55 Tipps – Wo Topköche privat essen

Johannes King, „Söl'ring Hof", Slyt

„Ich habe schon zu meiner Frau gesagt: Wir müssen unbedingt ins Restaurant ‚Kleine Küchenkate‘ hier in Keitum. Hausmannskost auf hohem Niveau, richtig gut. Das sind Produkt-Fetischisten, da lacht dich die fette Schnitte Kabeljau auf dem Teller an. Dazu richtig gute Stampfkartoffeln. Großartig!“

Pierre Binder, „Fischers Fritz", Kiel
„Erst mal will ich mit Freunden im Garten grillen. Aber danach möchte ich gerne ins Restaurant ‚Meierei Dirk Luther‘ in Glücksburg. Da hatte ich mal ein großartiges Menü, und der Abschluss war ein sensationelles Dessert. Allein dieser Gang ist den Weg wert.“

Cornelia Poletto, Hamburg
„Mich zieht es ins ,Lenz‘ in Hamburg: Unkomplizierte Atmosphäre, nette Gastgeber, und alles wird mit viel Liebe zubereitet. Außerdem gibt’s dort die beste Ente vor den Toren Hamburgs.“

Christoph Rüffer, “Haerlin", Hamburg
„So ein Spitzencurry, dazu eine halbe Ente, asiatisch gewürzt, darauf habe ich Lust. Dazu viel Herz und Liebe, das gibt’s in ‚Brechtmanns Bistro‘ in Hamburg. Deutsch-asiatische Küche, aber nicht vermischt, sondern beides sehr gut gemacht.“

Arne Linke, „Clara – Restaurant im Kaisersaal", Erfurt
„Mein Lieblingsrestaurant in Hamburg würde ich gern wieder besuchen: das ,Zeik‘. Das ist locker, leger und lecker. Ein richtig gutes Konzept. Vor allem die alternative Getränkebegleitung hat es mir angetan, sehr ausgefallen und alles selbst gemacht – die ziehe ich sogar dem Wein vor."

Holger Mootz, Ronny Bell, “Weinhaus Uhle", Schwerin
„Da sind wir uns einig: Ganz bald ins ,Piment‘ nach Hamburg. Wahabi Nouri zaubert tolle Gerichte – französische Küche mit marokkanischen Gewürzen. Das ist einfach außergewöhnlich. Vor allem seine Tajine ist jedes Mal hervorragend.

Johann Lafer, Kochschule Table D'or, Guldental
„Für mich ist das ,Restaurant Klinker‘ in Hamburg ein ganz besonderer Ort mit einem schönen Konzept – modern und nachhaltig. Das Essen ist hervorragend, nicht zu große Portionen, und alles kann geteilt werden. Dazu ein wunderbar entspannter Service.“

Kevin Fehling, „The Table", Hamburg
„Worauf ich mich auf jeden Fall freue, ist das Restaurant ,Herr He‘ in Hamburg, dort gibt es herausragende Dim Sum und ganz tollen Tintenfisch mit fermentierten schwarzen Bohnen und Paprika. Das habe ich bestimmt schon 20-mal gegessen, aber es ist immer wieder gut.“

Claus-Peter Lumpp, „Bareiss", Baiersbronn
„Es gibt viele tolle Kollegen, ob regionale Küche oder Spitzenrestaurant. Die muss man alle unterstützen. Aber mein letzter fabelhafter Restaurantbesuch, bevor die Krise zugeschlagen hat, war bei Kevin Fehling im ,The Table‘ in Hamburg. Da würde ich gern noch mal hin. Ganz große Klasse!”

Marcel Görke, „Heimatjuwel", Hamburg
„Für mich ist es das ,Le Canard Nouveau‘ in Hamburg. Da freue ich mich auf ein tolles Menü und eine entspannte Atmosphäre. Hingehen und genießen.“
Konzept: Souverän führt Dirk Luther im stilvoll renovierten Urlaubshotel an der Förde seine frankophile Hochküche fort. Ein Menü, 6 oder 8 Gänge.
Küche: Miéral-Taube, Périgord-Trüffel, Limousin-Lamm: Hier wird Frankreich gehuldigt, mit kleinen Ausflügen zum dänischen Nachbarn – etwa mit Limford-Hummer, ein duftig-aromatisches Gericht, geprägt von intensiver Bisque, Garam Masala und eingelegtem Muskatkürbis. Schmelzend schön und umami pur die kross angebratene Entenleber in dichtem Shiitake-Jus mit angegarten Gillardeau-Austern. Komplexes Aromenspiel beim Kabeljau mit Bellota-Schinken (2019) und Kaffirlimetten-Beurre-blanc. Das Dessert mit Passoa-Savarin, Mango und Kokos passt perfekt zum Moscato d‘Asti von Prunotto. Feiner Käse von Volker Waltmann.
Wein: Sommelier Martin Kammann hütet die Weinbibel mit gut 1000 Positionen (Fokus auf Champagner und Riesling) und präsentiert eine animierend vielseitige und überraschende Weinreise.
Atmosphäre: Helle, gedeckte Farben im neuen Restaurant, Tische aus Kirschbaumholz (ohne Tischdecke), versierter, engagierter Service.
Fazit: Das stabile kulinarische Hoch im Norden ist nach der Renovierung in der Moderne angekommen. Im Sommer Aperitif auf der Terrasse.
Konzept: Legeres Bistro, puristisch-modern gestaltet, von einem jungen Gastronomen-Paar.
Küche: Norddeutsche und asiatische Gerichte, kein Mix! Man startet etwa mit Thai Fish Cakes mit Sweet Chili Sauce und Gewürzsalat (€ 14) oder Tatar vom Rinderfilet (von Hand geschnitten) mit Kapern und Röstbrot (€ 17). Zum Hauptgang ein sehr aromatisches Gemüse-Thai-Curry (€ 20), das sich mit weiteren Zutaten ergänzen lässt. Für die halbe Oldenburger Ente mit Beilagen muss man tiefer in die Tasche greifen (ab € 48).
Getränke: Gute Weinauswahl mit europäischem Schwerpunkt, elf gibt es glasweise.
Atmosphäre: Mehrere Räume, die hell und leicht asiatisch eingerichtet sind. Kleine Terrasse. Beliebt bei den Eppendorfer Nachbarn.
Konzept: Etabliertes, exklusives Fine-Dining im Hamburger Stadtteil Eppendorf. Ein Menü (8 Gänge).
Küche: Wahabi Nouri, der die Küche demnächst an seinen Sohn übergeben wird, kocht zum 35-jährigen Jubiläum noch mal groß auf. Gemüse und wie immer vielerlei Gewürze spielen dabei die Hauptrolle. Dreierlei Karotte – als Gazpacho, Eisbällchen und gelbe Möhre – sind ein erfrischender Einstieg. Ein schönes Zusammenspiel von Frucht, leichter Schärfe und Fleisch zeigt sich beim Kalbstatar unter einem Gelee mit Grapefruit und Chimichurri als Püree. Hervorragend ist der gebratene Hirsch mit etwas Sauerkraut (als Zylinder) und Polenta-Bällchen mit Safran.
Wein: Kleine Auswahl an Flaschenweinen (ab € 65), Weinbegleitung zum Menü.
Atmosphäre: Dezent modernisierter Altbau. Entspannte Stimmung, viele Stammgäste. Der Ein-Mann-Service hat alles im Blick, aber nicht immer die Zeit, die Gerichte näher zu erläutern.
Fazit: Verlässliche Fine-Dining-Adresse für einen genussreichen Abend.
Konzept: Das wellenförmige Tresenkonzept mit Platz für 24 Gäste auf bequemen Hochstühlen ist seit der Eröffnung vor zehn Jahren zur Ikone geworden. Hier wird Fehlings filigran-präzise kosmopolitische Weltküche serviert. Ein Menü: „Tor zur Welt“.
Küche: Schon der Amuse-Bouche-Taco auf einer Weltkugel macht klar, dass es jetzt um den Globus geht: Schwelgerisch kommt der (ungestopfte) Gänseleber-Riegel mit Kaisergranat und den Fernweh-Aromen Mango, Ananas, Tamarinde und Kokos daher. Jakobsmuschel bekommt zwei Interpretationen: eine frisch-salzige Note mit Apfel, Yuzu und Dashi-Buttermilch sowie mit Golden-Queen-Kaviar. Dashi serviert er auch gepaart mit Rauchaal-Aroma zum Färöer-Lachs. Zurück nach Deutschland mit einem eindrucksvollen Rehrücken mit Aroma-Kruste aus Walnuss und grünem Pfeffer und aparter Estragon-Essig-Hollandaise als Kick. Schönes Griechenland-Dessert mit Olive, Ouzo, Halva und Rosmarin.
Wein: Sommelier David Eitel ist der freundlich-lässige Kommunikator des Abends, seinen Weinempfehlungen kann man blind folgen. Schwerpunkte sind Deutschland (!) und Burgund.
Atmosphäre: Urban-stylishes Flair in der HafenCity, rohe Betonwände, blickdichte Vorhänge, leise Lounge-Musik. Man sieht den Köchen in der offenen Küche zu, die lautlos und routiniert agieren.
Fazit: Produktqualität trifft Präzision. Auszeit de luxe vom Alltag in entspannter Atmosphäre.
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Jens Rittmeyer, „NO. 4", Buxtehude

„Ich freue mich auf den ,Biohof Ottilie‘ in Mittelnkirchen. Da sitzt man so schön auf der Wiese, umgeben von Apfelbäumen und kann die hausgemachten Kuchen genießen. Dazu die freundlichen Gastgeber, die Familie Hintz – traumhaft.“

Daniel Schmidthaler, „Alte Schule Fürstenhagen", Feldberger Seenlandschaft
„Wenn ich dafür Zeit finde, freue ich mich auf das Restaurant ,Zum Schwalbennest‘ in Wittenhagen. Ländlich-rustikal, aber die Salate werden selbst angebaut und frisch geerntet. Das schmeckt man!“

Daniel Schröter, „Schröter's Leib und Seele", Bremen
„,Isaak’s Garden‘ in Bremen ist ein Restaurant, auf das ich mich freue. Arabisch-mediterrane Küche und ein Hummus zum Reinlegen. So gut!”

Falk Heinrich, „Villa Esche", Chemnitz
„Vor zwei Jahren war ich das letzte Mal im ,Rutz‘ in Berlin und hatte das für Anfang 2020 fest eingeplant. Das wird jetzt auf jeden Fall nachgeholt. Sehr kreativ, ausgesuchte Produkte und perfektes Handwerk – ich lass mich überraschen.“

Tim Raue, Berlin
„Für mich ist es die ,Osteria Centrale‘ in Berlin. Beste Zutaten, wie Kalmar, hauchzart gegrillt mit hinreißender Knoblauchsauce oder eine Parmigiana, die wie die liebende Umarmung einer nonna nachklingt – was willste mehr?“

René Frank, „Coda", Berlin
„Auf jeden Fall draußen sein – da ist der Biergarten vom ‚BRLO BRWHOUSE‘ in Berlin mein Favorit. Dort kann man herrlich sitzen und neben Craft-Beer leckere Rippchen vom Landschwein genießen. Aber auch das Gemüse, fermentiert, eingelegt oder gesmoked, ist richtig gut.“

Volker Drkosch, „Dr. Kosch", Düsseldorf
„Das ,Coda‘ in Berlin mit dem großartigen Dessertkonzept ist für mich ein Restaurant, in dem ich wieder essen will. Die Inszenierung vom Lichtkonzept bis zur Perfektion auf dem Teller – das ist ein herausragendes Niveau. Echt außergewöhnlich.“

Micha Schäfer, „Nobelhart & Schmutzig", Berlin
„Es gibt ein Lokal, das für mich den Inbegriff von entspanntem Essengehen bedeutet: das ,Lode Stijn‘ in Berlin. Die Gerichte sind einfach und auf den Punkt gebracht, trotzdem kocht dort niemand ohne Herzblut. Man schmeckt Klarheit bei dem Gemüse, Fisch und dem Fleisch. Das macht Spaß!“

Alexander Dressel, „Kabinett F. W.", Potsdam
„Ich freue mich darauf, Gastronomie mit der ganzen Familie zu erleben. Ein gutes Glas Wein und bodenständige Küche, wunderbar in der ,Taverna Pikilia‘ in Berlin-Zehlendorf.”

Marco Müller, „Rutz", Berlin
„Wir gehen in den Biergarten ,Loretta am Wannsee‘ in Berlin. Ein Radler, den Wurstsalat und den Blick auf den See genießen. Einfach schön.“
Konzept: Chapeau: Die 25-jährige Entwicklung einer ambitionierten Weinbar zu einem Gourmetrestaurant der Weltspitze ist beeindruckend. Menüs in 12 oder 13 „Inspirationen“ (omnivor oder vegetarisch). Limitiertes „Berlin Size Menü“ in 6 Gängen.
Küche: Die Kreationen von Executive Chef Marco Müller und Küchenchef Dennis Quetsch sind reduziert, naturverbunden und präzise komponiert. Heimische Produkte – ob Wurzelgemüse, Wild oder Kräuter – werden auf das Wesentliche konzentriert und neu interpretiert. Aromen wie Fichte, Holunder oder Essigbaum treffen auf Fermentiertes, Gereiftes und Puristisches, getragen von feiner Säure und subtiler Umami-Tiefe. Texturen werden bewusst kontrastiert, Süße und Säure fein austariert. Ein moderner Stil, der Klarheit sucht statt Opulenz, handwerklich reflektiert und voller Spannung.
Wein: Man merkt der Karte (700 Positionen) an, dass die Inhaber Weinhändler sind. Sommelier Sebastian Höpfners Pairings gehen harmonische Verbindungen ein.
Konzept: Das stilvolle Interieur spielt auf zwei Etagen mit Nussbaum-Holz, Leder und Naturstein. Gastgeber Falco Mühlichen und Team finden die Balance zwischen Lässigkeit und Präzision.
Konzept: Stimmiges Gesamterlebnis, in dem kreative Naturküche, charaktervolle Weine und souveräner Service zu vollendeter Harmonie finden.
Konzept: Seit einem Jahrzehnt ein Solitär der deutschen Gastronomie: Hier gibt es keine klassische Menüfolge, sondern eine 15-gängige Choreografie aus Aromen, Texturen und Temperaturen. Eine kulinarische Erzählung, in deren Verlauf sich die gewohnten Grenzen zwischen süß und salzig, Vorspeise und Dessert auflösen.
Küche: René Franks dessertartigen Gerichte mit dezenter, fein austarierter Süße – kongenial umgesetzt von Küchenchefin Julia Leitner und Team – heben die Patisserie in eine neue Dimension: Als Kompositionen aus Kontrast und Balance fordern sie sinnlich und intellektuell zugleich. Süße trifft auf Umami, Rauch und Säure. Fermentation, Röstaromen und feine Bittertöne sorgen für geschmackliche Tiefe. Signature Dish ist das Caviar Popsicle: ein Topinambur-Vanille-Eis am Stiel, in Kaviar getaucht und einen Mantel aus weißer Pekannuss-Schokolade gehüllt.
Wein: Die präzise abgestimmte Getränkebegleitung ist integraler Bestandteil des Erlebnisses. Naturweine, Sake und alkoholfreie Pairings bilden ein flüssiges Gegenüber zur Küche.
Atmosphäre: Dunkle Farben, sanftes Licht und klare Linien schaffen eine Bühne, auf der Konzentration und Gelassenheit herrschen. Urban, reduziert und von kultivierter Ruhe getragen.
Fazit: Ein faszinierender Ort, der Grenzen verschiebt und Genuss neu definiert.
Konzept: Gourmeterlebnis im stilvollen Lokal der beiden Holländer Lode van Zuylen und Stijn Remi im Kreuzberger Kiez. Menü in acht Abschnitten (Mi, Do € 100 / Fr, Sa € 115).
Küche: Ohne viel Lärm, dafür stetig und konsequent hat sich Küchenchef van Zuylen an die Berliner Spitze vorgearbeitet. Noch überraschender, aromatischer und nun auf das Wesentliche reduziert sind seine Gerichte, bei denen er je ein saisonales Top-Produkt mit Noten aus dem Norden oder auch Asien gekonnt verfeinert. Nussig-salzig frische Jakobsmuschel aus Norwegen reicht er mit hauchdünnen Scheiben vom rohen Champignon, Kamillenöl, gerösteten Mandeln und im Whiskyfass gereiftem Einkorn-Shoyu. Filet vom acht Tage gereiften und über Heu angegrilltem Wolfsbarsch aus der Nordsee richtet er mit Sumach, verschiedenen Würzpaprika-Sorten dazu einer mit dem Bauch und Kopf des Fisches und Fingerlime gefüllten Rolle aus Kapuzinerkresse-Blättern an. In Birnencidre (Poiré) und Apfelsaft pochierte und mit karamellisierter Leinsaat bestäubte Charneux-Birne mit Sahne-Leinsaat-Eis beschließt das Menü.
Wein: Die Weinbegleitung ist ein Must. Jeder von Sommelier Ole Ortmann treffsicher ausgesuchte Wein addiert eine weitere spannende Dimension zum jeweiligen Gericht. Naturweine, Sauerbiere.
Atmosphäre: Ruhig, entspannt, intim. Altberliner Türen, Dielen, Balken und Fensterkreuze mischen sich mit Tischen, Leuchten und Polsterbänken in modernem Bauhaus-Design. Ideal, um ohne viel Worte gemeinsam zu genießen.
Fazit: Stilvoll-professionelle Gastlichkeit, bei der die Küche im Mittelpunkt steht.
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Martin Stopp, „Louis", Saarlouis

„Ich möchte wieder ins ,Aqua‘ in Wolfsburg. Ewig her, dass ich dort war, für dieses Jahr habe ich das fest eingeplant. Da ist nicht nur das Essen außergewöhnlich, auch der Service ist sensationell – einen besonderen Stil erlebt man da immer.“

Sven Elverfeld, „Aqua", Wolfsburg
„Frühstücken mit allem Drum und Dran: Das mache ich gerne im ,Heimlich‘ in Wolfsburg. Da fühlt man sich einfach wohl, und es liegt so schön am historischen Marktplatz. Abends gibt’s Wurst- und Käseplatten, dazu leckere Weine.“

Thomas Wohlfeld, „Handwerk", Hannover
„Ich gehe ins ,Beckers‘ in Hannover, französisch angehauchte Karte mit super Wiener Schnitzel, bestem Rindertatar und echt guter Bouillabaisse, dazu Topservice. Ein Restaurant zum Wohlfühlen.“

Laurin Kux, „Ferment“, Münster
„Das ,Nachtisch Dessertcafé‘ im Kreuzviertel ist mein Favorit. Ein typisches Münsteraner Café – sehr nett und individuell.“

Tobias Felger, „Tobi Ornot Tobe", Dessau
In Halle (Saale) ist das ,Colonne Morris‘, eine verrückt-fähige Café-Bar, kein Hipster-Café, klasse Frühstück, Flammkuchen und Pizza bis spät in den Abend. Da sitzt man gemütlich-entspannt im offensten Viertel der Stadt – wer mag, den ganzen Tag! Dorthin zieht es mich definitiv zuerst!”

Sascha Stemberg, „Haus Stemberg", Velbert
„Da kommt mir sofort das ,Diergardts Kühler Grund‘ in Hattingen in den Sinn. Die Kinder freuen sich auf die Schnitzel von Opa Friedel und wir uns auf den ganz fein abgeschmeckten Sauerbraten.“

Lisa Angermann & Andreas Reinke, „Frieda", Leipzig
„Wir wollen gerne wieder in die wunderschöne Weinbar ,Renkli‘ in der Leipziger Südvorstadt. Super Weine, dazu richtig gutes Barfood wie Tatar und kleine Salate. Da kann man Stunden verbringen.“

Christian Bau, „Victor´s Fine Dining", Perl
„Für mich ist das ,Haus Stemberg‘ in Velbert was Besonderes. Ob Steinbutt mit Trüffel oder Perlgraupensuppe – alles auf Topniveau. Dazu die großartige Familie als Gastgeber.“

Mike Schiller, „Schiller´s", Koblenz
„Ende letzten Jahres waren wir noch mal im ,Nagaya‘ in Düsseldorf, das ist ein richtiges Lieblingsrestaurant, darauf freue ich mich. Wenn man da Sushi gegessen hat, will man nichts anderes mehr – grandiose japanische Küche. Ein Toprestaurant, das Spaß macht.“

Benjamin Biedlingmaier, „Caroussel", Dresden
„Ich schätze die herzliche Gastfreundschaft der Geschwister Blonkowski sehr. Herzensgute Menschen sind das. Und tolles Essen gibt’s im ,Genuss-Atelier‘ in Dresden auch. Immer kreativ und sehr gut gekocht. Man fühlt sich einfach wohl.“
Konzept: Nach Drucklegung: Nach 25 höchst erfolgreichen Jahren schließt das Restaurant „Aqua“ im The Ritz-Carlton. Mit diesem Schritt beendet Sven Elverfeld, der das Restaurant seit der Eröffnung im Jahr 2000 prägte, eine Ära. Das Konzept Aqua wird nicht fortgeführt, bis zum 21. März 2026 serviert das Team ein einziges, kuratiertes Acht‑Gänge‑Menü.
Konzept: Klassisch orientiertes Gourmetrestaurant mit angeschlossenem Boutiquehotel. Menü in 4 bis 6 Gängen. Zweitrestaurant „Beckers Weinhaus“ mit regionaler Küche. Chef’s Table, eigenes Weingut.
Küche: Wolfgang Becker hält seit vielen Jahren das hohe Niveau in seinem Restaurant: Im Menü serviert er etwa in schönster französischer Tradition eine Ballotine von Taube und Gänseleber mit Trüffelvinaigrette und allerlei Bete, gefolgt von Jakobsmuscheln in Muschel-Safran-Velouté mit Fenchel und im Hauptgang Rehrücken, im Brioche gebacken, mit
Portweinzwetschgen und zweierlei Sellerie.
Wein: Eine gute Auswahl aus etwa 150 Positionen, darunter auch vom eigenen Gut.
Atmosphäre: Reduziert, modern, elegant – ein passender Rahmen für eine Küche mit Anspruch.
Fazit: Stilvolles Genusskonzept, elegante Bühne.
Konzept: Schmucker Landgasthof, der seit über 120 Jahren im Besitz der Familie Diergardt ist. Menü mit drei bis fünf Gängen und à la carte.
Küche: Hier macht behutsam verfeinerte Heimatküche immer wieder Freude. So etwa geräucherte Forelle mit Roter Bete und Meerrettichschaum oder die geschmorte Haxe vom Leineberger Reh nebst Spitzkohl und Pumpernickelmuffin. Sehr gut schmeckt aber ebenso, ganz undogmatisch, Mediterranes wie die Kombination von cremiger Burrata und roh mariniertem Lachs in Label-Rouge-Qualität. Oder Asiatisches wie die vietnamesische Pho von der Gans.
Wein: Über 300 Weine, ganz vorwiegend aus Europa. Hoch kompetente Beratung, schließlich ist Hausherr Philipp Diergardt nicht nur Koch, sondern auch gelernter Winzer.
Atmosphäre: Dezent elegantes, dabei warm und einladend wirkendes Ambiente im Landhaus-Stil. Sehr netter und aufmerksamer Service.
Fazit: Der rechte Ort, um ganz entspannt die Seele baumeln zu lassen.
Konzept: Das familiäre Gasthaus wird von Sascha Stemberg in der fünften Generation geführt. Hier gibt es gehobene Gasthausküche und ein Fine-Dining-Menü.
Küche: Hier gibt es etwas, das man selten findet: Die Gäste können kreuz und quer aus der Karte wählen und sich ein eigenes Menü aus Gasthaus- und Fine-Dining-Gerichten zusammenstellen. Die Eifeler Tomate mit Salzwassergarnele stammt aus dem Menü, die Bouillabaisse von der Gasthauskarte. Eine schöne Abwechslung zu vielen Restaurants auf diesem Niveau, die nur ein Menü anbieten. Das Cordon bleu vom Schwarzfederhuhn ist gerollt und mit Comté und Landschweinschinken gefüllt – weit weg vom gefüllten Schnitzel und sehr gut. Das Bavette ist auf den Punkt gegart und wird von einer intensiven Jus begleitet. Auch der Käse kann mithalten, er stammt von Affineur Waltmann aus Erlangen.
Wein: Der Schwerpunkt der Weinkarte mit 380 Positionen liegt auf Deutschland, aber auch der Burgund und Italien sind gut vertreten. 28 Weine werden offen ausgeschenkt.
Atmosphäre: Es brummt, es ist trubelig, redselig und die Servicekräfte sind gut drauf. Hier kehrt man gerne ein und ist herzlich umsorgt von Anfang bis Ende.
Fazit: Perfekte Balance aus gehobener Küche und Gasthaus – ein Wohlfühlort.
Konzept: Seit Jahren Inbegriff der Verbindung von japanischer Präzision und europäischer Haute Cuisine. Yoshizumi Nagaya interpretiert das klassische Kaiseki neu und schafft aus fernöstlicher Ästhetik und westlicher Produktkultur eine unverwechselbare kulinarische Sprache – leise, konzentriert und voller Ausdruck. Omakase-Menü in voller oder verkürzter Länge.
Küche: Japanischer Purismus verschmilzt mit französischer Aromendichte – stets in präziser Balance zwischen Umami, Säure und Textur. Zu den Highlights gehören Gerichte wie das delikate Wagyu-Tatar mit Yuzu und Ponzu-Sauce, gefolgt von auf den Punkt gegarten Seezungenfilets mit süffigem Dashi. Unvergleichlich die kunstvoll arrangierten Sushi-Variationen, die mit erlesenem Fisch und perfekt gekochtem Reis punkten. Jede Komposition erzählt von Handwerkskunst und Intuition, von Reduktion als Ausdruck höchster Raffinesse.
Wein: Deutsch-französische Karte mit über 450 Positionen oder glasweise Begleitung mit feinen Burgundern, eleganten Rieslingen und exquisiten Sakes.
Atmosphäre: Reduzierte Eleganz in sanftem Licht prägt das Ambiente. Der ruhige, kultivierte Service ist perfekt getaktet.
Fazit: Ein Ort stiller Größe, an dem japanische Philosophie und europäischer Esprit in kulinarischer Harmonie zusammenfinden.
Konzept: Gerichte à la carte oder ein Überraschungsmenü (4-8 Gänge).
Küche: Aufwendig kreiert das Küchenteam um Markus Blonkowski aus erstklassigen Produkten von Feld, Wald und Flur kulinarische Kunstwerke, jedes für sich ein Unikat, optisch wie geschmacklich. Zarter Pulpo und Edamame steigern schön angerichtet als Vorspeise den Appetit, zum Beispiel auf Filet vom Knurrhahn, dessen intensiver natürlicher Geschmack in Verbindung mit grüner Tomate und frisch geernteter Steckrübe aromatisch zur Geltung kommt.
Wein: Deutlich spürbar ist die Vorliebe der Sommelière Nicole Blonkowski für Weine an der sächsischen Elbe und von Saale-Unstrut. Raritäten von ausgezeichneten VDP-wie Bernhard Pawis stehen für Raffinesse und eine kundige Auswahl.
Atmosphäre: Das Mauerwerk der Räume im Souterrain einer Villa strahlt Vertrautheit und Individualität aus. Die bestens geschulte Crew vom Service beherrscht ihr Handwerk.
Fazit: Das Motto hier: ankommen, zurücklehnen, genießen.
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Marcel Kube, „Atelier Sanssouci", Radebeul

„Da fällt mir sofort der verträumte Garten vom ,Raskolnikoff‘ in Dresden ein. Ein schöner Ort mitten in der Stadt, an dem man regionale und saisonale Küche genießen kann. Hervorragend gekocht und zu fairen Preisen – herrlich!“

Eric Menchon, „Le Moissonnier", Köln
„Ich werde endlich in meine Lieblingskneipe in Köln gehen: das ,Johann Schäfer‘, ein ganz normales Brauhaus. Für mich das beste in der Stadt. Die machen Kölsch, aber auch ein Pils, das sehr, sehr lecker ist. Ein frisches Bier trinken und unter Leuten sein – einfach gut.“

Christian Sturm-Willms, „Yunico", Bonn
„Direkt am Rhein auf der Terrasse sitzen, die Sonne genießen, dazu ein Gläschen Riesling, das geht wunderbar im Restaurant ,Altes Fährhaus‘ in Königswinter. Auch wegen der guten Küche: am liebsten Spinatknödel oder Sahnehering ,Hausfrauenart‘ – unbedingt zu empfehlen!”

Detlef Schlegel, „Stadtpfeiffer", Leipzig
„So eine Küche mit Schmackes, danach sehne ich mich, und das Restaurant ,St. Andreas‘ in Aue ist da genau richtig. Da wird mit Herzblut auf hohem Niveau gekocht. Lecker!“

Sarah Henke, „Yoso", Andernach
„Mit guten Freunden einfach essen gehen, das fehlte mir. Ich mag ,Die Traube‘ in Vallendar, da wechselt die Karte regelmäßig, und es ist immer richtig gut. Herzlicher Service und eine kleine, feine Weinauswahl. Das passt.“

Andreas Krolik, „Lafleur", Frankfurt am Main
„Im ,Bornheimer Ratskeller‘ wollen wir unbedingt wieder essen. Die zeitgemäße Interpretation von hessischer Küche hat mich sehr beeindruckt. Das ist sehr viel mehr als Frankfurter Grüne Soße – spannend. Tolles Handwerk im wunderschönen Ratskeller.“

Alfred Friedrich, „Zur Golden Kron", Frankfurt am Main
„Also mir und meiner Frau hat es die feine Küche im ,Aman‘ in Frankfurt angetan. Das Huhn aus dem Tandoor-Ofen oder die Garnelen in Kichererbsenteig – beides ist sensationell gut.“

Marcello Fabbri, „Weinbar Weimar", Weimar
„Normalerweise fahren wir im Mai immer zur ,Weinschänke Schloss Groenesteyn‘ in Kiedrich und feiern unseren Hochzeitstag. Das müssen wir natürlich nachholen. Auf die vegetarische Carbonara mit Pilzen freue ich mich besonders – sage ich als Italiener.“

Clemens Rambichler, „Sonnora", Dreis
„Im ,Reiler Hof‘ kann man blind von der Karte wählen. Ob krosser Schweinebauch oder 4-Gänge-Menü – bei Christoph Heim ist alles super. Dazu noch der Blick von der Terrasse auf die Mosel. Grandios!“

Markus Pape, „Meisenheimer Hof", Meisenheim
„Ich war mit meiner Familie im ,Sonnora‘ bei Clemens Rambichler, und er hat einen Fehler gemacht. Meiner Tochter hat er Kagoshima Wagyu gegeben – jetzt will sie nichts anderes mehr. Also da müssen wir wieder hin, da hab ich gar keine Wahl. ”
Konzept: Ambitioniertes Restaurant im Kunsthaus Raskolnikoff.
Küche: Die erkennbare „innerstädtische Landhausküche“ räumt mit dem Vorurteil auf, sächsische Gerichte wären deftig. Exzellent zubereitet werden Radeburger Kotelett mit glasiertem Spitzkohl (€ 26,90), Graupen-Ingwer-Risotto mit oder ohne gebratenen Pulpo (€ 17,50/23,50).
Getränke: Die kleine Karte ist überschaubar, aber abwechslungsreich. Das sächsische Weingut Schuh ist mit seiner Cuvée „Der Rote Schuh“ dabei, das badische St. Remigius mit einem Spätburgunder.
Atmosphäre: Klein, hell und freundlich wirkt der mit schönem Holzmobiliar und Kunst an den Wänden gestaltete Gastraum, idyllisch der begrünte Innenhof.
Konzept: Modernes Südstadt-Brauhaus in luftiger Loft-Location mit Außenplätzen am Gehweg. Wochentags günstiger Mittagstisch, samstags und sonntags deftiges Frühstück.
Küche: Regionalität und Nachhaltigkeit haben großen Stellenwert bei frisch gekochten Gerichte, egal ob süffig-pikanter Schweinebauch-Happen (€ 8,50) oder hausgemachte Bier-Bratwurst (€ 7,50), zu der man sich Beilagen wie hausgemachtes Sauerkraut (€ 6) und handgeschnittene Pommes (€ 6) dazu bestellt.
Getränke: Gutes Angebot an Softdrinks, Van-Dyck-Kaffee und einigen Weinen. Im Mittelpunkt stehen die selbstgebrauten Biere Südstadt Pils und Helles sowie Chlodwig Weizen, dazu Gaffel Kölsch.
Atmosphäre: Kölsche Lebensfreude im quirligen Kiez für den kleinen Durst und Hunger oder den geselligen Abend.
Konzept: Das Gourmetrestaurant offeriert ein Degustationsmenü mit fünf bis sieben Gängen.
Küche: Für sein Menü „Neue Deutsche Küche“ hat Benjamin Unger traditionelle Gerichte der Region für die Gourmetküche neu interpretiert: Als „Eintopf Aue – Tokio 2.0“ lässt er butterweich gegartes Spanferkel mit Waldpilzen und Miso auftragen. Aus Erzgebirgs Vacherin mit Trüffel und Quitte bereitet er würzige „Ore Mountain Cuisine – Haamit Dish“ zu. Die aufwendige Zubereitung, das filigrane Anrichten und bester Geschmack überraschen bei jedem Gang und auf höchstem Niveau.
Wein: Bei rund 700 internationalen Positionen auf der Karte ist man gut beraten, sich dem erfahrenen Sommelier Claudius Unger anzuvertrauen.
Atmosphäre: Stilvoll renoviert, prägen den kleinen Gastraum samtige Tapeten mit Gold- und satten Brauntönen sowie helles Holz. Der Service agiert sehr persönlich an jedem Tisch, übersetzt den Erzgebirgs-Slang der Karte und aufmerksam schaut der Küchenchef gern selbst vorbei.
Fazit: Unikat mit regionalem Charme.
Konzept: Amila und Dirk Schröer haben das schöne, alte Haus im historischen Weindorf wachgeküsst und gehören mit ihrer Weinstube neuer Generation zur Spitze der Rheingauer Gastronomie. Zwei Menüs (drei bis sieben Gänge € 79 und 165), am Sonntag Mittagsmenü (drei Gänge € 69) und à la carte (€ 42-48).
Küche: Ehrlich, einfach, authentisch, bodenständig. So beschreibt Dirk Schröer seine Küche und bringt Herzhaftigkeit und Raffinesse mit ausgeprägten Aromen in einer umfangreichen Speisekarte zusammen – von bürgerlich-elegant bis virtuos. Zur Scholle reicht er Soja, Shiitakeplize und Kopfsalat, über Rotbarsch hobelt er Gänseleber. Deftiger fallen Kalbsblanquette mit Kalbsbries und Petersilienwurzel sowie Rinderschulter mit Paprika, Sardine und Pimentos aus. Legendär ist das Überraschungsdessert in der „Kaviardose“.
Wein: Das Beste aus dem Rheingau und eine Rotwein-Selektion, die alle vier bis sechs Monate wechselt.
Atmosphäre: Das schöne alte Winzerhaus hat ein einladendes Interieur mit viel Holz und begeistert mit herzlichem Service – das spricht ein breites Publikum an. Wunderschöne Terrasse mit Blick auf die Kiedricher Weinberge und Burg Scharfenstein.
Fazit: Ein rundum stimmiges Wohlfühlerlebnis!
Konzept: Eine der großen europäischen Gourmet-Adressen, gerühmt für zeitgenössisch interpretierte Klassik. Ein Menü mit 7 oder Gängen, auch einzeln bestellbar, plus zusätzliche Ausbaustufen. Parallel dazu „Specials & Classics“ mit weiteren À-la-carte-Optionen.
Küche: Französische Küchenklassik in gegenwärtiger Interpretation, produktseitig, technisch wie geschmacklich maximal perfektioniert – ein kulinarisches Monument. Der allerorts kopierte Hausklassiker, ein Tortenstück vom Rinderfilet-Tatar mit Imperial-Kaviar auf Kartoffelrösti bleibt natürlich ebenso erhalten wie der Kanon aus bretonischen Krustentieren, Atlantikfisch und Eifler Rehrücken. Allerdings variiert Clemens Rambichler behutsam, um nicht zum starren Denkmal zu werden: Den prachtvollen Kaisergranat legt er gern leicht italienisch an, etwa mit einem knackig-frischem Kopfsalat-Herzblatt, darauf Zucchini, Kapernblüten und Pinienkerne. Einer Steinbuttschnitte geben geschmolzener Lardo und N25-Kaviar eine zarte Salzigkeit aus Land und Meer bei, aufgefangen von krautgrünem Spinat und frischem Zitrusabrieb. Kolonialexotisch wird es beim Dessert: Kokossorbet mit Piña-Colada-Schaum, serviert in der Nussschale, und „Baba au Rhum“, luxuriös erweitert mit marinierter Flugananas und 20 Jahre fassgereiftem Rum.
Wein: Die Sonnora-Weinauswahl schöpft aus 350 Positionen, Deutschland und besonders die Mosel sind stark vertreten. Man kann einen Kleinwagen in die Begleitung investieren, aber man muss nicht: Marco Franzelins fachliche und gastgebende Professionalität findet auch im niedrigstelligeren Bereich wunderbare Begleiter zur Luxusküche.
Atmosphäre: Lichtdurchflossen am Mittag, bei Dunkelheit wie eine matt schimmernde Perle: Das elegant-moderne Restaurant mit seinen Nischen und Winkeln bietet die perfekte Mischung aus Intimität und Theaterbühne, wird vom Service herzlich und ohne Allüren bespielt.
Fazit: Ein Ort der Genussflucht, durchdrungen von kulinarischer Lust und Substanz, mit Leidenschaft geführt durch Magdalena und Clemens Rambichler.
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Patrick Bittner, „Français“, Frankfurt am Main

„Im Restaurant ,Schanz‘ in Piesport gibt’s eine Küche, wie ich sie mag: kreativ, leicht und nicht verkopft. Und wer dort Gast ist, fühlt sich sehr willkommen. Man merkt sofort, dass das ein Familienbetrieb ist.”

Klaus Erfort, „Gästehaus Klaus Erfort", Saarbrücken
„Im ,Landgasthof Paulus‘ in Nonnweiler nimmt man sich viel Zeit zum Kochen. Allein der Wildkräutersalat mit hausgemachtem Kiefernsprossenessig ist einen Besuch wert.“

Thomas Hübner, „Alte Überfahrt", Werder (Havel)
„Das ,Sosein‘ in Heroldsberg bringt für mich moderne Küche auf den Punkt. Herausragende Produkte und Gerichte, die aufs Wesentliche reduziert sind. Das gefällt mit. Allein für deren Brot lohnt sich der Weg."

Tristan Brandt, ehem. „Opus V.", Mannheim
„Tatsächlich freue ich mich, wieder in die ,Pinzgauer Stub’n‘ zu gehen, hier in Mannheim. Da gibt’s österreichische Küche, mal modern, mal klassisch – immer sehr gut. Und auch beim Schnitzel macht denen keiner was vor. Das lockt mich sehr."

Daniel Schimkowitsch, „L.A. Jordan", Deidesheim
„Ich habe Heißhunger auf Handkäs mit Musik. Das mache ich selten. So was gibt’s richtig gut im ,Weingut Heinrich Spindler‘ (Pfalz), dazu ein Topgarten und klasse Weine.“

Silio del Fabro, „Esplanade", Saarbrücken
„Meine Verlobte und ich freuen uns auf das ,Osaka‘. Das ist ein Sushi- Restaurant, am liebsten bestellen wir die Tokyo Roll: im Kern pikantes Lachstatar mit Avocado, verpackt in Nori-Alge und Reis, obenauf geflämmter Lachs, herrlich!"

Vincent Klink, „Wielandshöhe", Stuttgart
„Ich freue mich auf pure, saugute Küche ohne Faxen auf dem Teller. Die gibt’s im ,Gasthof zum Adler‘ in Ratshausen bei Klaus und Martina Sauter. Er hat in Frankreich gearbeitet, das merkt man sofort. Schmackhafte Bocuse-Schule mit modernen Ideen. Sehr lecker!”

Christian Grünwald, „August", Augsburg
„Erst in der Früh über den Großmarkt in München schlendern, danach zum Mittagstisch in ,Schumann’s Bar‘ – gute Produkte und ein charmanter Service.“

Fabian Huber, „Xaver's", München
„Für mich geht’s bald in die ,Ménage Bar‘ in München. Nach Feierabend oder an meinem freien Tag genieße ich die Kombination aus grandiosem Personal, kreativen Drinks und mega Essen.“

Christian Jürgens, „Überfahrt", Rottach-Egern
„Bei Jochen Kreppel und seinen Mitarbeitern im ,Dantler‘ in München fühlen wir uns zu Hause. Es schmeckt hervorragend, und immer ist mindestens ein Gang überraschend. Hotdog mit Blumenkohl, wachsweichem Ei und kross gebratenem Speck vom Wollschwein zum Beispiel. Eine Küche zum Reinbeißen!“
Konzept: Moselländische Bodenständigkeit begegnet moderner französischer Finesse: Thomas Schanz hat das elterliche Hotel garni vor 15 Jahren um ein Restaurant der Weltspitze erweitert und kocht hier seither mit leiser Souveränität. Menü in 4 bis 6 Gängen.
Küche: Das ikonische Trüffel-Ei steht beispielhaft für Schanz’ Hang zu subtiler Perfektion: Jeder Gang zeugt von filigraner Struktur, aromatischer Tiefe und vollendeter Balance. Der Gänseleber-Gratte-Ciel (Wolkenkratzer) beeindruckt durch architektonische Präzision, während Pampelmuse, Pastis und Gouda der Leber unerwartete Tiefe geben. Der gratinierte Kohlenfisch brilliert mit Leichtigkeit und Klarheit, der Carabinero mit Ferkelfüßchen entfaltet sinnlich-rauchige Kontraste. Die Wachtel im Champignonmantel verkörpert klassische Eleganz, das Vacherin glacé mit Himbeere und Sauerklee beschließt das Menü mit Frische und botanischer Würze.
Wein: Die Karte (500 Positionen) ist eine Hommage an die Mosel, ergänzt durch französische Gewächse. Fein abgestimmte Weinbegleitung von Sommelière Janine Löwenberg.
Atmosphäre: Warme Materialien und klare Linien schaffen ein Ambiente, das entspannt und konzentriert zugleich wirkt. Service mit natürlicher Herzlichkeit.
Fazit: Ein unaufgeregtes Spitzenrestaurant, das keinen Pomp braucht, um zu beeindrucken.
Konzept: Familiengeführtes Haus in siebter Generation mit internationaler Küche, à la carte und im frei kombinierbaren Menü (€ 50-62). Zugehöriges „Wein- und Genusszentrum“, in dem Sigrune Essenpreis Sommeliers ausbildet und Themenabende anbietet.
Küche: Köchin Sigrune Essenpreis bezieht viele Produkte aus der Region mit ein. Ein besonderer Schwerpunkt sind Kräuter und essbare Blüten, etwa bei den im Viez(Apfelwein)-Tempurateig ausgebackenen Beinwellblättern, mit Münsterkäse gefüllt, dazu Paprikachutney und Gurkensalat (€ 17,50). Klassiker ist der Sauerbraten, im Steinbackofen geschmort, mit Apfel-Rotkraut und Kartoffelklößen (€ 27,50).
Getränke: Wein ist die Kompetenz von Inhaber Thomas A. Nickels, gut 100 Positionen stehen auf der Karte – Deutschland ist der Schwerpunkt, weitere gute Flaschen aus den Nachbarländern.
Atmosphäre: Im Hauptraum herrscht der klassische Landhausstil vor, zudem gibt es einen mediterran gestalteten Wintergarten und eine Weinterrasse.
Es geht weiter aufwärts: 80 Prozent Rieslinge prägen die Rebfläche im Weingut und sind eine klare Ansage. Markus Spindler spielt die ganze Klaviatur der Sorte in den berühmten Forster Weinlagen, setzt dabei auf biologische Bewirtschaftung der Weinberge und profitiert von der über Generationen erworbenen Erfahrung und modernem Weinwissen, dass er gekonnt in seinen Weinen umsetzt. Vom Gutsriesling Beppo, der schon mit ganz feiner Struktur, salziger Mineralität und kräutriger Frische animiert über den rauchig-salzigen und wunderbar strukturierten Ortswein bis zu den ganz präzise und charakteristisch gelungenen Lagen-Rieslingen ist das mehr als nur überzeugend: klare Handschrift, sorgfältiger Ausbau mit Gespür für jeden einzelnen Wein, das alles mit Eleganz und Feinheit – wie im vergangenen Jahr geht es dafür ein halbes F nach oben.
Konzept: Klassische American Bar und Münchner Ikone (und ja, Charles Schumann ist noch immer jeden Tag vor Ort).
Küche: Das „Schumann’s“ ist kein Restaurant, aber die kleine Tageskarte lohnt immer. Viel Herzblut steckt der Chef in seinen Klassiker, für Erstbesucher ein Muss: Roastbeef mit schön krossen Bratkartoffeln und Salat (€ 19,50). Aber auch Pâté de campagne (€ 12,50) oder gebeizter Lachs mit Reiberdatschi (€ 15,50) bieten unkomplizierten Genuss. Und zum Abschluss vielleicht saftiger Karottenkuchen (€ 5,50)?
Getränke: Ausgezeichnete Cocktails im klassischen Stil; kleine Weinkarte.
Atmosphäre: Legendäre Adresse. Nach wie vor das beste Sehen und Gesehenwerden der Münchner Gastronomie. Die Plätze am Tresen und auf der Terrasse im Hofgarten sind umkämpft.
Konzept: Mittags à la carte mit Pastrami-Sandwich, Pasta, Ramen oder Tagesfisch sowie einem dreigängigen Lunchmenü. Abends ausschließlich Menüs in fünf bis sechs Gängen, optional vegetarisch oder pescetarisch. Davor oder danach: Cocktail- und Weinbar „Weinstube“ nebenan.
Küche: Ganzjährig werden sommerlich-leicht gezeichnete Gerichte serviert, etwa der „salade de la bavière urbaine“, marinierte Tomaten in einem fruchtig-würzigem Basilikumsud mit Olivenkrokant. Die knusprig ausgebackene Zucchiniblüte ist mit Ricotta gefüllt, Frische steuert ein Tatar des Sommerkürbis mit Salzzitrone bei. Ein Dauerbrenner ist die kross gebratene Forelle mit Mandelbutter und zweierlei Kohlrabi, das Dessert tendenziell eislastig.
Wein: Rund 100 vorwiegend weiße Positionen aus Deutschland, Österreich und Südtirol (rot). Stilistisch eher klassisch als experimentell.
Atmosphäre: Lebendig, bistronomisch, ohne gekünstelte Barrieren. Man wird schnell geduzt und darf sich wie ein Stammgast fühlen.
Fazit: Genussort mit einer sympathischen Mischung aus Leichtigkeit und Anspruch.
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Viktoria Fuchs, „Spielweg", Münstertal

„Da fällt mir das ,Storchen‘ in Schmidhofen ein. Die kochen richtig gut: sensationeller Kalbskopfsalat mit Spargelspitzen oder handgeschnittenes Tatar. Da habe ich Lust drauf!“

Harald Derfuss, „Zirbelstube", Freiburg
„Wir sehnen uns nach bodenständigem Essen. Da freue ich mich auf die Küche im ,Spielweg‘ in Münstertal. Viktoria Fuchs kocht raffiniert und fernab vom Mainstream. Da weiß ich, woher die Zutaten kommen und dass es gute Portionen gibt.”

Peter Niemann, “La Vallée Verte", Herleshausen
„Unbedingt wieder ins ,Gasthaus Kreuz‘ im Schwarzwald. Alles wird dort selbst geschlachtet. Von der Wiese bis zum Teller sind es 400 Meter, der Wurstsalat ist eine Kunst.“

Jan Hartwig, „Atelier", München
„Ich bin gern am Wasser, besonders am Tegernsee. Das ist einfach traumhaft schön. Und beim ,Fischerei Bistro‘ in Bad Wiessee gibt’s was Gutes ins Glas und sehr guten Räucherfisch. Ganz toll!“

Jörg Sackmann, „Schlossberg", Baiersbronn
„Ich würde gerne nach Tirol zu Anna Matscher vom Restaurant ,Zum Löwen‘ in Bozen. Die ist so sympathisch – und richtig gut kochen kann sie auch.”
Konzept: Gourmetküche im Hause von Familie Helfesrieder – mittlerweile in der vierten Generation. Mehrere Menü-Variationen, auch vegetarisch.
Küche: Fritz Helfesrieder führt mit seinem Sohn Jochen am Herd die Tradition fort, ganz zeitgemäß mit selbst geerntetem Gemüse aus dem eigenen Bauerngarten und von befreundeten Produzenten. Mittags und abends wird hier groß aufgekocht – von regionalen Klassikern wie Rinderkraftbrühe mit Kräuterflädle über Gänseleberterrine mit Brioche und Süßweingelee bis zu zweierlei Tatar vom Adlerfisch mit Roter Bete, Limette, Passionsfrucht und geröstetem Buchweizen. Rehrücken aus heimischer Jagd mit Laugenbrezelknödel gehört zu den Lieblingsgerichten der Gäste. Ein Highlight im Jahr ist der Schlachttag der eigenen Mangalica-Wollschweine im November.
Wein: Gute Auswahl mit rund 200 Positionen.
Atmosphäre: Der historische Gastraum mit Kachelofen wurde stilvoll renoviert. Weiße Tischwäsche und dezenter Blumenschmuck sorgen für eine elegante, aber nicht steife Atmosphäre.
Fazit: Im engagierten Familienbetrieb wird weiterhin abwechslungsreich aufgekocht.
Konzept: Familienbetrieb mit vorbildlicher Schwarzwälder Gastfreundlichkeit iDrei Menüs (saisonal, klassisch und „fuchsteufelswild“) und großes À-la-carte-Angebot.
Küche: Viki Fuchs und ihre Crew arbeiten vorwiegend mit regionalen Produkten, aber die Küchenchefin legt diese mal erfrischend unkonventionell aus wie das Wildschwein-Dim-Sum oder die Wild-Blutwurst mit Hirschherzen und Hirschleckern und gegrilltem Pulpo, mal traditioneller wie den Hirschkalbsrücken mit Kohlrabi-Gemüse und eingemachten Kaiserstühler Zwetschgen. Alles herzhaft gut.
Wein: Weinkarte mit badischem Akzent, aber auch die Nachbarn aus Frankreich werden ausreichend berücksichtigt.
Atmosphäre: Zünftig und im besten Sinne traditionell. Man bedient in Tracht, es gehört hier aus Überzeugung einfach dazu. Gemütliche Stuben, am urigsten ist die „Alte Stube“ mit Wandvertäfelung und Kachelofen.
Fazit: Potenzial als Lieblingslokal – ein Mix aus Schwarzwälder Herzlichkeit und überzeugender Kochkunst.

