Wie gut veganes und ein vegetarisches Fine-Dining funktionieren kann, zeigen Melanie und Thorben Schnadt Eickert in ihrem Restaurant im Frankfurter Nordend beispielhaft. Mit Lust am Experiment und Gespür für Geschmäcker und Texturen jonglieren sie mit ausschließlich regionalen Produkten munter durch den multikulturellen Kosmos des Pflanzlichen. Die Gäste dürfen sich aufgehoben fühlen in dem hübschen Lokal, das unübersehbar einst Apotheke war, aber den Charme einer herrschaftlichen Altbauwohnung hat. Bei schönem Wetter lässt sich auch draußen im Garten erleben, wie die Schnadt Eickerts lustvoll und mit Mut zu wuchtiger Aromatik die Tomate frisch wie getrocknet in ihre Bestandteile zerlegen. Das Fruchtfleisch liegt weich gebettet auf einer pikanten zum Gel angedickten Essenz. Gekrönt wird die Kreation von Bärlauch, Kapuzinerkresse und geröstetem Bauernbrot.
Den Zwischengang dominieren in einen crunchigen Mantel aus Kartoffelstroh gehüllte Kartoffelklößchen. Auf süß-mariniertem Rettich platziert wirken sie wie kleine Inseln im sämigen Dip, der an Sweet-Chili-Sauce erinnert. Für den nötigen scharfwürzigen Kontrast sorgt ein Paprikachutney mit feuriger Note. Der Service ist kompetent und ausgesucht freundlich.