Die 100 besten Olivenöle: Olio Award 2026
Vor zwei Jahren noch hat Marina Palusci mit ihrem “L’Uomo di Ferro” auf Platz 14 beiuns ganz vorn mitgespielt, diesmal kann sie nur mit dem neuen Öl “Oliomania Bio Couage” überzeugen. Der Blend wird aus den für die Regiontypischen Sorten Dritta, Leccio del Corno, Intosso und Frantoio komponiert und bietet schöne grüne Noten auf wie reife Tomate, Porree und Schnittlauch, ergänzt von Kiwi, Salatblättern und Basilikum im Geschmack. Kräftig bitter und pikant, ein starkes Öl für Ofengerichte.
"Damir Vandelic’ Cuvée “Valade”, hoch bewertet im vergangenen Jahr als bestes Öl aus Kroatien, muss sich diesmal mit einem Platz im Mittelfeld begnügen – das kann der Gewinner des diesjährigen OLIO-Awards 2. Platz, leicht fruchtig, locker verschmerzen. Der Blend aus den Sorten Buža,Carbonazza, Leccino, Pendolino und Maurino macht Spaß mit seinen Noten von Mandeln, frisch gemähtem Gras, roter Paprika, Salbei, Kräutern und Spinatblättern. Ein sehr ausgewogenes Öl, weder zu bitter noch zu scharf, also: everybody’s darling!
Ein Newcomer mit Produktionssotz in Acerenza, einer besonders malerisch und trutzig auf 800 Metern über dem Meer ragenden Stadt, die auch für den Weinbau (Aglianico) berühmt ist. Das Öl ist eine Rarität, jährlich werden nur 4500 Liter abgefüllt, und zwar mit Öl aus Oliven von über einhundertjährigen Bäumen. Der Hersteller gibt an, dass bei Erscheinen dieses Guides das Öl möglicherweise schon ausverkauft sei. wer es versuchen möchte: Das Öl aus der nur hier bekannten Sorte Acerenza zeigt Aromen von grüner Tomate, Kräutern wie Oregano, auch etwas Orangen und Zitronen und einen schönen Akzent von Mandeln. Eine subtile Würze für Vorspeisen aller Art.
Via generale dalla chiesa, 20059 Sede fiscale Casarile (mi) , sede produttiva Acerenza (PZ), Italien
Ort des Geschehens ist hier Montenero di Bisaccio, nördlich von Campobasso, ziemlich genau an der Grenze zwischen Molise und den Abruzzen, die Adriastrände sind in Reichweite. Hier besitzt Flavio Zappacosta sechs Hektar Haine mit 1200 Bäumen. Besucher sind ausdrücklich eingeladen, nach Voranmeldung die pittoresken Olivenhaine zu besuchen, mit Öl-Tasting, versteht sich. Das Öl ist eine Cuvée aus Gentile di Larino, Nociara und Leccino und überzeugt mit feinem Bukett und Geschmack, die Jury entdeckt grüne Mandeln, grüne Bananen, Olivenblätter, grüne Tomaten und Salatblätter, Artischocken und grüne Paprika. Recht ausgewogen, ein feines Öl für Gemüse aller Art.
1500 Hektar Olivenhaine besitzt José Gálvez González, und daraus gewinnt er jährlich etwa 400 000 Liter – wahrlich spanische Verhältnisse. Bailéns drittbestes Öl nach dem exzellenten Hojiblanca und Picual ist das Picual aus Bioproduktion. Es verführt die Nase mit Noten von frisch geschnittenem Gras, grünen Mandeln, Artischocken, Kräutern wie Thymian und Salbei und Blättern des Olivenbaums. Nicht ganz so wuchtig gelingen diesmal die Bitternoten und die Schärfe, die Intensität ist gedrosselt, etwas blasser die ganze Farbenpracht, Trotzdem ein Spaß auf Käse, gemüsen und Fleischgerichten.
Ctra. Plomeros, Casa del Agua, 23730 VILLANUEVA DE LA REINA, Spanien
Seit letztem Jahr sind Elena und Vedran Lupic wieder in unseren Bestenlisten dabei, Glückwunsch! Die sympathischen Ölproduzenten haben in einem urogen Backsteinhaus im Zentrum von Bale ein kleines Geschäft, wo man Öle probieren und Olivenseife sowie Mandelgebäck kaufen kann, “ibald wollen wir auch ein größeres Gebäude beziehen”, verspricht Elena Lupic. Bestes “Bembo” in diesem Jahr ist das Öl, das rein aus der autochthonen Olivensorte Rozinjola gewonnen wird. Als Aromen bietet es frisch geschnittenes Gras, reife Tomaten, Artischocken, grüne Bananen sowie reife Mandeln auf, und einen mittelfruchtigen Geschmack, nicht sehr bitter, nicht sehr pikant, aber fein würzig.
Mara de Lucia bewirtschaftet 20 Hektar Land mit 5000 Olivenbäumen in bester toskanischer Lage, nämlich bei Impruneta, 18 Kilometr südlich von Florenz. Neben Olivenöl wird Gemüse geerntet und Balsamico sowie veganer Käse aus Cashewnüssen hergestellt. Das Öl komponiert die Firma aus den Sorten Frantoio, Moraiolo und Leccino – klassisch toskanisch – und zeigt das schöne Spektrum der Öle aus Florenz: Duft von frisch geschnittenem Gras trifft auf Noten von Artischocken, grüner Banane und grünem Apfel und reichlich Mandel auf der Zunge.
Der Rekord-Preisträger unter den Ölproduzenten (international wie auch bei uns) muss in diesem Jahr etwas Federn lassen. Nur das “Delicate Maurino” hat es diesmal in die Top 50 geschafft (Platz 38), Francis klassisches Vorzeige-Öl liegt nur im Mittelfeld. Eine Spur Intensität fehlt dem “Villa Magra Reserva”, dabei ist es natürlich nach wie vor ein wundervoll aromatisches Öl mit typisch toskanischen Aromen. Der Blend aus Frantoio und Mariolo zeigt Noten von Gras, Tomatenblattgrün,Artischocken, grünen Bananen und grünem Apfel bei feinen Geschmacksnuancen von Mandeln, Pinienkernen und Walnüssen.
Francis zweite Version des “Villa Magra” ist ein reinsortiges Frantoio-Öl, die Oliven werden recht früh im Oktober geerntet. Es wikt insgesamt nur einen Hauch weniger ausgeprägt fruchtig als die Familien-”Riserva”. Wir erspüren reife Tomaten, reife Mandeln, Kräuter und interessante Trüffelnoten, auch beim Geschmack. Im Grunde ein idealer Partner für Pastagerichte aller Art, und das zu jeder Jahreszeit.
Gaeta ist ein Badeort am Tyrrhenischen Meer mit etwa 20 000 Einwohnern, Neapel liegt noch 100 Kilometer weiter südlich. Hier an der Grenze zwischen Latium und Kampanien hegt und pflegt Cosmo di Russo 7000 Olivenbäume auf 35 Hektar. Das “Don Pasquale”, sont in unserem Wettbewerb nicht so erfolgreich, hat in diesem Jahr überzeugt, es ist rein aus Itrana gepresst. Uns gefallen die Aromen gut, die von reifer Mandel, Artischocken, frisch gemähtem Gras bis zu Kräutern wie Thymian und Rosmarin und reifen Tomaten reichen. Komplex, pikant, üppig.


