Stolze 45 Jahre hatte das gute, alte „Apicius“ im Jagdhaus Eiden auf dem Buckel – nun wollte die Gastronomenfamilie Zur Brügge ein Reset. „Terroir“ heißt der Nachfolger und präsentiert sich leichter, frischer, etwas weniger aufwendig als der Vorgänger.
Küchendirektor Tim Zur Brügge und sein Küchenchef Lukas Dirks haben eine feine, übersichtliche Karte zusammengestellt, aus der sowohl à la carte als auch ein Menü in vier oder fünf Gängen geordert werden kann. Nicht selbstverständlich: Zu jedem Fisch- oder Fleischgang gibt es eine vegetarische Alternative.
Aufwand betreibt die Küche immer noch bei den Löffeln als Start ins Menü und beim Amuse-Gueule. Abgeschafft wurde dagegen der üppige Brotwagen, dafür wird bestes Sauerteigbrot eines Oldenburger Bäckers gereicht. Die Gerichte werden von den jungen Köchen serviert, und die haben ganz offensichtlich Freude daran. Als Vorspeise standen etwa ein Tatar vom dänischen Kaisergranat oder grüner Spargel und Nori-Alge zur Auswahl. Beibehalten wurde aus dem Vorgänger das „Eiden-Ei“ von den eigenen Hühnern mit Nussbutter-Kartoffel-Schaum. Das Highlight war ein erfrischendes Sorbet von der Spitzpaprika als Zwischengang – Chapeau!
Auch der Maibock mit Spargelschaum und Queller, Graupen und Rhabarber gefiel – sehr gutes Handwerk mit regionalen Produkten. Unbezahlbar ist ein Abend auf der kleinen Terrasse. Die Weinauswahl ist nach wie vor erstklassig.

