Auf dem Areal des Jerusalem-Krankenhauses befindet sich eine der spannendsten Eröffnungen der Hansestadt mit einer Küchenrichtung, die wohl ein Unikat ist: Die Fusion von polnisch und jamaikanisch, zelebriert von den Köchen Mateusz A. Żurek und Jahmarley Grant, die zuvor zwei Restaurants in Lissabon führten. Der Raum ist schlicht mit einem Graffiti-Bild und einem Baum bis zur Decke gestaltet, die Holztische sind blank, gemütliche Plätze gibt es auf grauen Sofas, der Blick fällt auf die beleuchtete Bar, wo (u.a.) sehr gute Rum-Cocktails gemixt werden. Das internationale Team in dunkelblauen Overalls und ernsthafter Aura erinnert an das ehemals hippe Berlin („Ernst“). Eine Speisekarte gibt es nur auf der Homepage, das Menü bezahlt man bei der Online-Buchung. Köche und Service servieren Häppchen, und Gerichte bewusst ohne Erklärung, die Gäste sollen selbst Aromen und Zutaten erschmecken, was zu angeregten Gesprächen am Tisch führt. Die Auflösung im Detail folgt beim Abräumen der Teller samt manchem Aha-Erlebnis (nein, die köstliche Eiswaffel war nicht aus Honig, sondern aus Kamille komponiert). Es sind aparte, facetten- und variantenreiche Kreationen, technisch geschliffen, aromatisch auf den Punkt, durchdacht und sinnliche wie Soulfood. Polnische Pierogi etwa werden mit einem Püree aus Kartoffeln mit Röstnote gefüllt, dazu weißer und wilder Spargel, aromatische Zuckererbsen, Knoblauchblüten und eine angeschärfte helle Sauce mit Scotch Bonnet Chili, Kokosnussmilch und -Essig. Auf der Weinkarte „low intervention“-Gewächse aus Europa und Champagner-Akzent.
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Restaurant
Criss Studio
Moorkamp 6, 20357 Hamburg, DE
Rating
KÜCHE IM FOKUS
Menü:
ab € 138
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