Wein-Korkenzieher im großen FEINSCHMECKER-Test

Der große Test der Wein-Korkenzieher – Wer hat den Dreh raus?

Wenn es um Wein geht, spielen Korkenzieher nach wie vor eine wichtige Rolle. Drei Profis haben im großen Korkenzieher-Test von DER FEINSCHMECKER 30 Produkte getestet. Hier sind unsere Favoriten für die unterschiedlichsten Ansprüche und Korken.
Datum08.05.2023

Der Experte zieht ein klares Fazit: „Im Test waren viele gute Korkenzieher dabei, aber ich würde immer das Kellnermesser wählen – und den Federkorkenzieher, wenn ich fürchte, dass der Korken brechen könnte“, sagt Christian Scholz, Chef-Sommelier im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg. Gemeinsam mit ihm hatten FEINSCHMECKER-Wein-Champion-Finalist Gunnar Ahlers und Antje Elmenhorst, Leiterin der FEINSCHMECKER-Bildredaktion und gelernte Hotelfachfrau, 30 Weinöffner im Restaurant „Haerlin“ einem Praxistest unterzogen.

Um den besten Korkenzieher zu finden, bildeten sie fünf Gruppen – entsprechend den Kategorien, denen sich die Modelle zuordnen lassen: Flügel-, Glocken-, Hebel- und Federkorkenzieher sowie Kellnermesser. Ein eigener Typus ist das „Coravin“-System, weil dabei der Korken nicht aus der Flasche gezogen, sondern von einer Nadel durchstochen wird. Der Wein wird gezapft, und ein Gas verhindert, dass Sauerstoff ins Flascheninnere gelangt. 

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Die richtige Handhabe eines Wein-Korkenziehers

Unser Test-Team: (v.l.) Gunnar Ahlers aus Hamburg, ein FEINSCHMECKER-Wein-Champion Finalist, Christian Scholz, Chef-Sommelier im Hotel Vier Jahreszeiten, sowie Antje Elmenhorst, Leiterin der FEINSCHMECKER-Bildredaktion

Schon beim ersten Anfassen wurde klar, welche Korkenzieher gut gefertigt sind oder nicht stabil wirken. Manche Korken sitzen sehr fest, da muss das Werkzeug einiges aushalten. Beim Aufsetzen auf die Flasche und dem Drehen der Spindel bestätigte sich dann meist der erste Eindruck: Dieses Modell taugt was, jenes eher nicht. Spätestens beim Herausziehen des Korkens zeigte sich, ob der Weinöffner leichtgängig funktioniert oder den Korken nur widerwillig – oder gar zerbröselt – aus der Flasche entlässt.

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Es sollte bedacht werden, dass jede:r eigene Art hat, eine Flasche zu öffnen. Wenn Sie beispielsweise einen Glockenkorkenzieher nicht gleich gut aufsetzen, ist das Risiko groß, dass der Korken schräg angebohrt wird und bricht. Ein Kellnermesser dagegen erfordert viel Erfahrung, ebenso wie der Federkorkenzieher. Deshalb unser Tipp: selbst mal ein paar Modelle testen – und die offenen Flaschen mit Freunden verkosten.

Wir zeigen Ihnen unsere Favoriten aus dem Wein-Korkenzieher-Test für die unterschiedlichsten Ansprüche und Korken:

Der Klassiker – Flügelkorkenzieher im Test

Drehen Sie die Spirale in den Korken, klappen sich die Flügel nach oben. Drücken Sie die Hebel dann nach unten, gleitet der Korken ganz einfach aus der Flasche.

Warum dieser Wein-Korkenzieher? „Der „Monopol“ von Westmark ist ein Allrounder aus poliertem, mattvernickeltem Stahl. Der sorgfältig gefertigte Flügelkorkenzieher eignet sich für Naturwie für Kunststoffkorken.

Was kann er noch? Mit dem integrierten Kapselheber lassen sich auch Flaschen mit Kronkorken sehr leicht öffnen.

Hintergrund: Dieses Modell wurde 1888 für den Engländer H. S. Heeley patentiert und firmiert unter „Heeley‘s Double Winged Lever Corkscrew A1“. 19 cm lang, Hebel 10,5 cm, € 74,90, manufactum.de

Glocken-Korkenzieher im Test

Der Handschmeichler (auf dem Podest), der Passgenaue (links) und der Ergonomische

Aufsetzen und dann drehen, drehen, drehen – so funktionieren Glockenkorkenzieher. Einmal auf die Flasche gesetzt, ist die Handhabung ganz einfach. Das sind unsere drei Favoriten aus den Weinöffner-Test:

Der Handschmeichler

Warum dieser Wein-Korkenzieher? „Nachtflug“ heißt der Korkenzieher, bei dem die Designer Gollnick & Trauernicht Edelstahl mit mattem schwarzen Kunststoff kombiniert haben. Die Materialien fühlen sich angenehm an, und das Modell liegt beim Entkorken gut in der Hand.

Die Handhabung: Denkbar einfach, denn man muss die Spindel nur mittig aufsetzen und immer weiter drehen, bis der Korken aus dem Flaschenhals ploppt.

Was Sie wissen sollten: Bei Glockenkorkenziehern durchstößt die Spindel den Korken, manchmal sogar ziemlich weit. Wenn der Korken brüchig ist, können Krümel in den Wein fallen. 17 cm lang, Ø 4 cm, € 69,90, carl-mertens-shop.com

Der Passgenaue

Warum dieser Wein-Korkenzieher? Der Prosecco- und Weinkorkenzieher „Vino“ von WMF hat zwei flexible Tasten aus Kunststoff, mit denen er sich an verschiedene Flaschenhälse anpassen lässt. Die gehärtete und mit Teflon beschichtete Spindel kann selbst in sehr feste Korken mühelos hineingedreht werden.

Wie fühlt er sich an? Der Korkenzieher ist aus Metallguss, mit seinen 385 Gramm liegt er angenehm schwer in der Hand. Das polierte Chrom glänzt und wirkt in Kombination mit den schwarzen Kunststoffdetails ebenso wertig wie elegant. 16 cm lang, 6,5 cm breit, € 46,99, wmf.com

Der Ergonomische

Warum dieser Wein-Korkenzieher? Das Modell „Sommelier“ von Zwilling hat Stufen im Gehäuseinneren, sodass Sie den Korkenzieher auf jeden beliebigen Flaschenhals aufsetzen können, bevor Sie beginnen, die Spindel mit Antihaftbeschichtung drehen. So sitzt das Modell gut auf, und selbst Korken, die sich verkeilt zu haben scheinen, lassen sich gut herausdrehen.

Was macht ihn noch besonders? Der rostfreie Edelstahl ist mattiert und sieht schick aus. Ein wenig irritierend, aber gewollt: Das Material ist nicht komplett starr, sondern lässt sich ein bisschen zusammendrücken. Diese Flexibilität bei gleichzeitig großer Stabilität ist ein Qualitätsmerkmal des Werkstoffs. 19,5 cm lang, 11,5 cm breit, € 49,95, zwilling.com/de

Kellnermesser – die vielleicht besten Weinöffner im Test

Das Glanzlicht (mitte), das Schmuckstück (links) und das Designobjekt

Sommeliers schwören auf Kellnermesser. Denn ihre Funktionen, wie das ausklappbare Messer zum Aufschneiden der Folie sind ebenso praktisch wie die geringe Größe. 

Glanzlicht

Warum dieser Wein-Korkenzieher? Das Kellnermesser „Vino“ von WMF liegt mit seinem runden Griff gut in der Hand. Verchromt und poliert, glänzt es sehr schön.

Weitere Vorteile: Das Messer hat einen kleinen „Steg“, er soll verhindern, dass Sie sich beim Ausklappen den Fingernagel beschädigen.

Was Sie wissen sollten: Das Messer hat eine Klinge mit Zacken, damit ist ein sauberer Folienschnitt eine Frage der Übung. 11,5 cm lang, Ø 1,5 cm, € 58,99, wmf.com

Schmuckstück

Warum dieser Wein-Korkenzieher? Allein der Griff aus Wacholderholz ist, in Kombination mit dem mattierten Edelstahl, ein optischer Genuss. Überdies liegt der handwerklich perfekt gearbeitete Korkenzieher aus der legendären Forge de Laguiole sehr gut in der Hand.

Weitere Vorteile: Die Klinge sorgt für einen sauberen Schnitt, der Korken lässt sich extrem leicht heraushebeln.

Fazit: Unser Testsieger – vorausgesetzt, Sie möchten mit einem Kellnermesser hantieren. 12 cm lang, € 228, torquato.de

Designobjekt

Warum dieser Wein-Korkenzieher? Der minimalistisch schöne „Sommelier“ von Zwilling aus mattiertem Edelstahl wirkt unverwüstlich und ist angenehm anzufassen.

Was macht es noch aus? Es vereint drei Funktionen: Folienschneider, Kellnermesser, Flaschenöffner für Kronkorken. 5 cm lang, 2 cm breit, € 39,95, zwilling.com/de

Für schwierige Fälle – der Federkorkenzieher im Test

Der Federkorkenzieher von "Ah-So" von Westmark

Bei diesem Modell, auch Spangenkorkenzieher genannt, greifen zwei unterschiedlich lange Metallzungen den Korken, der nicht angebohrt wird.

Warum dieser Weinöffner? Der Federkorkenzieher „Ah-So“ von Westmark ist ideal, wenn es darum geht, einen brüchigen Korken aus der Flasche zu ziehen. Denn der Korken wird innen nicht beschädigt, sondern zwischen zwei gehärteten Stahlfedern eingeklemmt und dann herausgezogen. Eine schöne Schutzhülle gibt es dazu.

Die Handhabung: Ein bisschen Übung braucht es bei diesem Exemplar schon, denn nur ziehen – das reicht nicht! Vielmehr müssen Sie den Federkorkenzieher sanft drehen und währenddessen leicht ziehen, damit der Korken aus der Flasche kommt.

Was kann er noch? Sie können ihn auch zum Wiedereinsetzen von Korken benutzen. 11 cm lang, 6,5 cm breit, € 24,99 über onekitchen.de

Hebelkorkenzieher im Test

Der Handliche (oben), das Schwergewicht (mitte), der Zuverlässige (unten)

Aufsetzen, den Hebel hochziehen und wieder runterdrücken – so funktionieren Hebelkorkenzieher. Sie passen auf jeden Flaschenhals.

Der Handliche

Warum dieser Weinöffner? „Chablis“ von Cilio ist eines der kleineren Modelle unter den Hebelkorkenziehern. Es besteht aus Metall und Kunststoff, die Spirale hat eine spezielle Beschichtung, so bleibt der Korken beim Anbohren heil.

Was müssen Sie noch wissen? Fürs Reindrücken brauchen Sie ein wenig Kraft, aber beim Hebeln kommt der Korken leicht heraus. 16,5 x 11 x 2,5 cm, € 45,99, onekitchen.com

Das Schwergewicht

Warum dieser Wein-Korkenzieher? „Oeno Motion“ besteht aus verchromtem Metall, Massivholz und Kunststoff – ein wertiges, präzise gefertigtes Werkzeug mit stolzen 720 Gramm Gewicht. Der Zieher bietet eine gute Führung, der Korken kommt leicht heraus.

Extras: Das Modell wird in einer schönen Schatulle geliefert, und Sie können das gute Stück mit einer Gravur personalisieren lassen.

Fazit: Die Jury sagt, dieser Korkenzieher mache Spaß. 16 x 12,5 x 3 cm, € 230, atelierduvin.com

Der Zuverlässige

Warum dieser Wein-Korkenzieher? Ob Natur- oder Kunststoffkorken – der „Leverpull LM-150“ entfernt sie alle mit einer einfachen Bewegung des handlichen Hebels.

Besonderheiten? Für alle, denen Schwarz pur zu langweilig ist, gibt es den Hebelkorkenzieher auch in Kombination mit Lila, Gelb und Grün. 18,8 x 12 x 4,2 cm, € 109, lecreuset.de

Genuss Glasweise – Weinsystem

Das Weinsystem "Coravin"

"Coravin" ist kein Korkenzieher im herkömmlichen Sinne, denn der Korken bleibt in der Flasche. Es wird eine Nadel durch den Korken gestochen, durch die man den Wein abzapft.

Warum dieser Korkenzieher? „Coravin“-Geräte verhindern die Oxidation von Wein: Eine Nadel wird durch den Korken gestochen, und beim Ausschenken gibt eine kleine Patrone das Gas Argon in die Flasche ab, sodass kein Sauerstoff an den Wein gelangt. In der Gastronomie kommt das System häufig zum Einsatz, weil sich der Wein ohne Qualitätsverlust glasweise ausschenken lässt.

Was gibt es noch für Vorteile? Der Hersteller garantiert die Frische von angezapftem Wein für zwölf Monate. Sommeliers machen unterschiedliche Erfahrungen.

Das müssen Sie wissen: Dieses System funktioniert nur bei Naturkorken. „Model Two“, 23 x 10 x 7 cm, € 299 über onekitchen.com

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