Miami: Die 5 Top-Restaurants der Stadt

Sonne, Strand und Showeffekt spiegeln sich in Floridas Zentrum auch kulinarisch wieder.

Miami_Florida_Skyline bei Sonnenuntergang

Miami lockt mit einer magischen Mischung aus Strand, Sonne und Showeffekt. Auch immer mehr Restaurants erregen hier Aufsehen, sei es mit weltgewandter Autorenküche oder einer kulinarischen Reise in längst vergangene Zeiten. Wir stellen die derzeit angesagtesten fünf Top-Adressen der Stadt vor ...

The Surf Club Restaurant

Die perfekte Inszenierung bei hervorragender Küche bietet Thomas Kellers neues Retro-Lokal "The Surf Club Restaurant" in Surfside, etwas nördlich von Miami Beach. Es erlaubt eine Zeitreise zurück in die goldenen Zeiten der Continental Cuisine, ins intakte, optimistische Amerika. In dem 1930 als exklusiver Rückzugsort gegründeten „Surf Club“ vergnügte sich einst eine illustre Elite von Frank Sinatra bis zu Winston Churchill. Diese Atmosphäre lässt Thomas Keller aufleben.

Kleine Tischlämpchen aus Stoff stehen auf den Tischen, die Wassergläser sind rosa, das Personal serviert klassisch in weißen Hemden, schwarzen Jacketts und Krawatten, aber mit erfrischender Coolness. Im Hintergrund laufen Rocksteady und alter Blues. Alles hat eine wunderbare Leichtigkeit – selten wirkt ein gehobenes Restaurant gleichzeitig so entspannt und elegant. Die Küche ist schnörkellos und zitiert in genauso cooler Opulenz eine vergangene Esskultur.

Three

Das „Three“ ist Rooftop Bar, Kochschule und auch Restaurant mit offener Küche in einem. Dort steht als einziger Van-Aken-Klassiker noch der Conch Chowder auf der Karte, eine süffig-pikante Suppe mit Zitrone, Safran, Kokosmilch und karibischen Meeresschnecken. Im ausgebuchten Gastraum stimmt die Show, etwa wenn jemand den „Smoke it“-Cocktail bestellt und der Barkeeper am Tisch von weit oben den Bananen-Bourbon mit Walnuss-Bitter in das rauchgefüllte Glas fließen lässt.

Alter

Zu den besten jungen Köchen zählt der 30-jährige Bradley Kilgore, der vor acht Jahren von Chicago nach Miami gezogen ist. „Damals kontrollierten die Hotels in Miami Beach die Szene“, erzählt er, „doch ich sah, wie die ersten unabhängigen Köche mit ihren Restaurants Erfolg hatten.“

Also eröffnete er in Wynwood das Restaurant „Alter“: offene Küche, hippes Personal in zugeknöpften Jeanshemden, Industrial Chic und – wie so oft in der Stadt – ordentlich laute Musik. Auch am Sonntag ist hier jeder Tisch besetzt. Kilgore verwendet, wann immer möglich, Zutaten aus der Region, was in Miami alles andere als einfach ist. Wie Norman Van Aken integriert auch Kilgore Einflüsse aus aller Welt in seine Küche. So entsteht eine Aromenreise mit fokussierten, fein abgestimmten Gerichten, die kaum Schwachpunkte hat. Draußen an der Freiluftbar werden originelle Cocktails gemixt.

Die Nacht kann auch am Sonntag lang werden in Miami.

Stubborn Seed

So eigenständig wie die Gerichte im „Alter“ sind auch die von Jeremy Ford im „Stubborn Seed“. Mit der ambitionierten Küche und ohne Hotel als Rückendeckung ist das Restaurant ein Exot in South Beach mit seinen horrenden Mietpreisen. Hosenträger sind das Service-Markenzeichen im Gastraum, hinter einer breiten Glasfront arbeitet das Küchenteam mit Käppis. Die Atmosphäre erinnert an eine Rockbar – die Musik ist laut, das Licht schummrig, und auch das Menü rockt mit kräftigen Aromen. Eine so prägnante Autorenküche ist immer noch selten in Miami.

Obra Kitchen Table

Kulinarisch lebt Miami vor allem von der Vielfalt verschiedener, insbesondere lateinamerikanischer Küchen. Wo einst Zugezogene die Gerichte ihrer Heimatländer fanden, isst heute die ganze Stadt. Wegen der multikulturellen Atmosphäre hat sich auch Carlos García für Miami entschieden. „Die Einwohner sind so offen, wenn es ums Essen geht“, schwärmt er. Letzten Sommer eröffnete er in Downtown Miami das „Obra Kitchen Table“. „Wer hierherkommt, soll sich wie zu Hause fühlen“, sagt der kräftige Venezolaner.

Sein helles Restaurant mit türkisen Wandfliesen und Blick aufs Wasser ist ein stimmiges Casual-Lokal, dessen Gäste am langen Tresen um eine große offene Küche sitzen. Darin scherzt das junge Team bestens gelaunt mit dem Chef und bereitet schmackhafte, südamerikanisch geprägte Gerichte zu. Töpfe klappern, stolz reichen die Köche die Gerichte über den Tresen. Auch hier stimmt die Show – und sie kommt direkt aus der Küche.