12 Gasthäuser in der City

Gasthäuser in den Großstädten:
- 1. Trio, Berlin
- 2. Michelberger Restaurant, Berlin
- 3. Hygge, Hamburg
- 4. Kleines Jacob, Hamburg
- 5. Gasthaus Helmut, Leipzig
- 6. Hofzwanzig, Dresden
- 7. Stappen, Düsseldorf
- 8. Johann Schäfer Brauhaus & Schäfchen, Köln
- 9. Weinstube Fröhlich, Stuttgart
- 10. Bornheimer Ratskeller, Frankfurt
- 11. Gasthaus Neuner, München
- 12. Die Pfistermühle, München
1. Trio, Berlin
Auf der Rückseite der Volksbühne versteckt sich in einem Bauhaus-Gebäude das urbane Gasthaus von Vadim Otto Ursus Henselder („Otto“, „Pluto“). Lindgrüne Wände, karminrote Polster und Leuchten passen zum Stil der 20er-Jahre. Mitten durch den Raum schlängelt sich die Bar, und auch am Tresen wird eingedeckt. Selbst mit Reservierung muss man hier meist noch ein paar Minuten warten, bis ein Platz frei wird. Vom ersten Tag an zog die handfeste deutsche Küche Nachbarn und Kreative an. Es gibt lauter Klassiker wie Solei, Rollmops, Handkäs’ mit Musik, Backhendl, Wildschweinbraten, Forelle Müllerin, Saure Zipfel, Apfelstrudel. Szegediner Gulasch mit Semmelknödeln und Sauerrahm wird auch als vegetarische Variante mit Pilzen statt Fleischangeboten. Ausgeschenkt werden Brandenburger Apfel-Birnen-Cidre und Bio-Biere von der Braumanufaktur Forsthaus Templin. Ein Genuss ist das Quittensorbet mit hausgemachtem Eierlikör.
Lieblingsgericht: Königsberger Klopse mit Kartoffelpüree und Rote-Bete-Salat
www.trioberlin.net
2. Michelberger Restaurant, Berlin
Weiß gekachelte Wände, hohe Fenster, an den Tischen Foodies aus aller Welt – und Mauergalerie, Spree und Oberbaumbrücke direkt vor der Tür. Die beiden Visionäre Nadine und Tom Michelberger haben mit dem Lokal in ihrem lässigen, in einem historischen Kontorgebäude gelegenen Hotel einen der angesagtesten Genussorte der Stadt geschaffen. Angeboten wird sorgsam zubereitete Hausmannskost mit mediterranen Noten, vieles ist vegetarisch. Wild und Fleisch kommt von befreundeten Jägern und Produzenten, Gemüse aus Permakultur liefert die eigene Farm im Spreewald. So gibt es jetzt zur kalten Jahreszeit gebackenen Topinambur mit Bergamotte und saftigen Hirschrücken mit karamellisierten Schalotten und Aroniabeeren oder auch Apfel-Salbei-Bratwurst. Dazu schmecken deutsche Weine und Cocktails von der Bar. Nach dem Essen locken Arthouse-Filme im neu eröffneten Kinosaal im fünften Stock.
Lieblingsgericht: Sauerbraten mit geschwenkten Knöpfle und Wirsing
www.michelbergerhotel.com
3. Hygge, Hamburg
Das dänisch-norwegische „hygge“ ist auch bei uns längst ein Synonym für „gemütlich, angenehm“ geworden. Und genau diese Stimmung erzeugt das Restaurant im stattlichen Fachwerkhaus – mit Fellen und Lederstühlen, einem flackernden Kamin in der Raummitte und zierlichen Glaslampen. An den großen runden Tischen versammeln sich Gäste des angeschlossenen Hotels, Touristen und Einheimische. Viele Gerichte der kreativen Karte sind zum Teilen gedacht, auch ein ganzes Menü ist so aufgebaut. Es gibt Filet vom Rügener Boddenzander mit Blutwurst und Belugalinsen oder Striploin vom Ostseerind mit Pfefferjus und confiertem Wintergemüse, aber auch Mediterranes wie Trüffeltagliatelle und Fischsuppe mit Sauce rouille und Croûtons. Bemerkenswert ist die Weinauswahl, die Sommelier Lennart Wenk zusammengestellt hat, auch ein anspruchsvolles Sortiment an halben Flaschen ist dabei. Im Offenausschank dominiert Europa.
Lieblingsgericht: Rindertatarstulle mit Estragonmayonnaise und gepickeltem Gemüse vom Haidehof
www.hygge-hamburg.de
4. Kleines Jacob, Hamburg
Rot-weiß karierte Vorhänge, dunkle Holztische und -stühle, auf dem Tisch das Besteck im grauen Maßkrug – gemütlich und gesellig ist es im kleinen Reetdachhaus im Elbvorort. Das Setting stimmt, die Karte und die Gerichte halten, was das Ambiente verspricht: herzhafte Küche mit österreichischem Touch. Zum Einstieg etwa ein Schmankerl-Brett mit Wurstspezialitäten und Käse, Gurke, Rettich (Radi) und Meerrettich (Kren). Oder lieber Kaspressknödel mit Pfefferschaum und Rosenkohl? Flammkuchen gibt es auch, sie kommen direkt aus dem Steinofen. Österreich bestimmt auch die Weinauswahl, namhafte Winzer aus allen Regionen unseres Nachbarlands sind hier vertreten, von Bründlmayer aus dem Kamptal bis Tement in der Steiermark. Das „Kleine Jacob“ ist ein idealer Treffpunkt für Familien und Freundesrunden, im Sommer auch im hübschen Garten.
Lieblingsgericht: Flammkuchen mit Schmelzzwiebeln, Bergkäse, Schnittlauch und Preiselbeeren
hotel-jacob.de
5. Gasthaus Helmut, Leipzig
Lisa Angermann, Andreas Reinke, Daniel Kreßner und Christian Wilhelm bilden ein Quartett, das viel Erfahrung in der gehobenen Gastronomie gesammelt hat. Indem sie ihrem Lokal das Label „Gasthaus“ gaben, kehrten sie zurück zu den Wurzeln. Tiefrote Wände sowie schwarze Stühle und Holztische erzeugen ein intimes Ambiente. Auf der kleinen Speisekarte stehen Gerichte wie gebratener Zander mit Sauerkraut-Kartoffelstampf und warmer Blutwurst oder knusprig gegrillte Spanferkelhaxe mit Wasabi-Kartoffel-Creme und Krautsalat. Alles wird raffiniert zubereitet und mit optimal temperierten Weinen serviert.
Lieblingsgericht: Tatar „Helmuts Schlemmerschnitte“ mit Kartoffelrösti, Kapern, Zitrone und Schmand
www.gasthaus-helmut.de
6. Hofzwanzig, Dresden
Das ehemalige Fährhaus an der Elbe hat alle Zeiten und Hochwasser überstanden. Das Fachwerk wurde restauriert, ebenso die rustikalen Gasträume, ausgekleidet mit hellem Holz und Sandstein. Gastgeber Jerome Jason Nguyen hat sich vornehmlich der deutschen Küche verschrieben, die Karte wechselt mit der Saison. Aufgetischt werden pikante Sellerie-Apfel-Cremesuppe mit gebeizter Lachsforelle oder deftiges Hirschgulasch mit Rotkohl und Semmelknödeln. Die Küche versteht sich aber auch auf Leichteres, etwa ein Zweierlei vom Blumenkohl. Gedünstet und gebraten, wird das Gemüse mit Kartoffeldrillingen und knackigen Rauchmandeln serviert. Dazu trinkt man Weine von der Elbe oder Bier vom Fass.
Lieblingsgericht: Geschmorte Ochsenbacke mit Erbsenpüree und dunkler Balsamico-Jus
www.hofzwanzig.de
7. Stappen, Düsseldorf
Im schicken Stadtteil Oberkassel zeigt das Gasthaus „Stappen“ seit 2013, wie man Wohlfühlküche für Großstädter modernisiert. Das elegante Ecklokal, gestaltet mit Rundbögen und warmem Holz, serviert unter der Leitung von Elisa und David Büchner Comfort Food: Couscous-Salat, Thunfisch-Tatar, Hirschragout oder Kabeljau mit Balsamico-Linsen. Das Getränkeangebot reicht von regionalen Säften und charaktervollen Bieren bis zu unkomplizierten offenen Weinen und einer Reihe an ausgesuchten Schwergewichten. Aufmerksamer und freundlicher Service.
Lieblingsgericht: Hausgebeizter Lachs auf Reibekuchen mit Honig-Senf-Dill-Sauce
www.stappen.de/duesseldorf
8. Johann Schäfer Brauhaus & Schäfchen, Köln
In der lebhaften Kölner Südstadt, in den ehemaligen Räumen der Spedition Johann Schäfer, geht ein Brauhaus eigene Wege: Statt Kölsch werden ein naturtrübes Pils, ein süffiges Helles und ein aromatisches Weizenbier gebraut. Die Küche setzt auf Region und Saison – und versorgt das trubelige Brauhaus sowie das Restaurant nebenan. Das Fleisch stammt aus artgerechter Haltung und wird von Kopf bis Fuß verarbeitet. Weitere Zutaten kommen von kleinen, handwerklich arbeitenden Betrieben. Neben herzhaften Klassikern wie frittiertem Maishähnchen oder einem 500-Gramm-Kotelett vom Duress-Schwein gibt es auch vegetarische Optionen („Jemös“). Am Wochenende üppiges Frühstück.
Lieblingsgericht: Hausgemachte Bierbratwurst, eingelegt in Südstadt-Pils, mit Schmorzwiebeln, Weißkohl und Rieslingsenf
www.johann-schaefer.de
9. Weinstube Fröhlich, Stuttgart
Als Wirt etablierte Hans Fröhlich, der frühere Feuilleton-Chef der „Stuttgarter Nachrichten“, die Weinstube inmitten des (harmlosen) Stuttgarter Rotlichtbezirks als Künstler- und Journalistentreff. Heute ist Mancika Kohler-Kešinović die gute Seele des Hauses und hütet die bewährte Qualität dieser gastronomischen Institution der Landeshauptstadt. Die Stimmung ist stets lebhaft und genussfreudig, man teilt sich die blanken Holztische mit anderen Schlemmern und genießt hausgemachte Maultaschen oder Kalbsnieren in Balsamico-Jus und dazu Weine von Topwinzern wie Wöhrwag oder Aldinger.
Lieblingsgericht: Zwiebelrostbraten vom argentinischen Roastbeef mit Bratkartoffeln oder Spätzle
www.weinstube-froehlich.de
10. Bornheimer Ratskeller, Frankfurt
Im Osten der Stadt gelegen, einem Viertel mit Gründerzeit-Charme und lebendiger Kulturszene, wurde der „Bornheimer Ratskeller“ mit seinem großen Garten vor einigen Jahren aufgefrischt und als Treffpunkt wiederbelebt. Inhaber Mario Furlanello ist Architekt, Koch, Metzger und Gastronom: „Wir kochen tagesfrisch, machen die Nudeln selbst, jedes Eis und Sorbet, setzen tagelang Fonds und Saucen an, backen Brot. Auch die Würste sind hausgemacht.“ Furlanellos Küche schaut auch über den deutschen Tellerrand. „Handkäserisotto aus Dinkel lieben unsere Gäste genauso wie unsere Saltimbocca, die wir mit selbst gemachtem Damhirsch-Schinken anstelle von Prosciutto di Parma servieren“, sagt der Sohn eines italienischen Vaters und einer spanischen Mutter. Seine preisgekrönte Paella ist sensationell: Das auf offenem Feuer zubereitete spanische Nationalgericht wird auf Vorbestellung serviert – mit Apfelwein aus dem Bembel.
Lieblingsgericht: Hausgemachte Blutwurst mit Kartoffelpüree, karamellisiertem Apfel, Apfelweinsauce und geschmorten Zwiebeln
ratskeller-bornheim.de
11. Gasthaus Neuner, München
In Münchens ältestem Weinhaus sitzt man unter behutsam restauriertem Kreuzgewölbe, auch die historische Holztäfelung und gusseiserne Leuchten sorgen für Atmosphäre. Küchenchef Benjamin Kunz beherrscht ein breites Spektrum, von klassisch bis kreativ-zeitgemäß, vom Elsass bis nach Wien, von hausgemachten Blutwurstravioli mit Calvados-Apfel bis zum Sauerbraten von der Rinderflachschulter mit Rahmschwammerl und Serviettenknödel. Großes Kompliment an Patron Fabrice Kieffer, dass er auch in diesen Zeiten das Lokal täglich öffnet, mit durchgehender Küche. Die Weinkarte ist mit rund 300 Positionen bestens bestückt, Gastgeber Frank Glüer hält immer neue Entdeckungen parat.
Lieblingsgericht: Gebratener Zander mit Meerrettich, Blattspinat und Beurre blanc
www.weinhaus-neuner.de
12. Die Pfistermühle, München
Eine stilvoll renovierte, ehemalige Getreidemühle aus dem 16. Jahrhundert bietet den Rahmen für dieses außergewöhnliche Gasthaus im Herzen der Münchner Altstadt. Die Gaststuben mit Kuppelgewölben und historischem Steinboden stehen für gelebte Tradition, Küchenchef Tino Nawrocki setzt auf Handwerk und Regionalität. Die Ochsenschwanzessenz kommt mit hausgemachten Ravioli, den Hirschkalbsrücken vom Gutshof Polting begleiten gebackene Kartoffel, Blaukraut, glasierte Birne und Preiselbeeren. Das ausgezeichnete Brot stammt aus der hauseigenen Bäckerei. Und zum Trinken? Es gibt Bier aus der Ayinger Privatbrauerei und eine Weinkarte, die jedem Gourmetrestaurant Ehre machen würde.
Lieblingsgericht: Ochsenfilet mit Knochenmarkkruste und Schalottensauce
www.pfistermuehle.de

