Während das örtliche Standesamt die oberen Räume des restaurierten Herrenhauses weiterhin für Hochzeiten nutzt, hat Leon Edery dem Erdgeschoss jetzt neues Leben eingehaucht. Zwischen prächtigen Stuckdecken und moderner Kunst empfängt sein „Leon“ die Gäste in stilvoller, entspannter Atmosphäre: kleine, blanke Holztische und Naturfarben mit dezenter Blumendeko wirken leger und stilvoll zugleich.
Nach Stationen im Kölner „MaiBeck“ und auf Schloss Loersfeld entwickelt Edery hier seine eigene kulinarische Handschrift. Er variiert Klassiker zeitgemäß, ohne ihnen ihre Identität zu nehmen. Die Speisekarte bietet Pasta und Risotto, aber auch Tafelspitz, Sauerbraten oder Kalbsbäckchen und setzt immer wieder asiatische Akzente. Das „Vitello Tonnato à la Leon“ interpretiert den italienischen Klassiker neu: Zartes, sous-vide gegartes Kalbfleisch trifft auf Thunfisch-Sashimi und eine fein abgestimmte Limettencreme. Kapern, eingelegte rote Zwiebeln, Senfkörner und Parmesanspäne inszenieren ein Spiel von Säure, Cremigkeit und Würze. Zum Abschluss folgt eine sämige, duftige Piña Colada in einer ausgehöhlten Ananas – verspielt und doch angenehm unprätentiös.
Den herzlichen Service steuert Yasin Yesilmen, zuvor Restaurantleiter in Julia Komps „Sahila“ in Köln, mit professioneller Souveränität. Die von ihm kundig kuratierte Weinkarte listet gut 100 überwiegend europäische Weine zu erfreulich fairen Preisen.

