen Tagen Zwangsschließung eindrucksvoll demonstriert. Eine Welle der Solidarität rollte von Berlin durch die Republik: Mit „Kochen für Helden“ initiierten Max Strohe und Ilona Scholl vom Restaurant „Tulus Lotrek“ spontan eine Aktion, bei der Restaurants die Ärzte, Pfleger, Mitarbeiter in Apotheken und Supermärkten und andere bundesweit mit Mahlzeiten versorgten. Andere wie Jan-Philipp Berner im „Söl’ring Hof“ auf Sylt wollen improvisierte Konzepte aus der Krise auch während des reduzierten Neustarts zunächst weiterführen, um das Kurzarbeitergeld für die Mitarbeiter aufzustocken. Mit „JP’s Kantine“ versorgt er die Sylter täglich mit einem bodenständigen Takeaway-Hauptgang wie einer perfekten Roulade. Die Gäste bringen eigene Behälter mit.
Engagement für Region und Nachhaltigkeit sind Werte, die bereits viele Lokale leiten und die künftig noch stärker gefragt sein werden. Restaurants wie das „einsunternull“ in Berlin mit seinem konsequent lokalen Konzept, vom Gemüse aus dem eigenen Garten bis zum handgemachten Geschirr aus Prenzlauer Berg, sind glaubwürdige Beispiele für eine moderne Regionalküche, die das Beste in der Nähe suchen, ohne selbst der Mittelpunkt der Welt sein zu wollen. Felix Schneider verfolgt im „Sosein“ in Heroldsberg Saisonalität und Respekt vor den Produkten und Erzeugern Frankens so kompromisslos wie kaum ein anderer; selbst seine Sojasauce kommt aus biologisch-baden-württembergischem Versuchsanbau. Benjamin Peifer serviert in seinem Kallstädter „Intense“ ein freches Omakase-Menü im weinumrankten Fachwerkhaus: eine so humorvolle wie global unterlegte Liebeserklärung an die Heimat mit fast ausschließlich Pfälzer Zutaten. Und Marco Müller entwickelte für sein „Rutz“ in Berlin mit Landwirten sogar eigene Bepflanzungspläne für seine hoch innovative Spitzenküche. Sie alle leben Konzepte, denen ein neues Verständnis von Genuss zugrundeliegt.



Links: Neue Perspektiven: Im Hamburger „100/200 Kitchen“ vermittelte Thomas Imbusch die Produkte seiner Erzeuger an die Gäste weiter
Mitte und rechts: Reduktion auf die geschmackvolle Art: Im „Atelier“ serviert Jan Hartwig Kalbsbries in Wirsing mit Rieslingkraut
Die Krise hat außerdem ein Band geknüpft: Solidarität nicht nur mit Helfern und Erzeugern, sondern auch untereinander wurde in der Zwangspause gefördert. In der Not hat sich die Branche der Einzelkämpfer zumindest in Teilen vereint. Die Initiative #restartgastro, die in einem offenen Brief zum verantwortungsvollen Neustart der Betriebe aufrief, zeigte ebenso eindrucksvoll wie die bundesweite „Aktion Leere Stühle“, was ein Schulterschluss bewirken kann. Stars wie Tim Raue vereinten sich mit Granden wie Heinz Winkler aus Aschau und Szene-Gastronomen wie The Duc Ngo aus Berlin sowie Produzenten und Großhändlern zu einer Allianz. Leere Stühle auf öffentlichen Plätzen demonstrierten die dramatische wirtschaftliche Situation in den geschlossenen Betrieben. Erstmals hatte die Branche eine Stimme. Wer es schafft, den Schulterschluss auch künftig zu leben, hat ein Netzwerk, das nicht nur in der Krise hilft.
Vor allem muss aber das Gesamtkonzept stimmen. „Ich koche, was mir schmeckt“, ist eine Sichtweise, aber kein Konzept. Reduktion wird ein Gebot der Stunde werden, nicht von Qualität und Raffinesse, aber von dem für den Gast spürbaren Aufwand.



- New Generation: Jan Hartwig ist in seinem „Atelier“ in München ein virtuoser Dirigent der Aromen – ganz ohne Dogma
- Das „Waidwerk“ in Nürnberg wird als eigenes kleines Restaurant im Traditionsgasthaus „Rottner“ von Junior Valentin geführt
- Modern angerichtet im „Waidwerk“: Taschenkrebs, Avocado, Yuzu, Ringelblume und Joghurt
Die Besten wie Christian Bau in Nennig, Sven Elverfeld im Wolfsburger „Aqua“ oder Jan Hartwig im Münchner „Atelier“ werden die deutsche Spitzenküche weiter prägen. Die Weiterentwicklung vorantreiben werden aber jene, die jetzt mit neuen Ideen auch neue Gäste gewinnen und nachhaltig begeistern. Im „Haus Stemberg“ beweist Sascha Stemberg souverän und lässig, wie der Spagat zwischen Wirtshaus und Spitzenküche gelingt. Im Nürnberger „Waidwerk“ verfolgt Valentin Rottner im eigenen Gourmetbereich des elterlichen Traditionsgasthauses sein Vision einer modernen deutschen Kreativküche mit Respekt vor der Natur. Und im „Storstad“ interpretiert Anton Schmaus mit einem urbanen Gastrokonzept in Regensburg die Heimat mit Weltläufigkeit neu. Das alles sind authentische Konzepte, die Zukunft gestalten werden.
Christian Rach kennt als Koch, Autor und Gastroberater die Restaurantszene gut. Was sich ändern muss, erklärt er hier
Die Krise hat gezeigt, wie viele Ideen in Köchen und Gastronomen stecken. Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Gastrobranche war schon immer unglaublich
kreativ und ein Treiber für gesellschaftliche Trends.
Sie hat schon immer versucht, neue Ideen umzusetzen.
Nach den fetten Jahren, die nur Personalmangel
prägte, ist diese Kreativität wieder gefragt.



- Jäger mit Respekt vor der Natur: Valentin Rottner (Mitte) kocht mit Stefanie Kneißl und Andreas Kröckel kreativ und heimatverbunden
- Brathendl mit Gurke und Kräutern im „Klassenzimmer“ in der Feldberger Seenlandschaft
- Das Potenzial des Berliner Umlands schöpft Marco Müller im „Rutz“ aus: durch enge Kooperationen mit Landwirten
Wie werden Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung Restaurants künftig prägen?
Auf mehrere Arten. Als Gast muss ich lernen, dass gute Produktqualität nicht für kleines Geld zu haben ist und sie eines der wichtigsten Ziele unserer Gesellschaft sein sollte. Und als Gastronomen müssen wir kreativer mit einfachen, aber hochwertigen Produkten arbeiten, um wirtschaftlicher zu sein. Man sollte den Einsatz von Fleisch und Fisch reduzieren, mehr auf Gemüse und selbst hergestellte Produkte setzen. Gute Gastronomie darf nicht nur etwas für Wohlhabende sein. Als Arbeitgeber muss ich außerdem eine Wertschätzung für die Mitarbeiter entwickeln, die über ein Gehalt, das auch noch das Trinkgeld als Basisleistung einkal kuliert, hinausgeht. Ich kann nicht nur ein Minimal gehalt zahlen. Von so geringen Gehältern kann kaum einer vernünftig leben – und von den 60 Prozent, die dann bei Kurzarbeit bleiben, schon gar nicht. Das war ein böses Erwachen bei Corona.
Was sollten Gastronomen ändern?
Die Gastronomen ließen sich diktieren, was die Kunden bereit waren auszugeben, sie sind ein Stück weit mit Schuld z. B. an der Massentierhaltung. Viele Konsumenten wollen das Beste ohne die Bereitschaft, auch dafür zu bezahlen. Die Bilder von der Massentierhaltung will zwar keiner sehen, aber 75 Prozent der Deutschen sind andererseits nicht bereit, an der Fleischtheke zwei Euro mehr pro Kilo für Schweinefleisch von Tieren aus artgerechter Haltung auszugeben, ergab eine Umfrage. Das muss aufhören. Wir brauchen einen Zusammenschluss vom Erzeuger bis zum Gast. Und die Gastronomie kann durch Transparenz das Bindeglied sein.



- „Rutz“: Tatar vom Allgäuer Weideochsen mit Gurke, Speck staub und Forellenkaviar
- Konsequent geht Felix Schneider im „Sosein“ in Heroldsberg seinen Weg: für maximalen Genuss und mit Wertschätzung für die Ressourcen
- Sascha Stemberg
In der Krise gab es plötzlich eine große Solidarität unter den Köchen. Wie kann die bewahrt werden?
Bisher war Solidarität untereinander nicht vorhanden, die Gastronomie mit ihren 2,3 Millionen Beschäftigten war keine gesellschaftliche Macht. Zum ersten Mal gibt es in der großen Herausforderung einen Schulterschluss. Wenn wir jetzt unsere Interessen gemeinsam weiter formulieren und ihnen eine Stimme geben, können wir sie nutzen, um in Zukunft für die Branche und auch gesellschaftlich Relevantes zu bewirken. Das geht nicht von heute auf morgen, braucht neue Strukturen. Die können jetzt gefunden werden. Das kann die größte Lehre aus Corona sein.
Mit Kochboxen und Lieferdiensten entstand auch eine neue Kommunikation zwischen Koch und Gast. Da rief schon mal einer an und fragte: „Wie bereite ich das denn nun zu?“ Ist die Runde eines Spitzenkochs am Ende des Abends durch sein Restaurant noch zeitgemäß?
Es wird mit Sicherheit eine neue Form der Kommunikation zwischen Gast und Gastronom geben. Früher wurde die Runde von den Gästen gefordert. Aber heute möchten die Gäste eine neue Form der Kommunikation. Die Digitalisierung wird die Zukunft bestimmen. Das bedeutet nicht nur ein Onlinereservierungs system, sondern auch die digitale Kommunikation mit dem Gast auf allen möglichen Portalen.



- Sascha Stemberg verbindet Tradition und Moderne: mit Matjes, Sud von grünem Apfel, Rettich und eingelegten Radieschen
- Anton Schmaus überzeugt im „Storstad“ über den Dächern von Regensburg mit kreativer, lässiger Küche in modernem Ambiente
- Mehr Frische als bei diesem Kopfsalat mit Zitrone und grünem Pfeffer in der „Villa Kellermann“ in Potsdam geht nicht. Großartig!
Welche Konzepte werden künftig Bestand haben?
30 bis 35 Prozent der Betriebe werden mittelfristig nicht überleben. Und die bittere Wahrheit ist: Viele Gäste sehen das gelassen. Im Rahmen einer Diskussion mit jungen Leuten antworteten die: „Na, und? Dann kommt eben ein neues Restaurant dorthin, wo mein Italiener geschlossen hat. Und vielleicht ist das sogar noch besser?“ Unsere Spitzengastronomie ist auch international auf einem enorm hohen Niveau, aber zuletzt war sie etwas zum Stillstand gekommen. Viele Läden sehen gleich aus, bieten ähnliches Essen an. Die Topgastronomie muss Vorreiter in Sachen Produktqualität sein und damit auch bei Umweltschutz, Tierhaltung und Landwirtschaft. Dadurch bekommt sie gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz und kann auch in der Debatte über zeitgemäßen Genuss und Schwelgen wieder die Führung übernehmen. Sie muss sich fragen, was für den Gast sinnvoll ist und weniger auf die Konkurrenz schauen. Die Kollegen können dann Vorbilder und Antrieb für eine tolle gastronomische Zukunft sein.
Auf Seite 2 finden Sie die Liste der Top 30 Restaurants
30 RESTAURANTS, die mit ihren Konzepten die Zukunft prägen
Konzept: Deutschlands „politischstes Restaurant“ definiert seit über 10 Jahren eine kulinarische Haltung: Für Gastgeber Billy Wagner stehen Nachhaltigkeit und Transparenz über allem. Menü in 6 oder 8 Gängen (auch vegetarisch). Preise variieren je nach Jahreszeit und Wochentag.
Küche: Unter dem Motto „brutal lokal“ verarbeitet Chef Micha Schäfer nur Zutaten aus der Umgebung. Kein Pfeffer, keine Zitrone, kein Olivenöl – stattdessen Fermentiertes, Konserviertes. Ein Gang aus Kartoffel, Apfel und Zwiebel etwa spielt eindrucksvoll mit vertrauten Aromen zwischen Erdigkeit, Süße und Säure. Die saftige Ente mit Pflaumen brilliert mit Röstaromen, Frucht und Umami. Zum Finale: Crème Caramel mit Feigen.
Wein: Mit über 1000 Positionen gehört die naturnahe Getränkeauswahl zu den besten des Landes. Souveräne Pairings.
Atmosphäre: Langer Tresen, sanftes Licht, Blick in die Küche – hier wird Nähe bewusst inszeniert.
Fazit: Ein radikales Ausnahme-Restaurant, das puren Genuss ermöglicht und bewusst polarisiert.
Konzept: Chapeau: Die 25-jährige Entwicklung einer ambitionierten Weinbar zu einem Gourmetrestaurant der Weltspitze ist beeindruckend. Menüs in 12 oder 13 „Inspirationen“ (omnivor oder vegetarisch). Limitiertes „Berlin Size Menü“ in 6 Gängen.
Küche: Die Kreationen von Executive Chef Marco Müller und seinem Team sind reduziert, naturverbunden und präzise komponiert. Heimische Produkte – ob Wurzelgemüse, Wild oder Kräuter – werden auf das Wesentliche konzentriert und neu interpretiert. Aromen wie Fichte, Holunder oder Essigbaum treffen auf Fermentiertes, Gereiftes und Puristisches, getragen von feiner Säure und subtiler Umami-Tiefe. Texturen werden bewusst kontrastiert, Süße und Säure fein austariert. Ein moderner Stil, der Klarheit sucht statt Opulenz, handwerklich reflektiert und voller Spannung.
Wein: Man merkt der Karte (700 Positionen) an, dass die Inhaber Weinhändler sind. Sommelier Sebastian Höpfners Pairings gehen harmonische Verbindungen ein.
Konzept: Das stilvolle Interieur spielt auf zwei Etagen mit Nussbaum-Holz, Leder und Naturstein. Gastgeber Falco Mühlichen und Team finden die Balance zwischen Lässigkeit und Präzision.
Konzept: Stimmiges Gesamterlebnis, in dem kreative Naturküche, charaktervolle Weine und souveräner Service zu vollendeter Harmonie finden.
Konzept: Casual Fine Dining im Restaurant vom gerne auch mal flamboyanten TV-Koch und Schreiberling Max Strohe. „Abendessen“ (auch vegetarisch) aus 6 oder 8 Gängen. Sonntags „Lunch“ in 5 Gängen.
Küche: Auch auf den Tellern liebt Strohe intensive Noten, geht dabei aber nie zu weit, alles passt, etwa wenn er mit Rosine und Pinienkernen süßlich-deftig gratiniertes Bries mit Fenchel, Safran-Mousseline, Salzzitrone und Colatura (fermentierte Fischsauce) kombiniert oder zu Roulade aus Saibling und Kalbszunge Sellerie, Schmorgurke und wunderbar meeres-salzige Sauce aus bretonischer Algenbutter reicht. Knusprig gebratene Brust von der Challans-Ente wird zusammen mit gepfefferter Kirsche, Pfifferlingen, Kaffirlimettenöl und Parmesanschaum zum aromatischen Hauptgang.
Wein: Sommelier Felix Fuchs hält 500 Positionen parat, darunter spanische Lieblingsweine etwa von Michelini i Mafutto oder der Bodega Guímaro.
Atmosphäre: Stilvolle Gediegenheit in einem Kreuzberger Rahmen, tolles Serviceteam.
Fazit: Professionelle Gastlichkeit mit Promi-Faktor, die ihren Preis hat.
Konzept: Das Ehepaar Schmidthaler hat eine ehemalige Dorfschule in ein Hideaway umgewandelt. In ihrem Restaurant wird ein Fine-Dining-Menü mit zehn oder zwölf Gängen serviert.
Küche: Es wird weniger geplant und stattdessen gekocht. Und zwar mit den Produkten, die die Saison und die lokalen Produzenten zu bieten haben. Das Menü von Daniel Schmidthaler, das sich kontinuierlich ändert, bietet im Sommer beispielsweise Saibling mit Brunnenkresse und Rhabarber, Reh mit Paprika, Aprikose und Verjus. Als Dessert werden Karotten mit Holunder, schwarzer Johannisbeere und Nussöl angeboten.
Wein: Gastgeberin Nicole Schmidthaler empfiehlt ihre Lieblingsweine. Ein Blick auf die umfangreiche Karte mit Top-Gewächsen von Deutschlands führenden Gütern lohnt sich aber auch.
Atmosphäre: Die Einrichtung ist elegant bis rustikal. Petrolfarbene Polstersessel stehen an schweren Holztischen und im Flur hängen historische Fotos. Im Nebenraum, dem „Wintergarten“, wird ein separates Menü „ländlich fein“ in drei Gängen angeboten. Es werden auch Kochkurse angeboten.
Fazit: Professionelle Gastlichkeit, bei der die Küche im Mittelpunkt steht und von Natur umgeben ist.
Konzept: Eingebettet in den weißen Museumsbau von Stararchitekt Richard Meier entwickelt Inhaber Anton de Bruyn seine pflanzenbetonte Regioküche mit hohem Anspruch stetig weiter. Mittagstisch um € 15.
Küche: Über den Tag hinweg gibt es kleine und große Gerichte, allesamt originell und von bester Qualität,. Das hausgemachte Sauerteigbrot mit Rapskernbutter (€ 4) besitzt Kultstatus, hohe Fertigungstiefe beweisen hausgemachte Blutwurst (€ 13) sowie
Coppa vom Bio-Schwein (€ 12). Handwerk und kreative Offenheit manifestieren sich in Dinkelrisotto mit Blumenkohl, Schafskäse und Salzzitronenpaste (€ 25) oder gegrilltem Knochenmark mit Erbse und Minze (€ 13). Sehr gut: luftige Buchweizen-Madeleines (€ 5) und (Hart-)Käse vom Allgäuer Affineur Thomas Breckle (€ 16).
Getränke: Saisonal wechselnde (Natur-)Weinkarte; hausgemachte Limonaden und roter Vermouth, Manufakturbiere.
Atmosphäre: Geradlinig mit starken Farbakzenten, Glühbirnenhimmel und Wandspiegel ist das Thema Bistro zeitgemäß inszeniert. Herrliche Terrasse im Museumspark.
Konzept: Das Carte-blanche-Menü (Ticketsystem, keine Rückerstattung) zelebriert die Vielfalt der jeweiligen Jahreszeit und wechselt alle drei Monate. Die offene Küche erlaubt Einblicke in Thomas Imbuschs kompromisslosen Produktfokus und sein präzises Handwerk. Auf der Empore moderne Klassiker-Interpretationen im À-la-carte-Restaurant „Glorie“ – auch als Walk-in.
Küche: Radikal puristisch und erzählerisch-konzeptionell: Im Kern steht eine Philosophie der Reduktion, Produkte werden nur von wenigen Begleitern flankiert. Die säurebetonten, erdigen oder umami-geprägten Kompositionen sind gewagt und doch harmonisch – ein raffiniertes Spiel zwischen Bodenständigkeit und kreativer Finesse. Legendär der Signature-Käsetoast aus knusprig gebratenem Brot, Gouda-Creme und gehobelten Champignons.
Wein: Die alkoholhaltigen oder -freien „Geleitzüge“ von Gastgeberin Sophie Lehmann bestehen aus sorgfältig ausgesuchten Tropfen, oft von naturnah arbeitenden Erzeugern.
Atmosphäre: Service und Küchencrew agieren charmant und aufmerksam, was eine entspannte, zugleich exklusive Stimmung schafft. Das Industrie-Loft mit Elbbrücken-Blick bietet eine stimmungsvolle Kulisse.
Fazit: Fine-Dining-Erlebnis mit einer intellektuellen norddeutschen Produktküche, die sich zwischen Ritual und Performance bewegt.
Konzept: Eine (Genuss-)Welt für sich haben sich Mona Schrader und Tony Hohlfeld in nunmehr zehn Jahren mit ihrem „Jante“ aufgebaut – ein Lokal, das vermehrt internationales Publikum anlockt. Sei es in puncto Küche, Wein oder Flair: Nichts kommt hier von der Stange. Es gibt 4- bis 7-Gang-Menüs. Für Spontanbesuche lockt neuerdings die Bar mit extravaganter Hummer-Trüffel-Kaviar-Snackkarte.
Küche: Getrieben von Eigenständigkeit kann sich Tony Hohlfelds kreative Küche auf internationalem Parkett messen. Seine Kombinationen wie Saibling, Molke und Ingwer oder Pfirsich, Mohn und Radicchio sind auffallend anders, aber nie laut oder provokativ, was an der oft virtuosen Umsetzung liegt: Die Verhältnismäßigkeit der Zutaten zueinander, die Präzision des Handwerks und Qualität der (gerne regionalen) Produkte, sprechen für sich.
Wein: Mona Schrader erfasst die Gerichte ihres Mannes bis ins kleinste Detail und schafft es, mit ausgefallenen Flaschen (gerne aus Deutschland und Österreich) die Aromen von Wein und Gerichten ideal zu verzahnen.
Atmosphäre: Unprätentiöser Service sowie viel Holz, Kerzenschein bereiten den Boden für legeren Hochgenuss. Hinzu kommt Ellenbogenfreiheit, denn die Besteckteile sind zur Selbstbedienung in Schubladen im Tisch untergebracht.
Fazit: Eigenständige Hochküche auf Höhe der Zeit.
Konzept: Das grüne Tal erwacht: Das intimste Gourmetrestaurant des Landes eröffnet im wunderschön restaurierten Schloss Hohenhaus – mit einem Küchenchef, der hoch hinaus will.
Küche: Schon im Hamburger Hotel Atlantic hat Alexander Mayer mit seinem Crossover aus französischer Klassik und asiatischen Aromen viele Fans gewonnen – nun aber präsentiert er mit den grandiosen Produkten aus der nordhessischen Region die große kulinarische Oper: Ob Wild aus den tiefen Wäldern ringsum, dem Kaviar aus Fulda oder den hoteleigenen Bergschafen – Mayers Kreationen sind wunderschön inszeniert und geschmacklich hocharomatisch wie selten hierzulande: Wie die Grünkohl-Velouté mit Boudin Noir-Krokette und Desietra-Kaviar oder das Reh aus Hohenhäuser Jagd als moderne Wellington-Interpretation und als zimtiges Ragout.
Wein: Aus dem Rheingauer Kronenschlösschen bringt Gastgeber Yvo Struckmeyer große Expertise mit, um die beeindruckende Weinkarte des Hauses mit ihrer Jahrgangstiefe an deutschen und französischen Schätzen zu empfehlen. Die Weine sind so gastfreundlich kalkuliert, wie man es sich in Deutschland öfter wünschen würde.
Atmosphäre: In der Eingangshalle wird der Apéro serviert, im Saal mit hölzernen Böden ist weiß eingedeckt, die historische Bildertapete ein beeindruckendes Kleinod. Schöner Ausblick ins Blutbuchental.
Fazit: Eine der besten Gourmetadressen des Landes erfindet sich neu.
Konzept: Konzept
Heimatküche neu gedacht: Unter dem Motto „Nose to Tail“ geht es Maximilian Lorenz um nichts weniger als eine Neudefinition deutscher Kulinarik. Dazu setzt sein 6-Gänge-Menü (auch vegetarisch) vertraute Zutaten in frische Kontexte.
Küche: Schwäbisch-Hällisches Landschwein und Saibling ziehen sich als roter Faden variantenreich durch das Menü. Der Schweinerücken mit Sanddorn und Walnuss schmeckt herrlich frisch, Saibling mit Schwarzbrot und Nussbutter entfaltet feine Tiefe. Schweinepfeffer mit Döppekuchen, Spinat und Holunder bringt herzhafte Eleganz ins Spiel. Besonders gelungen: Schweinebauch im Saiblingsaufguss – ein Gang, der Kontrast und Harmonie virtuos vereint.
Wein: Die deutsche Weinbegleitung setzt spannende Akzente. Ergänzend bietet die verbundene Weinbar „heinzhermann“ eine internationale Karte mit 1200 Positionen.
Atmosphäre: Minimalistisches Design und aufmerksamer, angenehm unaufgeregter Service.
Fazit: Eine Hommage an die deutsche Kochtradition mit modernem Anspruch.
Konzept: Zwei Menüs mit fünf oder sieben Gängen werden im Fine Dining Restaurant des Familienrestaurants angeboten. Es gibt auch eine vegetarische Variante. Eine schöne Idee ist das Menü mit vier
Gängen zum Kennenlernen, das donnerstags und sonntags angeboten wird für 120 Euro, inklusive Aperitif und Wasser.
Küche: Inhaber und Küchenchef Andreas Widmann bleibt der Region treu. Er ist in der Schwäbischen Alb verwurzelt und zeigt, wie moderne Regionalküche funktioniert, ohne verkopft zu sein. So wird Saibling mit Karotte und Senfgurke serviert, zu Stör gibt es Lauch und Eigelb und zu Hirsch aus heimischer Jagd serviert er Pastinake und eingelegte Beeren.
Wein: Sommelière Anna Widmann bietet eine große Auswahl von 350 Positionen, davon werden 20 Weine offen ausgeschenkt.
Atmosphäre: Helle Räume, viel Holz und bequeme Stühle sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Hinzu kommt ein entspannter und sehr freundlicher Service.
Fazit: Eine moderne Küche mit regionalem Fokus, die immer wieder eine Entdeckung ist.
Konzept: Gourmetrestaurant des Delikatessenhauses Dallmayr. Ein Menü in 16 (kleinen) Gängen, mittags reduzierte Version.
Küche: Rosina Ostlers Menü sprengt bewusst Konventionen und startet mit einer Kaskade raffinierter Häppchen, allen voran Mini-Tacos aus Spitzpaprika, gefüllt mit Gamskeulen-Ragout. Lammbauch kommt als Terrine, mit Honig karamellisiert, dazu grüne unreife Johannisbeeren und kräftige Lammjus mit Kürbiskernen. Gemüse spielt eine wichtige Rolle, etwa als Duett von Gelber Bete und Quitte in diversen Zubereitungen, garniert mit gerösteten Haselnüssen, am Tisch wird hausgemachte Mandelmilch angegossen. Im Hauptgang: Taube, sanft an der Karkasse gegart und über offenem Feuer gegrillt. Darunter Grünkohl in Texturen (u.a. als Kimchi, eingelegt und mariniert), Säurenoten von grüner und weißer Tomate, dazu klassische Taubenjus. An der Seite Pfannenbrot, gefüllt mit Taubenkeule, dazu ein Parfait von den Innereien.
Wein: Hochkarätige Weinkarte und Top-Sommelier: Julien Morlat steht für spannende Pairings.
Atmosphäre: Zwei stimmungsvolle Salons, edle Tapeten, hochfloriger Teppich – im stilvollen Ambiente servieren die Köche mit.
Fazit: Spannungsreiches Rundumerlebnis der Extraklasse.
Konzept: Casual-Fine-Dining im MUCA (Urban Art Museum) in der Münchner Altstadt. Ein Abend- und ein Lunch-Menü.
Küche: Bastian Falkenroth setzt als neuer Küchenchef auf klare, reduzierte Stilistik gemäß dem Motto des Hauses „Eat local, drink natural“: Vegetarisch geht es los mit Pastinake, in der Asche gegart, dazu Pastinaken-Apfel-Püree und -crumble. Bayerische Garnele, gebraten und mit Bisque-Emulsion abgelöscht, kommt mit Butternutkürbis-Püree und Petersilien-Emulsion. Fregola Sarda wird nach Art eines Risottos gekocht und mit weißem Trüffel serviert. Eine alpine Version des Filet Wellington ist das niederösterreichische Mufflon, eingehüllt in Waldpilz-Duxelles und Strudelteig, am Tisch wird Beeren-Jus angegossen.
Wein: Rund 1200 Positionen zählt die sehr zeitgemäße Weinkarte mit Schwerpunkt auf handwerklich erzeugten, naturnahen Weinen.
Atmosphäre: Postindustriell inszenierter Gastraum mit viel Beton, blanken Tischen und offener Küche.
Fazit: Postindustriell inszenierter Gastraum mit viel Beton, blanken Tischen und offener Küche.
Konzept: Familienbetrieb mit vorbildlicher Schwarzwälder Gastfreundlichkeit iDrei Menüs (saisonal, klassisch und „fuchsteufelswild“) und großes À-la-carte-Angebot.
Küche: Viki Fuchs und ihre Crew arbeiten vorwiegend mit regionalen Produkten, aber die Küchenchefin legt diese mal erfrischend unkonventionell aus wie das Wildschwein-Dim-Sum oder die Wild-Blutwurst mit Hirschherzen und Hirschleckern und gegrilltem Pulpo, mal traditioneller wie den Hirschkalbsrücken mit Kohlrabi-Gemüse und eingemachten Kaiserstühler Zwetschgen. Alles herzhaft gut.
Wein: Weinkarte mit badischem Akzent, aber auch die Nachbarn aus Frankreich werden ausreichend berücksichtigt.
Atmosphäre: Zünftig und im besten Sinne traditionell. Man bedient in Tracht, es gehört hier aus Überzeugung einfach dazu. Gemütliche Stuben, am urigsten ist die „Alte Stube“ mit Wandvertäfelung und Kachelofen.
Fazit: Potenzial als Lieblingslokal – ein Mix aus Schwarzwälder Herzlichkeit und überzeugender Kochkunst.
Konzept: Naturnahes Fine Dining vom Selbstversorgerhof mit Zimmern für Dinnergäste. Ein Menü.
Küche: Wenzel Pankratz verarbeitet das, was die Natur vorgibt – vom eigenen Hof, aus den umliegenden Wäldern, aus den Seen: im Herbst etwa kapitale Steinpilze. Rüben und Beten kommen als Vorspeise aus dem Ofen. Ein Klassiker ist der Leinsamenchip mit hausgemachter Butter. Wild wie Reh- und Rotwild liefern befreundete Jäger. Alles wird selbst hergestellt, auch für das wunderbare Frühstück.
Wein: Kleine, wohl kuratierte Auswahl mit besten Flaschen aus Europa.
Atmosphäre: Holzstühle und Tische im Landhaus mit historischem Charme in herrlicher Natur – Schafe und Schweine inklusive.
Fazit: Einzigartiger, wohltuender Ort zum Runterkommen und Genießen.
Konzept: Aufgelockert elegantes Fine Dining in der zeitgemäß akzentuierten Genussstube eines Fachwerkschmuckstücks. Ein Menü, 5-7 Gänge.
Küche: Küchenchef Valentin Rottner ist auch ein passionierter Jäger und so finden sich mit Vorliebe auch Hirsch, Reh und Schwarzkittel in seiner saisonal justierten Küche – etwa zarten Rehrücken, anregend kombiniert mit Nussbutter, Petersilienwurzel und Blaubeere. Parallel blickt der Küchenchef weit über den Tellerrand, holt sich wunderbar nussigen, leicht süßlichen Tristan Hummer und verhilft ihm mit Fenchel und Rucola zu mediterranem Hintergrund. Ebenso gekonnt spielt die Küche mit asiatischen Tönen, wenn sie buttrigen Kohlenfisch mit Texturen von Mais, Miso und Yuzu umwerfend begleitet.
Wein: Großer Keller, viele deutsche und Bioweine. Jedes Jahr neu: Der von Claudia Rottner mit wechselnden Winzern kreierte Sommerwein.
Atmosphäre: Wohlfühlort mit familiärem Charme, zeitgemäß behaglichem Interieur und top Service.
Fazit: Postmoderne Spitzenkulinarik an traditionsreicher Adresse.
Konzept: Etwas abseits der City in einem beschaulichen Wohngebiet liegt das Restaurant, das Fine Dining in lockerer sympathischer Atmosphäre zelebriert. Zur Wahl stehen ein vegetarisches und ein omnivores Menü.
Küche: Mit Sinn, Lust und Hingabe werkelt das ambitionierte Team in der offenen Küche und kreiert raffinierte moderne Gerichte von exzellenter Qualität. Man startet am besten mit dem Ikejime-Zander und der dazu servierten Sake-Eiscreme, oder mit der bunten Melange aus gelben Zucchini, Tofu, Mangold und Angry Aprikose. Immer eine Versuchung wert ist „Timos Sächsische Peking-Ente“, serviert mit cremigen Brokkoli, Mirabelle und grünen Bohnen.
Wein: Die Auswahl ist überschaubar, der freundliche Service berät und empfiehlt gerne.
Atmosphäre: Das lässige Ambiente und der freundlich zugängliche Service sorgen für entspannten Genuss im Atelier-Ambiente mit seinen hohen Stühlen und blanken Tischen.
Fazit: Gourmet-Küche mal ganz easy und wohltuend entspannt.
Konzept: Robert Stolz empfängt seine Gäste in privatem Setting zum gemeinsamen Essen an einem großen Tisch. Gemeinsamer Beginn jeweils um 19 Uhr (Ticketsystem). Kochschule, im Sommer Grillevents im Garten.
Küche: Der Stil des Kochs ist jahreszeitlich sowie auf Produkte aus Norddeutschland, gerne aus dem eigenen Garten, ausgerichtet. So serviert er etwa Stremellachs mit Kirschtomaten, Artischocken-Oliven-Creme und Crôutons; Kürbis-Cannelloni mit Muscheln sowie geschmorte und geräucherte Rinderbrust mit Ofensellerie, Tannenöl und Sauerampfer. Zum Abschluss süßen Cheesecake oder ein herzhaftes Toast mit lokalem Käse, in Knoblauchbutter gebraten.
Wein: Kleine Auswahl, die stetig angepasst wird – auch alkoholfrei.
Atmosphäre: Im schönen Backsteinhaus hat sich Robert Stolz sein ganz persönliches Refugium geschaffen – am großen Eichentisch im nordischen Design lenkt nichts vom Essen ab. Außer vielleicht der Seeblick.
Fazit: Den Norden ganz privat genießen – immer wieder neu.
Konzept: Casual Fine Dining im skandinavisch urbanen Interieur. Ein Menü, 5/7 Gänge.
Küche: Lieblingsadresse all derer, die außergewöhnliche kulinarische Kreationen schätzen: einfallsreich vielschichtig, asiatisch grundiert, zubereitet mit Können, Präzision und erstklassigen Produkten. Das kongeniale Köcheduo Anton Schmaus und Josef Weig beizt und flämmt Saibling und kombiniert ihn unwiderstehlich mit Kürbis-Tahin-Creme, gepickeltem Kürbis, Kürbiskernöl und Umami-Schliff von Yuxiang-Vinaigrette. Die Küche spricht kulinarisch aber auch aufregend Französisch. Soufflierte Wachtelbrust mit Kartoffel-Époisses-Creme, weißem Trüffelschaum und Pom-Pom-Pilz ist ein Meisterwerk.
Wein: 180 Positionen mit Bestem aus Europa und Übersee. Fokus auf kleinen Newcomer-Güter. Viele Rieslinge, alkoholfreie Alternativen.
Atmosphäre: Jugendlich lässig, sympathisch luftige Nischen, Panoramafenster mit Blick auf den Dom.
Fazit: Lässig elegante Location für raffinierten Hochgenuss.
Konzept: Regionale, nachhaltige Küche in drei Stuben im Relais & Château Hotel Gut Steinbach. À la carte und zwei Menüs „Heimat“ und „Boden“ (vegetarisch), 3-4 Gänge.
Küche: Achim Hacks Küche ist tief im bayerischen Land verwurzelt – 80 Prozent der Zutaten stammen aus maximal 80 Kilometern Entfernung. Dazu gehören Klassiker wie Rindssuppe, Leberkäs und Schwammerl (Pilze) in Kräuterrahm mit Knödeln. Kulinarische Ausflüge sind Kürbis-Orecchiette mit Tomaten und Parmesan oder ein Zanderfilet mit Kichererbsencurry. Eins a Käse liefert der Tölzer Kasladen.
Wein: Gut 100 Positionen mit 15 Weinen per Glas.
Atmosphäre: „Auerhahn Stuben“ mit Kachelofen und dem Touch einer Jagdhütte in den Bergen, die „Bayern Stuben“ mit hellerem Holz, viel Licht und Holzvertäfelung sowie die
„Tiroler Stuben“ mit etwas dunklerem Holz und Schnitzereien, aufgelockert mit hellen Stoffen – alles einladend und stilvoll.
Fazit: Achim Hack bringt den Chiemgau in bester Manier auf den Teller.
Konzept: Söl'ring bezeichnet den friesischen Dialekt, der traditionell auf Sylt gesprochen wird. Im stilvollen Genuss-Refugium auf der Rantumer Düne findet der Name seine kulinarische Entsprechung: Das Menü in 6 Gängen bietet Kochkunst mit nordischer Klarheit. Upgrades sind durch zusätzliche „Herzstücke“ möglich.
Konzept: Im Rhythmus der Jahreszeiten zeichnen sich die filigranen, produktfokussierten Kreationen von Gastgeber Jan-Philipp Berner und Küchenchef Jan Fehling durch sensorisches Gleichgewicht aus. Harmonien, Texturen und Nuancen stehen über Opulenz: Der Heilbutt mit Roter Bete und Sauerklee eröffnet erdig und frisch, die Lachsforelle mit Kürbis und Rogen verführt mit sanfter Wärme. Lengfisch und Meeresfrüchte-Eintopf mit Lauch und Kaviar begeistern durch Tiefe und Eleganz, bevor die Taube mit jungem Kohl und Brombeere erdige Kraft und Frucht in feine Balance bringt. „Rosengewächse“ beschließen das Menü duftig-leicht und poetisch.
Wein: Die Pairings von Restaurantleiterin und Sommelière Bärbel Ring machen das Menü zu einem vollendeten Erlebnis. Karte mit 800 Positionen.
Atmosphäre: Helles, zeitgemäßes Interieur mit offener Küche. Professioneller, herzlicher Service.
Fazit: Präzision in der Küche, feinsinnige Weinpairings und gelebte Gastlichkeit führen zu vollkommenen Genussmomenten.
Konzept: Das familiäre Gasthaus wird von Sascha Stemberg in der fünften Generation geführt. Hier gibt es gehobene Gasthausküche und ein Fine-Dining-Menü.
Küche: Hier gibt es etwas, das man selten findet: Die Gäste können kreuz und quer aus der Karte wählen und sich ein eigenes Menü aus Gasthaus- und Fine-Dining-Gerichten zusammenstellen. Die Eifeler Tomate mit Salzwassergarnele stammt aus dem Menü, die Bouillabaisse von der Gasthauskarte. Eine schöne Abwechslung zu vielen Restaurants auf diesem Niveau, die nur ein Menü anbieten. Das Cordon bleu vom Schwarzfederhuhn ist gerollt und mit Comté und Landschweinschinken gefüllt – weit weg vom gefüllten Schnitzel und sehr gut. Das Bavette ist auf den Punkt gegart und wird von einer intensiven Jus begleitet. Auch der Käse kann mithalten, er stammt von Affineur Waltmann aus Erlangen.
Wein: Der Schwerpunkt der Weinkarte mit 380 Positionen liegt auf Deutschland, aber auch der Burgund und Italien sind gut vertreten. 28 Weine werden offen ausgeschenkt.
Atmosphäre: Es brummt, es ist trubelig, redselig und die Servicekräfte sind gut drauf. Hier kehrt man gerne ein und ist herzlich umsorgt von Anfang bis Ende.
Fazit: Perfekte Balance aus gehobener Küche und Gasthaus – ein Wohlfühlort.
Konzept: Legendäres Gourmetrestaurant der Familie Keller am Kaiserstuhl, das neben dem Menü auch zeitgenössisch interpretierte À-la-carte-Gerichte aus der klassisch-badischen und französischen Haute Cuisine anbietet.
Küche: Küchenchef Christian Baur hat viel kulinarische Tradition im Nacken, inzwischen steht ihm der junge Konstantin Keller zur Seite. Das Restaurant mit Kultstatus ist seit Jahrzehnten der Treffpunkt für ausgewiesene Feinschmecker und Weinfreaks. Die freuen sich immer auf die feine Terrine de Foie Gras, den geschmorten Ochsenschwanz mit gebratener Entenleber, Theo Kieffers Taube mit Sauce Salmis und natürlich auf die getrüffelte Bresse-Poularde in der Meersalzkruste oder in der Blase.
Wein: as beachtlich in die Tiefe gehende Angebot gehört zu den besten in der ganzen Republik, hier werden vinologische Träume wahr.
Atmosphäre: Klassische Tischkultur in der elegant eingedeckten, holzgetäfelten Gaststube.
Fazit: Nicht nur einmal im Leben sollte man hier gegessen und getrunken haben.
Konzept: Im trendigen Gourmetrestaurant wird ein Menü (vegetarisch nach Absprache) in vielen kleinen Gängen serviert, das kulinarisch spannend zwischen Klassik, Moderne und Experiment wandelt.
Küche: Mit „Neuem und Altem aus dem Harz“ startet das Menü, das immer mal augenzwinkernd mit der mitteldeutschen Heimat spielt. Soljanka mit Letscho (Tomaten-Paprika-Ragout) oder lieber Königsberger Klops klassisch mit Kapern, Kartoffeln und Bete? Der Eierstich kommt in einer nachhaltig würzigen Pilz-Consommé, den Kabeljau begleitet ein feines Sauerkraut. Zum Kaffee oder Tee gibt es aus der Pâtisserie hausgebackenen Möhrenkuchen. Einfach gut.
Wein: Die Karte ist überschaubar, aber in allen Qualitätsstufen und Preisklassen gut sortiert.
Atmosphäre: In dem mit hellem Holz schick-modern gestalteten Gastraum sorgen Annika Wolf und ihr Team für einen reibungslosen, kompetenten Service.
Fazit: Weltoffene Genussreise mit Pfiff in lockerer Atmosphäre.

