Slow Juicer im Test: die besten Entsafter für den Food-Trend

Slow Juicer im Test

Langsam gepresster frischer Saft aus Gemüse und Obst gilt als ultragesunder Vitaminkick. Doch die Geräte dafür, Slow Juicer genannt, sind nicht ohne Tücken. Immerhin, drei davon haben sich im Praxistest mit gestandenen Profis bewährt – sie überzeugen mit aromatischen Säften, vernünftigem Tempo und, auch wichtig: guter Handhabung.
 
Datum19.04.2023

Text: Kersten Wetenkamp

Entsafter und Slow Juicer: die Geräte für den neuen Food-Trend

Saft gefällig? Na klar, am besten frisch gepresst! Wer bei den neuesten Food-Trends vorne mit dabei sein möchte, offeriert seinen Gästen nicht etwa banalen Orangensaft von der handbetriebenen oder elektrischen Kegelpresse, sondern Selleriesaft mit Spinat, Fenchelsaft mit Apfel oder Karottensaft mit Ingwer. Gemüsesäfte gelten als das Nonplusultra der gesunden Ernährung, da sie sehr viel weniger Zucker enthalten als reine Fruchtsäfte von Äpfeln, Orangen oder Bananen. Ein frisch gepresster Mix aus Tomaten, Stangensellerie, Gurke, Ingwer und Zitrone zum Beispiel ist eine vitaminstarke Geheimwaffe gegen einen Kater und bringt den Kreislauf in Schwung. Beliebt ist auch die Kombination von Spinat, Gurke, Apfel und Kakao als „Power Shot“ mit Vitamin C, A, K und Kalium für Kreislauf, Nerven und Sehkraft. Solche Gemüse-Frucht-Säfte gelingen am besten in den neuen Slow Juicern. Diese langsameren Entsafter laufen gewissermaßen in Zeitlupe – statt mit der Kraft von 15.000 Umdrehungen einer Zentrifugalpresse aus unserem Entsafter-Test arbeiten sie mit nur 40 bis 50 Umdrehungen pro Minute, mit denen sich eine Schneckenschraube durch das Gemüse oder die Früchte windet und den Saft herausdrückt. 

Was sind die Vorteile der langsamen Entsafter?

Diese Langsamkeit hat mehrere Vorteile: Lebensmittel und Saft werden nicht durch Reibungswärme erhitzt, behalten so optimal ihre Vitamine und Mineralstoffe; der Saft schmeckt frischer, und die Geräte arbeiten sehr viel leiser, schonen also die Nerven aller Privatnutzer. Letzteres gilt für Kochprofis nur bedingt. 

Durch das langsame Verarbeiten kommt das Pressgut weniger mit Sauerstoff in Kontakt, was schnelles Oxidieren verhindert. So bleiben  auch die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Noch dazu wird der Saft durch das langsame Tempo homogener und schäumt weniger. Mit den hochwertigeren Slow Juicern aus unserem Test erzielen Sie außerdem bei weichem Pressgut eine höhere Saftausbeute. Insbesondere bei hartem Obst oder Gemüse sind die Entsafter einer Zentrifuge überlegen. Sie können auch nahezu problemlos faserige Lebensmittel verarbeiten, wie beispielsweise Kräuter oder Blattgemüse.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • leise Verarbeitung 
  • ideal für faserige und harte Zutaten 
  • homogene Säfte  
  • gute Schaumbildung 
  • Vitamine und Nährstoffe bleiben größtenteils erhalten  

Für wen eignen sich Slow Juicer?

Die langsamen Entsafter sind besonders für Vielnutzer:innen und echte Saftgenießer:innen ein Must-have in der Küche. Zwar sind die Preise für die Geräte häufig höher als bei klassischen Zentrifugen, doch durch die höhere Saftqualität lohnt sich die Investition – zumindest, wenn Sie das Gerät häufig nutzen. Wenn Sie nur gelegentlich einen Saft pressen möchten, reicht eine Zentrifuge auf jeden Fall aus.

Acht Slow Juicer im Test

Zum Test von acht aktuellen Slow Juicern der wichtigsten Hersteller (Bosch, Hurom, Kenwood, KitchenAid, Panasonic, Philips, Severin und Smeg) hatten wir vier Hamburger Fachleute gebeten: Maurizio Oster, Johanna Stier und Joachim Schult vom jungen Trend-Restaurant „Zeik“, dazu den bekannten Patissier Marco D’Andrea vom Hotel „The Fontenay“. In die Pressen gaben wir Stangensellerie, Spinat, Karotten, Äpfel, Orangen und Ingwerstückchen. Vor allem D’Andrea schüttelte über die Saftschnecken den Kopf: „Das geht ja slow slow“, schimpfte er, „viel zu langsam!“ Maurizio Oster unkte: „Ich muss noch fünf Kilo Gurken entsaften. Wie lange die Geräte wohl dazu brauchen?“ Zugegeben, für den Profibetrieb bringen die Entsafter zu wenig Power und Tempo mit, im Stress einer Restaurantküche haben sie keine Chance gegen die hocheffektiven Turbo-Zentrifugen. Aber im Haushalt schlagen sich unsere drei Favoriten von Panasonic, Philips und Hurom sehr wacker und überzeugen auch die Profis durch Funktionalität und intensiv-aromatischen Saftgeschmack. In Kauf nehmen müssen Sie dafür freilich die langwierige Reinigung: Zwar lassen sich die Geräteteile recht schnell auseinanderbauen, abputzen und spülen; um das Abschrubben der Einzelteile per Hand kommt man aber kaum herum, dafür haben alle Hersteller Reinigungsbürsten beigelegt. Tipp: Unbedingt in der Gebrauchsanleitung nachlesen, welche Teile in die Spülmaschine dürfen. Das spart Zeit – und Reparaturkosten.

Tipp: Unbedingt in der Gebrauchsanleitung nachlesen, welche Teile in die Spülmaschine dürfen. Das spart Zeit – und Reparaturkosten.

Slow Juicer: der Testsieger

Der Slow Juicer Panasonic MJ-L700 ist besonders leise

Panasonic MJ-L700
Der Liebling unserer Juror:innen arbeitet vergleichsweise flott, presst sehr feinen Saft und schiebt den Frucht- und Gemüsetrester zuverlässig in den mitgelieferten Auffangbehälter, ohne zu verstopfen. Der Clou des Panasonic-Entsafters ist seine Einfüllöffnung – sie lässt sich einfach aufklappen, wird dadurch etwa doppelt so groß und kann Selleriestangen, Äpfel oder auch halbe Orangen locker aufnehmen. Ein weiterer Pluspunkt ist sein dezentes Betriebsgeräusch. Klarer Testsieger!

Maße: 19 x 20 x 42,5 cm
Gewicht: 4 Kg
Preis: € 245 bei www.panasonic.de
Vorteile: Große Einfüllöffnung, hervorragende Saftqualität und -konsistenz, angenehm leises Arbeitsgeräusch.
Nachteile: Reinigung mitunter schwierig: Der Auslauf für den Trester ist sehr eng. Hier kann man beim Säubern mit einem Löffelstiel nachhelfen.
Infos: www.panasonic.com

Unsere Slow-Juicer-Empfehlung: Der Praktische

Der Slow Juicer Philips Hr 1949 Avance ist besonders schnell gereinigt

Philips Hr 1949 Avance
Das sehr schmale, kleine Gerät erinnert im Design an typische Kaffee-Kapselmaschinen und macht in der Küche eine hübsche Figur. Als einziger Entsafter im Test arbeitet er mit einer horizontal angebrachten Saftschnecke. Großer Vorteil: Der trockene Gemüse- und Fruchtrest (Trester) muss nicht durch ein Rohr gepresst werden, sondern fällt einfach nach unten in den angenehm großen Auffangbehälter. Der Slow Juicer von Philips ist einfach auseinanderzubauen, bequem zu reinigen und macht einen exzellenten Saft. Einziger Störfaktor: Er ist relativ laut.

Maße: 44 x 39 x 15 cm
Gewicht: 4 kg 
Preis: € 389 bei www.philips.de
Vorteile: Schmale, platzsparende Abmessungen, exzellente Funktionalität, sehr hohe Saftqualität. Einfach und schnell zu reinigen.
Nachteile: Recht laute Betriebsgeräusche. Die Einfüllöffnung könnte größer sein.
Infos: www.philips.de

Unsere Slow-Juicer-Empfehlung: Der Starke

Der Slow Juicer Hurom HZ punktet mit einer großen Einfüllöffnung

Hurom HZ Slow Juicer
Das teuerste Gerät im Test, der Hurom HZ Alpha Lever aus Südkorea, war der Entsafter mit der solidesten Verarbeitung, was Sie bei dem Preis allerdings auch erwarten dürfen. Er überzeugt mit dezentem Betriebsgeräusch, sehr gutem Saft und großer Einfüllöffnung, nur bei der Handhabung und beim Abtrennen des Tresters gibt es kleine Abzüge. Im Test haben die Köche neben Gurken auch Tomaten entsaftet, das ergab „richtig gute Gurkensuppe und klasse Gazpacho“, meinte Marco DʼAndrea anerkennend.

Maße: 35 x 27 x 43 cm
Gewicht: 5,4 Kilo 
Preis: € 599 bei www.hurom.com
Vorteile: Große Einfüllöffnung, starke, zuverlässige Leistung, leises Betriebs­geräusch.
Nachteile: Das Reinigen und Wechseln des Siebs ist etwas umständlich. Hoher Preis.
Infos: www.hurom.com

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