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OLIO AWARD 2020: Die besten Olivenöle der Welt

Seit 2003 organisieren wir jedes Jahr einen eigenen, einzigartigen Wettbewerb: den FEINSCHMECKER OLIO AWARD.

Siegeröle kaufen

Mehrere hundert Öle werden jedes Jahr in einer mehrtägigen Probe von einer hochkarätigen Jury verkostet. Um absolute Objektivität in der Bewertung zu gewährleisten, handelt es sich bei unserem Olivenöltest natürlich um eine Blindprobe! 

Die Klassifizierung

Die FEINSCHMECKER-Verkostung folgt Regeln, wie sie das Internationale Olivenöl­ Konzil (IOOC) mit Sitz in Madrid für Wettbewerbe in aller Welt festgelegt hat.

Wie üblich werden die Öle in drei Gruppen eingeteilt: „leicht fruchtig“, also dezent im Duft und wenig bitter, „mittefruchtig“und „intensiv fruchtig“: sehr intensiv im Bukett, deutlich bitter und reichlich scharf im Nachhall.

Zudem vergeben wir seit 2019 eine Bewertung mit dem Feinschmecker „F“. 

Zwei Kriterien entscheiden über die Klassifizierung

  1. Das erste Kriterium ist die Intensität von Duft und Geschmack, Fruchtigkeit genannt. Bei einer Skala von maximal 5 Punkten für die Fruchtintensität ist ein Olivenöl bis 3,0 mildfruchtig(delikat) im Geschmack, bei 3,0 bis etwa 4,5 mittelfruchtig, bei über 4,5 intensiv.
  2. Das zweite Kriterium ist die Intensität des Bittertons: Ein markanter Bitterton ist Indiz für intensiv fruchtiges Öl. Schmeckt das Öl mild-süßlich und überhaupt nicht bitter, wird es in die mildfruchtige Kategorie eingeteilt.

Wie probieren wir?

  • Den Becher in einer Hand drehen, um ihn etwas zu erwärmen und so dem Öl mehr Aroma zu entlocken.
  • Die Nase in den Becher halten, schnuppern.
  • Dann das Öl in den Mund nehmen, über die Zunge rollen lassen, es gewissermaßen kauen (mit Zischen und Schmatzen), dann entweder ausspucken oder herunter­ schlucken.
Erster Check: Gibt es Fehltöne? Unangenehme Noten wie zum Beispiel ge­räucherter Speck (ranzig), Essig (weinig) oder etwas erdig­schmutzige, schlammige oder modrige Töne? Dann hätten wir offizielle „Defekte“ aufgespürt und würden das Öl sofort disqualifizieren. Bei diesem aber ist alles gut. Es duftet fein nach Gras, Kräutern wie Pe­tersilie, Salbei, Thymian, nach Tomaten (grün oder eher reif? Reif!), etwas grüner Banane und schmeckt am Gaumen leicht bitter mit einem Chili­pikanten Nachhall. „Schön für Spa­ghetti mit Venusmuscheln“, überlegen wir als Küchentipp und geben diesem Öl 3,5 von 5 möglichen Feinschmecker „F".
 

Olio Award 2020

Auch in diesem Jahr trafen sich Anfang Februar Olivenölexperten aus Italien, Spanien, Griechenland
und Kroatien in Hamburg und probierten vier Tage lang um die 500 Olivenöle aus elf verschiedenen Ländern.

Der Höhepunkt des Tastings ist das Finale am letzten Tag. Die besten sechzig Öle probieren wir binnen zwei Stunden. Unerhört anstrengend, denn die Öle aus dem neuen Jahrgang schmecken sehr scharf, brennen auf der Zunge und im Rachen. Zum Neutralisieren helfen uns Mineralwasser und etwas Weißbrot.

Unsere Jury


© Volker Renner

Von links nach rechts: Miguel Monfort, Feinschmecker-Autor, Hamburg; Paqui Gonzáles, Ölexpertin der Region Priego de Córdoba, Spanien; Goran Mühlstein, Agrarexperte, Kroatien; Dr. Rosario Franco, Agrarexperte der Region Kalabrien, Italien; Kersten Wetenkamp, Feinschmecker-Redakteur, Hamburg; Kerstin Barduhn, „Olive Academy", Hamburg; Dr. Matteo Bonoli, Ernährungswissenschaftler, Universität Bologna, Italien; Kostas Liris, Ölexperte, Griechenland.

Wozu all dieser Aufwand?

Natürlich geht es uns auf den ersten Blick um die Elite der Besten, die wir herausfinden wollen. Bei Olivenöl haben wir aber noch viel mehr Grund zu dieser Veröffentlichung: Unsere Top­ 250 ­Öle sind nicht nur die besten, sondern praktisch auch die einzigen, die für Feinschmecker in Betracht kommen – Perlen in einem Meer mittelmäßiger Erzeuger. Supermarkt, Feinkost­ oder Bioladen? Ganz egal. Wer hier ein Olivenöl in der Hand hält, kann nicht mit einem hochwertigen Produkt rechnen. Obwohl das Etikett das suggeriert: „Natives Olivenöl extra, Öl der höchsten Güteklasse“. Aber was sagt das heute noch aus? Stimmt schon, auch bei Wein hat man keine Gewissheit, wie gut der Inhalt in der Flasche ist. Aber da können wir uns anhand von Preis, Name des Winzers, Jahrgang, Rebsorten und Qualitätsvereinigungen wie VDP, Verband der Deutschen Prädikatsweingüter, orientieren und haben eine ungefähre Ahnung vom Charakter des Inhalts und der Qualität. Nicht so bei Olivenöl – hier tappen die Konsumenten im Dunkeln.

Es gibt kein Siegel, das Massenware von Exzellenz unterscheidet. „Bio“ sagt genauso wenig über die Geschmacksgüte eines Öls aus wie „geschützte Ursprungs­region der EU“ oder gar „100 Prozent Oli­venöl“ (was denn sonst?). Ein anderes Oli­venöl als das der obersten Kategorie findet sich praktisch nicht im Handel, und es ist klar, dass hier schöne und furchtbare Quali­täten praktisch ununterscheidbar nebenein­ander im Regal stehen. Zwar gibt es immer wieder Initiativen von erstklassigen Produzenten, ihr hochwerti­ges und teures Olivenöl hervorzuheben – etwa „Opera Olei“ in Italien, „Qvextra! Inter­national“ oder „Extra Virgin Alliance“, doch das sind Kämpfe gegen Windmühlen: Ge­gen die übermächtigen Interessen der Lebensmittelindustrie und der großen Öl­verbände haben kleine Elite­-Manufakturen wenig Chancen. Um an gutes Öl zu kom­men, müssen Kunden auf Verdacht kaufen, etwa bei einem Händler ihres Vertrauens, der vielleicht zum Probieren einschenkt (das wäre ideal), oder am besten natürlich die Preisträger unseres OLIO AWARDS im FEINSCHMECKER­ Shop bestellen.