Die Mutter aus dem Senegal, der Vater aus Mali, aufgewachsen mit acht Geschwistern in der Pariser Vorstadt: TV-Star und Spitzenkoch Mory Sacko zeigt Frankreich, wie Aufstieg geht.
In seinem Restaurant „Mosuke“ zündet er ein Feuerwerk afrikanisch-französisch-japanischer Crossover-Gerichte. Sein Abendmenü besteht aus nicht weniger als 25 Sequenzen: kleinen Tellern, Schüsseln, Beigaben.
Eindrucksvoll ist schon das Amuse-Bouche, eine Bento-Box mit sechs verschiedenen Grundgeschmäckern: Das Meer findet sich in einer Languste samt dazugehöriger Bisque und reichlich Kaviar wieder. Dann folgen rauchige Aromen, erzeugt durch Erbsen und Algen, die auf dem Binchotan-Grill geröstet wurden. Mit Umami-Wucht kommen Aal und Dashi sowie eine würzig-scharfe Galette mit Ei und Miso daher. Schärfe dominiert bei Rinderkutteln mit knusprigem Chili und Tofu, und für den salzigen Abschluss sorgt ein Mochi mit Pistazie und Ras el-Hanout. Keine Frage: Das ist eine wilde Reise durch Japan, Frankreich, Afrika. Nichts hier ist einzuordnen in Gewohntes, alles ist Überraschung, ein Feuerwerk an Ideen, da hat der Chef nicht zu viel versprochen.
Die Küche ist für ein Spitzenrestaurant recht klein, der Gastraum ist angenehm unprätentiös: rustikale Holzmöbel, stoffbezogene Wände. Obwohl kleine Nischen und Separees eine gewisse Intimität versprechen, sitzen die Gäste nah beieinander, und die Geräuschkulisse ist hoch. Insbesondere, wenn der Chef höchstselbst gelegentlich aus der Küche kommt und die Selfie-Wünsche der Gäste erfüllt.