Hitzewelle: Hochleistungsgrills im Test

Unser Grill-Duell zeigt, worauf es bei Hochleistungsgrills ankommt.

Hochleistungsgrills_Tester

Steak-Fans schwören auf das Garen bei 800 Grad: Durch die extreme Oberhitze bekommt das Fleisch eine knusprige Kruste, das Innere bleibt saftig und zart – ein perfektes Steak in kürzester Zeit. Worauf muss man achten, wenn man sich einen solchen Hochleistungsgrill zulegt, und was ist bei der Nutzung wichtig, um das optimale Ergebnis zu erhalten? Zwei Hamburger Profis haben zwei führende Geräte getestet und beantworten die wichtigsten Fragen.

Michael „Michi“ Wagner von der Metzgerei Hans Wagner züchtet eigene Rinder, Leslie Himmelheber serviert als Koch und Gastronom in seinem Restaurant „Lenz“ auch perfekte Steaks.

Im Test: „Beefer One“ (der „Beefer One Pro“ bietet zusätzliche Features), ein klassischer Pionier des Segments, und „Firedrake“, das aktuell anspruchsvollste Gerät für Gastronomie und Endverbraucher.

DARAUF SOLLTE MAN BEIM KAUF ACHTEN:

Michi Wagner: „Bei so hohen Temperaturen sollte die Verarbeitung hochwertig und das Material massiv sein. Gut sind Geräte, die außen nicht zu heiß werden, sonst verbrennt man sich leicht. Unbedingt auch auf die Stärke des Grillrosts achten, ein massiver Rost speichert Hitze besser und länger.“

Leslie Himmelheber: „Das sieht man beim ‚Firedrake‘, da gart das Fleisch auch an der Unterseite und insgesamt gleichmäßiger.“

DIE GRÖSSE:

Leslie Himmelheber: „Der ‚Beefer‘ ist deutlich schmaler, braucht weniger Platz und ist leichter.“

Michi Wagner: „Die meisten Geräte sind wie auch der ‚Beefer‘ nur für den Gebrauch im Freien zugelassen, der ‚Firedrake‘ ist dagegen auch für geschlossene Räume geeignet.“

DAS GRILLEN:

Tipps von Leslie Himmelheber: „Am besten einen neuen Grill zuerst ohne Fleisch laufen lassen, damit es nicht beim ersten Gebrauch Fremdgeschmack von Rückständen annimmt. Das Steak muss auch hier vor dem Grillen Zimmertemperatur haben. Ich gare es bei Niedrigtemperatur vor. Dann braucht es auf jeder Seite wirklich nur eine sehr kurze Zeit unter dem Brenner, so lassen sich auch mehrere Gäste fast zeitgleich bewirten.“

Michi Wagner ergänzt: „Wichtigste Regel: Je dicker das Steak ist, desto tiefer muss der Rost eingestellt werden. Auf die vorgegebenen Zeiten sollte man sich nicht verlassen. Ein 1,5 Zentimeter dickes Rumpsteak kann in zwei mal 45 Sekunden fertig sein, ein fünf Zentimeter dickes Entrecote braucht schon zwei Minuten von jeder Seite und sollte dann auf der niedrigsten Schiene kurz ruhen. Dafür ist es auch wichtig, dass sich der Rost leicht und schnell verstellen lässt. Je hochwertiger das Gerät ist, desto komfortabler. Aber: Jeder Grill verlangt Übung!“

DAS FLEISCH

Das Steak (Entrecote vom Chianina-Rind, drei Wochen am Knochen gereift) bekommt bei beiden eine perfekte Kruste und Top-Röstaromen. Der Garrand bleibt klein, der „Firedrake“ gart das Fleisch etwas gleichmäßiger als der „Beefer“. Trotz Flüssiggasbetrieb nimmt das Fleisch keinen Gasgeruch oder -geschmack an.