Testsieger: Die 10 besten Sekte aus Deutschland

Der beste Sekt Deutschlands: Die Top 10 aus dem Weinguide

Die Jury vom Feinschmecker-Weinguide 2024 freut sich über einen sprudelnden Trend: deutscher Premiumsekt! Welche Wein- und Sektgüter besonders überzeugen konnten und warum, lesen Sie hier.
Datum21.12.2023

Sekt ist ein Getränk, das vor allem bei festlichen Anlässen wie Silvester, Geburtstagen oder Hochzeiten zum Anstoßen getrunken wird. Doch der prickelnde Schaumwein kann noch viel mehr: Er ist ein spritziger Begleiter zum Essen, hält den Gaumen bei einem langen Abendessen frisch und ist ein guter Gegenspieler zu fettreichen Speisen.

Das Besondere am Sekt ist seine Perlage, die von den winzigen Kohlensäurebläschen herrührt, die bei der zweiten Gärung im geschlossenen Tank entstehen. Dieser Prozess, bekannt als die traditionelle Flaschengärung, verleiht dem Sekt seine feine und anhaltende Bläschenstruktur.

Lesen Sie auch: 

Premiumsekt von Weingütern

Im Rahmen der Verkostung für den Feinschmecker-Weinguide 2024 hat die Jury auch herausragende Schaumweine getestet und bewertet. Dabei wurde schnell deutlich: Immer mehr deutsche Wein- und Sektgüter setzen auf die Entwicklung von Premiumsekt. Dafür nehmen sie sich Vorbilder wie Volker Raumland in Rheinhessen, Niko Brandner mit Griesel & Compagnie an der Hessischen Bergstraße oder Mark Barth im Rheingau. Sie widmen sich der gezielten Produktion von Grundweinen für die zweite Gärung und gewähren ihren Sekten ausgedehnte Hefelager. 

Diese Entwicklung vollzieht sich naturgemäß schrittweise, da die teils jahrelange Reifezeit erforderlich ist, damit neue Ideen den Markt erreichen. Ein lebendiges Beispiel hierfür ist das Sektgut Christmann & Kauffmann aus der Pfalz, eine Partnerschaft zwischen dem Weingut Christmann und dem talentierten Sektmacher Mathieu Kauffmann. Vor sechs Jahren ins Leben gerufen, präsentieren sie heute terroirgeprägte Cuvées, die zeigen, wie erstklassiger Schaumwein schmeckt.

Die Top 10: Deutscher Sekt

Wer wirklich guten deutschen Sekt probieren möchte, sollte bei einem der folgenden 10 Weingüter oder Sektkellereien bestellen (in alphabetischer Reihenfolge). Unsere Jahrgangsempfehlungen finden Sie hier:

1. Weingut Aldinger
2016 Brut Nature VDP.Sekt.Prestige 

2. Wein- und Sektgut Bamberger
2017 Riesling brut nature  

3. Sektkellerei Bardong
2015 Erbacher Honigberg extra brut Riesling Sekt b.A. Rheingau 

4. Wein- und Sektgut Barth 
2016 Hassel Riesling brut nature VDP.Große Lage 

5. Sekthaus Burkhardt Schür
2018 Blanc de Blancs brut 

6. Weingut Eymann
Cuvée No. 420 extra brut 

7. Griesel & Compagnie
2019 Griesel Chardonnay Prestige brut Nature 

8. Weingut Höfflin
2016 Cuvée Prestige Sekt extra brut 

9. Weingut Franz Keller
Pinot Rosé Sekt brut 

10. Sekthaus Raumland
2014 Blanc de Blanc – Réserve – Extra Brut

Die besten Adressen für Schaumwein

Weingut Aldinger
R Q

Jahr für Jahr unterstreichen die Brüder Hansjörg und Matthias Aldinger die Ausnahmestellung, die das älteste Weingut Fellbachs (1492) sich über die Zeit hinweg erarbeitet hat. Das hat sich auch mit der aktuellen Kollektion nicht geändert. Es ist eine absolut konsistente Kollektion, die uns sehr beeindruckt hat. Der 2016er Aldinger Brut Nature Sekt gehört zum Besten, was es an Schaumwein in Deutschland gibt. Die Weißweine, allen voran das Große Riesling-Gewächs aus dem Stettener Pulvermächer besitzen viel Substanz und eine hervorragende Balance und Komplexität. Auch die Rotwein-Kollektion wirkt sehr komplett, selbstbewusst und tiefschürfend. Unser Favorit war das 2021er Große Gewächs Lämmler Kaiser Spätburgunder. Chapeau, Hansjörg und Matthias Aldinger zu diesen begeisternden, komplexen und dabei immer zugewandten und charmanten Weinen!

Schmerstraße 25, 70734 Fellbach
+49 (0) 711 581417
www.weingut-aldinger.de
Wein- und Sektgut Bamberger
R Q

Heiko und Ute Bamberger lieben Schaumwein. Sekt ist ihre Passion, und das merkt man sofort, wenn man ihr Sortiment anschaut. Elf Schaumweine haben wir gezählt, vom coolen PetNat bis zum aristokratischen, leicht nussigen Rieslingsekt Decade, der zehn Jahre auf der Hefe gelegen hat – ein grandioser Schäumer, aber nur für absolute Kenner. Bei den Stillweinen liegt die Messlatte nicht ganz so hoch. Die trocken ausgebauten Weißburgunder vom Rheingrafenberg (2020) und der Riesling vom Frühlingsplätzchen rufen durchaus Emotionen hervor, ebenso die Riesling Reserve vom Meddersheimer Altenberg – wie auch die anderen Weine sehr individuell. Routine gibt es in diesem Betrieb nicht.

Römerstr. 10, 55566 Meddersheim
+49 (0) 6751 2624
www.weingut-bamberger.de
Sektkellerei Bardong
S

Unsere Einschätzung vom letzten Jahr hat sich aufs Allerschönste bestätigt! Die Schaumweine von Spitzenwinzer Norbert Bardong gehören auch in diesem Jahr zum Besten, was wir anlässlich dieses Weinguides verkostet haben! Wieder ist es die Kombination aus langem Hefelager, der perfekt herausgearbeitete Lagen- und Jahrgangscharakter, die mit dem Silberstift festgehaltene Rebsortentypizität und die mit einer traumwandlerischen Sicherheit gehandhabte Dosage, die seine Sekte so zwingend macht. Wir probierten 2015 und 2016 aus dem Erbacher Honigberg: der 2015er, ein fantastischer Riesling mit kristalliner Frische, acht Jahre alt und quicklebendig; der 2016er mit herrlicher Säure, wunderbar salzig, erin Präzisionswunder. Spektakulär sind der Erbacher Marcobrunn extra brut von 2015 mit traumschöner Auslesenase; der Assmannshäuser Hinterkirch Spätburgunder („feinste Frucht, leicht floral, Tiefe, Kirschmarzipan-Mandelbrioche“); der charmant elsässisch anmutende Gewürztraminer-Sekt und der absolut famose Hallgartener Jungfer, hopfenherb, mit Länge und Komplexität vom Feinsten. Wir sind begeistert und werten auf 4,5 F auf!

Renate und Norbert Bardong Bahnstraße 7, 65366 Geisenheim
+49 (0) 6722 47136
www.bardong.de
Wein- und Sektgut Barth
R

Das Wein- und Sektgut liegt etwas versteckt am westlichen Rand des Ortsteils Hattenheim – der Weg lohnt sich. Die Sekte, die Mark und Christine Barth produzieren, gehören zum Besten, was der Rheingau zu bieten hat: alle flaschenvergoren und händisch erzeugt. Der Extra Brut vom Riesling ist schon gehobener Standard. Der 2015er Pinot Ultra (von weiß gekeltertem Spätburgunder) mit sechs Jahren Hefelager ist ein Titan, wie die Barths ihn nennen: strukturiert mit breiten Schultern, feinstem Stachelbeer-Biskuit-Aroma und null Dosage. Ebenfalls exzellent ist der rare 2016er Riesling Brut Nature vom Hassel, einer Großen Lage: duftet wie ein Darjeeling zum Brioche. Barth ist ein Meister der Lagensekte. Bei den stillen Weinen sehen wir ihn derzeit noch nicht so weit vorne. Die Riesling Große Gewächs vom Wisselbrunnen, Schönhell und Hassel sind sauber und geradlinig, aber ein bisschen technisch und wenig mitreißend.

Bergweg 20, 65347 Eltville am Rhein
+49 (0) 6723 2514
www.weingut-barth.de
Sekthaus Burkhardt Schür
S

Aufstieg! Die Senkrechtstarter Laura Burkhardt und Sebastian Schür haben noch eine Schippe draufgelegt: Mit perfekter Balance von cremiger Fülle und schlanker Statur macht das Paar dem Champagner zunehmend Konkurrenz, und das klassisch-edle Etikett ist Ausdruck ihres Anspruchs. Wunderbar ist der Blanc de Noirs mit opulenten Brioche-Noten in der Nase und zarten Beerentönen am Gaumen, lang im Nachhall, sehr seriös; toll auch der Blanc de Blancs, beide 2018. Was typisch ist: Jahrelanges Hefelager in Naturkellern ist ein Markenzeichen. Schür hat bei Salwey gelernt, ist Außenbetriebsleiter bei Fürst – und geht mit seiner Partnerin nun einen individuellen Weg. Bravo!

Raiffeisenring 1, 63927 Bürgstadt
+49 (0) 9371 6688732
www.burkhardtschuer.de
Weingut Eymann
R Q

Schon in den 1980er-Jahren stellte Vincent Eymanns Vater das Weingut im Norden der Pfalz auf ökologische Bewirtschaftung um. Das war nur der erste Schritt für eine konsequent schonende und nachhaltige Arbeitsweise. Weil ihm die Bio-Zertifizierung nicht weit genug ging, rodete Rainer Eymann Weinberge, um Bäume und Hecken zu pflanzen. Seit 2006 ist das Weingut Demeter-zertifiziert. Auch Vincent Eymann ruht sich auf der Zertifizierung nicht aus, sondern arbeitet konsequent an weiteren Möglichkeiten, Biodiversität und Artenschutz weiter voranzutreiben. Das Weinmachen – handwerklich und ohne zu viele Eingriffe – verliert er dabei aber nicht aus den Augen und strebt klassische Herkunftsweine an. Die Sekt-Cuvée 420 extra brut ist ein saftiger Schaumwein mit viel reifem Apfelaroma und guter Säure. Mit Feuerstein und Grafit, viel mineralischem Druck und einem festen Körper gefiel uns wie im Vorjahr der Riesling Fuchsmantel. Aus der Toreye-Linie überzeugte der Chardonnay mit seiner ganz klaren Saftigkeit, floralen und erdigen Nuancen und einer auffallend weichen und charmanten Textur.

Ludwigstr. 35, 67161 Gönnheim
+49 (0) 6322 2808
www.weingut-eymann.de
Griesel & Compagnie
R Q

Niko Brandner muss man nicht mehr vorstellen, die Erfolgsgeschichte des jungen Betriebs, der der deutschen Sektkultur entscheidende Impulse gegeben hat, ist oft erzählt worden – uns hat die Kollektion abermals begeistert! Zur Verkostung kamen die drei Stufen Tradition, Prestige und Exquisit, allesamt sehr eigen, weniger auf der Seite schmeichlerischer Fruchtsüße, denn auf Würze und Mineralität, zum Teil auch mit Natural-Touch. Typisch ist der stoffige, leicht phenolische Riesling Tradition Brut. Einen glanzvollen Auftritt hat der Blanc de Noir mit Noten von Nuss und Brioche, und wie im vergangenen Jahr gefiel auch diesmal der tief komplexe und packende Rosé, wunderbar zum Essen. Großes Prickeln für „kleines Geld“ verspricht der Chardonnay Brut nature, und auch der „Zero“ ist spannend – zum vorsichtigen Dekantieren mit straffem Zug und Kernobst-Noten. Einen ganz eigenen Kopf hat die alkoholfreie Linie „von Wiesen“.

Grieselstr. 34, 64625 Bensheim
+49 (0) 6251 8696890
www.griesel-sekt.de
Weingut Höfflin
R Q

Das Weingut hat sich in den letzten Jahren zum Geheimtipp der Sommelierszene entwickelt. Die biozertifizierten Weine sind durchweg sehr eigenständig und ausgeruht. Hier ist nichts kitschig und verspielt. Schon der Sekt ist ein Statement: hefig, mit eleganter, cremiger Perlage. Der Auxerrois vom Löss ist eine tolle Interpretation der Rebsorte: leicht oxidativ mit dem Duft von aufgeschnittenem Apfel, doch in der Ausrichtung geradlinig. Der Weißburgunder Prestige vom Kaisermantel begeisterte uns mit seinem Aroma von hellen Blüten und Kamille und dem strukturierten, sehr trockenen Geschmack.

Schambachhof 3, 79268 Bötzingen
+49 (0) 7663 607030
www.weingut-hoefflin.de
Weingut Franz Keller
R Q

Wir sind begeistert, wie Friedrich Keller auch in diesem Jahr wieder seine Handschrift präzise herausgearbeitet hat und uns Weine beschert, die mit ihrer zarten Kraft nachhaltig beeindrucken. Hier gibt es keinen Kitsch und keine Eintönigkeit, sondern komplexe und zugleich trinkfreudige Weine, die ihr Terroir ins Glas bringen. Das Spätburgunder Große Gewächs vom Eichberg ist präzise strukturiert mit dunklen Aromen von Schokolade, doch im Geschmack so zupackend und saftig, dass man sofort einen zweiten Schluck möchte. Der Vertreter aus der Bassgeige ist naturgemäß etwas breitschultriger und expressiver mit prägnanter Struktur und Kraft, der auf jeden Fall noch etwas Zeit auf der Flasche braucht. Am meisten begeisterte uns in diesem Jahr der Grauburgunder vom Schlossberg: ein eigenständiger, außergewöhnlicher Wein mit tollem Holzeinsatz, der zart und fein eingebunden ist und einen festen frischen Kern umkleidet.

Badbergstrasse 44, 79235 Vogtsburg im Kaiserstuhl
+49 (0) 7662 933021
www.franz-keller.de
Sekthaus Raumland
R Q

Das Sekthaus Raumland gehört unumstritten zu den besten Sekthäusern Deutschlands. Es bringt umwerfende, zeitlose, lagerfähige Jahrgangssekte aus traditioneller Flaschengärung auf den Markt, die auch bei Tisch eine wunderbare Begleitung sind. Da ist zum Beispiel die Cuvée Marie-Luise Brut 2018: ein Blanc de Noir mit harmonisch nuancierten Aromen von Brioche, Aprikose und reifer Frucht, unterstrichen von einer feinen Perlage. Begeistert hat uns der Blanc de Blanc Réserve Extra Brut 2014, der nach mehr als sieben Jahren auf der Feinhefe im feinsten Champagner-Stil auftrumpft. Seine Finesse, Mineralität und Frische hallen noch lange nach. Das Flaggschiff, die XIV. Triumvirat Grande Cuvée 2014, hat 90 Monate auf der Feinhefe verbracht. Dieser Spitzensekt kann sicherlich noch viele weitere Jahre im Keller reifen. Gleichwohl zeigt er sich schon heute trinkfreudig und saftig – purer Trinkspaß!

Alzeyer Str. 134, 67592 Flörsheim-Dalsheim
+49 (0) 6243 908070
www.raumland.de
Partner