Wissenswertes über die Avocado

Die Beere findet ihre wichtigste Bestimmung in würzigen Dips und Salaten. 

Avocado

Trendfrucht Avocado

Rund fünf Millionen Tonnen Avocados werden weltweit jedes Jahr geerntet. Die größten Produzenten sind Mexiko, die Dominikanische Republik und Peru. In Deutschland liegt die Frucht stark im Trend: 2010 wurden 28.000 Tonnen eingeführt, 2015 waren es 45.000 und 2016 bereits 60.000 Tonnen. Avocados sind bei uns ganzjährig erhältlich. Sie kommen im Winter größtenteils aus Brasilien, Chile und Spanien, im Sommer aus Südafrika und Peru.

Welche Avocado-Sorten gibt es?

Global beliebt ist mittlerweile die Sorte Fuerte. Ihre Form gleicht einer Birne, die Schale ist mittelgrün. das Fruchtfleich hellgelb, zum Rand hin wird es grünlich. Ebenfalls gefragt ist die Sorte Hass, bei der es sich um eine zufällige Mutation handelt – in den 1930er-Jahren entdeckte Rudolph Hass den Baum in seinem Garten in Kalifornien. Alle Hass-Avocado-Bäume, die heutzutage in Ländern wie Mexiko, Chile, Australien, Neuseeland, Israel, Spanien und den USA angebaut werden, lassen sich zu diesem Gewächs zurückverfolgen. Die Früchte sind eher klein und rund, ihre Schale ist dick und warzig; sie verfärbt sich dunkelviolett, wenn die Avocado reif ist.

Es gibt auch kernlose Avocados, „Avocaditos“ oder „Cocktail-Avocados“ genannt. Sie entstehen aus unbefruchteten Blüten und werden nur fünf bis acht Zentimeter lang. Ihr Fruchtfleisch lässt sich einer Streichwurst gleich ausdrücken. Früher galten sie als Ernteverlust, inzwischen werden sie vor allem in Kalifornien, Israel und Südafrika gezielt geerntet.

Wann ist die Beere reif?

Avocados sind reif, wenn die Schale auf Druck nachgibt. Im Handel sind die Früchte oft noch hart. Ihre Reifung lässt sich beschleunigen, wenn man sie zu Hause mit dem Gas Ethen in Kontakt bringt, indem man sie in Zeitungspapier eingewickelt oder mit Äpfeln lagert. In den Niederlanden und der Schweiz existieren ganze Fabriken, die sich ausschließlich um die Reifung der Avocados kümmern. Die Früchte werden dort mit Ethen begast, verpackt und essfertig in europäische Supermärkte geliefert. 

Wie halte ich das Avocado-Fruchtfleisch frisch?

An der Luft oxidiert das Fruchtfleisch und wird rasch bräunlich. Einige Spritzer Zitronen- oder Limettensaft verlangsamen diesen Prozess. Noch besser wirkt der folgende Trick: Den Kern in der Avocado lassen beziehungsweise nach der Zubereitung in die Guacamole geben. So behält das Fruchtfleisch seine attraktive Farbe.

Rezept: Avocado-Quark selbermachen

  1. 200 g Quark und 100 g griechischen Joghurt verrühren.
  2. Das Fruchtfleisch einer Avocado mit einem Löffel aus der Schale lösen und mit drei Teelöffeln Zitronensaft pürieren.
  3. Unter den Quark mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Vier Stängel Koriander grob zerzupfen und über den Quark streuen.
Passt gut zu Pellkartoffeln.

Wissenswertes über die Beere

  • Der Name "Avocado" geht auf das aztekische Wort "ahuacatl" zurück, was auch "Hodenfrucht" bedeutet. Vielleicht lag es an der Form, vielleicht daran, dass das Fruchtfleisch als Aphrodisiakum galt – das lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Auf Deutsch nannte man Avocados früher auch nach ihrem Aussehen „Alligatorbirnen“ oder wegen des hohen Fettgehalts „Butterfrüchte“.
 
  • 100 Gramm Avocado entsprechen rund 160 Kalorien: Zu fast einem Viertel besteht ihr Fruchtfleisch aus Fett – der höchste Anteil bei allen bekannten Obst- und Gemüsearten. Weil es sich dabei aber vorwiegend um ungesättigte Fettsäuren handelt und die Frucht zudem viele Vitamine und Mineralstoffe enthält, gelten Avocados dennoch als gesund.
 
  • In Australiens Coffee-Shops, wo die Kaffeekultur kreativer ist als bei uns, kann man auch "Avo-Latte" bestellen – einen Latte Macciato mit Soja-Milch, serviert in einer ausgehöhlten Avocado.
 
  • „Avocado-Hand“ nennen Chirurgen Schnitt- und Stichwunden als Folge ungeschickter Versuche, die Frucht zu öffnen. Dabei ist das Entkernen ganz einfach: Man schneidet die Avocado rundum ein, dreht die Hälften auseinander, hackt ein Messer in den Kern und entfernt ihn damit. Dann löffelt man das Fruchtfleisch aus der Schale, oder man viertelt die Avocado und schält die einzelnen Stücke.
 
  • Zum Anbau von Avocados braucht man extrem viel Wasser: Für die Reifung von einem Kilo Avocado, also etwa zwei bis vier Früchten, werden rund 1.000 Liter benötigt; ein Kilo Tomaten kommt mit vergleichsweise bescheidenen 180 Litern aus. Das bringt Ökologen gegen den Avocado-Anbau auf, der zum Beispiel in der chilenischen Provinz Petorca zum Austrocknen ganzer Flüsse geführt hat.