René Redzepi tritt nach Vorwürfen zurück

René Redzepi kündigt Rücktritt an

Nach schweren Vorwürfen ehemaliger Mitarbeiter kündigt Noma-Mitgründer René Redzepi seinen Rücktritt an. Eine Recherche der New York Times und Beiträge des früheren Noma-Mitarbeiters Jason Ignacio White haben die Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Spitzengastronomie neu entfacht.
Datum12.03.2026

Der dänische Starkoch René Redzepi, Mitgründer und langjähriger Küchenchef des weltberühmten Restaurants Noma in Kopenhagen, hat nach schweren Vorwürfen ehemaliger Mitarbeiter seinen Rücktritt angekündigt. In einem Instagram-Statement erklärte er, nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze des Restaurants die Verantwortung abzugeben. Er übernehme Verantwortung für sein Verhalten in der Vergangenheit, räumte ein, Menschen verletzt zu haben, und betonte, dass eine Entschuldigung allein nicht ausreiche.

Neue Dynamik erhielt die Diskussion durch den ehemaligen Leiter von Nomas Fermentationslabor, Jason Ignacio White. Anfang des Jahres begann er auf Instagram über Vorfälle aus seiner Zeit im Restaurant zu berichten und veröffentlichte zahlreiche Zuschriften ehemaliger Mitarbeiter. Seine Beiträge wurden millionenfach gesehen und trugen maßgeblich dazu bei, dass die Debatte über Arbeitsbedingungen in der Spitzengastronomie erneut aufflammte. Eine Recherche der New York Times, in der zahlreiche ehemalige Mitarbeiter von körperlicher Gewalt, Einschüchterungen und öffentlichen Demütigungen berichten, erhöhte den Druck zusätzlich. Die Vorwürfe beziehen sich auf Vorfälle zwischen 2009 und 2017. Redzepi hatte bereits früher eingeräumt, dass sein Führungsstil problematisch gewesen sei, und sich in einem Essay aus dem Jahr 2015 selbst als „Tyrann“ bezeichnet. Aufgrund der Vorwürfe zogen sich große Sponsoren wie American Express zurück, auch von dem gerade eröffneten Pop-up in L. A., der ohnehin unter harscher Kritik stand, da ein Platz nicht unter 1.500 $ zu haben ist.

Das Noma gilt als eines der einflussreichsten Restaurants der Welt. Mit seiner radikal regionalen Küche und Techniken wie Fermentation prägte es eine ganze Generation von Köchen. Das Restaurant wurde mehrfach zum besten der Welt gekürt und trägt seit 2021 drei Michelinsterne. Gerade deshalb hat die aktuelle Diskussion über die Arbeitskultur hinter den Kulissen der gefeierten Küche international große Aufmerksamkeit ausgelöst.

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