Zitrusfrucht aus Japan: Wissenswertes über Yuzu

Die Zitrusfrucht Yuzu aus Japan veredelt mit ihren intensiven Aromen jedes Gericht!

Japanische Zitrusfrucht Yuzu

Yuzu: Außen unscheinbar, innen geballte Aromatik

Äußerlich wirkt die Yuzu unscheinbar, wie eine kleine unreife Orange mit schrumpeliger Schale. Aber man lasse sich nicht täuschen – die Zitrusfrucht aus Japan birgt intensivste Düfte und Aromen. Die Yuzu schmeckt ungewöhnlich und komplex, zur leichten Säure gesellt sich ein Süßton und wird von einer nuancierten Bitternote begleitet. Das macht Saft, Fruchtfleisch und Schale in der Küche so wirkungsvoll: Jede Paste, jede Sauce erhält schnon durch einen kleinen Spritzer Yuzu besonderes Charisma und "Parfum".

Gehaltvolle Schale, dürftiger Kern

Die Ausbeute dieser Frucht ist dürftig. Man muss ein Kilo Yuzu mit der Hand pressen, um an 100 Milliliter Saft zu kommen – schon weil jede Frucht 20 Kerne und mehr enthält. Daher rückt man der Yuzu auch gern auf die Pelle: Die Schale wird gerieben, in feine Streifen geschnitten oder gepresst, um das in ihr enthaltene wertvolle ätherische Öl zu gewinnen.

Japan: Größter Yuzu-Produzent und -Konsument

Die gelbe Frucht entstammt der Kreuzung zweier Sorten – saurer Mandarinen und chinesischer Zitronen aus dem mittleren Jangtsekiang-Delta. Vor etwa 1.300 Jahren kam die Yuzu nach Japan, wo sie sich offenbar am wohlsten fühlt: Das Inselland ist der größte Produzent und Konsument von Yuzu. Gut die Hälfte aller Yuzu-Früchte wächst in der Präfektur Kochi auf der kleinen Insel Shikoku.

Saisonkalender und Aufbewahrung der Zitrusfrucht

Yuzus werden von Ende Oktober bis Ende Dezember, Anfang Januar geerntet. Am besten gedeihen sie bei viel Regen, wenig Sonne und kühlen Wintern. Die grüne Yuzu ist die noch unreife Frucht mit herber Note, die reife gelbe Yuzu schmeckt gefälliger.

Nach der Ernte bleibt eine Yuzu etwa drei Wochen frisch. Am besten bewahrt man sie bei Zimmertemperatur auf.

Preislage der japanischen Spezialität

Nur wenige Tonnen frische Yuzu exportiert Japan nach Europa, der Kilopreis liegt bei mindestens 50 Euro. Gäbe es die Frucht im Supermarkt, würde sie pro Stück zwischen fünf und sieben Euro kosten. Die Preise schwanken jedoch von Jahr zu Jahr.

Wo finde ich Yuzu-Früchte im Handel?

Yuzu-Saft und -Fruchtpüree findet man inzwischen ohne langes Suchen online oder in Feinkostläden. Frische Früchte sind weitaus seltener zu haben: bei den Versendern Nishikidori, BosFood und AgroDirect.

Verwendung der Yuzu-Frucht in der Spitzenküche

Spitzenköche wissen die Möglichkeiten der Yuzu zu schätzen. Sergio Herman („The Jane“, Antwerpen) verwendet gern die geriebene Schale als Würzmittel, Tim Raue in Berlin den Saft, mit dem er zum Beispiel Gemüse beträufelt, um den Geschmack der Gerichte zu vertiefen.

Insgesamt aber bleibt die teure und nicht oft verfügbare Yuzu auch in der Profiküche bislang eine exotische Seltenheit.

Gesundheitliche Vorteile der Zitrusfrucht

In Yuzus steckt dreimal mehr Vitamin C als in Zitronen. Im Öl enthaltene Wirkstoffe, etwa Nomilin, regen die Durchblutung an und glätten die Haut.

Japanischer Yuzu-Brauch

Zur Wintersonnenwende nimmt man in Japan traditionell ein heißes Bad mit den halbierten Früchten. Dieses Vergnügen in der längsten Nacht des Jahres heißt „yuzuyu“, duftet köstlich und soll für den Rest des Winters Erkältungen fernhalten.

"Yuzukosho" – Würzpaste

Geriebene Yuzu-Schale, vermengt mit Chilipfeffer und Salz, ergibt „yuzukosho“, eine würzige Paste, die besonders gut zu Lachstatar oder Thunfischcarpaccio passt. Aber auch gebratenem Fleisch oder Suppe verleiht sie das gewisse Etwas. Beliebt als Dressing ist eine Mischung aus Yuzu-Saft, Sojasauce und Mirin.

Cocktails mit Yuzu verfeinern – ein Blitzrezept

Klar, dass diese Frucht auch Cocktails veredelt.

Ein Blitzrezept: 30ml Yuzu-Püree mit 40 ml Gin und Eiswürfeln shaken. Mit 120 ml Tonic Water auffüllen und mit einer Zitronenscheibe verzieren – fertig ist der Yuzu-Aperitif.