Was kommt, was bleibt? Getränke-Trends 2021

Wein, Limo oder Wasser: 2021 heißt der große Trend "am besten aus der Region".

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Gin is King: Alter Bekannter mit neuen Aromen

Unangefochten thront die englische Spirituose in der Beliebtsheitsskala über Wodka, Tequila und Co. Doch auch hier gibt’s neues. Wo früher hauptsächlich Wachol­der zu schmecken war, gibt es heute Botanicals für jeden Geschmack: Sancho-Pfeffer, Ingwer oder auch Kardamom wie etwa beim Wind­spiel Navy Strength.

Mut zum Wermut

Der gekräuterte Wein mit maximal 22 Vol.-% erlangt langsam, aber sicher neuen Ruhm. Das Start-up Belsazar hat gezeigt, wie schnell guter Wermut bekannt wird und so den Weg für kleinere Destillerien geebnet. Helmut aus Hamburg zum Beispiel, dessen Mazeration von 25 Zutaten fünf Wochen dauert und der von Hand abgefüllt wird. Wir meinen: Auch Gin hat mal klein angefangen.

Voll im Trend: Craftbier und spezielle Biere 

Verglichen mit Biermultis, sind Craftbier-Brauerein zwar immer noch klein, aber längst keine Nische mehr. Die Nachfrage wächst stetig, zudem wollen die Kunden wissen, woher die Zutaten für ihr Bier kommen und haben Lust auf neue Geschmäcker. Unverfälschte Zutaten, Innovation und Transparenz sind gefragt – genau das, was Craftbier auszeichnet.

Innerhalb der Craftbier­szene gibt es weitere Spezialisierungen, etwa regionales Bier wie költ (Rheinland), Sortenbier, das in der Flasche nach­ reift, oder Exoten wie Coffee Stout – die Vielfalt ist groß und wächst.

Deutscher Wein legt zu

Heimische Winzer verkaufen mehr denn je! Wir trinken wieder mehr Wein, vor allem deutsche Winzer erleben einen echten Aufschwung, der durch die Krise noch mal befeuert wurde. Durch Online-Weinproben und befördert von schnellem Versand, überzeugten sich viele von der Qualität der Weine aus deutschem Anbau. Hinzu kommt die internationale Anerkennung, wie das Rheingauer Weingut Eva Fricke zeigt, das mehrfach Höchstbewertungen bei amerikanischen Weinführern holte.

Übrigens: Wein gehört zum Essen, und welcher das ist, sagt schon die Farbe – so hielt man es früher. Heute sind Dogmen passé: Als legerer Begleiter kann Weißwein auch zu dunklem Fleisch und Rotwein etwa zu Fisch getrunken werden.

Flaschenpost: Bottled Drinks wurden zum Hit

Bars konnten in der Krise be­grenzt Drinks zum Mitnehmen anbieten, doch um zu überleben, mussten neue Geschäftsfelder her: Bottled drinks heißt die Ant­wort. Innerhalb weniger Monate stellten kleine Bars Onlineshops auf die Beine, in denen vorgemixte Drinks für Gäste nach Hause bestellbar sind – hübsch verpackt und deutschlandweit.

Und auch der Handel reagierte: Weil er lange schließen musste, stieg das Angebot des Onlinehandels – und wird weiter wachsen. Das ist maximal bequem: Tastingpakete werden verschickt, Händler liefern schnell und günstig.

Die Kaffeewelle rollt – und wächst

Third Wave nennt sich die aktuelle Kaffeebewegung, der es um transparente Handelswege, faire Bezahlung und Qualiät geht. In vielen Cafés und Röstereien wird diese Philosophie schon länger gelebt, doch zunehmend setzen Privathaushalte auf hochwertige Kaffeebohnen, deren Röster den Ursprung genau kennen. Sie stimmen die Röstprofile auf Herkunft und Terroir ab und arbeiten schonend mit niedrigen Temperaturen. Helle Bohnen sind das Ergebnis, die frisch gemahlen und gefiltert ein komplexes Aromenspiel zeigen.

Trend "Umweltbewusstsein": Coffee to go, aber bitte ohne Pappe

Coffee to go ist längst etabliert, aber im Zuge wachsenden Umweltbewusstseins zunehmend in der Kritik – zu viel Papp-­ und Plastikmüll. Start­ups wie Recup, die ein deutschlandweites Pfandsystem für Kaffeebecher etab­lierten, erfahren jetzt Rückenwind. Ab 2023 wird es Pflicht sein, mehrwegfähige Verpackungen und Getränkebecher anzubieten. Das Ende der To­-go-­Kultur wird das nicht einläuten – aber sicher das Ende des Pappbechers.

Ein weiteres Kaffee-Trend mit Umweltbewusstsein: Kaffee ohne Kuhmilch. Es gab eine Zeit, da war Milchersatz aus Soja exotisch. Heute sind neben Sojadrinks auch Getränke aus Getreide, Nüssen oder Hülsen­früchten überall erhält­lich. Ein Markt, der weiter wachsen wird, um die steigende Nachfrage bedienen zu können.