Der Mann, der uns das Essen neu lehrte

Carlo Petrini hat die Art, wie wir über Essen nachdenken, für immer verändert. Alles begann 1986 mit einem Protest. Als McDonald's auf der Spanischen Treppe in Rom eröffnete, stellte sich Petrini mit einem Teller Penne dagegen. Was als Geste begann, wurde zur Bewegung: Slow Food wuchs zu einem internationalen Netzwerk in über 160 Ländern, getragen von der schlichten, aber revolutionären Idee, dass Essen gut, sauber und fair sein muss – für alle.
Petrini war kein Romantiker der Vergangenheit. Er war ein Vordenker. Mit der Gründung von Terra Madre im Jahr 2004 schuf er eine globale Plattform für Bauern, Fischer und handwerkliche Produzenten. Mit der Universität der Gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo etablierte er Ernährung als ernsthaftes akademisches Fach – rund 4.000 Absolventinnen und Absolventen aus 100 Ländern haben sie seither durchlaufen. Die Vereinten Nationen ehrten ihn 2013 als „Champion of the Earth", die FAO ernannte ihn zum Sonderbotschafter für Zero Hunger in Europa.
"Wer Utopie sät, wird Wirklichkeit ernten."

Sein Leitspruch lässt sich kaum besser auf den Punkt bringen als mit seinen eigenen Worten: „Wer Utopie sät, wird Wirklichkeit ernten." Petrini glaubte daran – und er bewies es.
2022 übergab er das Präsidentenamt an den ugandischen Agronomen Edward Mukiibi und machte damit Platz für die nächste Generation. Ein letzter, großherziger Akt eines Mannes, dem es nie um sich selbst ging.
Was bleibt? Eine Bewegung, Millionen von Menschen, die anders einkaufen, kochen und essen – und die Gewissheit, dass ein einzelner Mensch mit Leidenschaft, Überzeugung und einem guten Teller Pasta tatsächlich die Welt verändern kann.

