Ballyfin Demesne
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Ballyfin Demesne
R32 X5X8 County Laois, DE
Verschlungen ist der Pfad, der unweit des Dorfes Ballyfin zur vornehmsten Adresse des Landes führt. Die Auffahrt scheint nicht enden zu wollen, doch endlich, da steht das Herrenhaus selben Namens in voller Pracht. Ballyfin beeindruckt, bevor man es überhaupt betritt: mit dem 247-Hektar- Anwesen, das Zier- und Nutzgärten, einen Springbrunnen und einen riesigen See umfasst – Irlands größtes von Hand ausgehobenes Gewässer, wohlgemerkt. Im Entree erzählen historische Gemälde von den ehemaligen Hausbewohnern. Das älteste Objekt des Raumes ist das Geweih eines Elches, der vor 10.000 Jahren in Irland lebte. Laut augenzwinkerndem Butler gilt es heute als bester Selfie-Spot des Hauses. Auf dem Boden breitet sich ein 2.000 Jahre altes Mosaik aus – von einem Sir Charles Coote aus Pompeji mitgebracht, von seinem gleichnamigen Nachfahren für dessen Domizil Ballyfin ausgewählt. Lady Caroline Coote hatte ein Faible für Tiere und Pflanzen, ließ eine Voliere bauen und 1850 eine Orangerie mit geschwungenen Glaswänden. Heute serviert der Küchenchef darin köstlichen Lunch und Gebäck, mangels einer Heizung jedoch nur von April bis Oktober. Einhundert Jahre bewohnten die Cootes Ballyfin, 1922 hieß es nach dem Irischen Unabhängigkeitskrieg Abschied nehmen. Die katholische Kirche funktionierte das Haus zur Schule um, man versorgte sich selbst mit Viehhaltung, einer Molkerei und dem Gemüsegarten. Wo früher Tennis gespielt wurde, rauften sich die jungen Burschen nun beim Handball. Als 2001 auch die Patrician Brothers Ballyfin verließen, verfiel es in einen Dornröschenschlaf. Aber wie in jedem guten Märchen kam ein Retter des Weges: Der US-Geschäftsmann Fred Krehbiel ging nach dem Coote’schen Motto „coute que coute“ vor, koste es, was es wolle. Neun Jahre ließ er das Haus renovieren. Die besten Handwerker Irlands setzten Intarsienböden und Stuckarbeiten instand. Krehbiel kaufte Möbel aus der Zeit der Cootes, die Orangerie ließ er, in 3.000 Einzelteile zerlegt, in England restaurieren. 2011 eröffnete das Fünf-Sterne-Hotel mit 20 Gästezimmern und Suiten. Ob in der Bibliothek mit der Geheimtür zum Wintergarten oder in der vom Pantheon inspirierten Rotunde – die angenehme Ruhe und Langsamkeit, die Ballyfin schon vor zweihundert Jahren ausmachte, erfüllt das Haus noch heute.
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