Teneriffa – Esszimmer der Kanaren

Die Insel hat sich zum Ziel für Genießer gemausert. Unsere Empfehlungen

Teneriffa – Esszimmer der Kanaren

„Insel des ewigen Frühlings“ wird Teneriffa auch genannt, weil es im Winter angenehm warm bleibt und im Sommer nicht zu heiß wird. „Insel mit Idealmaßen“ passt auch: Sie ist groß genug, um nicht zu langweilen, und klein genug für kurze Wege. Am selben Tag durchquert man völlig unterschiedliche Landschaften und überwindet schnell mal mehr als 2.000 Höhenmeter.

Die Südküste ist sehr trocken, hier erholen sich die Touristen in großen Resorts unter blauem Himmel. Im Norden hingegen ist es leuchtend grün. Es regnet häufiger, oft klebt nur in dieser Region eine Wolkendecke an den Hängen. Hier wohnen viele Tinerfeños, wie die Einwohner der Insel heißen. Allesamt müssen sie gute Autofahrer sein, die engen Straßen sind oft so schwindelerregend steil, dass man Höhenangst bekommen kann.

Parks und Alleen erwarten den Flaneur in der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. In der Markthalle Nuestra Señora de África bieten Händler die Produkte der Insel an: würzigen Ziegenkäse, Kartoffeln in Dutzenden Sorten, frische Mangos, Ananas und Papayas oder auch die hiesige Tiefseegarnele camarón soldado.

Restaurant "M.B" – das beste Restaurant der Insel

Starkoch Martín Berasategui umgibt die Aura eines Genies, das auch nach Jahrzehnten in diesem Metier noch ungeheuer innovativ ist. Mit herausragendem Geschmack und einem Hauch von Fantasie erschafft er in seinen inzwischen insgesamt 17 Lokalen, zu dem das „M.B“ als eines der besten gehört, für seine Gäste einen Abend voller Erlebnisse. Dabei prägt die spanische Küche die modernen Gerichte. Die begleitenden Weine kommen aus vielen Anbaugebieten, aber immer aus solchen, deren Rebstöcke auf Vulkangestein wachsen – typisch kanarisch, ragt doch im Zentrum Teneriffas der Vulkan Teide 3.718 Meter in den Himmel.

Spät am Abend öffnet sich über dem kargen Hochplateau ein gigantischer Sternenhimmel. Küchenchef Erlantz Gorostiza hat die Szenerie so beeindruckt, dass er einen nächtlichen Ausflug zum Teleskop auf dem Vulkan mitgestaltet, den der Betreiber der Drahtseilbahn anbietet. Regelmäßig denkt er sich dafür kanarische Menüs aus. Die werden am Fuß des Teide serviert, bevor es mit einem Glas Cava in der Hand per Gondel in die Höhe geht.

Das "Kabuki" serviert die besten Nigiri Teneriffas

Das Restaurant „Kabuki“ befindet sich ebenfalls an der Felsküste von Guía de Isora im Süden Teneriffas – wie das Restaurant "M.B". Von der Terrasse reicht die Aussicht bis zur Nachbarinsel La Gomera. Unterhalb des Restaurants öffnet sich ein ​Golfplatz und gibt den Blick frei auf einen terrakottafarbenen Traumpalast im maurischen Stil. Es ist das Hauptgebäude des Resorts „The Ritz-Carlton, Abama“, zu dem auch das „Kabuki“ gehört. Die gesamte Anlage zieht sich auf 60 Hektar die Küste hinunter. Die Besitzer des 2005 eröffneten Resorts und auch Ritz-Carlton setzen hier seit Anbeginn auf gutes Essen und Spitzenrestaurants.

Daniel Franco, Chefkoch des Restaurants hat ein gutes Gespür für authentische Aromen; deshalb kombiniert er auch asiatische Techniken und Gewürze mit der mediterranen Küche. Für seine Gerichte verwendet er, wann immer es geht, Produkte von der Insel. Der Sommelier Victor Riego sucht mit großer Leidenschaft den passenden Sake, Sherry oder Wein zu solch starken Aromen aus, widmet sich mit gleicher Hingabe aber auch einer traditionellen Matcha-Zeremonie.

Das erstaunlichste Restaurant auf der Insel: El Rincón de Juan Carlos

Das erstaunlichste Restaurant versteckt sich in Los Gigantes. Der schwarze Strand vor den namengebenden Klippen hat über die Jahre viele Besucher angezogen; vor allem Briten überwintern hier in uniformen Appartement-Anlagen. Doch mitten in diesem unscheinbaren Ort steht das „El Rincón de Juan Carlos“, ein Familienbetrieb mit acht Tischen.

Unterstützt von ihrer Mutter, stehen die Brüder Juan Carlos und Jonathan Padrón in der Küche, während sich ihre Frauen vorne gut gelaunt um die Gäste kümmern. Man fühlt sich wie in einem schlichten Lokal, die Gerichte aber sind ungewöhnlich raffiniert. Bescheidene 90 Euro kostet das zehngängige Menü, das durchgehend Höhepunkte bietet. Während das „M.B“ eine spektakuläre Genuss-Oper aufführt, schlagen die beiden Brüder mit ihrer feinsinnigen Aromenküche eher leise Töne an.

La Orotava: Mediterrane Küche verbindet sich mit den Aromen der Welt

In La Orotava gibt es in „LArena 53“ mittags Ceviche, den rohen Fisch in sauer-scharfer Marinade, oder krosses Spanferkel mit Kartoffelpüree und Apfelmus. Nur ein paar Hundert Meter weiter, im „Haydee“, wird das Ferkel geschmort und asiatisch gewürzt im gedämpften Brötchen serviert.

Ein ehemaliger Koch des „M.B“ verbindet hier mediterrane Gerichte mit Aromen und Zubereitungsarten diverser Küchen der übrigen Welt.

Das "Kazan" – Teneriffas zweiter Top-Japaner

In der Stadt Santa Cruz de Tenerife befindet sich mit dem „Kazan“ auch Teneriffas zweiter Top-Japaner. Mit holzverkleideten Wänden und strengem Sushi-Meister hinterm Tresen wirkt der Gastraum tatsächlich japanisch. Die vielen einheimischen Gäste aber füllen ihn mit mediterraner Lebensfreude. Die Gerichte sind reduzierter als im „Kabuki“, das Menü ist nicht so üppig. Auch mittags kann man sich hier wunderbar durch Kleinigkeiten wie Jakobsmuschel-Nigiri mit Chipotle-Sauce oder in Sake gegarte Herzmuscheln essen.

„El Gusto por el Vino“ – die beste Vinothek der Insel

Ebenfalls in Santa Cruz de Tenerife, gleich ums Eck von der Markthalle Nuestra Señora de África gelegen, trifft man auf die beste Vinothek der kanarischen Insel – „El Gusto por el Vino“.