Tina Pfaffmann im Interview – Riesling und Fußball

Interview mit Tina Pfaffmann

Winzerin Tina Pfaffmann über ihre wachsende Verbindung zum Profifußball: Von ersten Spielen beim 1. FC Kaiserslautern über Werder Bremen bis zur VIP-Lounge von Borussia Dortmund spricht sie über Riesling im Stadion und große Reichweite jenseits des High-End-Markts
Text Gabriele Heins
Datum06.02.2026

Liebe Frau Pfaffmann, wie ist Ihre persönliche Beziehung zum Fußball? 
In meiner Jugend habe ich tatsächlich selbst Fußball gespielt, auch mit Jungs. Als Mädchen auf dem Land war man froh über jede Abwechslung. Ich war dennoch nie ein großer Fan, aber durch die Zusammenarbeit mit dem 1. FC Kaiserslautern hat sich das geändert. Mir gefällt die Stimmung im Stadion und dieser spezielle Zusammenhalt. Ich fühle mich da sehr wohl, ob es in Kaiserslautern ist, bei Werder Bremen oder jetzt bei Borussia Dortmund.

Wie kam der Kontakt zum ersten Verein, dem 1. FC Kaiserslautern, zustande? 
Der Verein wollte sich kulinarisch und im Weinbereich verändern, hat neue Partner gesucht – dann wurden wir empfohlen. Es hat auch menschlich schnell harmoniert, und so schenken wir jetzt in der dritten Saison unseren Riesling als Weinschorle im Public-Bereich aus. Darauf habe ich Wert gelegt: Wenn Tina Pfaffmann dabei ist, dann nur mit meiner Herzenstraube Riesling.

Wie waren die Reaktionen? 
Die vielen positiven Nachrichten, die ich nach dem ersten Spiel bekommen habe, die haben mich zu Tränen gerührt. 

Wie viele Flaschen werden bei so einem Spiel denn ausgeschenkt? 
1000 bis 2000. 

Und dann kommen ja noch Werder Bremen und jetzt neu Borussia Dortmund dazu. Haben Sie überhaupt so viel Wein? 
Ja, weil wir uns flächenmäßig extrem vergrößert haben. Und auch sonst ist es kein Problem, den Bedarf mit Partnerwinzern zu stemmen, die so arbeiten wie wir. Und ich habe ja das große Glück mit meinem Mann, der aus der Marketingbranche kommt und mir bei den Kooperationen ein großer Rückhalt und Berater ist. Allein hätte ich mich nicht getraut, diesen Schritt zu gehen. 

Bei Borussia schenken Sie ja ausschließlich in der VIPLounge aus ... 
... was auch gut ist, da ich so meinen Kundenkreis vergrößern kann und etwa auch viele Gastronomen kennenlerne

Viele Winzer haben es derzeit nicht leicht, da sind Fußballvereine als Kunde sicher ein Jackpot. 
Auf jeden Fall. Und ich liebe es auch, dass ich damit ganz viele Menschen erreiche, und zwar nicht nur im High-End-Bereich, sondern auch mit bodenständigen Weinen. Mir war es immer wichtig, hohe Qualität auch zu einem zivilen Preis herzustellen. Schließlich hat schon mein Lehrmeister, der legendäre Kellermeister HansGünther Schwarz, gesagt: „Tina, die Literware muss als Allererstes schmecken.“ Aber das ist in der Tat die größte Herausforderung.

Ist alkoholfreier Wein für Sie auch ein Thema? 
Nein, ich finde, das hat nichts mit meinem Job zu tun. Und auch nichts mit Geschmack und Qualität. Ich verstehe aber die Kollegen, die den Markt für sich entdeckt haben.

Marketing war für Sie offenbar schon immer wichtig, allein das Design der Etiketten ist schon lange modern und auffällig. Wie wichtig ist das für Winzer heute?
Ich habe in der Tat gelernt, dass es manchmal wichtiger sein kann, das Geld nicht in einen neuen Traktor, sondern in eine Kampagne zu stecken.

Wie hat sich Ihr Leben durch die enge Bindung zum Fußball verändert?
Ich habe tolle Menschen kennengelernt, verfolge die Spiele,
und wenn meine Mannschaften gewinnen, wird mir auch gratuliert. 

 

www.tina-pfaffmann.de
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