Verliebt in die Provence

Fünf Genießer, die eng mit der Provence verbunden sind, verraten ihre Lieblingsplätze.

Verliebt in die Provence_La Bastide de Gordes

Die Provence – das Sehnsuchtsziel schlechthin! Gourmet-Gastronom Vincent Moissonnier, Spitzenkoch Johannes King, Krimi-Autorin Sophie Bonnet, „Gewürzpapst“ Ingo Holland und Winzer Matthias Wimmer sind mit der Provence eng verbunden und verraten ihre Lieblingsplätze für Übernachtungen und gutes Essen.

Tipps von Gourmet-Gastronom Vincent Moissonnier für die Übernachtung

Zu allererst möchte ich Sie warnen: Wenn Sie den Zauber dieses Ortes einmal erlebt haben, werden Sie immer wiederkommen wollen. Es beginnt schon mit dem Städtchen Gordes selbst, das hoch oben auf einem Felsen liegt, die Aussicht über die Hügel und das Tal des Luberon ist zum Verlieben schön. Mitten drin, im historischen Kern des
Ortes, steht das Hotel „La Bastide de Gordes“. Es war einst ein stattliches Herrenhaus, das in die Befestigungsmauern eingebettet ist. Daher gibt es mehrere Ebenen, man könnte auch sagen, es ist terrassenförmig angelegt. Auf einer Ebene erstreckt sich vor der Mauer mit ihren mächtigen Steinen ein langer Pool, mit Zypressen und Liegen, von denen man weit über die Hügelkette sieht. Das Grün der Bäume und die hellen Steine – sie bringen sich gegenseitig zum Leuchten. Das Haus ist nicht groß, es hat nur 34 Zimmer und sechs Suiten sowie eine separate Villa „La Maison de Constance“ mit eigenem Pool. Alle Zimmer sind mit viel Charme eingerichtet, mit Liebe zum Detail, elegant und mit vielen Gemälden. Restaurierte Originalelemente wie Decken, Balken und antikes Mobiliar gibt es überall, man fühlt sich wie in einem privaten provenzalischen Schloss. Für den Spa wurden große halbrunde Fenster in die Befestigungsmauer eingelassen, sodass Tageslicht dem Wasser eine besondere Färbung gibt. Darüber: die mächtige dunkle Balkendecke. Historische Gewölberundbögen mit rohen Felswänden, intime Terrassen und viele Möglichkeiten, sich zurückzuziehen – das ist schon ein besonderer Ort der Ruhe.

Tipps von Gourmet-Gastronom Vincent Moissonnier für gutes Essen

Ein Jammer ist, dass Pierre Gagnaire sein Restaurant „Pèir“ hier geschlossen hat. Aber großartige Küche gibt es in der Provence schließlich auch sonst genug, und es ist ja nicht so, dass man hier jetzt nicht mehr gut essen könnte. Der schönste Platz bei Sonnenuntergang ist die kleine Terrasse des Restaurants „La Citadelle“ mit Weitblick über das Luberon. Hier ist die Küche provenzalisch-mediterran und aromatisch, etwa bei Artischockensuppe mit gebratener Foie gras und Emulsion von schwarzen Trüffeln oder bei Rücken und Karree vom Lamm mit Kräuterkruste, gegrilltem Gemüse und knuspriger Polenta. Danach noch gebackene Feigen mit Ahornsirup, Knusper von getrockneten Früchten und Birnensorbet – und die wunderbare Patisserie von Elena Mosetti.

Besonderen Charme hat die Trattoria „La Bastide de Pierres“, die zum Hotel gehört, aber ein kleines Stück entfernt in der Mitte des Ortes steht. Von der Terrasse hat man einen direkten Blick auf die Burg von Gordes; am schönsten sitzt man unter der schattigen Pergola. Die Stühle wirken wie ein buntes Sammelsurium, mit kleinen Tischen aus Metall oder Holz. Drinnen wird die Decke von massiven Balken getragen, in Regalen steht eine Vielzahl von Gläsern, gefüllt mit allerhand verschiedenen Vorräten. Gianluca Manzo kocht authentisch italienisch, und er verwendet dafür nur die guten Zutaten aus der Region. Die Charcuterie ist delikat, die Pasta frisch gemacht, und das Vitello alla Milanese ein Klassiker. Ein wunderbarer Platz für einen ausgiebigen Mittag oder einen langen Abend mit Freunden. Am Ende landet man dann in der Bar der „Bastide“ mit ihrer Vertäfelung, den historischen Gemälden und den vielen Details – und vor allem mit exzellenten Drinks.

Weitere Tipps von Vincent Moissonnier

V Comme Vin“ in Apt

Ein großartiger Weinladen mit vielen Raritäten, natürlich den Weinen aus dem Luberon und einer äußerst beeindrucken- den Champagnerauswahl.

Château la Canorgue in Bonnieux
Auf dem Weingut, das Jean-Pierre und Martine Margan 1970 übernommen haben, werden heute unter der Leitung seiner Tochter Nathalie auf 40 Hektar sehr gute Bioweine produziert.